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RE: Szenarien der Eskalation | 12.05.2018 | 23:06

In dem Artikel wird nahegelegt, dass der Iran bestrebt sei, in Syrien militärisch präsent zu bleiben über das Ziel hinaus, Assad an der Macht zu halten und die Verbindung zum Libanon aufrechtzuerhalten. Das wird von Israel suggeriert und dem Iran das als Angriffsvorbereitungen auf Israel ausgelegt. Dabei verhalten sich der Iran und die Hisbollah im Gegensatz zu Israel defensiv. Ihre militärische Kapazität ist ja, im Gegensatz zur der Israels, auch sehr begrenzt. Die Freundschaft zwischen Putin und Israel hat viel mit russischen Wahlen zu tun: wie über 30% der jüdischen Bewohner Israels haben die jüdischen Einwanderer aus Russland eine doppelte Staatsbürgerschaft und sie können daher an den russischen Wahlen teilnehmen.

RE: Antisemiten, das sind immer die anderen | 12.05.2018 | 22:30

Wieso soll es nicht o.k. sein? Es ist doch historisch korrekt. Da gibt es eine Menge Aussagen von Naziführern, sie seien nicht gegen die jüdische Religion, sondern gegen die jüdische Rasse (also gegen das jüdische Volk). Wenn Abbas das sagt, so trifft er nur eine historisch richtige Feststellung. Der Antisemitismus der Nazis war anders orientiert als der christliche Antisemitismus. Auf keinen Fall hat Abbas damit gesagt, wie Israel und unsere Nachrichtagenturen es "übersetzen" und darstellen: die Juden seien selbst am Antisemitismus schuld. Abbas hat sich trotzdem entschuldigt. Netanjahu hat sich für seine Behauptung, die Palästinenser seien am Holocaust schuld, Amin al-Husseini habe Hitler erst auf die Idee gebracht, die Juden zu ermorden, nicht entschuldigt.

RE: Antisemiten, das sind immer die anderen | 08.05.2018 | 10:54

Hier habe ich es her: http://www.palaestina-portal.eu/Shahak/Shahak_Israel_Gro%C3%9Fisrael_Der_zionistische_Plan_fuer_den_Nahen_Osten.html Und noch von einer anderen Stelle, die ich aber nicht mehr finden kann.

Bei Herzl hat es mich auch gewundert. Aber von Ben Gurion weiss ich definitiv und im Detail, dass er kolonial und imperial dachte. Deswegen hat er auch das von der CIA vermittelte Friedensangebot Ägyptens 1953 abgewürgt und Ministerpräsident Scharett, der darauf eingehen wollte, ausgebootet. 1956 haben sich die israelischen Truppen auch nur auf amerikanischen Druck aus dem Sinai zurückgezogen.

RE: Antisemiten, das sind immer die anderen | 08.05.2018 | 10:43

Ich hab mir mal viele Videos angeschaut, auf denen die angeblichen Berliner Progrome zu sehen sein sollten. Da ist mir aufgefallen, dass man Juden als solche gar nicht erkennen kann. Die Kippa wird normalerweise auch gar nicht auf der Straße getragen. Was man auf den Video identifizieren konnte, waren die Freunde Israels, wie sie sich selbst nennen. Das sind keineswgs alles Juden. Die meisten davon sind vermutlich keine Juden. Diese Freunde Israels (durch Fahnen und Transparente erkennbar) traten als Gegendemonstranten auf und zwar ziemlich aggressiv.

RE: Antisemiten, das sind immer die anderen | 05.05.2018 | 16:12

Es gab übrigens 1947/8 frisch aus Europa gekommene, also noch unmittelbar unter dem Eindruck des Holocaust stehende, jüdische Milizionäre, die sich zunächst weigerten, die Befehle der gewaltsamen Vertreibung auszuführen. Man hat sie aber schließlich überzeugt mit der Behauptung, dass die Palästinenser Nazis seien. Netanjahu sagt ja heute noch, die Palästinenser (der Mufti von Jerusalem, den die Briten aus Palästina ausgewiesen hatten) hätten Hitler zum Holocaust überredet. Vor kurzem berichteten die Medien der Palästinenserpräsident habe erklärt. die Juden seien am Holocaust selbst schuld. Das war wohl die israelische "Übersetzung", die unsere Medien diensteifrig übernommen haben. Nach meinen Informationen hat er gesagt, der Antisemitismus der Nazis habe sich nicht gegen die jüdische Religion, sondern gegen die Juden als Verkörperung der Kapitalismus gerichtet. Das war sicher ein Teil von deren Motivation. Der andere war der Sozialdarwinismus..

RE: Antisemiten, das sind immer die anderen | 05.05.2018 | 13:28

Was soll denn antisemitisch an der Annahme sein, dass ein Volk, das großes Leid erfahren hat, selbst barmherzig und nicht grausam gegenüber anderen Völkern sein wird. Oder wollen Sie sagen, die ethnische Säuberung, die heute noch weitergeht, war und ist gar nicht grausam? Wie Israel heute mit den Palästinensern im Westjordanland verfährt, kann man im Detail von Jeff Halper dem Vorsitzenden des israelischen Kommittees gegen Hauszerstörungen erfahren, auf youtube

https://www.youtube.com/watch?v=LgronEHaT0M&t=248s

Jeff Halper weist darauf hin, dass die PLO Israel alle Zusicherungen und Anerkennungen gewährt hat, die es von ihr verlangte und dass sowohl die arabischen wie später alle islamischen Länder Israel sogar die Integration in ihre Gemeinschaften angeboten haben, wenn Israel nur einen Palästinenserstaat im Westjordanland zuläßt. Israel hat abgelehnt. Halper macht auch darauf aufmerksam, dass Israel bis heute noch nicht anerkennt, dass es überhaupt ein palästinensisches Volk gibt. Es redet immer nur von "Arabern". Die angebliche Bedrohtheit Israels ist total unglaubwürdig. Es hat Friedensverträge mit Ägypten und Jordanien und könnte sofort einen mit Syrien abschließen, wenn es den Golan zurück gäbe. Die Golfstaaten waren nie eine Bedrohung, weil sie von den USA abhängig sind. Alle Kriege Israels waren keine Verteidigungskriege, sogar der von 1948 hätte es vermeiden können (siehe das Buch des israelischen Militärhistorikers Zeev Maoz: Defending the Holy Land). Ich würde zwischen Anerkennung der Existenz und Anerkennung des Existenzrechts unterscheiden. Das letztere bedeutet anzuerkennen, dass die Zionisten ab 1947 die Einheimischen zu Recht vertrieben und Juden an ihre Stelle gesetzt haben. Diese Anerkennung von den Palästinensern zu verlangen, finde ich perfide.Die angebliche Vernichtungsandrohung eines iranischen Präsidenten gegenüber Israel ist übrigens eine falsche Übersetzung westlicher Nachrichtenagenturen:

http://www.sueddeutsche.de/kultur/umstrittenes-zitat-von-ahmadinedschad-der-iranische-schluesselsatz-1.287333

Israel ist DIE regionale Supermacht und auf dem höchsten militärtechnischen Stand. Man erinnere sich, dass der Zionismus ein imperiales Projekt war. Herzl schwebte ein jüdisches Reich vom Nil bis zum Euphrat vor und Ben Gurion wollte jedenfalls den Sinai, den Südlibanon, den Golan und zumindest einen Teil von Jordanien haben.

RE: Antisemiten, das sind immer die anderen | 26.04.2018 | 22:43

Was kann man sich davon versprechen, dass jemand vom Holocaust weiß oder ein KZ besucht? Dass ihm dieses Verbrechen bekannt ist und deutlich vor Augen steht und er zu den Juden ein besonderes Verhältnis hat und ihnen Privilegien zugesteht. Wenn nun der Betreffende das, was die Juden in Israel den Palästinensern angetan haben und noch antun, kennt, vielleicht sehr direkt, weil er z.B. aus Syrien kommt, wird er dann im KZ denken, die Juden seien wegen des eigenen Leids berechtigt, Menschen leiden zu lassen, die für den Holocaust nicht die geringste Verantwortung tragen? Vielleicht wird der Syrier eher denken: wie können die Juden, die so Furchtbares erlebt haben, so grausam gegenüber den Palästinensern sein. Und dann muss er noch erleben, dass er von den deutschen Sprechern des deutschen Judentums als Antisemit geschmäht wird, wenn er z.B. gegen das israelische Massaker in Gaza 2014 demonstriert. Bei uns ist ja schon Antisemitismus, darüber nur zu informieren.

Der Antisemitismusvorwurf wird bei uns schon so lange in durchsichtiger Weise als Waffe instrumentalisiert, dass er unglaubwürdig wird . Die wiederkehrenden Kampagnen gegen Antisemitismus, die regelrechte Hysterien auslösen, dienen dazu, die Waffe wieder zu schärfen und das Einschüchterungspotential wieder zu erhöhen. Ich würde also vermuten, dass es bei der Kampagne "Berlin trägt Kippa" nicht eigentlich um die Juden in Deutschland, sondern letztlich um Israel geht.

RE: Antisemiten, das sind immer die anderen | 26.04.2018 | 19:33

Sind Kippot mit Davidstern drauf wirklich religiöse Symbole? Das Symbol des Judentums ist der siebenarmige Leuchter. Der Davidstern ist das Symbol des Zionismus, einer areligiöse Nationalbewegung, die das ganze jüdische Volk in Palästina sammeln will. Manche jüdischen Theologen, z.B. Henry Siegman, beklagen, dass der Zionismus die jüdische Religion, sozusagen, in Besitz genommen hat. Sie betonen, dass die jüdische Religion sich an ganz anderen Werten orientiert als der Zionismus bzw. der Staat Israel. Es handelt sich sogar um gegensätzliche Werte. Mitgefühl und Brüderlichkeit stehen gegen Machtpolitik. Die Werte des Judentums sind humanistisch. Shlomo Sand berichtet jedoch, daß in Israel das Wort für Humanismus die Bedeutung von "Schwächling" angenommen hat.

Nun stellen sich die Sprecher des deutschen religiösen Judentums uneingeschränkt vor Israel. Vertreten sie überhaupt das religiöse Judentum oder in erster Linie Israel? Ihre Verwendung der Antisemitismusanschuldigung spricht für das letztere.

RE: Konflikt muss sein | 12.04.2018 | 18:14

"Mister Sarif" nannte zu Recht Netanjahus Vorführung mit einem großen "Beweisstück": Zirkus. Der israelische Ministerpräsident ist offenbar leichtgläubige Zuschauer gewöhnt. Da wird ja auch immer mit einem Medienfeuerwerk nachgeholfen und wer nicht glauben will, soll fühlen, soll sich schämen.

Eigentlich könnte Israel sich auf die faule Haut legen. Syrien ist völlig am Boden. Die Hisbollah im Norden ist Israel höchstens defensiv und mit Guerillataktik gewachsen. Und der Iran hat keineswegs die Absicht, Israel von der Landkarte zu tilgen (das war ja ohnehin eine Falschübersetzung von dpa) und es hat nie ein Atomwaffenprogramm gehabt. Die israelischen Führer wissen das (sonst hätten sie nicht mit vielen Fälschungen den Schwindel eines solchen Programms in die Welt gesetzt (siehe Gareth Porter: Manufactured Crisis). Aber die israelische Bevölkerung hat Angst davor und die Europäer lassen sich mit Hinweis auf die iranische Gefahr sogar Raketenabwehrstellungen nahe der russichen Grenze aufbinden. Irael lebt vom Konflikt, von der angeblichen Existenzbedrohtheit. Das war das Konzept Ben Gurions. Er wollte keine Friedensverhandlungen (die von arabischer Seite schon Anfang der 50iger Jahre angeboten wurden), sondern einen expansiven Miltärstaat. Er wollte das Trauma der Juden wach halten und sprach ständig von einem drohenden zweiten Holocaust, weil er wusste dass Angst agressiv macht. Mit der angeblichen Existenzbedrohtheit (die nicht mal 1948 bestand) hielt er seine Bevölkerung bei der Stange und sicherte er sich die Unterstützung des Westens. Auf youtube gibt es einen Film eines israelischen Dokumentarfilmers über die jährlichen Reisen israelischer Jugendlicher nach Auschwitz. Ich haben ihn so verstanden, dass diese Reisen keineswegs zur Reifung und Humanisiserung führen.

RE: Frische Luft täte dem Mann gut | 06.02.2018 | 10:02

Mich wundert immer, dass der Inhalt der geleakten Dokumente bei der Beurteilung des ganzen Vorgangs nicht berücksichtigt wird. Aus diesen Dokumenten ging hervor, dass Frau Clinton Wallstreet etwas ganz Anderes sagt als den Wählern und dass die Führung der Demokratischen Partei Sanders Nominierung durch Manipulationen verhindert hat. Es diente doch der Demokratie der USA, dass die Wähler das erfuhren. Allerdings war es für diejenigen, die solche Leaks zur Kenntnis nehmen, sowieso ein offenes Geheimnis.