Ekkehard Knörer

Redakteur Merkur und Cargo.
Schreiber 0 Leser 2
Avatar
RE: Rückblick durch Orpheus | 24.06.2013 | 18:50

Die Antwort muss wohl lauten: Ja. Zumindest, was die Metaebene betrifft. Da spielt viel hinein, all die Theaterfilme von Resnais, seine Beziehungen zu den Darstellern, das bei Resnais schon vielfach umspielte Verhältnis von Theater und Kino. Ob das deswegen "abgehoben" ist, weiß ich nicht. Man kann vieles natürlich sehr konkret genießen, auch aus der inneren Entfaltungslogik des Films heraus. Es wäre aber gelogen, wenn man behauptet, dass sich daran alles auch dem naiven Betracher erschließt. Viele, die keine Lust hatten, sich darauf einzulassen, die aber mit früheren Resnaisfilmen durchaus einiges anfangen konnten, fanden den Film langweilig, verstaubt und so weiter. Ich hatte viel über ihn gelesen nach der Vorführung in Cannes und war sehr gespannt, ob das denn sein kann. Für mich war das überhaupt nicht so, aber die geringe Zuschauerresonanz auch in Frankreich deutet in die Richtung, dass da für den ganzen Genuss schon ein paar Voraussetzungen in Sachen Film- und Theaterdiskurs mitzubringen sind. Oder mindestens: Eine Offenheit für etwas, das sich nicht auf Anhieb erschließt. Aber sogar der Herr Theater- und Filmredakteur Dell, der fraglos alle Voraussetzungen mitbringt, war nicht recht begeistert vom Film. Eigentlich habe ich mit meinem Text durchaus versucht, da von vorneherein (oder im nachhinein) eine Anreicherung vorzunehmen, die bei der Wahrnehmung ein paar neue Wahrnehmungsoptionen eröffnet. War offenkundig nicht bei allen erfolgreich. Oder: Die einen nennen es Hirnquirl, die anderen, naja, anders.

RE: Rückblick durch Orpheus | 12.06.2013 | 14:50

Hirnquirl ist allerliebst, danke. Aber wenn Sie Hirnquirl nicht mögen, besteht in der Tat die Gefahr, dass der Film nichts für Sie ist.