dr mabuse

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RE: Weniger als das Minimum | 18.03.2012 | 10:57

Hier fehlt der wichtige HInweis, dass bei diesem Gesetz Maschmeyer ³ Co. die Profiteure sein sollen. Denn die Zusatzlestung gibt es lt. Entwurf und persönlicher Erklärung NUR für den, der midestens 5 Jahre lang "geriestert" hat. Das Gesetzt kommt gerade "zufällig" in dem Moment, wo die Riester-Freudigkeit einen deutlichen Einbruch erleidet. Frau v.d.L. ist mit der Partnerin von Herrm Maschmeyer gut befreundet. So etwas darf nicht in Vergessenheit geraten !
Dr.Mabuse

RE: SPD sieht "keinen Sinn": Rot-rot-grüne Sondierung gescheitert | 21.05.2010 | 17:58

Dazu ein Hinweis auf www.nachdenkseiten.de für alle aktiven Gewerkschaftler:

Guntram Schneider ist Schatten-Arbeitsminister der SPD-Spitzenkandidatin Hannelore Kraft und Landeschef des Deutschen Gewerkschaftsbundes. Im Kurzinterview mit SPIEGEL ONLINE spricht er über die Regierungsbildung in Nordrhein-Westfalen. Dabei spricht er der Linken jede Regierungsfähigkeit ab.

Vielleicht wurde dem Schattenminister und DGB-Landesvorsitzenden Schneider diese Meinung ja von seinen Kumpels bei der Bertelsmann Stiftung eingeflüstert, mit denen er kooperiert.

Näheres dazu unter: www.nachdenkseiten.de/?p=4755

Dort findet sich ein offener Brief des Betriebsratsvorsitzenden Steingrube aus Werther/NRW an den DGB, insbesondere Herrn Schneider, zu der Kumpanei mit dem Bertelsmann-Konzern. Herr Steingrube schreibt darin recht offen:
...
Darüber hinaus ist es für einen Gewerkschafter vor Ort einfach unerträglich, durch mühsame Aufklärungs- und Überzeugungsarbeit gewerkschaftliche Positionen, aber auch die politischen Ziele der Bertelsmann Stiftung, dem Einzelnen in unzähligen Diskussionen
verständlich zu machen, und nun mit ansehen zu müssen, wie die Früchte des wirklich kleinen Erfolges zunichte gemacht werden könnten, nur weil Gewerkschaftsfunktionäre offensichtlich die Tiefenschärfe für tatsächliche Arbeitnehmerinteressen verloren zu haben scheinen.

Zu keiner Zeit kann es von Interesse für Arbeitnehmern sein, wenn nun gerade mit der Bertelsmann Stiftung erneut eine „Kumpanei“, wie auch immer sie beschaffen sein mag, von Gewerkschaftsseite eingegangen wird. Für viele Beschäftigte wird es ein eklatanter Widerspruch zu originären gewerkschaftlichen Anliegen wie der sozialen Sicherheit oder der Verteilungsgerechtigkeit sein, wenn mit privatrechtlichen Institutionen wie der Bertelsmann Stiftung ein öffentliches Forum stattfinden wird. Die Gefahr ist für uns vorhersehbar, dass viele kritische Arbeitnehmer, aber auch andere voll im Leben stehende Menschen, eine Verbrüderung zweier unterschiedlicher Institutionen, wie sie nicht offener sein können, das Forum als eine „Politik der Verdummung“ interpretieren werden.
Arbeitnehmer haben nicht vergessen, welche sozialpolitische und auch gesellschaftliche Brisanz allein in dem Arbeitsvertragswerk der Bertelsmann Stiftung liegen könnte, wenn dieses auch nur zur Hälfte im Bundestag und Bundesrat durch gewunken wird. Die politische
Konstellation ist zur Zeit gut geeignet für einen solchen Schritt.

Zur Erinnerung das Nachfolgende:
Bereits in den neunziger Jahren hat die Stiftung aus Gütersloh die Einführung von Studiengebühren vorbereitet und damit erheblich Einfluss auf MandatsträgerInnen genommen.

Hierzu Die Zeit vom 08.11.2007:“Darüber hinaus hat sie an „sozialpolitischen Reformen“ in erheblichem Maße mitgewirkt, und großen Einfluss auf die Einführung von Hartz IV Gesetzen genommen. Diese Gesetzgebung stammt wie auch der Umbau der Bundesagentur für Arbeit aus der Ideenschmiede des Gütersloher Konzerns. Entscheidend sei damals gewesen, sagt die frühere Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth,“dass die Stiftung ein Ort war, an dem Politiker frei diskutieren konnten“.

Dazu lieferte man in Gütersloh die passenden Informationen, und so nahm die Stiftung immensen Einfluss. Lange war das auch unumstritten. Die Stiftung fast unantastbar.“
Diese Aussage deckt sich mit Vorwürfen vielen Kritiker an der Bertelsmann Stiftung, sie sei fernab jeder demokratischen Legitimation durch den Wähler und einer parlamentarischen Kontrolle. Sie sei Initiator vieler Reformen im Sozial-, Wirtschafts-, Gesundheits- und Bildungsbereich, die von der SPD-Regierung umgesetzt wurden.
...

Es sollte dem DGB mit seinen „noch kampfstarken Gewerkschaften“ nicht unendlich gleichgültig sein, eine Kooperation mit der Bertelsmann Stiftung einzugehen.

Wohin ein solcher Weg führen kann, hat überdeutlich die Bastapolitik der Schröder / Fischer Koalition gerade den Gewerkschaften vor Augen geführt. Ein Sozialdemokrat hat dem DGB aufgezeigt, wie begrenzt seine Macht ist, wenn einflussreiche Gruppierungen, Politiker wie Marionetten in einem Spiel schlecht aussehen lassen und dabei mit medialer und ungezügelter Wucht der Springerpresse mit ihren Verbündeten eskortiert werden.
Das Ergebnis sollte dem DGB ein Warnsignal sein.

Die SPD hat anschließend kräftig Mitglieder verloren, wovon sie sich bis
heute nicht erholt hat. Wahrscheinlich auch nicht erholen wird. Zumindest sollte der DGB einen „möglichen erkennbaren Aderlass verhindern und den beträchtlichen Widerspruch in seinem politischen Handeln auflösen.
Wir appellieren deshalb an den Deutschen Gewerkschaftsbund mit seinen Gewerkschaften auch als moralische Instanz innerhalb der bundesdeutschen Gesellschaft nicht zu versagen und umgehend eine Zusammenarbeit mit der Bertelsmann Stiftung einzustellen. Ein solcher
Schritt kann tatsächlich nur im Interesse der Arbeiternehmer liegen.
...
Den 'gewerkschaftlich orientierten' Linken fehlt es da leider noch an Durchsetzungskraft und Vernetzung nach oben.

RE: Die Sloterdijk-Honecker-Debatte | 14.11.2009 | 04:35

Versuch einer Antwort auf die Frage:
woher kommt dieser 'Rechtsdrall' bei so manchem brillanten Kopf?

In der Liste der vorgegebenen Trivialantworten fehlt die psychoanalytische. Also, begebe ich mich da mal dran.

1. Wie schon Freud in der 'Psychopathologie des Alltagslebens' beschrieb, regieren Strukturen des Unbewussten sehr viel mehr in die dünne Eierschale der darübergstülpten Rationalität als das der Rationalphilosoph haben möchte. - Mit den heutigen ausgekochten Mitteln der Experimentalpsychologie lassen sich diese Einflüsse sogar empirisch beweisen, das Heraussuchen entsprechender Zitate möge mir erspart bleiben.

2. Anna Freud hat die diversen Abwehrmechanismen beschrieben, mit denen das Unbewusste dem Ich seine Existenz erleichtert - indem Positionen bezogen, Bildkomplexe aufgebaut und die Realität entsprechend gefiltert wird. Das fällt natürlich bei solch spekulativer, jeder Empirie entgegengesetzter Philosophie um so leichter. Die Medien haben für S. halt eine Projektionsleinwand errichtet, auf der wir schemenhaft die unbewussten Komplexe erkennen können, hinter vielen nicht sehr von empirischem Sinn durchtränkten Vokabeln.
N.B.Dass diese Medien dabei auch Filter in ihrem Interesse vorgesetzt haben, dafür gibt Alfred Müller in seinem letzten Buch „Meinungsmache“ genügend Zeugnis; weiteres fällt aber schon wieder unter die Trivialia: Wes Brot ich ess, des Lied ich sing - z.B. das des Frankfurter Zukunftsrates.

3. Unter den o.g. Abwehrmechanismen findet sich, besonders bei narzisstischen Persönlichkeiten aktiv, die 'Identifikation mit dem Aggressor'. Die früh geübte und verinnerlichte Unterwerfungsgeste gegenüber einem in der Primärfamilie herrschenden Werte- und Verhaltenskodex. Wer nicht spurt, bekam es nämlich auf den Podex.
Das führt, wenn der Denker sich davon nicht emanzipiert (wozu die Psychoanalyse hilferich sein kann), zur Ausbildung eines autoritären Charakters, den E.Fromm schon gut charakterisiert hat, um Prozesse der Unterwerfung der deutschen Intellektuellen unter die Naziherrschaft zu beschreiben.

Ohne dass ich mir nun viele Bücher von Prof.S. danach fahndend durchgelesen habe, gestatte ich mir die Hypothese, den hier schon angesprochene Zynismus, dessen Faszination Herr S. schon früh erlegen ist, unterlegen ist, als eine entsprechende unbewusste Strukturbildung zur Abwehr von Unterlegenheitsgefühlen zu deuten. Um diese Struktur wiederum zu schützen, muss der Betroffene natürlich die Realität entsprechend kräftig filtern und umdeuten, was ihm eine entsprechend beweihräuchernde Umgebung erheblich erleichtert.

Unter der o.g. Fragestellung habe ich gerade begonnen, die Tagebücher von Goebbels durchzulesen. Gewisse Parallelen des Anpassungs- und Formungsprozesses - ohne dass ich Herrn Prof.S. eine entsprechende Affinität zur NS-Philosophie unterstellen möchte - fallen mir dabei auf.

Ebenso Parallelen zu dem 'TUI-Roman' von B.Brecht.

Zum Glück ist der Prozess der Verplumpung und Simplifizierung, wie er sich bei Dr.Goebbels in den Jahren seit 1933 zunehmend zeigt, bei Herrn Prof.S. bisher nicht nachzuweisen. Um Goebbels Niveau zu erreichen, müsste er sich doch noch erheblich tiefer beugen, bis er völlig aus dem gleichgewicht ist. Es besteht also noch Hoffnung, dass er sich wieder aufrichtet. Aufklärung macht frei.

Bin als der akedemischen Philosophie fremder Seiteneinsteiger, Arzt und Physiker, gerne zur Diskussion bereit.