Entschleunigt die Energiewende

Standortwettbewerb Wirtschaftsgüter, auch Solaranlagen, Windräder, lassen sich durch billigen Strom billiger produzieren. In Asien boomen Solarfirmen - scheitert die deutsche Energiewende?
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Grüne Heilsversprechen

Die Grünen versprachen steigenden Wohlstand durch Investitionen in die Energiewende. Angeblich entstünden tausende zusätzliche Stellen. Mit dieser Begründung wurde im Jahr 2000 das EEG Erneuerbaren Energie Gesetz beschlossen. Mittlerweile stellt sich heraus: die Arbeitsplätze entstehen woanders - warum?

Strategie der Wettbewerber: billiger Strom!

Windräder, Solarpaneels lassen sich mit billigen Strom billiger produzieren. Deutschland setzt jedoch auf teuren Strom zur Finanzierung der Energiewende. Deshalb entstehen kaum Arbeitsplätze im Teuerstromland Deutschland. Die Verteuerung des Stroms durch das EEG ist ein Standortnachteil.

Die Boom Regionen dieser Erde haben als
industriepolitische Strategie:
billiger Strom als Standortvorteil!


Brasilien, Russland, Indien, China - setzen auf billigen Strom und siedeln damit Industrien an. Warum wohl boomen asiatische Solarhersteller während deutsche Solarherstelle pleite gehen?

Das Ruhrgebiet ist bedroht

NRW, das von energieintensiven Industrien lebt, leidet besonders unter der Energiewende. Immer mehr Industriestandorte werden in NRW dicht gemacht.

Stromintensive Verfahren wie Elektrohochöfen, Galvanik, Verfahrenstechnik, Chemieindustrie etc - lohnen sich in NRW kaum mehr - der globale Wettbewerb ist scharf. Tausende von Stellen wurden bereits abgebaut. In dieser Situation experimentieren grüne Phantasten mit der Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Industrie. Zwingt man die energieintensiven Industrien in die EEG Umlage (=Subvention) so wie das Grüne wollen, dann ist der Ofen erst recht aus, und man kann nur noch in China, Indien produzieren.

WAZ, 22.10.2013 "Ökostrom - Thyssen-Krupp bangt um Stahl-Standort Duisburg"

Kumpels, seht Euch doch Oberhausen, Duisburg, Gelsenkirchen an - ist es seit dem rot-grünem EEG Gesetz im Jahr 2000 aufwärts gegangen?

Wo sind die blühenden Öko-Landschaften?

Dabei ist NRW ist von den grünen Umwelttechnologien praktisch abgehängt: So produziert Siemens seine Windräder in Brande, Dänemark. Gleichzeitig entlässt Siemens Mitarbeiter im Bereich Turbinenbau in Mülheim, NRW

Bayern jubelt

Bayern als Flächenstaat profitiert vom rot-grünen EEG Gesetz: deshalb hat sich die CSU von den grünen Weltverbesserern belehren lassen und ist umgeschwenkt. Viele Landwirte haben große Solaranlagen - und NRW zahlt dafür über die Umlage als bevölkerungsreichstes Land.

Am grünen Wesen soll die Welt genesen

China und Indien haben zusammen 2.8 Milliarden Menschen. Was besserwisserische Ökos eines 0,08 Milliarden-Volkes in Deutschland veranstalten fällt doch global betrachtet gar nicht ins Gewicht. Was hier eingespart wird, das wird anderswo um ein Vielfaches verbraucht. Doch der Schwanz versucht immer noch mit dem Hund zu wedeln: Deutschland tritt bei der Energiewende häufig sehr belehrend auf.

Die Grüne Lobby profitiert

Das grüne Klientel ist überdurchschnittlich wohlhabend, arbeitet häufiger beim Staat und seltener in der Industrie. Die Grünen haben die Gesetze für ihre Klientel gemacht, ihre Klientel profitiert von der Energiewende:

  • wohlhabende Eigenheimbesitzer profitieren von den Solarsubventionen - Mieter zahlen dafür
  • Steuersparmodelle gab es in der Vergangenheit auch für Kapitalanleger z.B. Windkraftfonds
  • für Arme gab es keine Subventionen, noch nicht einmal für sparsame Haushaltsgeräte.

Die Verquickung von Politikern und Unternehmern führt dazu das die Bürger unter grünem Deckmäntelchen ausgeplündert werden. Staatmonopolkapitalismus nennt man es, wenn Unternehmer die Gesetze erwirken, von denen sie selbst profitieren. Ein Beispiel für ÖKorruption ist Q-Cells, dort sind Manager in einem Insiderhandel mit einer staatlichen Gesellschaft verwickelt. (vgl. Handelsblatt "Der Solar Schwindel")

Arrogante Öko-Bonzen

Unerträglich ist in dem Zusammenhang die moralische Überheblichkeit der grünen Lobby gegenüber anderen Branchen und deren Belegschaft (z.B. die bösen Industriekonzerne). Nachdem man abkassiert hat, erhebt man auch noch den moralischen Ziegefinger!

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Schloss des Solarworld Chefs Frank Asbeck
(Quelle: Wikipedia commons)

Teure Überkapazitäten

Die Ökowende benötigt zusätzliche Kraftwerkskapazität, da bei Windstille (Windkraft) oder Dunkelheit (Solaranlage) andere Kraftwerke einspringen müssen. Diese zusätzliche Kapazität kostet Geld und muss bezahlt werden. Wer glaubt heute noch die Behauptung von Jürgen Trittin (Grüne), das die Energiewende nur 1,50 Euro mtl. pro Haushalt kostet?

Wie teuer es wird, kann keiner sagen, da eine schnelle Energiewende noch nie durchgeführt wurde.

Strom - so teuer und billig wie nie

Auf der Strompreisbörse kann man Strom so billig erwerben wie nie zuvor. Warum geben die Konzerne diese Preise nicht weiter?

Antwort: das EEG Gesetz zwingt letztlich die Stromverbraucher, Photovoltaik und Windkraft zu festgelegten Preisen abzukaufen - selbst wenn dieser Strom derzeit nicht benötigt wird. Die Stromanbieter sind nur Zwischenhändler und müssen das EEG Gesetz umsetzen. Die Stromkunden müssen bis zu 50 Cent/KWh für Photovoltaik und bis zu 9 Cent/KWh für Windkraft bezahlen. Diese Kosten werden von einer Regulierungsbehörde über die komplizierte, planwirtschaftliche EEG-Umlage auf den Stromkunden umgelegt – deshalb steigen die Stromrechnungen.

Die Solar-Subvention führt dazu, dass Überkapazitäten aufgebaut werden – es werden zu viele Solaranlagen montiert. Mit jedem weiterem Solarmodul steigt das Überangebot an Solarstrom zur sonnigen Mittagszeit – immer mehr Strom muss billiger auf der Strompreisbörse verramscht werden!

Darüber freuen sich unsere Nachbarn. Beispielsweise Österreich kann sich billig wie nie mit subventioniertem Strom aus Deutschland eindecken. Teilweise bekommt Österreich den Strom von Deutschland geschenkt.

Entschleunigung spart Kosten

Wer unreife Technologien im großen Maßstab einsetzt, der muss mit teuren Rückrufaktionen rechnen. Kein Automobilbauer stellt etwas in Serie her, bevor es nicht gründlich getestet wurde. Nur bei der Energiewende betreiben wir das Groß-Experiment mit unreifen Technologien zu größtmöglichen Risiken und Kosten.

Trittins Behauptung stimmt nicht:" Je früher wir in erneuerbare Energien investieren, umso preiswerter wird der Umstieg"
Es ist besser, mit neuer Technik erst im kleinen Maßstab Erfahrungen zu sammeln bevor man Technik im großen Maßstab einsetzt. Das senkt die Risiken. Zudem wird neue, teure Technik durch Prozessverbesserungen in der Produktion billiger - je früher man kauft, desto teurer ist es.

Statt grüne Technik zu früh großflächig einzusetzen sollte das Geld für Forschung und Entwicklung verwendet werden - auch um die Produktionskosten zu senken.

Die Fukushima-Panik Energiewende wurde gemacht um eine Wahl zu gewinnen - die Ökonomie wurde ausgeblendet!

Es ist jetzt an der Zeit, die Energiewende zu entschleunigen.
Das verringert die Kosten, sichert dadurch Industriearbeitsplätze und die Verbraucher werden vor Preisexplosionen geschützt!


P.S. Auch der Photovoltaik hersteller Solarworld ist seit 2011 von der Ökostrom-Umlage befreit. Ein Sprecher von Solarworld meinte in der taz "Wenn wir diese Regelung nicht in Anspruch nähmen, würden wir unserem Unternehmen im ohnehin harten Wettbewerb schaden."

Energiewende und Job Kahlschlag

Der Westem "Siemens Streicht 150 Stellen am Standort Mülheim (Energiesparte)"

Automotive Manager "Autozulieferer ZF: Energiewende gefährdet Wettbewerbsfähigkeit"

Handelsblatt "SGL-Carbon-Chef warnt vor hohen Strompreisen"

ifo-institut: "Ölpreis, Strompreis – welche Auswirkungen haben die gestiegenen Energiekosten, und sollten energieintensive Branchen entlastet werden"

Weltkarte Industriestrompreise "Aluminium, Chemie, Papier, Stahl oder Zement, Produktionen, bei denen der Anteil der Energiekosten an der Wertschöpfung von 30 bis fast 60 Prozent reicht, konkurrieren vielfach konzernintern um Produktionskapazitäten über Ländergrenzen hinweg"

Tagesspielgel "Trittin warnt vor überzogenen Befürchtungen bei Ausstiegskosten"

n-tv: Eine Schlüsselbranche schlägt Alarm:Stahlkochern droht Job-Kahlschlag

Solarschulden & Strompreisanstieg

Spiegel Online "Teurer Ökostrom: Gabriels Solarpolitik hinterlässt Milliarden-Schuldenberg"

Wirtschaftswoche "Energiewende: Die Billionen-Euro-Frage"

ifo-institut: "Energiewende und steigende Strompreise: Wer trägt die Hauptlast der hohen Kosten"

Handelsblatt "Ökostrom vs. Gaskraftwerke: Merkels Energiewende bedroht Stadtwerke"

Pleitewelle in der Ökobranche

Die Welt "Deutschlands Solarbranche löst sich auf"

Die Welt "Der große Schwindel mit der Solarenergie"

Handelsblatt: "Der Solar Schwindel"
"Insiderskandal in der deutschen Solarbranche: Der Chef einer staatlichen Gesellschaft förderte die frühere Vorzeigefirma Q-Cells – und sich selbst als stillen Teilhaber. Mit einem Millionenerfolg, zumindest für sich, wie das Handelsblatt herausfand. (3 Seiten)"

ÖKorruption - die Connection zwischen Politik und Öko-Wirtschaft

Spiegel Online, Insider-Skandal bei Solarfirma: Q-Cells-Manager erklärt Rücktritt

Spiegel Online "Solarfirma Q-Cells in Sachsen-Anhalt: Landesregierung schweigt zu Insider-Skandal"

Handelsblatt: "Solarworld: Aktionäre nehmen Konzernchef in die Mangel"

Spiegel Online "Luxus-Immobilie am Rhein: Solarworld-Chef kauft Gottschalks Schloss

Grüne Klientel

Bundeszentrale f. politische Bildung "Soziale Zusammensetzung der Mitgliedschaft von Bündnis 90/Die Grünen"

Fleischhauer: "Wer wählt eigentlich die Grünen?"

Berliner Morgenpost "Besserverdiener wählen besonders gern die Grünen"

Liste von Unternehmen: Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) - Inanspruchnahme der Besonderen Ausgleichsregelung (§ 40 ff EEG) im Jahr 2012

17:14 10.10.2013
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

Emanuel Hienstorfer

Kontakt: E emanuel@hienstorfer.de
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