elisvoss

Freiberufliche Autorin, Journalistin, Vortragende und Beraterin zu Solidarischem Wirtschaften und Selbstorganisation in Wirtschaft und Gesellschaft.
Schreiber 0 Leser 1
elisvoss
RE: Die Maske ist totalitär | 08.09.2020 | 22:18

Danke für diesen sachlichen und gut zusammengestellten Artikel! Er wirft sehr laut die Frage auf nach dem Warum. Wie konnte es passieren, dass offensichtlich alle maßgeblich Beteiligten mitgemacht haben und weiterhin mitmachen? Was ist hier für eine Dynamik entstanden, und was sagt das aus über eine Geselellschaft, die doch eigentlich ein demokratisches Grundverständnis hat - oder nicht? War das ein Irrtum?

An einem Pnkt möchte ich etwas zurechtrücken, der Staat hat nicht "die Wirtschaft an die Wand gefahren", sondern er lässt Teile der Wirtschaft eingehen. Vor allem viele Kleine, Schwächere, werden in der Pleitewelle untergehen, während andere mit unfassbaren Mengen Staatsgeldern gerettet werden. Und wieder andere - vor allem die Digital- und Plattformkonzerne - profitieren und können sich auf satte Geschäfte einstellen, weltweit.

Nebenbei: "Die Wirtschaft" gibt es nicht, sie "ist keine Person, sie hat keine eigenen Rechte, ihr sollte endlich der Subjektstatus aberkannt werden": https://www.grueneliga-berlin.de/publikationen/der-rabe-ralf/aktuelle-ausgabe/nachhaltig-wirtschaften-aber-wie-3/

Die kommende schwere Krise wird weltweite Spaltungen mit sich bringen, die sich wohl heute noch keine*r vorstellen kann. Da ich nicht zu Verschwörungsmythen neige und auch nicht an ein Machtzentrum glaube, denke ich, dass die (zukünftigen) Profiteure jetzt jeweils ihre Chancen genutzt haben. Andere haben sie dies tun lassen. Wirklich verstehen werden all dies wahrscheinlich erst zukünftige Generationen, aber die Suppe auslöffeln müssen schon heute die vielen Unsichtbaren, Ausgegrenzten und Diskriminierten am Rand der Gesellschaften.

RE: Die Maske ist links | 08.09.2020 | 21:58

Die Maske als Beweis für Links-Sein, und jede Kritik ist rechts und neoliberal? Ist das Ihr Ernst, Elsa Koester? Die Gesellschaft hat ein paar mehr Facetten als gut oder böse, falsch oder richtig.

Ich denke, heute ist mehr denn je vorsichtiges Fragen und abwägender Meinungsaustausch gefragt, statt einfach nur (vermeintlich) Recht zu haben. Was wäre, wenn sich herausstellte, dass dieser Identifikation von Masketragen mit Solidarität ein übler Missbrauch zugrundeläge?

Jedoch gebe ich Ihnen recht, dass es Aufgabe der Linken wäre, sich für soziale Belange einzusetzen - vielleicht anstatt andere zu beschimpfen, statt darüber hinaus.

Heribert Prantl schrieb z.B. am 09.08.: "Masken bedeuten Pokerface, sie geben keine Information darüber, ob der andere wirklich verstanden hat, was ich meine, ob er mir gewogen ist, ob er was sagen will, wie es ihm geht." https://www.sueddeutsche.de/politik/coronavirus-heribert-prantl-kolumne-schule-1.4994191

Mona Pauly heute zur Maske: "Sie bleibt ein verkeimter Stofflappen, mit dem öffentlich sichtbar Gehorsam gezeigt werden soll.": https://www.freitag.de/autoren/mopauly/die-maske-ist-totalitaer

Umfassende Kritik gibt es in dem Buch, das ich hier besprochen habe: https://www.freitag.de/autoren/elisvoss/kritik-an-corona-massnahmen-von-links/@@view#1599593757340169

RE: Tanz mit dem Tiger | 08.09.2020 | 21:40

Ja, das ist die einzige Welle, von der wir sicher sein können, dass sie kommt, bzw. schon im Anrollen ist.

RE: Kritik an Corona-Maßnahmen von links | 08.09.2020 | 21:35

Wie gut, dass es unterschiedliche Meinungen gibt.

Schade allerdings, dass es so schnell zum Schlagabtausch wird. Da werden keine Argumente mehr ausgetauscht, es stellt sich keine Nachdenklichkeit her, sondern steht irgendwann nur noch die Frage im Raum, wer Recht hat - was selbstverständlich jede*r für sich reklamiert.

Richtig schlimm finde ich, wenn unbegründete Unterstellungen und denunziatorische Vermutungen geäußert werden.

Aber warum sollte es hier auch anders sein als anderswo?

In einem Artikel zur Maske lese ich eben: "Sie bleibt ein verkeimter Stofflappen, mit dem öffentlich sichtbar Gehorsam gezeigt werden soll." Leseempfehlung: https://www.freitag.de/autoren/mopauly/die-maske-ist-totalitaer

RE: Unten ohne | 22.08.2020 | 23:40

Schöne Aussicht und ein letztes Tässchen Tee.

RE: Wer erklärt die Welt? | 05.06.2020 | 21:52

Lieber Walter,

selbstverständlich landen wir da nicht :-)

Dass es Folgeschäden geben kann (!) scheint belegt zu sein, das rechtfertigt aber nicht, allen die sich mal infiziert hatten, damit Angst zu machen.

Dieses BMI-Papier hat mich fassungslos gemacht. Fürsorge wäre das genaue Gegenteil: Sachlich aufklären, mit dem Schwerpunkt darauf zu erklären, wie mensch sich schützen kann und was dem Immunsystem hilft (das kommt gerade ziemlich zu kurz, finde ich), aber die Leute nicht in Panik versetzen.

Liebe Grüße

Elisabeth

RE: Majestätsbeleidigung | 06.04.2020 | 02:21

Im Podcast am 18.03.2020 sagte Christian Drosten (im Zusammenhang mit Corona-Tests): "Aber zum Glück werden wir unterstützt durch öffentliche Forschungsmittel von der Europäischen Union und neuerdings auch von der Bill Gates Foundation". Was nichts beweist, denn im medizinischen Bereich kommt weltweit kaum wer an Gates vorbei.

Am 28.03.2020 habe ich mich unter dem Titel "Corona ändert alles?" hier u.a. auch mit der Gates-Stiftung und dem Pandemie-Event 201 befasst.

RE: Rückt das Kapital raus | 09.06.2015 | 11:10

Ja, rückt das Kapital raus! Diese Forderung unterschreibe ich sofort – aber doch bitte nicht so defensiv. Statt die gröbsten Auswirkungen politischer Fehlentscheidungen – entsolidarisierende Umstrukturierungen von Altersvorsorge und Steuergesetzen, Schuldenbremse etc. – auszuputzen, und den Investoren nun auch noch die öffentlichen Infrastrukturen zum profitträchtigen Ausschlachten anzudienen, ist es höchste Zeit, sich von diesen vermeintlichen Sachzwängen zu verabschieden. „Rückt das Kapital raus“ kann aus meiner Sicht nur bedeuten, endlich eine gerechtere Steuerpolitik durchzusetzen und die Daseinsvorsorge solidarisch zu vergesellschaften, statt sich mit dem schlechten Bestehenden abzufinden.