Voller Töne

Sprachverzicht als Widerstand Christoph Marthaler übersetzt an der Berliner Volksbühne Herman Melvilles »Bartleby«
Exklusiv für Abonnent:innen

Wie verweigert man sich einem System, das jegliche Formen der Verweigerung zulässt, Gegenbilder zur eigenen Affirmation integriert und leere Hülsen des Protestes zu Markte trägt? Wenn persönliche und politische Inhalte ihre Kraft verlieren, weil ihre Formen zu Formeln erstarren, bleibt als letzte Möglichkeit der Verweigerung ein Verzicht auf jeglichen Inhalt bei vordergründiger Konformität und die Investition in Nichts und Niemand.« So der Programmzettel zu Lieber nicht. Eine Ausdünnung von Christoph Marthaler. Ein rätselhafter Titel und die zur Frage umformulierte These Herbert Marcuses von der »repressiven Toleranz«, auf die die radikalen Protestbewegungen der sechziger Jahre mit systematischen Regelverletzungen antworteten - ab