RE: Der Führer steht auf Apfelkuchen | 09.08.2014 | 14:51

Ich finde ja, die Truppe sollte sich schleunigst um einen polnischen Ableger kümmern. Dort schwappt gerade nach den russischen Gegensanktionen, durch die jetzt auch die Einfuhr von Äpfeln aus Polen nach Rußland unterbunden ist, eine Welle des "patriotischen" Apfelessens durch das Land. Ich lasse jetzt mal offen, ob die "Front polnischer Äpfel" sich dann dem Apfelessen gegen Putin anschließen oder doch eher gegen den rudelartig auftretenden Patriotismus widmen sollte.

Twitter Hashtags: #EatPolishApples #jedzjabłka

Man kann Äpfel eben auch "nationalisieren".

http://t.co/aD4wI7CRh2

http://www.herzapfelhof.de/Herzapfelhof/Fruechte-mit-Motiv/Wunschapfel-ab-1-Apfel/Apfel-Polen.html

RE: Verspielt und verloren | 16.04.2014 | 16:57

Propaganda oder nicht:

In dem Video wird behauptet, in Charkow einen "US Citizen" in der Uniform der ukrainischen Anti-Terror-Truppe Sokol gefangen zu haben. Vorsicht, derbe Sprache, brutales Video:

http://www.youtube.com/watch?v=O7huBQKq3YQ

RE: Restaurieren von rechts | 30.11.2012 | 20:52

Die "Junge Freiheit" ist rechtsgerichtet, keine Frage. Ich verstehe die hier angemeldeten Zweifel nicht. Wer deren angeblich steigernden Leserzahlen bejubelt und zudem eine etwas polemische Betrachtung als "Hetze" und nicht als Wahrnehmung von Meinungsfreiheit betrachtet, ist ohnehin diskursiv nicht satisfaktionsfähig ...

Schönen Abend noch.

RE: Können sie Putin stürzen? | 06.08.2012 | 18:17

Wie schon oben geschrieben - und ohne Putin zu verteidigen - frage ich: Geht es nicht wenigstens eine, besser zwei oder drei Nummern kleiner? "Entartete Kunst"? Muss denn immer gleich die Nazi-Schublade aufgemacht werden, wenn schnell irgendeine windschiefe Analogie hermuss? Es ist einfach nur unerfreulich, ärgerlich und niveaulos.

RE: Können sie Putin stürzen? | 02.08.2012 | 19:39

Müssen immer diese Reißer-Überschriften sein? Nervt. Geht es nicht eine Nummer kleiner? Der Artikel scheint mir beispielhaft für ein grundsätzliches Problem westlicher Rußland-Berichterstattung:

Bei aller Sympathie (und Mitgefühl) für die jungen inhaftieren Frauen, werden sie und ihr Aktivismus von westlichen Journalisten und Politikern m.E. überschätzt. Sie stehen nicht für eine breite Bewegung im Lande, die nur darauf wartet, Putin zu stürzen. Es handelt sich mutmaßlich um eine bildungsbürgerliche Mittelschichttruppe mit einer relativ geringen gesellschaftlichen Reichweite, die jetzt kurzzeitig durch die skandalöse Behandlung der jungen Frauen gestiegen ist.

Ich habe relativ viel mit Russen zu tun, überwiegend mit jungen, akademisch gebildeten Russen, die in Rußland leben, an Unis oder in deren Umfeld arbeiten durchaus emanzipiert und modern denken usw. Viele kritisieren den Putin-Muff, die von ihm durchgezogene Verschärfung des Versammlungsgesetzes und auch den Umgang mit den jungen Frauen in der Haft. Viele sympathisieren mit den Protesten der letzten Monate. Gleichwohl reagieren sie oft einfach nur genervt, wenn man von Pussy Riot anfängt. Vielen von ihnen geht, so meine Erfahrung, ziemlich offenkundig der riesige moralische Zeigefinger aus dem Westen auf den Keks, der aus der Berichterstattung über all diese Oppositionsgeschichten irgendwie immer zwangsläufig irgendwo hervorlugt.

(Anders ist es meiner Erfahrung nach übrigens mit Russen, die in den letzten Sowjetjahren oder in den 1990ern ausgewandert sind und nun bspw. in Berlin leben. Aus dieser Community kenne ich erheblich zornigere und kompromißlosere Kommentare zu Putin und Pussy Riot. Liegt das daran, dass sie nun Deutsche mit russischen Wurzeln sind?)

RE: Ich bin ein Verlierer, Baby! | 12.02.2012 | 14:19

Der Artikel ist zwar nett, doch er rennt m.E. irgendwie offene Türen ein. Den "ostdeutschen Diskurs aus dem Museum" geholt haben andere Musikanten schon längst. Ich will nur an ganz wenige "Highlights" der letzten Jahre erinnern:

Das erste Mal, dass mir längerer Zeit (von den 90ern will ich nicht reden) so eine "Ossis with Attidude/Wir sind die Looser"-Nummer meiner Erinnerung nach direkt aufgefallen ist, war das schauderhafte "Der Osten rollt" von "Joe Rilla", der als Antwort empfahl: regressive Männlichkeit.
www.myvideo.de/watch/6976765/Joe_Rilla_Der_Osten_Rollt_HQ

Auf Rilla und seine zahlreichen Ost-Hool-Irgendwas-Epigonen antwortete der diskordische Kommunist Classless Kulla mit der "Flucht aus dem Plattenbau", einem ziemlich netten Track, übrigens eine Kooperation mit "Istari Lasterfahrer" seines Zeichens Westler, erschienden auf dessen Hamburger Label "Sozialistischer Plattenbau".
cutuphistory.org/remix/flucht_aus_dem_plattenbau_pink_noise_mix_by_deshlab_.mp3 (Ich habe nur diesen Remix gefunden.)

Zuletzt fiel mir u.a. das "Heckert Empire Mixtape" auf, das ganz am Ende ein Lied über die "Ostdeutsche Diaspora" enthält. Die Soulfource-Crew (aus Krefeld!!) und der Sänger "Ronny Trettmann" wenden die an postkoloniale Debatten anschließenden Selbstbeschreibungen als von einer Majorität kolonisierte Underdogs im Osten, die auch Rilla Co. nutzen (aber anders!), mit Hilfe des popdiskursiven Zeichenkosmos von Reggae Dance Hall positiv - Stichworte: Jamaica, kiffen, Party, gute Laune, aber trotzdem auch ein wenig Rest-Sozialkritik.
www.youtube.com/watch?v=MV2imSGVSTI

Auch hier, wie offenbar beim Kraftklub, gibt es die Adaption von westlichen Diskursen, aber anders als bei Rilla z.B., der sich in sein ostdeutsches "Getto" hineinhalluziniert, weisen Heckert Empire, Kulla usw. zum Glück über den "ostdeutschen Diskurs" hinaus, der m.E. nicht alleine "bei sich" bleiben darf.

Ob das bei Kraftklub so ist, werde ich gelegentlich überprüfen. Deshalb danke für den Tipp!

RE: Die Kittel sind selbstgenäht | 23.01.2012 | 08:23

Lustig! Das Gruselfilm-Thriller-Dingens hat der Community offenbar die Sprache verschlagen. Mir übrigens auch.

RE: Wie das Netz die eigenen Gerüchte zitiert | 04.01.2012 | 18:37

Die "Titanic" hat den Ball gern aufgenommen und verarbeitet die Geschichte in ihrem aktuellen Startcartoon:

www.titanic-magazin.de/uploads/pics/Wulff-8630_01.jpg

RE: Verräterische Sprache | 11.12.2011 | 16:45

@ Magda
Ich kenne die Variante: "Das ist ja wie im (wahlweise: schlechtem) Russenfilm!", die allerdings dasselbe sagt wie die schon genannte.

RE: Verräterische Sprache | 11.12.2011 | 16:42

@poor
Die Entschädigungen an "Zigeuner" wurden auf keinen Fall systematisch gezahlt, sondern betrafen m.W. eher Einzelfälle. Es ging soweit ich weiß meist um Entschädigungen für erlittene Haft, die man ja als anerkanntes Opfer des Faschismus zunächst fast überall im besiegten Deutschland beantragen konnte (Ost und West). Aber einige der Leute haben sich dann offenbar KfZs zugelegt und das war den BKA-Beamten suspekt.