Emran Feroz
29.03.2013 | 13:11 65

Feiertagsdebatte

Integration Nichtchristliche Feiertage

Ein Blog-Beitrag von Freitag-Community-Mitglied Emran Feroz

Der Zentralrat der Muslime fordert zwei gesetzliche Feiertage für muslimische Mitbürger. Seitens der Politik soll der Vorstoß abgelehnt werden. In Sachen Feiertage ist diese jedoch weit entfernt von einer Trennung von Religion und Staat.

http://pakhtunkhwa911.files.wordpress.com/2013/03/prague_peace_graffiti_2_by_amor_fati_stock1.jpg

Foto: Graffiti in Prag

Der Zentralvorsitzende der Muslime in Deutschland, Ayman Mazyek, fordert muslimische Feiertage, die gesetzlich festgelegt werden sollen. Konkret geht es dabei um einen Tag im Fastenmonat Ramadan und während des islamischen Opferfests. Da es mittlerweile üblich ist, dass derartige Diskussionen schnell ins Nachbarland überschwappen, wurde kurz danach derselbe Vorschlag auch seitens der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich vorgelegt.

Die Vertreter der Muslime in beiden Ländern würden eine solche Regelung als wichtige Integrationsmaßnahme sehen. Gesetzliche Feiertag werden in Österreich unter anderem auch von der jüdischen Kultusgemeinde gefordert. Aufgrund des Widerstandes seitens der österreichischen Wirtschaftskammer ist es jedoch bis jetzt nicht dazu gekommen.

Im Falle der Forderung des Zentralrats der Muslime hört man jedoch ein weiteres Mal die altbewährten, populistischen „Argumente“. Deshalb stehen erneut Begriffe wie „Islamisierung“ oder „Überfremdung“ auf der Tagesordnung. Es war offensichtlich, dass Politiker wie Wolfgang Bosbach wieder einmal behaupten, dass „der Islam in Deutschland keine Tradition habe“. Deshalb sieht der CDU-Politiker, der gerne Saudi-Arabien mit Deutschland vergleicht, dafür „weit und breit keine Notwendigkeit“.

Fakt ist jedoch, dass das gegenwärtige Feiertagsgesetz alle Nichtchristen benachteiligt. In Anbetracht der zahlreichen christlichen Feiertage, die im Gesetz verankert sind, kann diesbezüglich von einer „wahren“ Trennung von Religion und Staat keine Rede sein. Selbst wenn die Feiertage aller anderen Religionsgemeinschaften, nicht nur die von Muslimen und Juden, gesetzlich festgeschrieben wären, wäre es ungerecht gegenüber jenen, die keiner Religion folgen.

Religion ist Privatsache. Dies wird schon den Kindern in der Schule so vermittelt. Aus diesem Grund hat ein Kreuz im Klassenraum nichts zu suchen. Falls ein Kreuz hängt, sollte man fair genug sein und die Symbole der anderen Religionen, die in der Klasse vertreten sind, daneben platzieren. Aber auch dann gibt es Schüler, die konfessionslos sind. Deshalb sollte am besten gar nichts hängen.

Dasselbe gilt für religiöse Feiertage. Man sollte sie abschaffen und mehr Urlaubstage einführen. Dann kann sich jeder aussuchen, wann er frei haben will. Die Gründe dafür – ob nun christlich, muslimisch, jüdisch oder buddhistisch – haben dann niemanden mehr zu interessieren. Im Alltag ist das Ganze ohnehin kein großes Problem. Die meisten Firmenleiter, Lehrer und Universitätsprofessoren berücksichtigen die religiösen Feiertage des Arbeitnehmers, Schülers oder Studenten. Es ist wie gewohnt die Politik, die alles unnötig aufbauscht.

Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.

Kommentare (65)

Achtermann 29.03.2013 | 13:58

"Da werden sich insbesondere (schlechte) Schüler aber freuen."

Darum geht es nicht. In Rheinland-Pfalz haben seit Langem die Schüler die Möglichkeit, sich vom Unterricht befreien zu lassen. In den anderen Bundesländern wird es ähnlich sein.

Es handelt sich insbesondere um folgende Feiertage:

jüdische Feiertage:

>Rosch Haschana (Neujahr) 2 Tage

>Jom Kippur (Versöhnungstag) 1 Tag

>Sukkot (Laubhüttenfest) 1 Tag

>Schmini Azeret (Schlußfest) 1 Tag

>Pessach (1. Tag und 7. Tag) 2 Tage

>Schawuot (Wochenfest) 1 Tag, alle Samstage

muslimische Feiertage:

>erster Tag des Seker Bayrami/Id-al-Fitr (Fest des Fastenbrechens)

>erster Tag des Kurban Bayrami/Id-al-Adha (Opferfest)

Warum sollen sich ausgerechnet die schlechten Schüler freuen? Diese Aussage unterstellt, sie seien faule Säcke.

Amanda Donata 29.03.2013 | 14:13

Mein Lieber,

.. besser hätte Ihr Einstieg nicht sein können, wäre dieser so unmißverständlich wie ..:

"Der Zentralrat der Muslime fordert zwei gesetzliche Feiertage. Dies ist jedoch eine Forderung, die der Trennung von Religion und Staat absolut entgegentritt."

Aber so wollen Sie nicht verstanden werden. Sind Sie am Ende ein muslimischer Bolschewist? ..;-) .. und mehr noch ..

Es ist zu durchschauen - Ihr Auftritt beim F .. Sie haben sich das naiv ausgedacht.

http://www.youtube.com/watch?v=v8i3jkmoPt0

http://www.youtube.com/watch?v=Z9nNHSU3Icw

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Ehemaliger Nutzer 29.03.2013 | 15:11

"Warum sollen sich ausgerechnet die schlechten Schüler freuen? Diese Aussage unterstellt, sie seien faule Säcke." Nö. Wenn Schüler schlecht sind, kann das viele Gründe haben. Ich denke, das wissen Sie selbst. Wenn die Eltern Kinder auf die falsche Schule schicken, auf der sie nicht ohne Nachhilfe mithalten können, also überfordert sind. Oder sie sind unterfordert und langweilen sich, schreiben dann absichtlich schlechte Noten, damit die Mitschüler sie nicht als Streber beschimpfen. Oder viele muslimische Kinder, die bei Schuleintritt wenig deutsch sprechen und schreiben könen und somit auch in anderen Fäüchern hinterher hängen. Solche schlechten Schüler gehen nicht gerne zur Schule. oider woillen Sie etwa behaupten, dieses Problem existierte nicht?

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Ehemaliger Nutzer 29.03.2013 | 16:43

Es war offensichtlich, dass Politiker wieWolfgang Bosbach wieder einmal behaupten, dass „der Islam in Deutschland keine Tradition habe“.

Aber da hat er doch Recht, wo sehen Sie denn Taditionen?

Fakt ist jedoch, dass das gegenwärtige Feiertagsgesetz alle Nichtchristen benachteiligt.

Wie ... haben die kein frei? Also ich als Atheist habe Weihnachten und Ostern auch frei. Es sind eben Freie(r)tage nicht Feiertage.

Georg von Grote 29.03.2013 | 17:41

In dem Fall besteht die Forderung durchaus zu recht. Den größten Glaubensgruppen, sprich Christen, Moslems und Juden sollte man durchaus auch ihre Feiertage etablieren. Das gebietet eigentlich schon der gegenseitige Respekt. Und wenn man Angst hat, es gäbe dann zuviel der Feiertage und ehrlich ist, dann kommt man zwangsläufig zur Erkenntnis, dass man von den derzeitigen Feiertagen auch den einen oder anderen streichen könnte zugunsten der neuen.

Auch den 1. Mai, den Tag der Nicht-Arbeit :-)

Aber es gibt auch eine reihe unwichtigere christliche Feiertage, die man opfern könnte.

Amanda Donata 29.03.2013 | 18:01

Lieber Georg von Grote,

nichts ist gefährlicher als das Vergessen: "Aber es gibt auch eine reihe unwichtigere christliche Feiertage, die man opfern könnte."

Wir sind in Europa eine judäisch-christliche Gesellschaft, freilich mit Ausnahme derer, die keinen Glauben haben, die passen dann aber genau darum nicht zu den Muslimen, wenn letztgenannte auch bei der politischen (gottlosen) Linke ihre Werbetrommel kräftig schlagen.

Israel ist ein gutes Beispiel: Wer einen Fingerbreit nachgibt, hat verloren. Die Deutschen sind heute feige und haben Angst um ihre wirtschaftliche Stellung in der Welt. Ihr Glaube an die Bibel ist ihnen nicht mehr wichtig. Darum schleimen sie hinter den Muslimen her .. absolut ekelhaft .. nicht unähnlich bei uns, wenn sie hier aufkreuzen ..

Hauptsache Geschäfte .. aber rechnet sich das wirklich zum Besten? ..

GEBE 29.03.2013 | 20:47

Und wann fordert die germanische Urbevölkerung ihre Feiertage?

Sonntag für Sunna, die Sonnengöttin; Montag, um dem Mondgott zu huldigen; Dienstag dem den Kriegsgott Tiu; Mittwoch zu Ehren des Göttervaters Wotan; Donnerstag Andacht für Donar; Freitag für Freia, die Göttin des Frühlings, der Schönheit und Liebe.

Na ja, und der Samstag ist allgemeiner Kärchertag.

P.S.: Ich wünsche allen ein gesegnetes Auferstehungsfest!

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Ehemaliger Nutzer 29.03.2013 | 20:59

Hinduistische Feiertage, sehr wichtig, Sire de Grote. Waschungen im Rhein (der wird einfach in Ganges umbenannt), ist auch viel gesünder als im Ganges, Sperrung der Schiffahrt für ein bis zwei Wochen, das chinesische Neujahrsfest im Ferbruar 1 - 2 Wochen ... Gebe hatte da auch noch ein paar Vorschläge. Kommt gut dieser schleimige Opportunismus ... oder ist's Altersmilde?

miauxx 29.03.2013 | 21:06

"Wir sind in Europa eine judäisch-christliche Gesellschaft (...)"

Stimmt nicht, auch wenn diese Begriffskonstruktion seit kürzerer Zeit Konjunktur hat. Vor allem ist "judäisch-christlich" oder "jüdisch-christlich" wohl eine Reaktion darauf, dass der Islam genauso hierher gehöre. Bekanntlich fußt das Christentum, bzw. sein Urmythos, gerade aber auf einer überaus starken Abgrenzung zum Judentum. Jesus, von Juden an die Römern ausgeliefert, war, sobald ans Kreuz genagelt, nicht mehr länger Jude. Markiert war eine Trennung von Judentum und Christentum, dass anders ja gar nicht entstanden wäre. Soweit der Urmythos, auf den der Antisemitismus folgender Jahrhunderte wesentlich zurückzuführen sein dürfte. Auch nach der größten denkbaren Ausuferung dieses Antisemitismus', dem Holocaust, tat man sich bekanntermaßen noch reichlich schwer, wenigstens die Selbstverständlichkeit anzuerkennen, dass Juden Europa wesentlich mit geprägt haben. Ob als Juden, ist dabei eine andere Frage; nicht alle empfanden so. Das Judentum blieb aber immer und bis heute Judentum und das Christentum eben Christentum. "Judäisch-christlich" ist da nix - eine solche Behauptung ist eigentlich eine Anmaßung! Man könnte allenfalls sagen, dass es trotz allem auch lange Strecken christlicher und jüdischer Koexistenz in Europa gab. Christlich und jüdisch geprägt - ja, das ist Europa!

Darauf fahren Sie in Ihrem Satz fort:

"(...) freilich mit Ausnahme derer, die keinen Glauben haben (...)"

und behaupten später:

"Ihr Glaube an die Bibel ist ihnen nicht mehr wichtig."

Also sind die Nichtgläubigen, mithin auch Nicht-Christen, also eben keine Ausnahme. Somit ein Widerspruch zwischen diesen beiden Aussagen. Wenn mir mein Glaube nicht mehr wichtig ist, so habe ich auch keinen.

"Israel ist ein gutes Beispiel: Wer einen Fingerbreit nachgibt, hat verloren. Die Deutschen sind heute feige und haben Angst um ihre wirtschaftliche Stellung in der Welt."

Komisch formuliert ... Vermutlich wollen Sie hier auf eine unbedingte Treue zur jeweils "zugehörigen" Religion abheben. Israel hier mit Deutschland oder auch anderen Ländern zu vergleichen, ist auch reichlich schwierig.

Der Punkt ist aber vielmehr der: Da es z.B. in Deutschland nur noch sehr schwache Bindungen an das traditionelle Christentum gibt, erscheint der Islam irgendwie unheimlich und somit auch umso gefährlicher. Denn der hat Leute, die ihre Religion ernst nehmen, die also religiös sind. Ein weitestgehend säkularisiertes Deutschland, das zudem auch auf anderen Ebenen nahezu jeglichen Wertekanon verloren hat, fürchtet so vielmehr eine vermeintliche Gefahr durch den Islam, der eben noch weitaus stärkere Bindungskräfte ausweist. Und genau deshalb gibt es solche hilflosen Reaktionen, die sich an "christliche" oder sogar "jüdisch-christliche" Traditionen hängen wollen. Leute, die so etwas behaupten, fürchten offenbar, dem Islam, der ja so "furchtbar expandiert" nichts entgegensetzen zu können. Da wird dann nach einem Halt und Werten gestochert, wo aber nichts mehr ist.

Und genau so etwas versuchen Sie hier offenbar. Mit dem Vergleich zu Israel versuchen Sie obendrein die hohle Behauptung vom "Kampf der Kulturen" zu manifestieren. So, wie sich das Judentum in Israel keinen "Fingerbreit zurückweichen" dürfe, um offenbar nicht von den schrecklichen Moslems aufgefressen zu werden, müssten die "jüdischen Christen" in Europa fest zusammenstehen. Dass für all' diese Konflikte auf der Welt eben nicht primär Religionen verantwortlich sind, sondern eben meist ganz profane Begehrlichkeiten, ist Ihnen wohl noch nicht aufgegangen? Auch in Nahost ist es nicht eigentlich ein Kampf zwischen Judentum und Islam. Das ist allein Propaganda, die sich am Ende in nichts von anderer totalitärer und faschistischer Propaganda unterscheidet.

miauxx 29.03.2013 | 21:16

Eigentlich kann man doch gegen diesen Artikel Feroz' nichts sagen?

Sagt er doch: Entweder so richtig reinhauen, mit religiösen Feiertagen oder es eben ganz lassen. Und in Nöte kommt man halt, wenn man versucht, die christlichen Feiertage gegenüber möglichen muslimischen versucht zu recht zu argumentieren.

Nichtmal der wackere Recke wider die Religion Hunibert konnte diesmal was finden, um so richtig vom Leder zu ziehen ... :-)

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Ehemaliger Nutzer 29.03.2013 | 21:58

Und genau deshalb gibt es solche hilflosen Reaktionen, die sich an "christliche" oder sogar "jüdisch-christliche" Traditionen hängen wollen. Leute, die so etwas behaupten, fürchten offenbar, dem Islam, der ja so "furchtbar expandiert" nichts entgegensetzen zu können. Da wird dann nach einem Halt und Werten gestochert, wo aber nichts mehr ist.

Es wird schon etwas entgegengesetzt, werter Miaux, die vollkommene Gleichgültigkeit gegenüber religiöser Indoktrination in Verbund mit der durchaus realen Furcht, das Schiff könne ggf. kentern

Amanda Donata 29.03.2013 | 22:21

In der Ausübung des Islam sehe ich abolut keine Verbesserung für das menschliche Leben - zumal zwischen Mann und Frau. Punktum. Ihre komplexe Abhandlung Ihres Selbverständnisses des von Ihnen selbst Eingeschätzten.. nun .. das ist Ihre Sache .. ;-) .. vieeeeel Luuuuuft .. :-0 --;-)

Ich bin Reservistin in jungen Jahren und gut ausgebildet. Ich liebe die israelische Armee. Wenn die Deutschen sich gegenseitig hassen, so mögen sie das ruhig tun; wenn sie Angst haben vor ihren neuen Besatzern, dann ist das allein die Sache der Deutschen. Wir machen das schon anders und haben trotz praktischer Religion kein After-Problem wie die Deutschen. Gut so. ..;-) Aber wir schlagen uns prächtig, find' ich. ..

http://www.youtube.com/watch?v=H8-cud3HTGE

Gute Nacht

h.yuren 29.03.2013 | 22:37

Religion ist Privatsache.

stimmt nicht ganz. richtig müsste es heißen: religion sollte privatsache sein.

aber im übrigen finde ich deine argumentation überzeugend, emran.

keine religiösen symbole im klassenraum ist vom verfassungsgericht entschieden worden. aber einige, besonders katholische regionen wie bayern, scheren sich nicht um gerichtsurteile und werden nicht zur ordnung gerufen.

wenn ein cdu-mann andere als christliche feiertage ablehnt mit dem argument, der islam habe hierzulande keine tradition, verrät er sehr deutlich, worauf es den schwarzen ankommt: rückwärtsgang.

grüße, hy

Amanda Donata 29.03.2013 | 23:11

Hy..

Toll .. aber so unverschämt dürfen Sie im Westen Meinung machen. Kritisieren Sie mal in einem türkischen Blog türkische Politik und die damit verbundenen islamisch-religiösen Bindungen .. wie die Hyänen fielen sie über Sie her .. und Ihrer Logik folgend .. nicht zu unrecht .. finden Sie nicht? Wenn es Ihnen in Deutschland nicht paßt zu leben, dann hauen Sie in Gottes Namen ab. ..;-) .. also ich an Ihrer Stelle würd's so machen ..;-) Wie wäre es mit dem Kongo? Da können Sie Demokratie noch lernen.

Reinhard Moysich 29.03.2013 | 23:38

Nur weltanschauungsneutrale Feiertage!

Muslime fordern nun mit genau dem gleichen Un-Recht muslimische Feiertage, wie es egoistische so genannte „Christen“ schon seit langem für sich in Form von vielen staatlichen christlichen Feiertagen durchgesetzt haben (wirkliche Christen folgen jedoch der Nächstenliebe, welche jegliche Bevorzugung abgelehnt).

Beide Lager bestehen auf ihren mittelalterlichen Absolutheitsansprüchen nach Bevorzugung gegenüber allen anderen nach dem Grundgesetz und den Menschenrechten völlig gleichwertigen und gleichberechtigten ca. 4000 anderen religiösen und nichtreligiösen Weltanschauungen.

Das Bundesverfassungsgericht hat schon mehrfach – skandalöser Weise bisher vergeblich – gefordert, dass der deutsche Staat „weltanschauungsneutral“ sein muss da nur dann Deutschland eine „Heimstatt“ für alle sein kann, egal welche religiöse oder nichtreligiöse Weltanschauung sie haben.

Darum können nur weltanschauungsneutrale Feiertage den sehr dringenden und notwendigen gesellschaftlichen Frieden fördern, wie z.B. Tage der Liebe, Gerechtigkeit, Kulturen, Natur, erneuerbaren Energien, Erde im Weltall.

Nil 29.03.2013 | 23:55

Als Muslim hat man heutzutage ein sehr schlechtes Image. Das man zu erst ein Individuum und dann, neben vielem vielem anderen, auch Muslim ist, wird dabei komplett ignoriert. Die Assoziationen von fundamentalistischen Fanatikern kommen reflexartig hervor. Man kann sich nicht vorstellen, dass es konservative, liberale, post-moderne oder auch integrale Muslime gibt. Mit Bildung hat solcherlei Gesinnung jedenfalls nicht zu tun.

Deutschland ist christlich geprägt und es ist völlig natürlich, dass es auch nur christliche Feiertage gibt. Das zugezogene Muslime Feiertage für sich fordern, finde ich in dem Zusammengang, wo wir alle wissen, dass die Kirche Probleme mit Mitgliederschwund hat, unsensibel. Natürlich löst so ein Vorstoss Ängste aus. Wer jetzt deswegen eingeschnappt ist, hat selber schuld.

Ich persönlich würde Theologieunterricht bevorzugen, wo Religionsgeschichte, Spiritualität und Ethik gelehrt wird. Und alle möglichen religiösen Symbole zusammen in bunter Eintracht an den Wänden hängen.

miauxx 29.03.2013 | 23:56

"Es wird schon etwas entgegengesetzt (...)"

Jaja, sicher. Ich versuche ja nur dem auf den Grund zu kommen, warum sich etwa verschiedene CDU-Leute hinstellen, und eine "christlich-jüdische" Tradition beschwören (das "jüdisch" dabei ja eh nur als Korrektur wegen der jüngeren Geschichte), oder Rechtsnationale das Kreuzrittertum wieder entdecken wollen.

Eine Gesellschaft braucht eben keine Angst vor dem Islam zu haben, wenn sie selbst auf einen festen Wertekanon zurückgreifen kann. In welcher Form der erscheint - ob atheistisch oder auch religiös -, ist dabei zunächst zweitrangig (ich weiß, für dich nicht). Nur mangelt es bei uns eben gerade daran. Und so wird verzweifelt versucht, auf eine christliche Tradition zurückzugreifen, die sich hierzulande schon längst arg relativiert hat. Eigentlich ist das auch ziemlich phantasielos und überaus reaktionär - Religion müsse mit Religion entgegengetreten werden.

miauxx 30.03.2013 | 00:21

Wenn ich nun noch sehe, wie Sie auch h.yuren antworten, so denke ich, dass Sie erst gar nicht verstehen wollen, was andere hier schreiben. Es wäre vielleicht nicht schlecht, und eigentlich auch Sinn einer Diskussion, auch nur auf das einzugehen, was derjenige geschrieben hat, dem Sie antworten.

Was hier in Rede steht, hat nichts mit der Perspektive durch das Visier Ihrer so geliebten Armee zu tun! Also schauen Sie zunächst mal hin, was andere schreiben und helfen Sie uns nicht ständig Ihre religiöse Kriegspropaganda über!

Amanda Donata 30.03.2013 | 01:01

Lieber Gebe, grazie ..

"In der Ausübung des Islam sehe ich absolut keine Verbesserung für das menschliche Leben - zumal zwischen Mann und Frau. Punktum."

So .. Okay.

;-)

Kennen Sie das Liedchen? Meine Urgroßeltern spielten und sangen es gern, ob sie auch an Deutschland böse Erinnerungen hatte. Aber neimals hatte ich böse gegen Bach, Beethoven und Co;-) reden gehört .. niemals .. http://www.youtube.com/watch?v=BqsQu0UVu-M ...

Gruß zur Nacht

AD

Fro 30.03.2013 | 01:40

Ja, ein bedenkenswerter Beitrag. Wir haben hierzulande 8-11 (je nach Bundesland) gesetzliche arbeitsfreie Feiertage – das ist gut so. Da wir aber heute in Zeiten der Überproduktion leben, einigen wir uns doch vorerst einfach mal auf 20 arbeitsfreie Feiertage. Und weil ein Jeder andere Gründe haben kann etwas an bestimmten Tagen zu feiern, soll auch ein Jeder entscheiden können, was er wann feiern- oder wessen er an selbst bestimmten Tagen gedenken will. Mit einer derartigen Regelung könnten alle - auch unsere muslimischen Mitbürger - zufrieden sein.

Nil 30.03.2013 | 02:21

Da haben die Christen Deutschland Glück, da ein Teil der Kirche ausgelagert ist, im Vatikanstaat als dem Gottesstaat überhaupt, da braucht man sich nicht verantwortlich fühlen, wenn es schlecht läuft. Die reformierte Kirche ist schon lange liberal.

In der Türkei wo ich geboren bin, gibt es eine laizistische Verfassung, glücklicherweise. Die Moscheen sind konservativ dominiert, immerhin gibt es stabile Minderheiten mit liberalen Werten, Tendenz steigend.

In Saudi Arabien zum Beispiel geht es in den Moscheen sehr wahrscheinlich fanatisch einher.

Und so weiter und so fort.....

So hat jede Nation seinen eigenen Mix an Spezialitäten.

Wer nicht in der Lage ist Unterscheidungen zu treffen, beabsichtigt oder unbeabsichtigt, ist auf der egozentrischen oder ethnozentrischen Bewusstseinsstruktur hängen geblieben.

Für globale Problemlösungsstrategien fallen diese jedenfalls aus.

h.yuren 30.03.2013 | 07:46

Wenn es Ihnen in Deutschland nicht paßt zu leben, dann hauen Sie in Gottes Namen ab. ..;-) .. also ich an Ihrer Stelle würd's so machen ..;-) Wie wäre es mit dem Kongo? Da können Sie Demokratie noch lernen.

liebe amanda, mir kommt es schon mutig vor, dass du dich hier zu wort meldest. freilich musst du noch viel lernen. zum beispiel, was es heißt, einem kritiker der teutschen zustände die tür zu weisen ins passende ausland. was eine wiederholung der geste ist, die schon die altwestdeutschen von rechts mit dem ausgestreckten zeigefinger nach osten sehen ließen, wenn jemand den rechten westen in die mangel genommen hatte.

schon fast zu unreif dein kommentar für eine antwort. lass dir das mal durch den kopf gehen!

grüße, hy

30sec 30.03.2013 | 09:57

Warum nicht alle, für die meisten Menschen sinnentleerten, Feiertage abschaffen? Dafür die flexible 4-Tage-Arbeitswoche einführen? Wahlweise Montag bis Donnerstag, Dienstag bis Freitag, Mittwoch bis Samstag arbeiten oder was sonst an Kombinationen denk- und machbar ist, es müssen auch nicht zwingend 4 Tage hintereinander sein. Mit 8,5 Stunden pro Tag ist die 34-Stunden-Woche machbar, Herr Nachbar, Frau Nachbarin!
Wer die religiösen Feiertage festlich begehen will, legt dann seine arbeitsfreien Tage entsprechend.

GEBE 30.03.2013 | 10:52

Ein Ansatz, der mir wegen seines anarchischen Aspektes gut gefällt. Außerdem stimmt es, daß wg. Überproduktion es keine Frage wäre, weitere erwerbsarbeitsfreie Tage installieren zu können. Jedoch glaube ich, würden bei der zusätzlichen Wahlfreiheit die meisten Menschen dann lediglich ihre zusätzlichen persönlichen freien Gedenktage wohl so anlegen, daß a. die herkömmlichen Feiertage beibehalten würden und b. lediglich die um diese herum gegebenen sogenannten Brückentage zu persönlichen „Gedenktagen“ umdefiniert würden um Urlaub zu sparen.

mymind 30.03.2013 | 12:13

@Emran Feroz

Fakt ist jedoch, dass das gegenwärtige Feiertagsgesetz alle Nichtchristen benachteiligt.

Das stimmt so nicht ganz! ´Benachteiligt´ sind hierzulande auch orthodoxe Christen, da die Feiertage immer noch nach dem julianischen Kalender ausgerichtet sind, so unsinnig das auch sein mag. Ostern, Weihnachten usw. sind auch für diese Arbeitnehmer normale Arbeitstage.

Waltermann 03.04.2013 | 16:07

"Die Vertreter der Muslime in beiden Ländern würden eine solche Regelung als wichtige Integrationsmaßnahme sehen."

Ich habe den Koran gelesen, und ich könnte Suren nennen, die diese Integration verbieten. Es ist der Islam, der sich einer Integration verweigert. Für Muslime ist der Koran das Gesetz, das Buch, das direkt von Gott gesandt wurde.

Das deutsche Grundgesetz ist für jeden Muslim ein "Scheißdreck", ein "Nazi

Achtermann 03.04.2013 | 18:00

"Mit 8,5 Stunden pro Tag ist die 34-Stunden-Woche machbar...".

Was ist mit der Kohle? Reduziert man von 40 auf 34 Arbeitsstunden die Woche, verliert man 15 Prozent des Lohns. Wer kann sich das leisten? Die Folge davon ist, dass auch die Rente sinkt. Wie viele Menschen zusätzlich können dann nicht mehr von ihrer Rente leben? Leider ist es so, dass alles mit allem zusammenhängt.

30sec 04.04.2013 | 18:59

Mit "Innovationen", "Flexibilität", "Aufbrechen verkrusteter Strukturen" belieben die Befürworter "alternativloser Reformen" ihre Agenda 2010 zu begründen. Warum nicht deren Vokabeln anwenden für einen Aufschwung 2014
1. mit einem Mindestlohn von 10€
2. mit einer Arbeitszeitverkürzung mit vollem Lohnausgleich?

Voller Lohnausgleich ist machbar:
"Jahrzehntelang war sie durchsetzbar, die Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohnausgleich. Die Vollbeschäftigung machte es möglich. Von 48 Wochenarbeitsstunden in sechs Tagen im Jahr 1950 bis zur Fünf-Tage-Woche im Jahr 1956 und der 40-Stunden-Woche ab 1965 war es scheinbar nicht so ein weiter Weg, wie dann zur 35-Stunden-Woche bei den Metallern im Jahr 1995. Die Konkurrenz war härter geworden, die Gewerkschaften schwächer. Spätestens seit dem verlorenen Streik um die 35-Stunden-Woche in Ostdeutschland im Jahr 2003 scheint das Thema Arbeitszeitverkürzung vom Tisch.

Doch ein Umdenken tut Not ..."

"Die Porsche-Mitarbeiter am Produktionsband müssen künftig fürs gleiche Geld eine Stunde weniger in der Woche arbeiten. Unternehmensleitung und Arbeitnehmervertreter verständigten sich auf eine Senkung der Wochenarbeitszeit auf 34 Stunden von bislang 35 Stunden, wie Porsche am Donnerstag mitteilte."

mymind 06.04.2013 | 01:48

Das ist der wesentliche Knackpunkt, weshalb sogenannte Integration, so angestrengt sie auch betrieben wird, nicht fruchten wird. Im Grunde stellt die Forderung nach Integration an Muslime eine Art von Aufruf zur Kollaboration mit Ungläubigen dar.

Also das ist das Bekloppteste, das ich in letzter Zeit gelesen habe. Kennen Sie muslimische Menschen? bzw. welche die so aussehen, aber ggf. nicht gläubig sind?

Vermutlich nicht! Weil dann hätten Sie die ein oder andere Erfahrung gehört, die in unserer Gesellschaft nicht gern gehört wird & genausowenig hingehört!

Sie haben es offensichtlich nicht wahrgenommen, dass es hierzulande seit über 50 Jahren haufenweise ´Ausländer, Migranten etc.´gibt, die in diesem ´tollen´ Land ihren Lebensmittelpunkt entdeckt haben. Ja, von denen & den nachfolgenden Generationen können sogar die allermeisten deutsch sprechen & schreiben & manche beherrschen die Grammatik besser als deutsche Kollegen.

Der Fokus wird stets auf diejenigen gerichtet, die nicht integriert sind. Was ich einerseits verstehen kann aber andererseits auch problemtisch sehe. Ich stelle in meinem türkisch/kurdischen Bekanntenkreis fest, dass eine bestimmte Akkzeptanz-Frustrationsebene am Kippen ist. Warum? Egal wie sie sich bemühen, sie werden anders behandelt als Deutsche. Das gilt auch für alle weiteren Migranten hierzulande. Ich zähle auch dazu & habe einige bekloppte Erfahrungen hinter mir. Aber ich stehe darüber, wehre mich, wenn es sein muss auch impertinent, aber wenn es nicht sein muss möchte ich kein Fass über jeden Bullshit aufmachen , nicht jeder kann & schafft es. Aber es ist schon traurig, dass Menschen nach Herkunft & Namen eingeordnet werden & nicht sie wie sie sind.

Meine Einschätzung ist, dass je weiter alle unter Sippenhaft bewertet werden, der Missmut eskalieren wird. Profitieren werden dabei die Fundamentalisten, auf beiden Seiten….