Panzer für den Frieden?

Militarismus-Hype Eine offene Diskussionen über Panzer-Lieferungen an die Ukraine findet in den Leitmedien nicht statt: Artikel, Kommentare, Sendeformate in ARD und ZDF sind einseitig orientiert : Putin ist der Böse Alleinschuldige und Selenskyj der Gute.

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Einseitigkeit und Parteilichkeit

Aufgabe der Leitmedien - z.B. ARD, ZDF, Der Spiegel, Die Zeit und SZ - ist es, ihre Zuschauer/Zuhörer bzw. Leser objektiv, staatsunabhängig, vielseitig und umfassend zu informieren.
Sie erfüllen diese Aufgabe leider nicht!
"Waffen liefern", dröhnt es aus allen "Rohren", ob verbal, visuell oder geschrieben!
Gegenargumente finden sich fast nur in Alternativ-Medien, wie z.B. in: NachDenkSeiten, Hinter den Schlagzeilen, Infosperber, Zeitpunkt, Multipolar, Overton-Magazin, Zeitgeschehen im Fokus.
Die Essenz daraus: Waffen verlängern den Krieg, produzieren weitere Tote und Zerstörungen; nur diplomatische Aktivitäten können den Krieg beenden.
Bundeskanzler Scholz wird vorgeworfen, dass er zu zögerlich sei und statt dessen sofortige Lieferungen von Panzern an die Ukraine veranlassen sollte. Obwohl ich weiß, dass Scholz mit Sicherheit nicht ganz ohne Makel ist (Cum Ex, Wirecard etc.), finde ich, dass sein Zögern hierbei richtig ist. Vermutlich wird er bald nachgeben, es sei denn, er bekommt von Biden entgegengesetzte Signale, was durchaus denkbar ist: Auch in den USA mahnen fachkundige Militärs zur Vorsicht; denn es ist naiv zu glauben, dass Russland besiegt werden kann, ohne die atomare Option zu nutzen.
Im Unterschied zu den Sofa-Kriegern in Deutschland, die dieses Inferno möglicherweise mit herbeiführen. - Man muss den Schlafwandlern und Kriegshetzern, wie z.B. Röttgen (CDU), Hofreiter (Grüne), Strack-Zimmermann (FDP), Baerbock (Grüne), Merz (CDU) und Slomka (Fernsehmoderatorin) widersprechen, bevor es zu spät ist!

Widerspruch

Ich zitiere Erich Vad: (Der) amerikanischen Generalstabschef Mark Milley (sagte), dass ein militärischer Sieg der Ukraine nicht zu erwarten sei und dass Verhandlungen der einzig mögliche Weg seien. Alles andere bedeutet den sinnlosen Verschleiss von Menschenleben. - Er hat eine unbequeme Wahrheit ausgesprochen. Eine Wahrheit, die in den deutschen Medien übrigens so gut wie gar nicht publiziert wurde. Das Interview mit Milley von CNN tauchte nirgendwo grösser auf, dabei ist er der Generalstabschef unserer westlichen Führungsmacht. Was in der Ukraine betrieben wird, ist ein Abnutzungskrieg. Und zwar einer mit mittlerweile annähernd 200’000 gefallenen und verwundeten Soldaten auf beiden Seiten, mit 50’000 zivilen Toten und mit Millionen von Flüchtlingen. Milley hat damit eine Parallele zum Ersten Weltkrieg gezogen, die treffender nicht sein könnte. Im Ersten Weltkrieg hat allein die sogenannte «Blutmühle von Verdun», die als Abnutzungsschlacht konzipiert war, zum Tod von fast einer Million junger Franzosen und Deutscher geführt. Sie sind damals für nichts gefallen. Das Verweigern der Kriegsparteien von Verhandlungen hat also zu Millionen zusätzlicher Toter geführt. Diese Strategie hat damals militärisch nicht funktioniert – und wird das auch heute nicht tun." (InfoSperber am 15.1.2023)
Es gibt sie also, die engagierten und kompeteten Menschen, die jetzt widersprechen, neue Sichtweisen eröffnen, denn der Krieg hat eine Geschichte, hat Ursachen, ist nicht einfach so vom Himmel gefallen.
Hierzu - zusammenfassend - nur einige wenige Namen: Erich Vad (Ex-Brigadegeneral), Antje Vollmer (Grüne), von Dohnanyi (SPD), Sarah Wagenknecht (Linke) und Sevim Dagdelen (Linke), General a.D. Harald Kujat, Michael von der Schulenburg ( ehemaliger Assistant Secretary-General der UNO. Hatte längerfristige Missionen in Haiti, Pakistan, Afghanistan, Iran, Irak und Sierra Leone sowie kurfristigere Einsätze in Syrien, Balkan, Somalia, Sahel und Zentralasien), Pierre de Gaulle (Enkel von Charles de Gaulle), Rommy Arndt (Journalistin; Kommentar im MDR (!) am 19.1.2023)
Hier eine kurze Zusammenfassung der Argumente der Kritiker gegen die Einseitigkeit und verschweigende Ignoranz der Leitmedien - und damit auch gegen weitere Waffenlieferungen:

Die Gegenargumente

1. Die Mit-Verantwortung des «Westens» für diesen Krieg; nämlich die Nato-Osterweiterung. Ergänzend hierzu Pierre de Gaulle, in Globalbridge am 1. Januar 2023:
"Ich möchte sagen… Ich empöre mich und ich protestiere gegen diese intellektuelle Unehrlichkeit in der Ukraine-Krise, denn die Kriegsauslöser sind die Amerikaner und die NATO, und ich möchte als Beweis die jüngsten Äußerungen von Frau Merkel anführen, die sagte, sie habe nie die Absicht gehabt, die Minsker Vereinbarungen umzusetzen, die Minsker Abkommen, die ausgehandelt und unterzeichnet wurden, um die Sicherheit, Integrität und den Respekt der russischsprachigen Bevölkerung im Donbass zu gewährleisten. Die Deutschen und die Franzosen haben sich für diese Abkommen für das Gleichgewicht, die Stabilität und den Schutz der Bevölkerung in dieser Region formell verbürgt.
Frau Merkel, die sagte, sie habe nie die Absicht gehabt, die Minsker Vereinbarungen umzusetzen, hat alles getan, um der NATO zu erlauben, die Ukraine zu bewaffnen, hat alles getan, um die Grundlagen für diesen Konflikt zu legen, und ich finde das schlimm, weil Millionen von Menschen darunter leiden. "
2. Das daraus resultierende Sicherheitsbedürfnis Russlands.
3. Die früheren Angriffskriege des «Wertewestens», die weitestgehend von den Leitmedien ignoriert wurden - welches die unausstehliche Heuchelei bezogen auf den Ukraine-Krieg verdeutlicht: "Wenn es um unsere Sicherheit geht, brauchen wir keine Erlaubnis von irgendjemandem, auch eine Zustimmung des UN-Sicherheitsrates nicht.« Das hat nicht Putin gesagt, sondern der US-Präsident George W. Bush am 7. März 2003, kurz vor dem Angriffskrieg gegen den Irak.
4. Die Unterdrückung der russischen Kultur und Sprache durch die ukrainische Regierung – nach dem von der USA finanzierten «Maidan-Aufstand» 2014.
5. Die Ignoranz der westlichen Hardliner, dass Russland nicht besiegt werden kann, ohne die kaum zu leugnende Gefahr einen Atomkrieg auszulösen.
6. Es werden Putin Ziele unterstellt, die keiner Prüfung der historischen Fakten standhalten und nur dem Feindbildaufbau und seiner Dämonisierung dienen.
7. Es wird ignoriert, dass es um einen Stellvertreter-Krieg zwischen den USA und Russland geht, um konkrete geopolitische Interessen in der Schwarzmeerregion.
Die Schwarzmeerregion ist für die Russen und ihre Schwarzmeerflotte so wichtig wie die Karibik oder die Region um Panama für die USA. So wichtig wie das südchinesische Meer und Taiwan für China. Aus strategischen Gründen können die Russen da auch nicht raus.
8. Lösungs- und Verhandlungs-Leitlinien werden ignoriert, wie z.B.:
- Man sollte die Menschen im Donbass und auf der Krim erneut darüber abstimmen lassen, zu wem sie gehören wollen - unter Beibehaltung kultureller und sprachlicher, autonomer Besonderheiten dieser Regionen;
- die Russen brauchen eine Sicherheitsgarantie: keine Nato-Mitgliedschaft für die Ukraine und Stopp der Nato-Osterweiterung!
- Rückzug der russischen Truppen - zur Ausgangs-Situation vor dem 24. Februar 2022;
- Garantie-Versprechen der Unabhängigkeit der Ukraine durch Russland.
Ich frage provokativ am Ende meiner kurzen Argumentation: Würden die USA und der "Wertewesten" russische Militärstützpunkte auf Kuba, in Mexiko oder Kanada ohne Gegenwehr akzeptieren?
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
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