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RE: Bedingungsloses Grundeinkommen (BGE), Milchmädchenrechnungs Blüte? | 22.01.2010 | 15:03

das würde erstens bedeuten, dass Befürworter, wie ich, die Idee des BGE falsch verstehen. Zweitens hieße das, ich würde mich entmündigen wollen. Dabei will ich ganz das Gegenteil, ich möchte mehr (Selbst)Bestimmung.
A. bei der Wahl meiner Arbeit
B. bei der Verhandlung, wie viel Geld mir ein Arbeit- oder Auftraggeber zahlt
C. bei der Entscheidung, ob ich zu meinem Grundeinkommen noch etwas hinzuverdienen möchte oder auch nicht. Beispielsweise, in dem ich mich entschließe, meine Mutter zu pflegen, die zu Hause bleiben dürfte, statt in ein Heim zu kommen. Dafür bekäme ich kein zusätzliches Geld, aber ich würde viel für das Gemeinwesen dieses Landes tun.

was "asymmetrisch" hierbei bedeuten soll, keine Ahnung.

Jedenfalls beende ich hier meine Debatte mit Ihnen, danke Ihnen für die Antworten und verabschiede mich.

Grüße!

RE: Bedingungsloses Grundeinkommen (BGE), Milchmädchenrechnungs Blüte? | 21.01.2010 | 19:33

Wieso wiederholen? ich hatte doch eine ganz einfache Frage gestellt....

Wenn ich Sie also verführen konnte und ins Nachdenken gebracht habe, würde mich auch Ihre Antwort interessieren. Ihre Standpunkte haben Sie ja bereits ziemlich deutlich gemacht. Dennoch.

RE: Bedingungsloses Grundeinkommen (BGE), Milchmädchenrechnungs Blüte? | 21.01.2010 | 11:57

Sie schreiben: "Insofern ist das Bedingungsloses Grundeinkommen ... verpfändbar." und:"Die Folge wird sein, dass das Bedingungslose Grundeinkommen ... nicht als Sicherheit anerkannt wird."

Wow! Sie beschäftigen sich bereits mit den möglichen negativen Folgen eines BGE, dabei ist es noch nicht mal im Bundestag debattiert worden. Und Sie wissen bereits, woher (?), was passieren wird. Die Petition, man möge ein BGE für alle beschließen, muss dort ja erst einmal diskutiert werden.

Ich will gar nicht auf das wievielte (?) Szenario eingehen, dass hier dargestellt wird. Mir fällt bei allem eines auf: Es ist unglaublich viel davon die Rede, was alles NICHT GEHT oder nicht gehen wird, was schlimm ist, was verteufelt werden kann. Vielleicht machen Sie es einmal andersherum und versuchen, zu denken, was GEHT. Und gehen könnte.

Herr Petrick: Was würden Sie machen mit einem Grundeinkommen machen, dass man ihnen ohne jede Bedingung von der Geburt bis zum Tod gewährt? Ohne, dass Sie daran denken, was alles zwischendrin schief gehen könnte. Das würde mich interessieren.

RE: Bedingungsloses Grundeinkommen (BGE), Milchmädchenrechnungs Blüte? | 20.01.2010 | 18:47

Hallo Wildcard,
einer der Finanzierungsvorschläge für das BGE ist die Einführung einer Konsumsteuer (siehe auch www.unternimm-die-zukunft.de/)

Hartz IV und BGE haben nichts miteinander zu tun. Hartz IV - eine Sozialleistung, die mittels eines unvorstellbar großen bürokratischen Aufwandes an diejenigen ausgezahlt wird, die sich nicht die Mühe sparen können, ein solches Antragsverfahren zu durchlaufen. Und es aushalten zu müssen, dass die halbe Nation auf ihnen herumhackt oder über sie in allen Medien als Menschen unterster Klasse geredet wird. Es ist zum Fürchten.

Ein BGE wäre eine Zahlung an alle, ganz ohne Bedingung. Der Mittellose müsste sich nicht mehr über "die Bonzen" aufregen, die Reichen nicht mehr über "den Penner". Alle starten mit denselben Chancen und erhalten über das BGE die Möglichkeit, ihre Arbeitskraft denen anzubieten, die sie haben wollen oder selbst neue Unternehmungen zu starten und "Unternehmer" zu werden. Was Neues zu lernen, eine zweite oder auch dritte Ausbildung zu machen oder endlich mit gutem Gewissen Familienarbeit leisten können, ohne, dass man von ihnen sagen könnte, sie würden nicht "arbeiten".

Eine Zahl: Momentan gibt unser Haushalt jährlich über 700 Milliarden Euro an Transferleistungen aus (Verlässliche Quellenangaben gibts im Internet). Ne Menge Geld. Ein bisschen was obendrauf und dann hätten wir eigentlich schon das BGE finanziert. Das Gute: Ganz ohne die aberwitzige Bürokratie, die derzeit ihre eigenen Beitragszahlungen verschlingt.

Jemand, der etwa 1500 Euro Grundeinkommen erhielte, lebte nicht unbedingt wie Gott in Frankreich, aber vielleicht wie ein Mensch, der genug zu essen hat, sich eine Wohnung leisten und seine existenziellen Bedürfnisse decken kann. Und deshalb nirgendwo als Bittsteller, Schnorrer, Arbeitsloser oder sonstwie Aussätziger angesehen wird.

Ich bin fest davon überzeugt, wenn wir Bürger diese Chance hätten, würden wir unsere Gesellschaft um ein vielfaches verbessern.

RE: Bedingungsloses Grundeinkommen (BGE), Milchmädchenrechnungs Blüte? | 20.01.2010 | 18:18

an Herrn Petrick, der die Idee des Bedingungslosen Grundeinkommens offensichtlich ablehnt. Erst einmal wäre es wünschenswert, Sie würden erklären, wofür das BGE steht:
Ein Grundeinkommen ist ein Einkommen, das bedingungslos jedem Mitglied einer politischen Gemeinschaft gewährt wird. Es soll:

* die Existenz sichern und gesellschaftliche Teilhabe
ermöglichen,
* einen individuellen Rechtsanspruch darstellen,
* ohne Bedürftigkeitsprüfung ausgezahlt werden,
* keinen Zwang zur Arbeit oder zu einer Gegenleistung
bedeuten.

Ich finde, Götz Werner erklärt sehr anschaulich und nachvollziehbar, was ein BGE für unsere Gesellschaft bedeuten könnte und welche Chancen es bietet. Unzählige Netzwerke und Organisationen haben sich mittlerweile sehr intensiv mit der Idee des BGE auseinandergesetzt, es gibt hinsichtlich der Finanzierung schlüssige Vorschläge, wie die Einführung einer Konsumsteuer, die natürlich eine Wertschöpfung voraussetzt. Zunächst aber ist es wichtig, sich gedanklich mit dieser Thematik auseinanderzusetzen und sie zu verstehen.

Hier sehe ich allenfalls jemanden, der blumige Umschreibungen für seinen Weltschmerz und jede Menge Aufregerthemen findet. Schöner fände ich es jedoch, sich anregen zu lassen. Von einer fantastischen Idee, die es, wie alle Visionen schwer hat und eine Zulassung bei Kritikern und Skeptikern finden muss. Diskussion ist gut. Argumentation auch. Nur bitte keine Angst schürenden Parolen und merkwürdigen Vergleiche eines BGE mit Hartz IV, denn das passt nun beileibe nicht zusammen. Bitte, Herr Petrick, schauen Sie doch einmal den Film von Daniel Häni und Enno Schmidt an:http://www.grundeinkommen.tv/blog/
Und lesen Sie einige Seiten dazu im Netz: www.grundeinkommen-hamburg.de/
www.freiheitstattvollbeschaeftigung.de/
www.grundeinkommen.de

Das sind nur einige der Seiten, die es gibt und die zur Information sehr nützlich sind. Es ist sehr schade, dass in Ihren Blog-Beiträgen so wenig Fundiertes zu finden ist. Statt dessen nur das, was man sonst in den Medien auch findet: viel Gemecker, viel Angstmache, viel Unzufriedenheit und Frust, langatmig formulierte Kritik an Staat und Politik und so weiter. Davon haben wir doch schon reichlich.

Wünschen wir uns selbst doch lieber Erfolg dabei, Lösungen für die Krisen des Landes zu finden. Bleiben wir solidarisch oder besser: Werden wir noch solidarischer als zuvor. Wünschen wir denen viel Erfolg, die schöpferisch tätig sein wollen (und das sind die meisten von uns, es ginge wieder die Natur des Menschen)und lassen wir doch die in Ruhe, die es nicht wollen oder können.

Ach so: Sollten Sie einen besseren Vorschlag für die Verbesserung der Lebensbedingungen unserer Republik haben: immer her damit.

In diesem Sinne: Frohes Schaffen!