Wieso sie den Blinker links setzt.

Merkel & ihre Partei Die CDU im Hoch. Doch wieso ist die Partei überhaupt so beliebt in Deutschland? Liegt es an der Überalterung? An den historischen Aspekten? Nein. Eine Ursachenforschung.
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http://www.abendblatt.de/img/politik/crop111813911/1000693917-ci3x2l-h307/CDU-Bundesparteitag.jpgWenn Ende September alles klappt gehören im neuen Bundestag 40-45 % aller Mandatsträger der CDU an. Eine deutliche Steigerung nach der quasi verlorenen Wahl 2009 als die CDU auf einen Tiefstand von knapp 34 Prozent fiel. Die 16 Prozent für die FDP damals, sollten Merkel und ihrer Partei deutlich zeigen: der Wähler will keine sozial-konservative Regierung, sondern am besten eine konservativ-liberale. Wobei diese Begriffe, seit Merkel 2000 Vorsitzende wurde und vor allem seit ihrer Kanzlerschaft 2005, nur noch als Metaphern und Paraphrisierungen eines Ganzen Geflechts von verwurstelten Werten und Visonen zu sehen sind. Diese Umschreibung lässt Merkel ziel- und planlos wirken und ihre Partei wertelos und undefinierbar erscheinen, doch wenn man sich genauer die Entscheidungen und die Richtung des politischen Kurses der CDU in den letzen Jahren anschaut, entdeckt man schnell, dass dies alles nur in erster Linie sinnlos ist. Bei genauerem Hinsehen kommt man schnell darauf, dass gerade das Umschwenken, teilweise sogar in Grundsatzfragen, Ziel und Plan der neuen Strategie dieser Partei ist.

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Unentschlossenheit Merkels ist Kalkül der Kanzlerin

Die Deutschen sind zu unentschlossen für den totalen bürgerlichen Konservatismus

Merkel und ihre Strategen haben früh erkannt, dass im 21. Jahrhundert kein Platz für die strikte Erhaltung und Durchsetzung bürgerlicher und konservativer Ideale ist. Allerdings ist eine Konservative Volkspartei immer noch nicht überflüssig. Merkel erkannte die Suche der Bürger nach einer Partei die sich um ihre Probleme kümmert, auf die allgemeine Stimmung im Volk reagiert und der Politiker angehören die ausgewogen und normal, nicht schrill und nicht aufreibend sind. Zusammengfasst die Bürger waren auf der Suche nach einer Partei, die das Politische flach und sachlich abhandelt und die größtenteils nichts von sich hören lässt, da der mündige Bürger ja so viele andere Problem hat, ob geschäftlich oder privat. So machte sich die fleißige Angela daran die alte, verstaubte und meist erzkonservative Partei in eine moderat weltoffene und des 21. Jahrhunderts wertefreundliche Partei umzuformen. Sie musste gar nicht so viel dafür tun, außer die Partei darauf einzuschwören auf offensichtliche Meinungsbilder des Volkes zu reagieren und nicht streng an den konservativen und bürgerlichen Werten festzuhalten. Dem Kurs konnten viele Politiker der Partei problemlos folgen. Wer dies nicht wollte, stellte auch kein großes Problem dar, da er bald von selber durch den Wähler abgewählt wurde, der die neue CDU liebgewonnen hatte und das alte, naive Stammpersonal nicht noch weitere 4 Jahre um konservative, und im Volk schon längst vergessene und abgelehnte Werte ringen sehen wollte.

Jetzt noch ein Schuss soziales und eine Prise links

Um die Wählerschaft noch weiter auszubauen und um das Maximalergebniss herauszuholen, überlegte sich Merkel jetzt noch Kleinigkeiten der linken Parteien zu übernehmen um den Wähler die CDU schmackhafter zu machen. Die Partei stellte fest, dass vor allem bei der jüngeren, aber auch bei der älteren Generation linke Werte wie die Solidarität und der soziale Ausgleich hoch angesehen sind. Um die bürgerlichen Wähler die sich von diesen Werten angezogen fühlten nicht zu verlieren machte Merkel einen klugen Schachzug. Sie formte in Grundsatzfragen die Partei so um, dass sie immer noch für die älteren Generationen durch ihr konservatives allgemeines Image wählbar ist, aber auch für die Jüngeren durch soziale und solidarische Aspekte. Diese Umwandlung fällt vor allem dadurch auf, dass die neusten politischen Entscheidungen meist durch soziale, solidarische und sogar ökologische Argumente gerechtfertigt werden. Beispiele hierfür sind das neu eingeführte Betreungsgeld, die Erhaltung des Solis und das Umschwenken in der Energiereform. Außerdem sind die beiden letzteren vor allem auf die allgemeine Stimmung im Volk zurückzuführen und besonders letztere sicher nicht die konservative Idealvorstellung der alten CDU. Sicherlich stellen die meisten in Frage ob diese Entscheidungen der CDU wirklich so sozial, gerecht und solidarisch sind, doch dadurch das die Politiker dieser Partei immer wieder betonen, dass sie sich entschlossen haben nun einen sozialen und gerechtigkeitsliebenden politischen Kurs zu fahren, verbindet der Wähler langsam diese Begriffe eben auch mit der CDU.

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Ist dieser Mischmasch der Weg in die Zukunft?

Interessant werden die nächsten Jahre sicherlich. Betreibt die CDU und Merkel weiterhin ihre Wohlfühlpolitik, deren Werte nicht klar erkennbar sind und deren Ziele über Nacht um 180 Grad schwanken können? Zu wünschen wäre, dass sich endlich eine andere Mentalität in Deutschland einstellen würde. Eine Mentalität, die klare Aussagen bevorzugt, die auf Probleme eingeht, diese nicht einfach nur schön redet und durch kleine politische Eingriffe als gelöst betrachtet. Würde der Wähler endlich einzig und allein nach Fakten und Ergebnissen urteilen wäre die CDU schon längst deutlich von der absoluten Mehrheit entfernt. Sicherlich ist die aktuelle Politik der CDU nicht das schlechteste was Deutschland passieren kann, allerdings kann es nicht ewig so weitergehen. Gerade die CDU als Volkspartei sollte hier voran gehen und eine neue, faktenorientiertere politische Mentalität in Deutschland aufbauen. Dem Wahlergebniss würde das sicherlich nicht schaden - moderner Konservatismus ist in den Zeiten der schnellen Veränderungen des 21. Jahrhunderts so gefragt wie nie zuvor.

14:24 17.08.2013
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Geschrieben von

enfantteRRible

Zu frühe Urteile sind Vorurteile, aus denen der Irrtum emporsteigt wie der Nebel aus dem Meere.
enfantteRRible

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