200 Jahre Völkerschlacht. Blutrausch in LE.

Reenactment 2013 Am 20. Oktober 2013 ist es endlich soweit. Leipzig wird feiern. 200 Jahre Völkerschlacht und 100 Jahre Völkerschlachtdenkmal.
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http://www.giftspritzer.info/wp-content/uploads/2013/10/marsbild.jpgEigens für diese Veranstaltung wurde vom Wahrzeichen Leipzigs der Dreck vergangener Jahrzehnte abgebürstet, damit weithin sichtbar die klobig aufeinandergestapelten Steinquader, bestehend aus Beuchaer Granitporphyr, wieder in hellem Glanze erstrahlen.

Als filigran kann der quadrige „Steinhaufen mit Betonkern“ fürwahr nicht bezeichnet werden und als Friedensdenkmal taugt dieser überdimensionale Schlachtklotz sowieso nicht, da weder 1813, geschweige denn 1913, Frieden im Lande sichtbar war. Außerdem haben Kriegsdenkmäler noch nie Kriege verhindert, sondern eher Patrioten angezogen (Anm. der Redaktion: Es hat schon seinen Grund, warum sich das Wort „Patriot“ auf „Idiot“ reimt).

Nichtsdestotrotz taugt der Leipziger Blutstein hervorragend zur Vermarktung und somit zur Geldeinnahmequelle für die Stadt Leipzig und ihrer Marketing GmbH. Flugs vorm Jubiläum des Blutmonuments, wurde der „Steinhaufen mit Betonkern“ zu einem Friedensdenkmal umgetauft.

Urlaub in der Heldenstadt zur „Jubiläums-Blutrauschwoche“ wird zurzeit international von Reiseveranstaltern angeboten. „Reenactment“ heißt das Zauberwort, um knipsende Japaner, Kriegsveteranen, Reservistenverbände und Kriegsliebhaber in die Messestadt zu locken. „Reenactment“ – was für ein schönes Marketing-Wortgebilde. Man hätte freilich auch Wiederaufführung, Nachstellung oder Neuinszenierung sagen können, aber dies würde vielleicht den einen oder anderen „Jubiläums-Blutrauschwoche-Besucher“ verunsichern, denn wer mag sich schon freiwillig mit einer geschichtsgetreuen Schlachtnachstellung mit über 100.000 blutüberströmten Leichen, üblem Verwesungsgeruch und herumliegenden, abgetrennten Körperteilen und Innereien konfrontiert wissen? Nunja, wer weiß – vermutlich kämen dann sogar noch mehr Bluttouristen.

Was wird sich die Marketing GmbH der Stadt Leipzig zum Jahre 2015 wohl einfallen lassen? 70 Jahre nach Holocaust gilt es dann zu feiern. Gebührend, versteht sich. Denn während des Holocausts sind immerhin zwischen 6 und 7 Millionen Menschen ums Leben gekommen, während der Völkerschlacht nur läppische 100.000. Da heißt es dann: „Hoch die Tassen!“.

2045 gibt’s in Leipzig dann die ganz große Sause. 100 Jahre nach Holocaust. Auch dann wird das Zauberwort „Reenactment“ heißen und Dr. Volker Rodekamp (Leiter der „Steuerungsgruppe zum Völkerschlacht-Doppeljubiläum“) könnte als „Reenactment-Zeremonienmeister“ fungieren, wenn er denn über 90 Jahre alt werden sollte und ihn die diesmonatige „Jubiläums-Blutrauschwoche“ nicht dahinrafft.

2045: HOLOCAUST-REENACTMENT IN DER HELDENSTADT LEIPZIG.
Nachstellung der Reichskristallnacht. Leipzig ein Flammenmeer. Deportationsfreudige Juden am Hauptbahnhof (Promenaden). Durch Connewitz ziehen heitere Erschießungskommandos in farbenfrohen SA- und SS-Uniformen. Die Stadtwerke Leipzig schmücken ihre Gasbehältnisse mit dem Schriftzug „Zyklon B“ und errichten zum 100-jährigen Holocaustjubiläum ein schnuckeliges Konzentrationslager, welches mit Wachtürmen und Natodraht ausstaffiert wird. Insassen werden von ortsansässigen Juden, entarteten Künstlern (z.B. Dr. Satori), Homosexuellen und Zeugen Jehovas gespielt. Den Personalpart übernehmen Neonazis und völkische Patrioten aus Wurzen und Leipzig.

In der Leipziger Uniklinik werden humanmedizinische Experimente geschichtsgetreu neuinszeniert. Schmerzempfindlichkeitstests, gynäkologische Untersuchung mithilfe chemischer Reizflüssigkeiten, die bis ans Ende der Gebärmutter eingeführt werden, Experimentalfolter, etc…

Im Programm des 100-jährigen Holocaustjubiläums darf die „Aktion T4“ nicht fehlen. Austragungsort: Leipziger Parkklinik und Psychiatrie in Altscherbitz.

An der Universität dürfen Studenten endlich Bücher ihrer entarteten Professoren verbrennen. Öffentlich versteht sich. Reichskriegsflaggen allerorten. Jeder männliche Leipziger im bartwuchsfähigen Alter, muss sich zum Holocaustjubiläum ein Hitlerbärtchen wachsen lassen (übrigens: In Oberammergau wird Ähnliches schon seit langem mit großem Erfolg praktiziert).

Nachts patrouillieren SA-Uniformierte durch die Straßen Leipzigs und verzieren die Kaufhallen jüdischer Investoren mit dem Slogan: „Deutsche! Wehrt Euch! Kauft nicht bei Juden!“.

http://www.page-x.de/wp-content/uploads/2013/10/kauft-nicht-bei-juden-640px.jpgNebenkriegsschauplätze werden ins Rahmenprogramm eingebaut. Zwischen Markkleeberg und Wachau werden willfährige Leipzigerinnen, die ostpreußische Flüchtlingsfrauen darstellen, von notgeilen Russen vergewaltigt und danach ermordet. Das Leipziger Laufhaus wird für Nachschub sorgen.

Im Rahmen eines großen Abschluss-Events werden 2045 die Universitätskirche, Nikolaikirche, Oper und das grottenhässliche Gewandhaus von tieffliegenden NATO-Bombern in Schutt und Asche gelegt. Wer möchte, kann sich zuvor in den städtischen Luftschutzbunker unterhalb des Rathauses begeben, um dort, gegen 595.- Euro Eintrittsgebühr, das große Finale mitzuerleben: Der über 90-jährige Dr. Volker Radekamp wird sich LIVE eine Kugel durch den Kopf jagen und das gesamte Personal (und deren Angehörige) der Leipziger Marketing GmbH wird zeitgleich Zyankali-Giftkapseln schlucken. Danach sind stehende Ovationen vorgesehen. Keine Zugabe.

Ja, was macht man nicht alles, um das Millionendefizit im Leipziger Haushaltsloch zu stopfen…

Das volksnahe Propaganda-Käseblatt „Leipziger Volkszeitung“ und der mit Seilschaften und Korruption durchzogene Fernsehsender „MDR“ werden über alles berichten, so dass der Holocaust-Klamauk noch jahrzehntelang online und kostenpflichtig (Bezahlschranke) abrufbar sein wird.

PROFICIAT!
Ihr Dr. Satori.

01:25 09.10.2013
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

Dr. Satori

Kabarettist, Satiriker. Lebensmotto: Das Leben ist viel zu kurz, um ernst genommen zu werden.
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Dr. Satori

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