Mut zur Lücke

Hannover Länderspiel EM Warum das Verbot des Zeichens für "Frieden und Demokratie" zur Farce wurde. Verhaftungen? Bis heute keine. Das Sinnbild der erdrückten Polizeikräfte tut sich erneut auf.
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Als ich gestern von meiner geliebten Arbeit nach Hause kam, strahlte mich im Fernsehen zufälligerweise zuerst N-TV an. Es lief die Pressekonferenz der Polizei Hannover zum am 17.11.2015 abgesagten Länderfreundschaftsspiel zwischen den Fußballmannschaften der Niederlande und Deutschlands. Einzige Vertreter des Bundes war ein Oberer der Bundespolizei, die in Zusammenarbeit mit den örtlichen Behörden das Länderspiel hätte sicher sollen.

Subjektiver Kontext der Veranstaltung war die Verkündung eines unspezifischen Bedrohungsszenarios, mit unabsehbaren Folgen für eben diese Großveranstaltung. Und wenn man in exekutiven Kreisen von Verkündungen spricht, meint man das auch so. Nachfragen zu etwaigen Hintergründen waren nicht erlaubt. Was der Bundesinnenminister - der hätte zum Fußball gehen müssen - sagt, muss so gesagt werden, dass es gemacht werden soll, so der Subtext. "Das Bedrohungsszenario war nicht regional festzustellen." ist die Konnotation der Polizei Hannover.

Was hat aber der Bundesinnenminister Thomas de Maizière damit zu tun? Ein lupenreiner Bürokrat wie dieser hat keine Mühen gescheut keine Risiken einzugehen! Der marode Verfassungsapparat hat in seiner Schutzfunktion dabei mit ganzer Manpower durch Verdächtigungen, mithilfe angeblicher Informationen - laut SPON - französischer Geheimdienste, und in vollstem Vertrauen guter, deutscher Polizeiarbeit den Abbruch von einem großen Sportevent angeordnet oder zumindest beeinflusst. Sinnbildlich hier ist vielleicht das Bild der resignierenden Polizei. Gar nicht metaphös die Absage an "ein Zeichen für Freiheit und Demokratie". Stell Dir vor es ist Fußball und keiner geht hin!

Sicher ist es etwas vorausgegriffen, das hierbei vermutet werden kann, die Absage einer so großen Sportveranstaltung wurde von einem Bundesinnenminister untersagt. Und ganz bestimmt ist das wahllose Ermorden in Frankreich eine miese Aktion gewesen. Dennoch: wenn man Frau Bundes-chancelloré Angela Merkel im Vergleich noch als mutige Person bezeichnen kann, stünde demjenigen, der Sicherheit nicht gewährleisten wollen kann etwas Pragmatismus bestimmt nicht schlecht.

19:56 19.11.2015
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Geschrieben von

dwmdtkk

Sebastian 29 manchmal zynisch
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dwmdtkk

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