Sex im Zuckerrohr

Fassadenliteratur In Zoé Valdés´ "Café Cuba" kommt statt der Erzählmaschine die Klischeemaschine in Gang
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Kuba ist ein Land, das sozialistisch ist, autoritär geführt wird, sich auf eine Figur fixiert, ein Land also, daß alle vorstellbaren Negativa vereinen mag, aber es ist gleichzeitig ein Land, in dem Menschen leben, das Kultur hervorbringt, nach eigenen internen Dynamiken funktioniert, Dynamiken, die mit der Welt in Austausch stehen. Genau hier im Austausch mit der Welt gibt es einen neuralgisch-neurotischen Punkt, der insbesondere die USA betrifft, wo der größte Anteil der Emigranten lebt, die Kuba in seiner langen Geschichte der Emigrationen je verließen."

Mit diesen Worte versuchte der junge kubanische Kritiker und Essayist Victor Fowler 2002 die Situation in Kuba zu fassen, zehn Jahre nach der "periodo especial" (1990-1996), jener größten und schwe