RE: Die Zeit, die bleibt | 06.02.2016 | 23:01

wie kann man eigentlich annehmen wollen, in Zeiten der Globalisierung, eine Flucht sei noch möglich?

RE: Entwirklichung der Welt | 05.02.2016 | 23:18

und wie gebückt sie daherlaufen - unsere helden der wirklichkeit

nota bene

RE: Entwirklichung der Welt | 05.02.2016 | 23:03

Fast könnte man sagen, dass weder die Welt mit den Menschen zu tun haben wollte noch die Menschen mit der Welt zu tun haben wollen - in der sie leben.

Lediglich den Menschen scheint eine Art Quadratur des Kreises gelungen.

Schaun mer mal

RE: Entwirklichung der Welt | 05.02.2016 | 22:56

"Entwirklichung der Welt"

__________________

Ganz im Gegenteil: die Welt wird weiter verwirklicht - nur, dass damit so niemand etwas zu tun haben will.

RE: Ein Tropfen Transparenz | 05.02.2016 | 00:49

zu 'Ndrangetha weiß wiki weiter:

’Ndrangheta

Die ’Ndrangheta (Betonung: Ndràngheta) ist die Vereinigung der kalabrischen Mafia, deren Aktionsradius heute ganz Europa, Nord- und Südamerika sowie Russland und Australien umfasst. Mit geschätzten 53 Milliarden Euro Jahresumsatz (2013) gilt die ’Ndrangheta als mächtigste Mafia-Organisation Europas. Wichtigste Einnahmequelle heute sind der Drogenhandel und die Müllentsorgung.[1][2][3]

Die Wurzeln der Organisation reichen weit zurück. Im 19. Jahrhundert entstand sie aus Briganten und Rebellen in den Städten Platì und San Luca. Das Einkommen bestritt man vornehmlich aus Erpressungen und Entführungen. Die Herkunft des Namens ist nicht ganz geklärt. Er könnte aus dem in Teilen Süditaliens gesprochenen griechischen Dialekt Griko stammen und verwandt sein mit griechisch ἀνδραγαθία andragathía „Heldentum, Tugend“ oder ἀνδράγαϑος andrágathos „helden-, tugendhaft“, zusammengesetzt aus ἀνήρ anér (Genitiv ἀνδρóς andrós) „Mann“ und ἀγαθóς agathós „gut“. Die Auslassung von Anfangsvokalen ist in süditalienischen Dialekten ein häufiges Phänomen.

Inhaltsverzeichnis

1 Geschichte2 Organisation3 Die sieben Prinzipien4 Exkommunikation aller Mitglieder5 Aktivitäten im Ausland6 Literatur7 Filme8 Weblinks9 Einzelnachweise

Geschichte

Schon 1861 stießen Beamte des neuen italienischen Nationalstaates in Kalabrien auf die Existenz dieser Geheimorganisation. Damals schon erschien die ’Ndrangheta bestens organisiert. Doch alle Versuche des Staates, ihre Macht zu zerstören, schlugen fehl. Die Mitglieder der ’Ndrangheta sind durchweg blutsverwandt. Traditionell waren vor allem Entführungen und Schutzgelderpressungen die hauptsächlichen Einnahmequellen.

Auch unter der faschistischen Herrschaft Mussolinis gelang es nicht, diesen kriminellen Organisationen das Handwerk zu legen, auch wenn die italienische Mafia damals insgesamt unter großen Druck geriet. Nach dem Zweiten Weltkrieg passten sich die Organisationen schnell den neuen Zeiten an. Von einer Regionalregierung der ’Ndrangheta, die sozusagen die Organisation nach dem „Führerprinzip“ regiert, gehen die Justizstellen jedoch nicht aus. Vielmehr ist es eine dezentrale Führung nach „föderalem“ Prinzip; eine viel stärkere Rolle als bei der sizilianischen Mafia und der Camorra spielen dabei, wie gesagt, verwandtschaftliche Bindungen zwischen den Mitgliedern der einzelnen lokalen Gruppen. Über Jahrzehnte profitierte die ’Ndrangheta davon, dass sie von den staatlichen Stellen als harmloser als die sizilianische Cosa Nostra und die neapolitanische Camorra erachtet wurde. Bis in die 1990er Jahre war die Cosa Nostra in der Tat die mächtigste Mafia-Organisation, doch als diese nach 1992 unter immer stärkeren Verfolgungsdruck geriet, konnte die ’Ndrangheta in vielerlei Hinsicht ihren Platz einnehmen. Das führte nicht zuletzt dazu, dass die ’Ndrangheta zuletzt 2005 den für sie unbequemen Politiker Francesco Fortugno vor einem Wahllokal erschoss.

1998 nahm die deutsche Polizei einen Auftragsmörder des Clans, Giorgio Basile, fest. Er sagte seitdem mehrfach gegen die Organisation aus. Ermittlungen, die 2010 zur Festnahme zahlreicher Mitglieder der ’Ndrangheta führten, ergaben, dass sich mittlerweile eine der Mafia vergleichbare Kontrollgruppe gebildet hat. Eine spezielle Gruppe innerhalb der Organisation sollen die im italienischen Norden tätigen Mitglieder darstellen (Lombardia).[2]

Trotzdem versuchte der italienische Staat immer wieder, Herr der Lage zu werden. Beispielsweise stürmten 2003 insgesamt über 1000 Polizisten das Dorf, wobei 131 Verdächtige festgenommen wurden. Am 17. Juli 2007 konnte ein einflussreicher Führer eines ’Ndrangheta-Clans, Giuseppe Bellocco, im Rahmen einer großangelegten Aktion gefasst werden.[4]

Ermittlungen im Zusammenhang mit den Mafiamorden von Duisburg am 15. August 2007 zeigten, dass die ’Ndrangheta auch in Deutschland, insbesondere in Nordrhein-Westfalen mittlerweile über feste Stützpunkte verfügt.[5]

Einen der ranghöchsten Führer der Organisation hat die italienische Polizei am 19. Februar 2008 in Reggio Calabria festgenommen.[6]

Die italienische Polizei fasste im April 2010 in Reggio Calabria den siebzigjährigen Giovanni Tegano, ein führendes Mitglied der ’Ndrangheta. Tegano, der 17 Jahre lang auf der Flucht war, gehörte zu den 30 meistgesuchten Verbrechern Italiens. Seit 1995 war nach ihm mit einem internationalen Haftbefehl gefahndet worden. Wegen Mordes, Waffenschmuggels und Bildung einer verbrecherischen Vereinigung war er in Abwesenheit zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt worden.

Am 13. Juli 2010 wurden 300 ’Ndrangheta-Mitglieder beim größten Polizeieinsatz seit 15 Jahren verhaftet. Bei der Razzia mit etwa 3000 Justizbeamten wurde auch der mutmaßlich höchste ’Ndrangheta-Anführer Domenico Oppedisano gefasst. Das zuständige Gericht in Reggio Calabria verurteilte 93 Angeklagte zu Haftstrafen von insgesamt 568 Jahren, darunter den 65-jährigen angeblichen Mafia-Boss Giuseppe Commisso zu 14 Jahren und 8 Monaten und den 81-jährigen Domenico Oppedisano, der nach Angaben der Justiz der „Hüter der Regeln“ der kriminellen Gruppierung war, zu zehn Jahren Haft.[7]

Am 19. November 2011 endete in Mailand ein Massenprozess gegen 119 Mitglieder der ’Ndrangheta mit 110 Schuldsprüchen. Nach Ansicht des Gerichts betrieben sie in über 15 regionalen Organisationen kriminelle Geschäfte. Zentrum der Aktivitäten war das Bauwesen. Zudem versuchten sie Einfluss auf die Politik zu nehmen. Die höchste Strafe von 16 Jahren erhielt Alessandro Manno.[8]

Am 11. Oktober 2012 wurde bekannt, dass nach fast 20 Jahren Flucht einer der letzten Mafia-Bosse der ’Ndrangheta gefasst wurde: Domenico Condello wurde in einem Vorort der Provinzhauptstadt Reggio Calabria verhaftet.[9]

Am 30. Januar 2016 wurden in einem Betonbunker nahe Maropati hat die Polizia di Stato die seit mehreren Jahren gesuchten Bosse der ’Ndrangheta, Giuseppe Crea und Giuseppe Ferraro gefasst. Der 37-jährige Crea war seit 10 Jahren auf der Flucht, der 48-jährige Ferraro 18 Jahre.[10][11]

Organisation

https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/0/0c/ItalyCalabria.png/220px-ItalyCalabria.png Kalabrien in Italien https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/c/c5/Reggiocalabria_mappa.png/220px-Reggiocalabria_mappa.png Metropolitanstadt Reggio Calabria

Nach Erkenntnissen europäischer Drogenermittler stellt die ’Ndrangheta die bedeutendsten Gruppen im europäischen Kokain-Handel, noch vor den kolumbianischen Drogenkartellen. Die Dominanz der ’Ndrangheta ist vor allem darauf zurückzuführen, dass es ihr gelang, Teile des Geschäfts an sich zu reißen, als die sizilianische Cosa Nostra in den 1990er Jahren unter Druck geriet. Weitere wesentliche Ertragsquellen sind Waffenhandel, Geldwäsche und Erpressungen. Das Zentrum der Organisation liegt nach wie vor in Kalabrien in der Metropolitanstadt Reggio Calabria und der Provinz Crotone. Ähnlich wie in Sizilien die Kleinstadt Corleone gibt es auch in Kalabrien ein Dorf, das als Hochburg der ’Ndrangheta bezeichnet wird: Platì am Fuße des Gebirges Aspromonte. Das Dorf soll unterirdische Gänge und Kammern mit getarnten oder versteckten Türen haben, die den Mitgliedern des Clans ein Verschwinden bei Gefahr ermöglichen.

Die ’Ndrangheta zählt aktuell vermutlich etwa 7.000 Mitglieder und umfasst etwa 90 Clans oder Cosche (benannt nach dem sizilianischen Wort für die Artischocke, die als Symbol für den Zusammenhalt stehen soll) wie etwa die Familie Tegano. Im Vergleich zur Cosa Nostra basiert die Mitgliedschaft in der ’Ndrangheta weit stärker auf Blutsverwandtschaft, die einzelnen Mitglieder nennen sich ’ndrinu und der Clan selbst ’ndrina. Der Blutsverwandtschaft ist auch ein größerer Zusammenhalt zu verdanken: Bislang sind erst 157 Kronzeugen aus dieser Organisation ausgestiegen (zum Vergleich: In Sizilien sind es etwa 390).

Sie gilt heute als das wirtschaftlich stärkste Syndikat und setzt vermutlich rund 53 Milliarden Euro um, das sind etwa 2,7 Prozent des italienischen Bruttoinlandsprodukts.[12] Der Drogenhandel stellt dabei die größte Einnahmequelle dar, an zweiter Stelle folgt illegale Müllentsorgung. Geringere Bedeutung haben heutzutage noch Schutzgelderpressung, illegales Glücksspiel, Menschenhandel, Prostitution und Markenfälschung[1][13]. Durch Auswanderer hat die ’Ndrangheta „Zweigstellen“ in Europa, Nord- und Südamerika, aber auch in Russland, Kanada und Australien. Die Organisation ist mit 400 Führungsfiguren in 30 Ländern aktiv. Insgesamt sind weltweit rund 60.000 Menschen in die Aktivitäten der 'Ndrangheta verwickelt.

In einer konfiszierten Mafia-Villa in Reggio Calabria widmet sich das Museo della ndrangheta der Dokumentation und Erforschung der ’Ndrangheta.

Die sieben Prinzipien

Nach diesen Regeln funktioniert die ’Ndrangheta angeblich:[14]

UmiltàDemut gegenüber anderen (sogenannten „Ehrenwerten“ und der Bevölkerung)Fedeltà – Uneingeschränkte Treue, deren Bruch mit dem Tod bestraft wirdPolitica – Geheimsprache zwischen den „Ehrenwerten“, bei der die Wahrheit zu sagen das oberste Gebot istFalsa Politica – Sprache gegenüber Polizisten und Verrätern, die nie die Wahrheit erfahren dürfenLa Carta – Alle wichtigen Ereignisse werden aufgeschriebenIl Lapis – Der Boss ist verpflichtet, eine geheime Chronik zu führenIl Coltello – (wörtlich: Das Messer) Die Interessen der Organisation stehen an erster Stelle und werden mit Androhung des Todes beschützt

Die Anwendung der Prinzipien bedeutet Efferatezza (dt. Grausamkeit) gegenüber den Betroffenen, da deren Menschenrechte missachtet werden.

Exkommunikation aller Mitglieder

Nach dem Mord und der Verbrennung eines Dreijährigen in einem Auto exkommunizierte Papst Franziskus alle Mitglieder der ’Ndrangheta (Excommunicatio ferendae sententiae), weil sie „die Straße des Guten verlassen hätten“ bei seiner Rede in der Stadt Cassano all’Ionio in der süditalienischen Region Kalabrien, der Hochburg dieser Mafia-Organisation.[15]

Aktivitäten im Ausland

Mittlerweile hat die ’Ndrangheta ihre Heimat auch verlassen und ist global tätig; dabei sind vor allem Deutschland und die Benelux-Staaten besonders stark betroffen. Die als Mafiamorde von Duisburg bekannt gewordenen Verbrechen vom August 2007, bei denen sechs Italiener getötet wurden, erregten großes Medieninteresse. Sie waren die ersten Morde dieses Ausmaßes, die die ’Ndrangheta im Ausland verübt hatte.[16] In einem Spiegel-Interview vom 19. August 2008 sprach ein Pate allerdings davon, dass es sich bei den Morden um keine Fehde handelte, sondern eine Abspaltung innerhalb der Gesellschaft verhindert werden sollte.[17] Um Nicola Di Girolamo, der ’Ndrangheta treu zu Diensten, bei der Wahl 2008 in den römischen Senat zu hieven, hatte sich die kalabrische Mafia-Organisation vornehmlich in Stuttgart von Italienern Blanko-Wahlzettel beschafft und zugunsten des angeblichen Auslandsitalieners Di Girolamo gefälscht.[18]

Ein Zentrum der deutschen 'Ndrangheta ist auch die Gastronomie in Erfurt, deren Hauptakteure aus dem Dorf San Luca stammen und Verbindungen nach Duisburg haben.[19]

Literatur

Enzo Fantò (Hrsg.): Massomafia. ’Ndrangheta, politica e massoneria dal 1970 ai giorni nostri. Koinè, Rom 1997, ISBN 88-8106-010-8.Stefano Morabito (Hrsg.): Mafia, ’Ndrangheta, Camorra nelle trame del potere parallelo. Gangemi, Rom 2005, ISBN 88-492-0896-0.Letizia Paoli: Mafia Brotherhoods – Organized Crime, Italian Style, Oxford: UP 2003, ISBN 0-19-515724-9.Andreas Ulrich: Das Engelsgesicht. Die Geschichte eines Mafia-Killers aus Deutschland. Goldmann, München 2007, ISBN 978-3-442-12973-7.Gudrun Dietz: Die ’Ndrangheta. Wiley-VCH, Weinheim 2011, ISBN 978-3-527-50455-8.

Filme

Das dunkle Business der ’Ndrangheta. Dokumentation, Frankreich, 58 Min., Regie: Agnès Gattegno, Produktion: BFC Productions, arte France, Erstsendung: 16. Dezember 2008,[20]Das Gesetz des Schweigens – Auf den Spuren der Mafia in Italien. Dokumentation, 2008, 45 Min., Regie: Antje Pieper.Deutschland im Visier. Das geheime Netz der kalabrischen Mafia. Dokumentation, Deutschland, Italien, 2008, 45 Min., Regie: Christian Gramstadt und Markus Rosch, Produktion: BR, Erstsendung: 2. April 2008,[21]’Ndrangheta – Das blutige Business einer Mafia. Frankreich, 2008, 90 Min., Regie: Corradino Durruti, Produktion: arte, Erstausstrahlung: 5. Juni 2008,[22]Im Netz der Mafia – Auf den Spuren der Mörder von Duisburg. Dokumentation, Deutschland, 2008, 45 Min., Regie: Ulrike Brödermann und Philipp Zahn, Produktion: ZDF, Erstsendung: 19. August 2008,[23]Uomini d’onore. Dokumentation, Italien, 2009, 72 Min., Regie: Francesco Sbano. Die Dokumentation ist im Jahre 2009 auch auf DVD erschienen.Operation weiße Weste – Der Vormarsch der Mafia in Europa. Dokumentation, Deutschland, Italien, 2015, 52 Min., Regie: Edgar Wolf und Max Löschner, Produktion: ZDF.Die Frauen der Mafia, Originaltitel: Women of Ndrangheta Dokumentation, 2016, 45 Min.

Weblinks

https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/4/4a/Commons-logo.svg/12px-Commons-logo.svg.pngCommons: 'Ndrangheta – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien „Das Mafia-Kolosseum zu Stuttgart“, Kontext Wochenzeitung, 15. Mai 2011, Die ’Ndrangheta in Stuttgart„Im Schattenreich der Krake“, Süddeutsche Zeitung, 3. Februar 2006, Reportage über die ’NdranghetaKleine Zusammenfassung (Memento vom 16. Januar 2006 im Internet Archive) und Kurzprofile führender Bosse der ’Ndrangheta„Duisburger Blutfehde. Grausames Ende einer Geburtstagsfeier“, Stern, 15. August 2007, mit Fotostrecke„Die herrschenden Zirkel Süditaliens“, Die Zeit, 19. August 2007Interview: Mafia-Jäger Cortese über die ’Ndrangheta, die tageszeitung, 21. Februar 2011Dokumentation: „Das dunkle Business der ‘Ndrangheta“ (Memento vom 25. Februar 2011 im Internet Archive) auf spotting.at, 19. März 2011Kritik in cosmopolis.ch des Kronzeugen-Buches Metastasen zur ’Ndrangheta`Ndrangheta – Das blutige Business einer Mafia, Video von arte France aus dem Jahre 2008 im Internetportal YouTube (Länge 1.26:51 h)

Einzelnachweise


SPON/Reuters: Kalabrien – Polizei schnappt Mafia-Boss in Bunker, 10. Mai 2009
Annette Langer, Kampf gegen die ’Ndrangheta – Polizei nimmt Hunderte Mafiosi fest, Spiegel Online vom 13. Juli 2010.
Studie zur 'Ndrangheta: Kalabrische Mafia scheffelt 53 Milliarden Euro im Jahr, 27. März 2014
„Italienische Polizei verhaftet Mafiaboss Bellocco. Eine zehnjährige Flucht ist zu Ende“ → Erläuterung, tagesschau, 17. Juli 2007
Tobias Piller: 'ndrangheta auch in Deutschland stabil. In: FAZ.net. 14. August 2008, abgerufen am 7. August 2015.
„Super-Boss“ der kalabrischen Mafia festgenommen. (Memento vom 9. Juni 2007 im Internet Archive) AFP, 19. Februar 2008
Massenprozess in Italien: Richter verurteilt Mafiosi. In: Spiegel Online. 9. März 2012, abgerufen am 7. August 2015.
110 Mafiosi in Mailänder Massenprozess verurteilt. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 20. November 2011, abgerufen am 21. November 2011 (deutsch).
Seit 20 Jahren gesuchter Mafia-Boss gefasst T-Online, gesichtet 11. Oktober 2012
Ndrangheta in Süditalien: Polizei spürt Mafia-Bosse im Bunkerversteck auf. N24.de, 30. Januar 2016, abgerufen am 30. Januar 2016.
'Ndrangheta, scovati in un bunker e arrestati i superlatitanti Ferraro e Crea. ilmessaggero.it, 30. Januar 2016, abgerufen am 30. Januar 2016.
Ndrangheta-Umsatz übertrifft Deutsche Bank und McDonalds. In: ZEIT Online. 27. März 2014, abgerufen am 8. April 2014.
'Ndrangheta setzte 2013 mehr um als McDonald's und Deutsche Bank
dazu die Grafik unter „Treue bis in den Tod. Die sieben Prinzipien der ’Ndrangheta“, Spiegel Online, 15. August 2007
Hamburger Abendblatt: Papst Franziskus sieht Mafiosi als exkommuniziert an
„Italienische Regierung: Morde von Duisburg eine Mafia-Fehde“, Deutsche Welle, 15. August 2007
Pate der Mafia – In Deutschland fühlen wir uns sehr wohl, Spiegel, 19. August 2008
„Das Mafia-Kolosseum zu Stuttgart“, Kontext Wochenzeitung, 15. Mai 2011, Die ’Ndrangheta in Stuttgart
"Erfurter Gruppe" organisiert 'Ndrangheta-Geldwäsche, in: MDR Thüringen, 4. November 2015
Inhaltsangabe von arte, hier aufrufbar seit dem 3. September 2011
Inhaltsangabe (Memento vom 15. April 2008 im Internet Archive) der ARD
Inhaltsangabe von arte
Inhaltsangabe des ZDF

RE: Ein Tropfen Transparenz | 05.02.2016 | 00:46

Stichwort Omerta

dazu weiß wiki zb:

"Omertà

Omertà [omerˈta] bezeichnet im engeren Sinne die Schweigepflicht der Mitglieder der Mafia und ähnlicher krimineller Organisationen gegenüber Außenstehenden und ist Teil des Ehrenkodex der Organisation. Eine Person, welche dagegen verstößt und insbesondere mit den Behörden zusammenarbeitet, wird Pentito (it.: „Reuiger“ und „Geständiger“) genannt.

Im erweiterten Maße erwartet die Mafia dieses ungeschriebene Gesetz des Schweigens auch von Nichtmitgliedern, betroffenen Opfern und potentiellen Zeugen. Insbesondere auf Sizilien ist es deshalb in der Bevölkerung verankert, sich nicht als Zeuge zur Verfügung zu stellen. Beschuldigte klären aus diesem Grund auch unberechtigte Verdächtigungen nicht auf, sondern akzeptieren stattdessen sogar eine fälschliche Verurteilung oder Bestrafung.

„Cu è surdu, orbu e taci, campa cent’ anni ’mpaci“

„Wer taub, blind und stumm ist, lebt hundert Jahre in Frieden.“

sizilianisches Sprichwort

Inhaltsverzeichnis

1 Etymologie2 Funktion3 Adaptionen in Film, Musik, Literatur und Spiel4 Quellen 4.1 Literatur4.2 Einzelnachweise 5 Weblinks

Etymologie

Die Etymologie von Omertà ist unklar. Sowohl der Camorra-Begriff der Unterordnung und Demut (umiltà) wird als Ursprung genannt – omertà (oder omirtà) bedeutet in süditalienischen Dialekten umiltà – als auch die sizilianische Bezeichnung für den Mann: „omu“.[1] Das Wort ist in diesem Sinn seit etwa 1800 nachweisbar.

Ursprünglich bedeutet Omertà als Bestandteil eines archaischen, männlichen Ehrbegriffs, dass man „seine Dinge selbst regelt“: „Für Gerechtigkeit, Ehre und Rache muß ein Mann schon selber sorgen.“ [2]

Funktion

Die Omertà verbietet es Mitgliedern der Vereinigung, mit Nicht-Angehörigen über interne Angelegenheiten zu sprechen. Der in der Öffentlichkeit wahrgenommene Teil dieser Regel bezieht sich auf die beobachtbare Aussageverweigerung gegenüber staatlichen Organen, insbesondere Polizei und Justiz, d. h., es werden nicht nur keine Aussagen über die Aktivitäten der Organisation gemacht, sondern die Existenz der Gruppe oder die Zugehörigkeit wird verschwiegen oder sogar aktiv verleugnet.

“Never open your mouth, unless you’re in the dentist’s chair.”

„Mach nie deinen Mund auf, außer du sitzt auf dem Zahnarztstuhl.“

Sammy "The Bull" Gravano[3]

Das Schweigeprinzip der Omertà geht aber über diese Abschottung nach außen hinaus und ist auch eine Abschottung nach innen, d. h., auch innerhalb der Organisation verfügen rangniedrige Mitglieder nie über vollständige Informationen. Da die Kommunikationswege streng hierarchisch sind, d. h. die Befehlskette grundsätzlich nicht umgangen wird, unterstützt die Omertà diese Abschottung nach oben.

„Jeder einzelne ist eine Wand, die den Kerl weiter oben schützt. Angenommen, sie wollen mit Tamelo [Enrico „Henry“ Tameleo: Unterboss der Patriarca-Familie] ein Geschäft machen. Mit Tamelo kann man (direkt) kein Geschäft machen. Man muss mit jemandem weiter unten das Geschäft machen. Wir stellen uns jetzt eine Wand vor. Wenn Sie zu mir kommen, bin ich die Wand. Weiter kommen Sie nicht. Wenn ich mit Ihnen ein Geschäft mache und danach mit Tamelo, würden Sie nie davon erfahren. Sie können mich der Polizei ausliefern, aber nie Tamelo, weil ich nicht reden würde …“

Vincent Teresa [4]

Durch die Verhinderung von Informationen beschränkt die Omertà das Problem des Gefangenendilemmas. Um die Omertà durchzusetzen, wird ein Verstoß gegen diese Schweigepflicht in der Regel mit dem Tod geahndet; außerdem ist ein Inhaftierter sich bewusst, dass seine Angehörigen zwar (oft) während seiner Haft versorgt werden, aber auch als Geiseln zu betrachten sind, die in Form einer Kollektivhaftung bestraft werden können.

“In the circle in which I travel, a dumb man is more dangerous than a hundred rats.”

„In den Kreisen, in denen ich verkehre, ist ein dummer [en: „dumb“ = urspr. „stumm“ aber auch – wie hier – „dumm“] Mann gefährlicher als hundert Ratten [en: „rat“ = urspr. „Ratte“ aber auch – wie hier – „Verräter“].“

Joe Valachi: Zitat in der Herald Tribune am 27. September 1963 nach einer Anhörung vor dem US-Senat

Adaptionen in Film, Musik, Literatur und Spiel

1968: Der Tag der Eule: italienischer Film, in dem ein Polizist an der Omertà scheitert und resigniert1990: Good Fellas – Drei Jahrzehnte in der Mafia: Biografischer Film über den Pentito Henry Hill1999: Jagged Alliance 2 (Computerspiel): Name des Heimatdorfes der Rebellen, in dem das Spiel beginnt2000: Mario Puzo: Omertà. Random House. New York 2000.2002: Mafia (Computerspiel): 10. Level2003: Katatonia: Omerta auf dem Album Viva Emptiness2004: Lamb Of God: Omerta auf dem Album Ashes of the Wake2004: Omerta ist ein textbasiertes Mehrspieler-RPG, basierend auf der Geschichte des legendären Don Barafranca.[5]2004: Diablo: Musikstück Omerta auf dem Album Eternium der finnischen Metallband2007: Die Sopranos: Mafiaserie von HBO2008: Omertà, ein Album des Rappers Fard2010: Mafia II2010: The Town – Stadt ohne Gnade2010: Fallout: New Vegas: "Omerta" ist in diesem Videospiel der Name einer kriminellen Familie, die einen Nachtclub betreibt.2012: Adrenaline Mob: Omertà ist der Titel des Debütalbums.2013: Omerta – City of Gangsters Videospiel (Wirtschaftssimulation)2014: Castle: Krimiserie Folge Bluteid (Staffel 7, Folge 10)

Quellen

Literatur Anton Blok: The Mafia of a Sicilian Village, 1860-1960. A study of violent peasant entrepreneurs. Reissued. Waveland Press, Prospect Heights IL 1988, ISBN 0-88133-325-5 (Original 1974).Humbert S. Nelli: The Business of Crime. Italians and Syndicate Crime in the United States. The University of Chicago Press Chicago IL u. a. 1981, ISBN 0-226-57132-7 (Original 1976).Letizia Paoli: Mafia Brotherhoods. Organized Crime, Italian Style. Oxford University Press, Oxford u. a. 2003, ISBN 0-19-515724-9.Rick Porrello: The Rise and Fall of the Cleveland Mafia. Corn Sugar and Blood. Barricade books, New York NY 1995, ISBN 1-56980-058-8.Gaia Servadio: Mafioso. A history of the Mafia from its origins to the present day. Secker & Warburg, London 1976, ISBN 0-436-44700-2. Einzelnachweise
Stefan Gron: Von Ehrenmännern und Geheimnisträgern (PDF; 104 kB)
Stefan Gron: Von Ehrenmännern und Geheimnisträgern (PDF; 104 kB)
http://www.contextmag.com/archives/200102/Impact.asp?process=print (Memento vom 22. März 2006 im Internet Archive) Wiseguy Wisdom auf www.contextmag.com (englisch)
Dagobert Lindlau: Der Mob. dtv, München 1989, S.74, ISBN 3-455-08659-4
Omerta (Browsergame)

RE: Der Zynismus der anderen | 04.02.2016 | 22:15

Sloterdijk, "einer der einflussreichsten deutschen Philosophen", ...

Da lachen ja die Hühner

RE: Was ins Raster passt | 03.02.2016 | 23:15

the redlight district der EU: Fakten.

RE: „Für TTIP sind wir doch nur ein Werbeträger“ | 03.02.2016 | 22:32

Gegen Freihandelszonen gibt es so ja wenig einzuwenden.

Wenn aber Freihandelszonen zu Marktabschottungen führen, dürften sie ihren ggf ursprünglich tiefer intendierten Sinn verfehlt haben.

Um Abschottung scheint es bei TTIP dabei eher zu gehen als um Marktentwicklung.