Wie sage ich Palästina?

Meinung Nicht erst seit dem 7. Oktober ist das Sprechen über Palästina in Deutschland schwierig geworden. Viele Begriffe stehen in der Kritik – und werden nun polizeilich unterbunden. Wo aber das Unrecht herrscht, muss um Sprache gerungen werden
Exklusiv für Abonnent:innen | Ausgabe 20/2024
Brüllende Bildsprache am 1 Mai: Das Kufiya wird in Deutschland zum Widerstandssymbol
Brüllende Bildsprache am 1 Mai: Das Kufiya wird in Deutschland zum Widerstandssymbol

Foto: Hannes P. Albert/dpa

Wir sind in Deutschland nicht in der Lage, über den Krieg in Gaza zu sprechen. Das ist keine Frage der Meinungsfreiheit: die gibt es. Nur kann sie nicht genutzt werden. Zumindest nicht, um Protest gegen Krieg, Vertreibung und Ungleichheit in Israel und Palästina zu äußern. Uns fehlen schlicht: die Worte. Es gibt nur Unsagbares.

„Palästina-Kongress“ etwa bezeichnet nicht länger einen Kongress, der sich mit der Situation in den palästinensischen Gebieten befasst. Wer Palästina-Kongress sagt, kommuniziert in Deutschland offenbar: „Israel-Hasser-Veranstaltung“. Ein studentisches Protestcamp gegen den Gaza-Krieg wird zum „Israel-Hass an Berliner Universitäten“, und wie lautet die Bezeichnung für Dozenten, die M