Überfordert, ungeignet, bayrisch - Ende

H.-P. Friedrich 2 Jahre war Hans Peter Friedrich Innenminister der BRD. Nun ist zum Glück die Zeit zu Ende. Eine Geschichte von einem Mann der in seinem Amt falsch aufgehoben war.
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Es geh um Menschenleben und nicht um Pferdelasagne

Die Schreckensbilder von Lampedusa jagen uns alle eine Gänsehaut über den Rücken. Wie unschuldige, zutiefst arme und schicksalsbehaftete Menschen den Tod auf unseren Ozeanen finden kann niemanden kalt lassen. Sogar Innenminister Friedrich lässt sich zu einer Einsicht ermuntern. "Ja natürlich, die Situation müsse verbessert werden." "Fest steht, dass wir noch stärker die Netzwerke organisierter und ausbeuterischer Schleusungskriminalität bekämpfen müssen." Nun ist dies ja mal ein erster Schritt, allerdings verkauft diese erste Sprosse auf einer langen Leiter Herr Friedrich als Allheillösung. Über diesen Aktionsplan könnte man noch lauter lachen als über Friedrichs Parteikollegin Aigners Aktionismus, allerdings ist die Lage hier einfach viel zu ernst. Wir haben es hier nicht mit Pferdelasagne sonder mit Menschenleben zu tun.

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Es fehlen Erdkundekenntnisse

Friedrich betont darüber hinaus das Deutschland ein Vorreiter bei der Flüchtlingslage sei. Deutschland habe im letzten Jahr 76.000 Flüchtlinge aufgenommen, Lampedusa nur 50.000. "Da erwarte ich schon das Italien auch mit denen klar kommt", so Friedrich anschließend. Diese Zeilen wirken mehr als schockierend. Viel schlimmmer als die fehlenden Erdkundekenntnisse, nach denen Lampedusa und Deutschland wohl kaum, wegen den unterschiedlichen Größen, verglichen werden können ist, wie solche Argumente ohne nachzudenken und ohne Schamgefühl rausgehauen werden. Gesprochen wird hier von etlichen Afrikanern und Asiaten die schon ihr Leben lassen mussten aufgrund der strengen Flüchtlingabwehrungsprogramme der EU und Herr Friedrich spricht sachte und nüchtern über den Erfolg Deutschlands und begründet diesen noch mit Pseudoargumenten.

Ziele werden durch Nationalstolz verschleiert

Wenn man aus Bayern kommt, desweiteren noch der CSU angehört ist es nicht außergewöhnlich ein bisschen patriotisch und nationalstolz zu sein. Die Masche allerdings, die Friedrich als Außenminister aufzieht kann er sich wirklich nicht leisten. An den geeignetsten Stellen werden leichte, außländerfeindliche Parolen gestreut, die man als solche allerdings nicht wirklich bezeichnen kann. Trotzdem erreichen sie den Klientel der solche Sätze gerne hört. So wird zum Beispiel über Immigranten aus dem Osten gesprochen, die durch Friedrichs inhaltslose Worte als unverschämt und faul abgestempelt werden. Dass diese Menschen unter schlimmer Arbeitslosigkeit leiden und kaum etwas zu essen haben wird in einem kleinen Nebensatz erwähnt. Neben all diesen krude Sätzen bleibt desweiteren versteckt was Ziele und Visionen Friedrichs sind. Was will Friedrich aus Europa machen. Noch wichtiger als Innenminister ist: was will er aus Deutschland machen. Auf all diese Fragen gab es in seiner 2-jährigen Amtszeit genau null Antworten. Statdessen rannte er der einen Krise nach, auf die kurz danach eine andere folgte. So zum Beispiel der Überwachungsskandal und jetzt die Flüchtlingsprobleme. Bei keinem dieser Probleme konnte Friedrich irgendeinen Akzent setzen. Und genau so wird er auch in Erinnerung bleiben - ein Innenminister inhaltslos, ruhig, hilflos und still. Genau das was Deutschland nicht braucht. Bleibt zu hoffen das nicht noch 4 weitere Jahre des Friedrichschen Stilstands im Inneren Deutschlands folgen.

17:32 09.10.2013
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Geschrieben von

enfantteRRible

Zu frühe Urteile sind Vorurteile, aus denen der Irrtum emporsteigt wie der Nebel aus dem Meere.
enfantteRRible

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