Der doppelte Röttgen

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Neuwahlen in Nordrhein-Westfalen. Norbert Röttgen (CDU) will gegen Hannelore Kraft antreten. Was er aber eigentlich nicht will: Er will sich nicht entscheiden, ob er denn nach einer eventuellen Wahlniederlage im Mai auch als Oppositionsführer in NRW bleiben würde. Am liebsten also wie Renate Künast, die seinerzeit auch keine Lust "auf Opposition" hatte.

Erste Kratzer des "ewigen Strahlemanns"

Das aber gefällt den Wählerinnen und Wählern inzwischen gar nicht mehr. Und sie äußern auch ihren Unmut darüber. So hörbar, dass jetzt die eigene Partei eine Empfehlung an Röttgen formulierte: Stell dich der Wahl, aber bleibe auch nach einer möglichen Niederlage in NRW! Ob hier im Hintergrund die Bundeskanzlerin aktiv war? Möchte sie ihr Kabinett in größerem Umfang umbauen, falls Finanzminister Wolfgang Schäuble tatsächlich Nachfolger des sehr erfolgreichen Jean-Claude Juncker, dem "Chef der Euro-Gruppe", werden sollte. Will Merkel abermals einen ihr an Jahren jüngeren und zudem mit guten Sympathiewerten ausgestatteten Konkurrenten in der eigenen Partei "abschieben"?

Schade nur, dass Röttgen, der Strahlemann des abrupten Atomausstiegs, sich nicht selbst rechtzeitig zwischen Berlin und Nordrhein-Westfalen entscheiden konnte.

18:48 16.03.2012
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Geschrieben von

paulart

"Humor ist der Knopf, der verhindert, daß uns der Kragen platzt." (Joachim Ringelnatz)
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