elisvoss

Freiberufliche Autorin, Journalistin, Vortragende und Beraterin zu Solidarischem Wirtschaften und Selbstorganisation in Wirtschaft und Gesellschaft.
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RE: Tesla in Grünheide: Online-Erörterung beginnt | 27.09.2021 | 18:28

Heute habe ich meine "Einwenderkennung" bekommen (geschlechtergerechte Sprache gibt es da wohl noch nicht).

Auf meine Verwunderung, dass ich als Einwenderin nicht persönlich über den Beginn der Erörterungen informiert wurde, bekam ich die Antwort: "Über die Online-Konsultation wurde mit Bekanntmachung in der Tageszeitung 'Märkische Oderzeitung' Ausgaben Erkner und Fürstenwalde, im Amtsblatt für Brandenburg sowie auf der Internetseite des Landesamtes für Umwelt am 24. September 2021 informiert."

Nachdem ja ursprünglich eine Präsenzveranstaltung für den 13. September in Erkner geplant war, wurde nun also erst am Tag des Beginns des Erörterungsverfahrens darüber informiert.

So wie ich es verstanden habe, gibt es allerdings keine Videokonferenzen, sondern "Online-Konsultation" bedeutet nur, dass die Einwender*innen zu den Antworten von Behörden und Tesla auf ihre persönlichen Bedenken (und nur auf diese) nochmals per Mail entgegnen und ihre Argumente vertiefen können.

Wie es danach weitergeht, steht ab Seite 10 im Dokument Einführung zur Online-Konsultation.

RE: Tesla in Grünheide verhindern! (2) | 24.09.2021 | 22:45

Heute, am 24.09.2021, hat die Online-Konsultation über die Einwendungen gegen Tesla in Grünheide begonnen: https://www.freitag.de/autoren/elisvoss/tesla-in-gruenheide-online-eroerterung-beginnt

RE: Tesla in Grünheide verhindern! | 24.09.2021 | 22:44

Heute, am 24.09.2021, hat die Online-Konsultation über die Einwendungen gegen Tesla in Grünheide begonnen: https://www.freitag.de/autoren/elisvoss/tesla-in-gruenheide-online-eroerterung-beginnt

RE: 40 Jahre nach dem Tod von Klaus-Jürgen Rattay | 23.09.2021 | 18:24

Im Tagesspiegel-Checkpoint habe ich den Link zu diesem Video (youtube) gefunden. Darin wird Klaus-Jürgen Rattay am 21. September 1981 interviewt. Auf die Frage, ob er Angst vor dem nächsten Tag habe (für den die Räumung angesetzt war), sagt er: „Ich habe Angst, aber ich habe gleichzeitig Mut, zu kämpfen.“

RE: Die Geste (allein) zählt (nicht) | 22.09.2021 | 08:52

"Politischer Wandel folgt nicht automatisch, nur weil die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit erreicht wurde."

"Es ist viel einfacher, die richtige Überzeugung zu haben, als zu versuchen, wirklich etwas gegen Probleme zu tun."

"Es passiert allzu oft, dass sich politische Symbole und Gesten leicht vereinnahmen und kommerzialisieren lassen – dieses Phänomen ist so alt wie die Werbung. Aber es droht ein noch heimtückischeres Risiko, nämlich, dass wir sie mit einem Sieg verwechseln."

"Durch die Ausdehnung des Online-Raums werden die Wirkung und die Reichweite des virtuellen Diskurses überbewertet. Und so lässt sich die Tatsache, dass wir diese Gespräche überhaupt führen, leicht als eine Art Sieg an sich betrachten. Aber wenn die Argumente nicht zu einem Machtgewinn in der realen Welt führen, sind sie nur Hitze und kein Licht."

Das sollten sich Campaigner*innen und Aktivist*innen zu Herzen nehmen, und ihre Aktionen und Kampagnen daran messen.

An sich richtige Slogans verkommen allzu leicht zu billigen Parolen, die in der neoliberalen Konkurrenz mitunter mehr der Rechthaberei und der eigenen Aufwertung dienen. Oder zum Merchandising werden, wie die Autorin zurecht anmerkt.

Alleridngs kann vermutlich wirkungslos Symbolisches immerhin zumindest einen psychologischen Effekt haben und gegen die Verzweiflung wirken.

Danke für diesen Artikel!

RE: Gefährdet den Volksentscheid nicht! | 13.09.2021 | 08:45

Auch Sie spekulieren hier fröhlich drauf los,

Ja klar, solche Vorfälle gibt es jede Menge, und auch Männer werden begrabscht (sicher nicht so oft wie Frauen, aber selbstverständlich ist das auch übergriffig). Sie unterstellen der Frau eine Schädigungsabsicht, aber auch das ist Spekulation.

Der Immobilienwirtschaft spielt doch v.a. in die Hände, wie das jetzt medial verhandelt wird.

RE: Gefährdet den Volksentscheid nicht! | 13.09.2021 | 08:40

"Vorstellen kann ich mir allerdings, ..."

und

"... dass mir das vorgeworfene Tat-Szenario extremst unplausibel vorkommt."

Vorstellen kann mensch sich vieles, aber dieses Rumspekulieren finde ich ziemlich abstoßend. Ob plausibel oder nicht - wir wissen es nicht! Das ist doch das Entscheidende. Und bei ihrer Spekulation schwingt mit, die Frau habe gelogen. Das finde ich ebenso unredlich wie die (vermeintliche!) Verobjektivierung des Vorwurfs nach dem Definitionsmachtkonzept.

RE: Seid doch mal ehrlich | 13.09.2021 | 08:32

"Die gesellschaftlichen Kompromisse, die wir heute als soziale und demokratische Errungenschaften schätzen, gehen nämlich nicht in erster Linie auf das Konto von Regierenden. Es waren die gesellschaftlichen Kämpfe und die Angst der Mächtigen vor radikalen Brüchen, die den Spielraum für den sozialliberalen und sozialdemokratischen Reformismus überhaupt erst eröffneten."

und

"Möglich werden solche Reformen nur sein, wenn sich sowohl ein breites gesellschaftliches Bündnis als auch eine Reformregierung den Interessen der ökonomisch Mächtigen mit aller Kraft widersetzen."

Mag sein, aber wo sind diese breiten Bündnisse? Und wo sie sich partiell zusammen finden und handeln - Beispiel IAA-Proteste - schlägt die Staatsmacht brutal zu. Und wenn es ernster würde und nicht nur demonstrativ ans Eingemachte ginge, sondern auch materiell? Mir fällt dann immer Chile ein, ohne dass ich damit entmutigen wollte.

Andererseits: Die Chancen auf eine "Reformregierung" (die diesen Namen verdiente, denn "Reformen" waren auch Hartz IV, Riester etc.) sind gering, aber die Notwendigkeit, radikal umzusteuern, unabweisbar. Vielleicht könnte eine Nicht-Reformregierung sogar die zerstrittenen Bewegungen vereinen, i.S. eines gemeinsamen Gegners? Es wird Katastrophen und Unruhen geben, dafür würde ich mehr auf linke Bündnisse setzen als auf Reformregierungen.

Natürlich gehe ich trotzdem wählen, aber ohne jede Erwartung.