energyturnaround

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RE: Geld oder Leben! | 01.02.2013 | 12:25

Zitat:

<<< Die Tatsache, dass Radfahrer gefährlich leben und dass daran oft Autofahrer schuld tragen - sind doch keine Grundlage um zu sagen: "Laßt die Radfahrer weiter so anarchistisch rumfahren!" >>>

Natürlich nicht. Wenn jemand auf dem Gehsteig blinde Kuh/russisches Roulette spielt, dann sollte wirklich durchgegriffen werden, wobei dann ja auch nur geahndet wird, wenn wirklich etwas passiert (Verletzung, Schaden am Fahrrad). Es ist ja auch schon jetzt verboten, aber wird halt kaum kontrolliert, weil auch wohl schwer durchführbar.

Aber wir sollten halt auch nicht vergessen, dass es Vergehen gibt, die niemanden etwas tun, wie etwa bei Rot über die Ampel gehen bei geringem Verkehraufkommen und vorherigem sorgfältigem Umsehen.

Es gibt Radfahrer, denen würde es gut tun mal eins auf die Fr***e zu bekommen, aber da ist echt nicht die Mehrzahl. Ich persönlich als Fußgänger würde auch bei den "Ausnahmefahrern" nicht unbedingt beiseitespringen, vielleicht lernt der ein oder andere etwas, wenn er mal "absteigt", aber ich bin auch stabil gebaut, das ist keine Option für jeden.
Es sind doch vielmehr die lebensmüden Ohnelichtfahrer, die Einbahnstraßenverkehrtfahrer, die Radwegnichtbenutzer die die öffentliche Aufmerksamkeit bekommen und da herrscht dann schon fast Hysterie, aber sie gefährden wenn überhaupt meist nur sich selbst.

Aber ein paar Idioten hast du immer in jeder Bevölkerungsgruppe und da stimme ich einem Vorredner zu: Lieber ein Idiot auf dem Fahrrad als in einem Auto (als Fahrer)!

Dann ist auch die Frage: Was kann man tun um die Lage zu verbessern? Verboten ist vieles schon, bei Rot über die Ampel fahren ist auch als Fahrradfahrer nicht billig (100-180 €), aber es gibt es trotzdem. Lösen dann 500 € das Problem?
Deswegen sinnvolle Verkehrsführung auch für Radfahrer, dann fühlt man sich auch als Verkehrsteilnehmer und nicht als Verarschter und beachtet auch mehr die Regeln.

Regeln alleine sind schwer nur mit (Staats-)Gewalt durchzusetzten, selbst bei hohen Strafen. Regeln müssen auch Sinn ergeben und wenn das nicht der Fall ist, fehlt Einsicht und das führt zu Missachtung.

RE: Geld oder Leben! | 01.02.2013 | 11:52

Also hier in München ist der durchschnittliche Radfahrer relativ vernünftig. Klar gibt es Ausreißer, aber das sind trotzdem Ausnahmen. 95% der Verstöße sind zwar gegen die StVO, gefährden aber niemanden (Rot über die Ampel ohne Verkehr, Einbahnstraßen).

Und man muss ehrlich sagen, dass in fast allen Ländern der Welt, das nicht mal als Verstoß geandet wurde. In Frankreich gehen die Leute in aller Seelenruhe bei Rot über die Füßgängerampel selbst wenn ein Battalion Polizisten direkt daneben steht. Das führt sicherlich nicht zum Untergang des Abendlandes.

Außerdem muss man sich schon fragen warum man Wasserpistolen (=Fahrräder) jetzt schon als größeres Problem sieht als Revolver (=Autos).
Statistisch sind Autofahrer überwiegend bei Unfällen schuld und wenn nicht ist der Fahrradfahrer der Gekniffene (=Darwinismus). Wenn Dritte nicht bei Ausweichsituationen zu schaden kommen, passiert immer nur Fahrradfahrern etwas.

Die Diskussion geht doch mehr um die (gefühlte) Behinderung im Straßenverkehr. Fahrradfahrer, die sich nicht auf einen (nicht benutzungspflichtigen) Radweg abschieden lassen, nerven Autofahrer, die sich "plötzlich" den Verkehrsraum mit einer anderen Spezies teilen muss. Die werden natürlich kritisch beäugt und teilweise auch dämonisiert ("Fahr' jeden scheiß Radler um, wenn du Chance hast" hat man schon öfter in Foren gelesen).

Ich muss ehrlich sagen, dass ich NICHTS gegen härtere Strafen habe:

- Leute die bei Rot über die Ampel fahren, laufen oder radlen UND Leute behindern/gefährden

- Leute die beim Abbiegen die Vorfahrt missachten (hauptsächlich aber nicht ausschließlich Autofahrer). Ich musste schon erstaunlich oft an Grünen Ampeln Vollbremsungen einlegen und auf mein Leben retten, wobwohl ich Vorfahrt habe.

- Geschwindigkeitsüberschreitungen auch gerade in Tempo 30 Zonen. Ich fahre oft in Tempo 30 Zonen mit dem Rad mit ca 30 km/h (Tacho) und werde trotzdem von 70% der Autos deutlich überholt.

Strafen sollten Gehaltsabhängig sein. Was sind schon 30-40 Euro Strafe für zu schnelles Fahren bis 20 km/h für einen Autofahrer, bei dem das Auto mehr als 50k kostet? Z.B. für jede 10 km/h zu schnell 1% vom Fahrzeugwert Strafe?

Aber das größte Problem sind echt die Vernachlässigung der Interessen von Radfahrern. Zu schmale, holprige, schlecht einsehbare Radwege. Lächerliche Ampelschaltungen (Bettelampeln, Zeitintervalle) und schlechte Wegführung (Radwege mal da mal nicht, zugeparkt) machen keinen Spaß und verleiten je nach Frustrationsschwelle zum Regelbrechen.