RE: Katalonien wird nicht aufgeben! | 03.04.2018 | 16:36

Das Rajoy dialogresistent ist hat er oft genug bewiesen und liegt ja bei seiner konservativen Partei eigentlich auch auf der Hand. Dass allerdings die politischen Vertreter der Unabhängigkeit keinen einzigen Schritt, nicht einmal zur Seite, gemacht haben ist für mich unverständlich. Mit "si o si" Haltung kann man keinen Dialog erwarten. Schon gar nicht wenn der gegenübersitzende einen sehr engen Handlungsspielraum hat. Vorgänger Pujol war zwar korrupt, aber er hätte in vergleichbarer Situation durch kluges Handeln alles erdenkliche aus Madrid herausgeholt. Für mich persönlich interssant wie sich Grossteil der Bevölkerung von der "kleinen" CUP vor den Karren spannen liess - bis zur letzten Eskalationsstufe. Aber was soll's über vergossene Milch zu reden. Hoffen wir, dass es bald neue Gesichter in MAD und BCN gibt. Viel Erfolg weiterhin mit dem interessanten Blog ;-)

RE: Katalonien wird nicht aufgeben! | 02.04.2018 | 20:50

Boing!! Autsch!! Das tut erstmal weh. Ich leide unter Schnappatmung. Rajoy auf die selbe Ebene mit Miloseviç (Völkermord) zu setzen, die heutige deutsche Justiz mit der Gestapo zu vergleichen und mich in den Umstand zu drängen, das Deutsche Reich gutheissen zu wollen, nur weil ich noch an die spanische Justiz und an die Demokratie in Spanien glaube und nicht alles in den gleichen Sack schmeisse? Das was Axel Schönberger verbreitet ist verantwortungslose geistige Brandstiftung. Mir tun am meisten die Separatisten dabei leid, die ihm an den Lippen hängen und sich von der vermeintlichen "deutschen Meinung" bestärkt fühlen. Lasst die Katalanen erstmal mit sich selbst klar kommen und einig werden was sie wollen, bevor die EU oder gar Merkel sich hier einmischt. Die Bevölkerung dieser Region ist zur Zeit 50/50 gespalten. ....Ach ja, und solange ich niemandem weh tue, darf ich in Spanien sagen und demonstrieren was ich will. Niemand schränkt hier Menschenrechte ein.

RE: Katalonien wird nicht aufgeben! | 27.02.2018 | 19:03

Vom Grundsatz her sicherlich ein aufrüttelnder Beitrag, leider aber sehr einsichtig betrachtet und ein Cocktail unterschiedlichster Themen, die z.T. nichts miteinander zu tun haben. Bzgl. des Rappers Valtonyc: was ist mit dem Recht Schutz der Persönlichkeit? Was ist mit dem Jugendschutz? Was mit der Verrohung der Gesellschaft? Sicherlich ein überzogenes Urteil - geht ja auch noch in die Berufung - aber alle seine Texte unter dem Schutzmantel der Meinungs- und Künstlerischen Freiheit sind sicherlich so nicht hinnehmbar. Bzgl. "Ley mordaza": Es gab kein Vermummungsverbot in Spanien und auch friedliche Demos wurden systematisch von gewaltbereiten Krawallmachern unterwandert. Leider geht die "Ley mordaza" m. E. zu weit und bietet zu grossen Interpretationsspielraum. Eine Abschaffung bzw. Änderung dieses Gesetzes steht allerding gerade bevor. Bzgl. Ana Gabriel und Katalonien: Hier wird momentan versucht die Unabhängigkeits Thematik zu internationalisieren, mit allen Mitteln - auch illegalen (Einkaufen von Meinungsmachern) - da man im eignen Land nicht über 50% auf die Seite der Separatisten bekommt und damit endlich die Anerkennung und Bestätigung für "alles Böse in Spanien" auch aus dem Ausland kommt. Vor der Unabhängigkeitserklärung haben Ana Gabriel und Co. gegen die Spanische und sogar Katalanische Verfassung verstossen und darüber hinaus richterliche Beschlüsse missachtet. Über mehrere Monate hinweg wurde die katalanische Regierung auf die Konsequenzen ihres Handelns hingewiesen. Man hat allerdings dem vermeintlichen Bürgerwillen (unter 50%) den Vorzug gegeben. Die Regierung hat sich auch nicht an Empfehlungen der Venedig Kommission gehalten, die in ähnlichen Fällen eine 2/3 Mehrheit und eine Mindestwahlbeteiligung empfiehlt. Momentan sucht man nach neuen Wegen um das rein emotianal getragene Unabhängikeitsfeuer am lodern zu halten. Die Idealisten (ERC und CUP) versuchen es aus Überzeugung und die Opportunisten (CiU/PDCAT) um als korruptionsgeplagte Rechtspartei zu überleben. Das Thema hat bereits religiöse Züge - Fakten zählen nicht - damit wäre man auch auf verlorenem Posten. Was Spanien braucht ist eine tiefgreifende Reform und eine transparente Aufarbeitung der Franco Diktatur. Das ist fast allen in Spanien klar, aber die Katalanen suchen Ihren eigenen Ausweg.

RE: Francos Geist | 17.10.2017 | 10:56

Sanchez und Cuixart haben auf brillanter Art und Weise die Unabhängigkeitsbewegung dahin geführt wo sie jetzt ist. Niemand der Unionisten hat tatsächlich daran geglaubt, dass es soweit kommt. Beide haben über 30 Jahre Erfahrung die Massen zu bewegen. Der Wahltag war bis ins kleiste Detail durchgeplant. Beide wissen was sie tun und was sie bewirken. Die Bewegung lebt einzig und allein von den Menschen auf der Strasse und wird durch Emotionen jedoch nicht durch Argumente getragen. Damit die Menschen jedoch wieder auf die Strasse gehen, bedarf es Märthyrer und Opfer. Die hat man nun indem Sanchez und Cuixart in Untersuchungshaft sitzen. Beide haben bereits vorab ein Video veröffentlicht, indem sie ihr Gefolge um Gewaltlosigkeit bitten. Das ganze ist ein brisantes Katz und Maus Spiel.

RE: Francos Geist | 17.10.2017 | 00:37

Besser kann man es nicht formulieren! Aber es ist kein Problem der Katalanen - es ist ein Problem aller Spanier. Spanien fehlt eine tiefgreifende Aufarbeitung der Historie, sowie Reform der Institutionen.

RE: Francos Geist | 17.10.2017 | 00:30

Die funktionierende Gewaltenteilung zeigt sich sehr schön an diesem Beispiel. Die Separatisten bieten Verhandlungen an und fordern dafür die Rücknahme der Untersuchungen gegen den obersten Landespolizisten, sowie der Organisatoren der Demos, obwohl dies bereits seit 3 Wochen richterlich angeordnet ist. Gott sei Dank ist solch ein "Tausch" in einem Rechtsstaat nicht möglich. Rajoy und Puigdemont werden demnächst nicht mehr da sein - die Richter schon. Ich vertraue auf ihre Unabhängigkeit. In Spanien wird mittlerweile alles in Zweifel gezogen. Gesetze werden ausgelegt wie jeder sie haben will. Begriffe wie Demokratie, Faschismus, Menschenrechte und Meinungsfreiheit werden missbraucht und das wird denen die tatsächlich darunter leiden nicht gerecht. Klar haben die Katalanen in den vergangenen Jahren nicht alles durchsetzen können, aber die Galizier, die Andalusier und die Valencianer, etc. auch nicht. So läufts nun mal in einer funktionierenden Demokratie. Die beste Lösung für alle ist immer die zweitbeste des einzelnen. Hoffen wir mal dass es möglichst bald Neuwahlen gibt und sowohl Puigdemont als auch Rajoy von der Bildfläche verschwinden.