Wenn ich denn wählen will!

Wahljahr 2013 Meine politische Motivation 2013 eine Partei wählen zu müssen treibt mich um. Wenn ich gesund bin, muß ich mir dann eine Krankheit aussuchen um dazuzugehören?
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Angela und Peer, die tun sich nichts. Das wurde schon besonders 2008 deutlich, als sie sich demonstrativ vor die Öffentlichkeit stellten und sich gemeinsam wie ein trautes Paar, für die Rettung der Banken aussprachen. Im Wortlaut:

"Wir hatten gestern ein Treffen in Paris, bei dem es um die allgemeinen Finanzmarktregeln und das gemeinsame Auftreten in Europa ging. Ich will noch einmal hervorheben, dass ich mich sehr gefreut habe, dass wir die Bilanzierungsregeln innerhalb des nächsten Monats verändern werden und damit auch ein Stück Sicherheit für die Banken gegeben sein wird.

Die Bundesregierung sagt am heutigen Tag, dass wir nicht zulassen werden, dass die Schieflage eines Finanzinstituts zu einer Schieflage des gesamten Systems wird. Deshalb wird auch mit Hochdruck daran gearbeitet, die Hypo Real Estate zu sichern.

Wir sagen außerdem, dass diejenigen, die unverantwortliche Geschäfte gemacht haben, zur Verantwortung gezogen werden. Dafür wird die Bundesregierung sorgen. Das sind wir auch den Steuerzahlern in Deutschland schuldig. Wir sagen den Sparerinnen und Sparern, dass ihre Einlagen sicher sind. Auch dafür steht die Bundesregierung ein."

So weit, so schlecht. Das Sparschwein, in dem des Steuerzahlers Haushaltsgeld lag, wurde zerschlagen und die Gelder unter den Banken verschleudert. Das ist bis heute so geblieben - nein es ist noch mit dem ESM intensiviert worden.

Unsere Staatsverschuldung beläuft sich mittlerweile auf über 2 Billionen Euro. Wohlgemerkt, das sind die Schulden der Bürgerinnen und Bürger. Nicht unsere „Einlagen sind uns sicher“, sondern die vom Parlament abgesegneten Schulden und es werden täglich mehr. Wir Bürger werden diese Schulden niemals zurückzahlen können, sondern wir müssen feste arbeiten um mit der Zahlung von Zins und Zinseszinsen Schritt halten zu können. Doch auch da werden wir bald an unsere Kraft und Schaffensgrenzen stoßen. Was aber dann?

Das gescheite Paar Angela und Peer, die mich sofort an die Wilhelm Busch Verse „Ein unbeliebtes Wunder“ erinnerten. Sie kennen die erste Zeile: „In Tours zu Bischoff Martins Zeit“, usw. Nun, weder ist Peer blind und stumm, noch gehören beide zu den „Bettelleut“. Was allerdings die flinken Zungen betrifft, so verfügen beide über diese, wenn sie uns Bürgerinnen und Bürger etwas einzureden versuchen. Wie etwa Peer uns damals weismachte:

„Deshalb mache ich keinen Hehl daraus, dass ich mit vielen anderen ziemlich entsetzt bin, dass das Management dieser Bankengruppe in den letzten Tagen ein weiteres Liquiditätsloch in ungeahnter Milliardenhöhe offengelegt hat.

Die Bundesregierung lehnt es ab, von diesem Bankinstitut in eine Art Mitverantwortung dafür gezogen zu werden oder dass Risiken einseitig über den Steuerzahler darüber verlagert werden. Dessen unbenommen sind wir uns unserer gesamtstaatlichen Verantwortung bewusst, dass dieses Institut stabilisiert werden muss, weil sonst der Schaden nicht nur für die Bundesrepublik Deutschland, sondern erkennbar für viele mit uns vernetzte Finanzdienstleister in Europa unabsehbar groß wäre."

Schöne, hohle Worte! Was aber hatte man von ihm erwartet? Dessen Urgroßonkel Adalbert Delbrück, einer der Gründer der Deutsche Bank war? Peer, aufgewachsen im hamburger Nobelviertel von Uhlenhorst. Dafür konnte er nichts.

Aber heute - meint er es wirklich ehrlich mit uns? Nein! Wir Lohnabhängigen, wir Habenichtse können weder von Angela noch Peer etwas Positives erwarten. Ich erwarte von einem Pflaumenbaum keine Äpfel. Und ein Spaßvogel meinte einst: „Man sollte nicht versuchen einem Pferd das Singen beizubringen, man vergeudet nur seine Zeit und verärgert das Pferd.“

Ich weiß noch nicht wen, oder was ich 2013 wählen soll, oder ob ich überhaupt wählen will und mich lieber zu den über 40% Nichtwählern geselle.

Es gibt glaube ich 18 Länder die eine Wahlpflicht haben. Brasilien springt da besonders rigoros mit seinen Bürgern um. Australien fordert beim ersten Wahlboykott 20A$ Strafe und erhöht diese Strafe bei mehrfacher Wiederholung bis zur Gefängnisstrafe. Nun, da wäre ich wenigstens versorgt und nicht mehr auf "die "Tafel und Suppenküchen" angewiesen.

Ich glaube aber nicht daß Wahlpflicht was nütz. Es sei denn man müßte auch seinen Wahlzettel dem Wahlleiter vorzeigen, um zu beweisen, eine der Blogparteien gewählt und ihn nicht ungültig gemacht zu haben.

Das erinnert mich an alte Zeiten, als Adenauer den Deutschen so „alternativlos“ erschien, wie heute die Merkel. Damals wurde von der KPD ein Wahl-Plakat geklebt, auf dem sich ein Wähler einen Revolver an die Schläfe hielt mit den Worten: „Ich wähle Adenauer (CDU)!“

Die KPD ist längst verboten – na klar, die NPD… ach, Schwamm drüber… vielleicht erwischt mich ja am Wahltag doch noch eine Parteien-Krankheit: Eine Magen-Darm-Grippe. Nix für ungut Landsleute, sodenke ich heute eben - und mein Denken das zieht sich... bestimmt bis Ende 2013

Leser: guckste hier:

http://www.vulture-bookz.de/imagebank/Propaganda/pages/1953~Bundestagswahl_(KPD).html

11:36 01.10.2012
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Geschrieben von

Peter A Bruns

Die dunkle und die wilde Seite der Seele
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