Emran Feroz
02.01.2013 | 16:14 14

Hier Antisemitismus, dort Antisemitismus

Die Top 10 des SWC Simon-Wiesenthal-Center setzt Antisemitismus mit Israelkritik gleich

Das amerikanisch-jüdische Simon-Wiesenthal-Center (SWC) hat wieder einmal mit den jährlichen „Top Ten der Antisemiten und Israelkritikern“ für Schlagzeilen gesorgt. In Anbetracht der Tatsachen sollte man diese Liste kritisch betrachten, denn es ist sehr fragwürdig, wenn eine international anerkannte Menschenrechtsorganisation Antisemitismus mit Israelkritik gleichsetzt.

Karikaturist Latuff nimmt es wohl mit Humor auf - Quelle: latuffcartoons.wordpress.com

 Das iranische Regime hat es überraschenderweise nicht auf Platz eins geschafft, denn dieser wird schon von den ägyptischen Muslimbrüdern besetzt. Das SWC ist der Meinung, dass die Muslimbrüder aufgrund einiger Bemerkungen eindeutig antisemitisch sind. Allerdings muss man hierbei auch erwähnen, dass die gegenwärtige Politik Morsis den israelischen Staat in keinster Weise gefährdet. Der Friedensvertrag mit Ägypten, das Hauptanliegen Israels, wird weiterhin aufrecht erhalten bleiben. Allerdings ist es verständlich, dass Netanjahus Regierung lieber den folternden, vom Westen gestützten Mubarak einige Jahre länger an der Macht gesehen hätte. Dieser hat nämlich nie Partei für die palästinensischen Nachbarn ergriffen.

Platz zwei wird von den Herrschaften in Teheran belegt. Das SWC denkt, dass Präsident Ahmadinejad, Ayatollah Khamenei und all die anderen Mullahs zu den schlimmsten Feinden Israels und aller Juden weltweit gehören. Natürlich ist dies der Fall, wenn die Schlussfolgerungen aufgrund von Übersetzungsfehlern und einseitiger Medienberichtserstattung zurückzuführen sind. Was gerne unerwähnt bleibt, ist die Tatsache, dass Mahmoud Ahmadinejad sich schon des Öfteren mit orthodoxen Juden, unter anderem in New York, traf und alles andere als antisemitisch wirkte. Abgesehen davon werden Juden im Iran im Gegensatz zu einigen muslimischen Minderheiten ziemlich gut behandelt.

Der brasilianische Karikaturist Carlos Latuff ist laut SWC Nummer drei. Latuff ist bekannt für seine israelkritischen Karikaturen, die vor allem im Internet eine hohe Popularität genießen. In Anbetracht seiner Werke kann man davon ausgehen, dass Latuff einer der stärksten Unterstützer der „palästinensischen Sache“ ist. Allerdings kann man auch zu Recht behaupten, dass sich Latuff hier und da antisemitischer Klischees bedient. Vor allem die Rolle des Davidsterns, der immer wieder in seinen Werken auftaucht, ist fragwürdig. Latuffs Fans sind der Meinung, dass der Künstler damit nur die israelische Regierung meint. Abgesehen davon hat sich Latuff nie antisemitisch geäußert. Des Weiteren wäre es interessant zu wissen, warum hier nicht plötzlich die sogenannte „Kunst- und Meinungsfreiheit“ ins Spiel kommt. Auf jener dänischen Karikatur, die den islamischen Propheten Mohammad darstellen soll, ist unter anderem der Schriftzug „la ilaha illallah wa muhammad rasul allah“ zu lesen. Dieser Schriftzug ist eine Art islamisches Symbol und steht im gleichen Verhältnis wie der Davidstern zum Judentum. Während Karikaturen mit Davidstern zu Recht als antisemitisch gelten, scheint dieses Argument für den Islam nicht gültig zu sein. Alle Cartoons und Comics mit islamisch-arabischen Aufschriften gelten offiziell nicht als islamfeindlich, sondern als Teil der westlichen Künstlerfreiheit.

In der Liste findet man auch „echte“ Antisemiten. So werden die Plätze vier bis sieben von englischen Hooligans, der rechtspopulistisch-ukrainischen Svoboda-Partei, der rechtsextremen, griechischen „Goldenen Morgendämmerung“ sowie der ungarischen Jobbik-Partei, die vor Kurzem mit antisemitischen Parolen wieder einmal auf sich aufmerksam machte. Auf Platz zehn befindet sich Louis Farrakhan, der Führer der amerikanischen Sekte „Nation of Islam“.

Platz acht belegt der norwegische Arzt Trond Ali Linstad. Der Norweger war einst derartig fasziniert von der islamischen Revolution im Iran, dass er sich entschloss, zum schiitischen Islam zu konvertieren. Seitdem engagiert sich Linstad für Muslime in Norwegen und für die Palästinenser im Nahen Osten. Sein Frau, Karin Linstad, gilt ebenfalls als prominente Palästina-Aktivisten. 2005 wurde bekannt, dass es sich bei Frau Linstad um eine einstige Mossad-Agentin handelt. Ihren eigenen Angaben nach hat sie als Doppelagentin agiert, um palästinensische Interesse zu vertreten. Ob man das glauben soll, ist eine andere Frage. Ihr Ehemann soll antisemitische Bemerkungen fallen gelassen haben. So schreibt das SWC, dass Linstad unter anderem gesagt haben soll, dass „die Juden“ Medien und Politik beeinflussen und so ihre Macht spielen lassen. Des Weiteren soll er „dschihadistische Töne“ von sich gegeben haben.

2012 wurde Linstad vom norwegischen König Harald V. für die königliche Verdienstmedaille nominiert. Daraufhin kam heftige Kritik aus Israel und aus den Vereinigten Staaten. Vor allem die Anti-Defamition League (ADL) um Abraham Foxman drängte den König dazu, die Nominierung rückgängig zu machen, was dieserletztendlich auch tat. Dieses Verhalten ist man von Foxman und seinen Leuten gewohnt. In Yoav Shamirs Dokumentarfilm „Defamation“ wird des Öfteren gezeigt, wie Foxman unter anderem Druck auf Vertreter der ukrainischen Regierung ausübt und eine Audienz beim Papst hat. Seinen eigenen Aussagen nach ist das Verhalten von all diesen wichtigen Würdenträgern ebenfalls antisemitisch, da sie die Juden für mächtig halten, ihn deshalb empfangen und auf die Forderungen der ADL eingehen.

Der meist diskutierte Platz in Deutschland war wohl jener Jakob Augsteins. Augstein fiel aufgrund seiner israelkritischen Artikel, die alle auf SPIEGEL-Online nachzulesen sind, in das Ranking des SWC. Wer die Artikel Augsteins bezüglich Israel kennt, weiß, dass sie möglicherweise hier und da zu kritisieren sind, allerdings fehlt von Antisemitismus jede Spur. Nur weil ein Henryk M. Broder Augstein als „Salon-Antisemiten“ und „antisemitische Drecksschleuder“ beschimpft hat, heißt es noch lange nicht, dass es den Tatsachen entspricht. Nichtsdestotrotz erwähnt das SWC Broder folgendermaßen:

Respected Die Welt columnist Henryk M. Broder, who has testified as an expert in the Bundestag about German anti-Semitism, labeled Augstein a “little Streicher” adding: “Jakob Augstein is not a salon anti-Semite, he’s a pure anti-Semite…an offender by conviction who only missed the opportunity to make his career with the Gestapo because he was born after the war. He certainly would have had what it takes.”

Was soll man nun davon halten? Broder wurde aufgrund seiner Äußerungen in Bezug auf Augstein von allen Seiten scharf kritisiert. Es liegt auf der Hand, dass Broder mit seiner pubertären Ausdrucksweise nur nach Aufmerksamkeit sucht. Allerdings stellt sich das SWC eindeutig auf die Seite Broders und ist somit alles andere als neutral.

Meiner Meinung nach spielt das SWC ein gefährliches Spiel. Es ist ohnehin fragwürdig, warum die Vertreter der erfolgreichsten ethnischen Gruppe in den USA permanent nach Antisemiten suchen. Menschen verhungern, werden bombardiert und massakriert, doch manche Organisationen und Personen halten es für wichtiger, in Europa und anderswo nach Antisemiten zu suchen. Bei dieser Suche wird kräftig mit der allseits bekannten Antisemitismus-Keule geschwungen.

Erwähnenswert sind hierbei auch die Theorien des israelisch-amerikanischen Autors und Theatermachers Tuvia Tenenbom. Dieser meinte vor Kurzem, dass die Deutschen gegenwärtig so antisemitisch seien wie zu Hitlers Lebzeiten. Gleichzeitig werden Personen wie Augstein, die Israel zu Recht kritisieren, auf einer Stufe gestellt mit griechischen Neonazis, Rechtspopulisten und fanatischen Sektenführern. Die Israelkritik wird mundtot gemacht und diffamiert, indem man sie mit Antisemitismus gleichstellt

Kommentare (14)

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Ehemaliger Nutzer 02.01.2013 | 16:39

Es ist keine Israelkritik, die hier verunglimpft wird.

Längst sieht sich die zivilisierte Welt handfester Kriegspropaganda gegenübergestellt, gleich von welcher Seite!

Dem gilt es endlich zivilisiert zu begegnen und sich nicht von Kriegstreibern, wer auch immer die sein mögen, instrumentalisieren zu lassen für deren menschenverachtende Massenmordveranstaltungen!

Bastian Borstell 10.07.2013 | 07:20

"Das SWC ist der Meinung, dass die Muslimbrüder aufgrund einiger Bemerkungen eindeutig antisemitisch sind."

 

Vor ein paar Tagen:

"'Muslim Brotherhood claims interim Egyptian president is Jewish'

Washington Post: MB website said Israel, US backed Mansour as part of conspiracy to eventually install ElBaradei as president.
[...]
The Post quoted the article as saying that ElBaradei had turned down an invitation to participate in a conference that denied the Holocaust as "a token gesture offered to the Jews by ElBaradei so that he can become President of the Republic in the fake elections that the military will guard and whose results they will falsify in their interests. All with the approval of America, Israel and the Arabs, of course.”" http://www.jpost.com/Middle-East/Muslim-Brotherhood-claims-interim-Egyptian-president-is-Jewish-318877

 

Dazu auch:

 

"Die Muslimbrüder, die die Mehrheit im ägyptischen Parlament (47%) halten und deren Reihen Präsident Mohammed Morsi entstammt, sind demnach verantwortlich für die weltweit schlimmsten antisemitischen Ausfälle im vergangenen Jahr. Als Beleg zitiert das Wiesenthal-Zentrum Mohammed Badie, den Anführer der islamistischen Vereinigung, mit folgenden Worten: „Die Juden haben das Land dominiert, Korruption auf der Erde verbreitet, das Blut der Gläubigen vergossen und die heiligen Stätten entweiht.“

 

Noch hässlicher und noch eindeutiger judenfeindlich hat sich Ägyptens gewählter Präsident Mohammed Morsi ausgedrückt. In einem kürzlich aufgetauchten Video von 2010 bezeichnet Morsi Juden als „Blutsauger und Kriegstreiber und Nachkommen von Affen und Schweinen“. Über Verhandlungen zwischen Israelis und Palästinenser hatte er in jenen Tagen folgendes zu sagen: „Sie (die Israelis) müssen von ihrem Land vertrieben werden. Deshalb müssen diese Verhandlungen ein für alle Mal aufhören. Alle müssen den Widerstand unterstützen.“ Wohlgemerkt: Noch Ende letzten Jahres hatten viele westliche Medien Morsi noch als "Vermittler" zwischen Israelis und Palästinensern gefeiert; und manche Beobachter schrieben ihm eine Schlüsselrolle auch in künftigen Friedensverhandlungen zu.

 

Nachdem Morsis Äußerungen in der US-amerikanischen Presse für Aufruhr gesorgt hatten, griff der ägyptische Präsident zu seiner Verteidigung gar auf ein weiteres klassisch antisemitisches Motiv zurück: die Verschwörungstheorie. Seine Kommentare seien "aus dem Kontext" gerissen worden, behauptete er - um sogleich anzudeuten, dass die Juden schließlich die US-amerikanischen Medien beherrschten.

 

Wer die Ideologie der Muslimbrüder kennt, kann von diesen Äußerungen nicht überrascht sein. Die Hamas, die den Gazastreifen nach strengen islamistischen Regeln regiert und Israels Existenzrecht rundheraus ablehnt, ist immerhin ein direkter Ableger der ägyptischen Muslimbruderschaft. Und Antisemitismus ist in der ägyptischen Gesellschaft weit verbreitet, das war auch schon unter Mubarak so: In den schlecht ausgestatteten öffentlichen Schulen ebenso wie in Zeitungen und Filmen wurden die Juden als hässliche, bösartige, quasi nicht-menschliche Wesen dargestellt, Mörder palästinensischer Kinder, Feinde aller Muslime. „Hitler gut, Hitler gut“, bekommen deutsche Touristen deshalb von Taxifahrern und Basarhändlern zu hören. So sagte denn auch ein Berliner Nahost-Experte zur Deutschen Welle, Morsis Äußerungen seien “beleidigend” gewesen, aber “nicht überraschend”; er habe lediglich ausgesprochen, was viele Ägypter denken.

 

Dennoch: Nachdem Mohammed Morsi hierzulande in den ersten Monaten seiner Amtszeit oft als moderat und friedliebend porträtiert worden ist; nachdem Außenminister Guido Westerwelle für Vertrauen für „gemäßigte Islamisten“ geworben und Morsi seine Unterstützung zugesichert hatte („Sie können sich auf Deutschland verlassen“); und nachdem Entwicklungsminister Dirk Niebel die Muslimbruderschaft gar mit der CDU verglichen hatte, hätte die Entlarvung von Morsis Antisemitismus hierzulande mehr Aufmerksamkeit – und in der Tat mehr Aufregung – provozieren sollen." http://mareikes-nahostblog.blogspot.de/2013/01/die-verpasste-antisemitismus-debatte.html

 

"Der Islamismus der Muslimbruderschaft und der Antisemitismus

[...]

Islamismus und Djihad
Für den Islamismus sollte sich die Neudeutung des Djihad durch Hassan al-Banna als bis heute wirkungsmächtig erweisen. Im Mittelpunkt dieser Deutung steht die Erklärung eines heiligen Krieges, welcher gegen die Ungläubigen geführt werden solle. Die ursprünglich vorherrschende Auffassung einer alleinigen Anstrengung für den Glauben wurde durch al-Banna militärisch umgedeutet. In seinem Artikel „Die Todesindustrie“ von 1938 legt al-Banna dieses Konzept dar. Er glorifiziert dort die „Liebe zum Tod“ und erklärt, dass Gott derjenigen Nation ein stolzes Leben gäbe, welche die Industrie des Todes perfektioniere. Er schaffte damit die ideologische Grundlage für die Opferung durch den Märtyrertod gegen die Feinde des Islam. Ziel dieser lebensverachtenden Agitation waren neben der von ihnen als korrupt und dekadent gebrandmarkten Regierung auch die ägyptischen Juden. Diese lebten bis 1937 in relativer Sicherheit und Wohlstand in Ägypten und gestalteten das politische Leben mit. Doch es begann sich dieser Zustand zu ändern, als die Muslimbrüder 1936 zum Boykott jüdischer Geschäfte aufriefen. Im Zusammenhang stand dies auch mit einer zunehmend judenfeindlichen öffentlichen Meinung unter Einflussnahme der Nationalsozialisten aus Deutschland. Al-Banna machte sich dabei insbesondere den Konflikt in Palästina geschickt zu Nutze, um seine Idee des Djihad zu propagieren. Der Kampf für ein „judenfreies Palästina“ wurde so für eine islamistische Massenmobilisierung instrumentalisiert.

 

Der Mufti von Jerusalem und die Verbindung mit dem Nationalsozialismus
Einen Verbündeten fanden die Muslimbrüder in Amin el-Huseini, dem Mufti von Jerusalem, welcher maßgeblich für die antijüdischen Pogrome in Jerusalem 1929 verantwortlich war. El-Huseini islamisierte dabei den Kampf gegen die jüdische Einwanderung und schreckte auch später vor einer Zusammenarbeit mit den Nationalsozialisten nicht zurück. Sein radikaler Antisemitismus stand dem der Deutschen in nichts nach. El-Huseini avancierte im Laufe des Zweiten Weltkrieges zum glühendsten Verfechter der Nazis im arabischen Raum und freundete sich sogar mit Heinrich Himmler an. Als hasserfüllter Prediger erklärte er im Angesicht der Gräuel der Shoa, dass er die Juden „am liebsten alle umgebracht sähe“. Hassan al-Banna und Amin el-Huseini bildeten ein tödliches Gespann, die in ihrem Judenhass vereint waren. 1947 wurde el-Huseini schließlich zum Führer der Muslimbrüder in Palästina ernannt."

[...]

 

Verschwörungsideologischer Antisemitismus
Als wirkungsmächtigster Verfechter dieses islamistischen Antisemitismus entwickelte sich der Muslimbruder Sayyid Qutb. Dieser nahm die djihadistische Idee al-Bannas auf und verband sie noch stärker als zuvor mit den Kampf gegen das „Weltjudentum“ als erklärtem Hauptfeind. Dabei kommt den verschwörungsideologischen Elementen eine zentrale Bedeutung zu. Qutb imaginierte eine „jüdische Verschwörung gegen den Islam“, die er mit Stereotypen des originär europäischen Antisemitismus, wie dem antisemitischen Pamphlet der Protokolle der Weisen von Zion, anreicherte. In seiner bis heute einflussreichen Schrift „Unser Kampf mit den Juden“ von 1950 entwickelte Qutb programmatisch seine antijüdische Ideologie. Er spricht dort von einem Krieg, den die Juden gegen den Islam angezettelt hätten und folgert: „Von ihrem ersten Tag an waren Juden die Feinde der muslimischen Gemeinschaft.“ In ideengeschichtlicher Ähnlichkeit zum völkischen Antisemitismus deutscher Provenienz stellt er eine harmonische gewachsene Gemeinschaft gegen einen vermeintlich zersetzenden Einfluss der „volksfremden“ Juden. Qutb führt in diesem Zusammenhang aus:

 

„In der jüngsten Ära sind Juden an jedem Punkt dieser Erde die Anführer des Kampfes gegen den Islam geworden. […] Hinter der Doktrin des atheistischen Materialismus steckte ein Jude; hinter der Doktrin der animalistischen Sexualität steckte ein Jude; und hinter der Zerstörung der Familie und der Erschütterung der geheiligten Beziehungen in der Gesellschaft steckte ebenfalls ein Jude."

 

Diese wahnhaften Vorwürfe, deren Stereotype aus der NS-Propaganda erschreckend bekannt wirken, sind verbunden mit der antisemitischen Figur des jüdischen Verschwörers, der im geheimen agiert. Dazu heißt es weiter:

 

„Diesen jüdischen Konsens würde man niemals in einem Vertrag oder auf einer offenen Konferenz ausgesprochen finden. Es handelt sich stattdessen um eine stille Übereinkunft zwischen dem einen Agenten und dem anderen hinsichtlich des wichtigen Ziels.“

 

Die Propagierung dieser Dichotomie einer muslimischen Gemeinschaft gegen Juden in der Gesellschaft sollte sich bis heute als dominant für den Diskurs innerhalb der islamischen Welt erweisen. Insbesondere die Vorstellung einer Verschwörung der Juden gegen den Islam wurde ein fester Bestandteil des gesellschaftlichen common sense. Eine Kontinuität dieser wahnhaften Ideen findet sich heute in der Terrororganisation der Hamas." http://www.netz-gegen-nazis.de/artikel/der-islamismus-der-muslimbruderschaft-und-der-antisemitismus-ein-historischer-ueberblick-2917



"Die Juden werden als das Weltübel par excellence halluziniert und nicht nur für die Französische Revolution und den Ersten Weltkrieg, sondern auch für den Zweiten Weltkrieg, die Ausbeutung der Dritten Welt durch den Imperialismus und den Drogenschmuggel verantwortlich gemacht. Folgerichtig definiert sich die Hamas* als „universelle“ Bewegung und als „Speerspitze und Avantgarde“ im Kampf gegen den „Weltzionismus“, folgerichtig gilt ihr der Djihad gegen Israel als lediglich erste Etappe eines weltweiten islamischen Kriegs, der die Juden vernichten will, um die Welt zu retten.
Die Art und Weise, wie Juden getötet werden, gibt Auskunft auf die Frage, warum sie getötet werden. Es ist diese Ankopplung an eine wahnwitzige Reinheits- und Erlösungsmission, die den Antisemitismus der Islamisten zum eliminatorischen macht, die den Hass auf Juden größer werden lässt, als die Furcht vor dem eigenen Tod und die den suizidalen Massenmorden der Hamas ihr Motiv verleiht. Es ist die Enthumanisierung der Juden und ihre Dämonisierung zum Menschheitsfeind, die Islamisten veranlasst, als „jüdisch“ markierte Menschen unterschiedslos in überfüllten Bussen, Restaurant, Diskotheken, Musicals oder Wolkenkratzern zu töten und jede noch so vage Gelegenheit für eine friedliche Lösung des Nahostkonflikts mit immer neuen Massakern zu torpedieren." http://www.matthiaskuentzel.de/contents/sprache-der-vernichtung

*sowohl Muslimbrüder als auch Hamas folgen im wesentlichen der Ideologie von Sayyid Qutb.

Bastian Borstell 10.07.2013 | 07:27

"Was gerne unerwähnt bleibt, ist die Tatsache, dass Mahmoud Ahmadinejad sich schon des Öfteren mit orthodoxen Juden, unter anderem in New York, traf und alles andere als antisemitisch wirkte. Abgesehen davon werden Juden im Iran im Gegensatz zu einigen muslimischen Minderheiten ziemlich gut behandelt."

 

Über jene Organisation, die er traf:

"Im Dezember 2006 nahmen Moishe Aryeh Friedman sowie weitere führende Mitglieder der Neturei Karta an einer von der iranischen Regierung organisierten, weltweit umstrittenen Holocaust-Konferenz in Teheran teil." http://de.wikipedia.org/wiki/Neturei_Karta

 

Zitate von einem Mitglied dieser Organisation:

„Eine Holocaust-Religion ist konstruiert worden von jenen, die selbst zu den Hauptverantwortlichen für die Verfolgung von Juden zählten: Von den Zionisten, die nicht den geringsten Glauben an Gott besitzen, sondern sich die Ausrottung der Gläubigkeit an Gott in der gesamten Menschheit als Ziel gesetzt haben. Diese Holocaust-Religion beansprucht weltweite Gültigkeit und betrachtet sich als allen internationalen Verträgen, den Verfassungen der einzelnen Staaten und den verschiedensten Glaubensbekenntnissen übergeordnet.“

„In diesem Zusammenhang muss man auf die Tatsache hinweisen, dass die wahren Hintermänner, Finanziers und zum Teil Vollstecker der Grausamkeiten im Zweiten Weltkrieg Zionisten waren.“

„Der Begründer des Zionismus, Theodor Herzl, hat bereits in seinem ersten Tagebüchern erstaunlicherweise von einer Zahl von sechs Millionen Juden gesprochen, die angeblich in Europa bedroht sind, und dass eine Chance für den sog. Judenstaat nur gegeben sein wird, wenn es auch zu einer Katastrophe an diesen sechs Millionen europäischen Juden kommt.“

„Die Gründer des Zionismus, der eine wirklich verbrecherische Sekte ist, haben als eine ihrer ersten Aktionen eine Reise nach Deutschland unternommen, um die Judenfeindlichkeit anzuheizen.“

„Gleichzeitig haben die Zionisten alle möglichen Maßnahmen in die Welt gesetzt, um das deutsche Volk zu provozieren, zu erniedrigen und zu boykottieren, und sie haben bei allen Weltregierungen erfolgreich gegen Deutschland Lobbyarbeit betrieben, unter anderem beim bolschewistischen Russland, aber auch in England und Amerika.“

„Auch vor und während des ersten Weltkrieges wurde seitens der Bolschewisten und der Engländer die Zahl von sechs Millionen Juden benannt, die angeblich von den Deutschen mit der Vernichtung bedroht werden, um diesen Krieg zu rechtfertigen und das Deutsche Volk als absolut bösen Feind darzustellen.“

„Nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten 1933 haben zionistische Organisationen in Palästina gemeinsam Hitler schriftlich gratuliert, auf die ideologischen Gemeinsamkeiten hingewiesen und eine Zusammenarbeit angekündigt. Kurz danach reisten Goebbels, Himmler und Eichmann aufgrund der zionistischen Jewish Agency nach Palästina, wo sie mit großem Triumph empfangen wurden.“

z.n. http://lizaswelt.net/2006/12/16/mehr-als-nur-ein-kronzeuge/

 

Bastian Borstell 10.07.2013 | 09:20

"Meiner Meinung nach spielt das SWC ein gefährliches Spiel. Es ist ohnehin fragwürdig, warum die Vertreter der erfolgreichsten ethnischen Gruppe in den USA permanent nach Antisemiten suchen. Menschen verhungern, werden bombardiert und massakriert, doch manche Organisationen und Personen halten es für wichtiger, in Europa und anderswo nach Antisemiten zu suchen. Bei dieser Suche wird kräftig mit der allseits bekannten Antisemitismus-Keule geschwungen."

 

Meines Wissen nach, ist die "erfolgreichste ethnische Gruppe" in den USA jeder der als Chinesen identifizierten Menschen.

 

"Menschen verhungern, werden bombardiert und massakriert, doch manche Organisationen und Personen halten es für wichtiger, in Europa und anderswo" über die Listen des SWC zu diskutieren, und was an deren Erstellung angblich so schlimm sein soll.

 

"Menschen verhungern, werden bombardiert und massakriert, doch manche Organisationen und Personen halten es für wichtiger, in Europa und anderswo" finden es nicht wichtig, dass diese Dinge in Mali, im Sudan, im Kongo, in Tibet, in Tschetschenien, in Myanmar usw. passieren, sondern sind darauf versessen, sich mit Isreal zu beschäftigen. Die UN-Menschrechtskommission verabschiedete zwischen 2006 und 2010 25 Resolutionen, 4 in Bezug auf Myanmar, 1 in Bezug auf Nordkorea und 20 in Bezug auf Israel.

Die Kurden haben das Pech, dass ihr Kampf mit Juden nichts zu tun hat - sonst würden alle Medien weltweit ständig über sie berichten. Als Saddam damals die Kurden vergast hat, wurde er von den Palästinensern - allen voran Arafat – frenetisch umjubelt. So hatten die also kein Problem damit, dass der irakische Diktator Völkermord beging und das Völkerrecht brach. Und in dieser Kategorie findet wohl das dortige Denken statt: Israel ist schlecht, die arabischen Diktaturen sind gut - die paar vergasten Kurden = kein Problem.

 

"Des Weiteren wäre es interessant zu wissen, warum hier nicht plötzlich die sogenannte „Kunst- und Meinungsfreiheit“ ins Spiel kommt."

 

"Die Israelkritik wird mundtot gemacht und diffamiert, indem man sie mit Antisemitismus gleichstellt"

 

Darf das SWC denn nicht von seiner Meinungsfreiheit gebrauch machen?

Sie tun ja gerade so, als würde das SWC hier irgendewas verbieten, dass SWC kritisiert jeoch selbst nur andere, so wie Sie wiederum das SWC kritisieren.

 

"Ein besonders hintersinniges Argument ist: ›Man darf ja gegen Juden heute nichts sagen.‹ Es wird sozusagen gerade aus dem öffentlichen Tabu über dem Antisemitismus ein Argument für den Antisemitismus gemacht: Wenn man nichts gegen die Juden sagen darf, dann – so läuft die assoziative Logik weiter – sei an dem, was man gegen sie sagen könnte, auch schon etwas daran. Wirksam ist hier ein Projektionsmechanismus: daß die, welche die Verfolger waren und es potentiell heute noch sind, sich aufspielen, als wären sie die Verfolgten.

[...]

Darauf spekuliert tatsächlich einer der wesentlichen Tricks von Antisemiten heute: sich als Verfolgte darzustellen; sich zu gebärden, als wäre durch die öffentliche Meinung, die Äußerungen des Antisemitismus heute unmöglich macht, der Antisemit eigentlich der, gegen den der Stachel der Gesellschaft sich richtet, während im allgemeinen die Antisemiten doch die sind, die den Stachel der Gesellschaft am grausamsten und am erfolgreichsten handhaben:" Zur Bekämpfung des Antisemitismus heute, Theodor W. Adorno