Im Regierungsviertel

KÖNIGSDRAMA Claus Peymann inszeniert Thomas Braschs Shakespeare-Nachdichtung "Richard II."
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Auf der großen Theaterfahne vor dem Berliner Ensemble stehen sie als gleichberechtigte Autoren von Richard II.: William Shakespeare und Thomas Brasch. Und das nicht völlig zu unrecht: Brasch hat den Shakespeare nicht nur übersetzt - wobei ja jede Übersetzung einen Eingriff darstellt - sondern ihn auch dramaturgisch verändert, also erheblich mehr getan, als seine eigene Strichfassung herzustellen. Kann man Shakespeare durch Umstellungen und neue Personenzuschreibungen des Textes verbessern? Solche Operationen haben bekanntlich Geschichte; bis weit ins 19. Jahrhundert hinein nahm man Shakespeare auch und gerade in seinem Heimatland eher als eine Spielvorlage denn als zu respektierenden Text. Dann wurde für lange Zeit nach den philologisch-kritischen Ausgaben ges