Engelbert Volks

Ehemaliger Lehrer, D,SW, Hobbydichter, Sprachhygieniker
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RE: Wir haben sie geschafft | 19.08.2021 | 10:18

Mit geifernder Kritik wird man dieser Kanzlerin dieses unseres Landes nicht gerecht.

Was hat sie nicht alles zur "Chefsache" gemacht! Das Weltklima, die Bildung, die Flüchtlingsfrage, die Atomkraft, die Ehe für alle, die Rettung des Euro, ja der gesamten EU, die Digitalisierung usw. usw.

Da kann es doch nicht verwundern, dass selbst so engagiert kritische Hauptstadtjournalisten ihr zum Geburtstag ein liebevolles Ständchen gebracht haben, in das wir alle nun zu ihrem bedauerlichen Abschied aus dem Kanzleramt freudig einstimmen sollten.

RE: Land der Leisetreter | 13.08.2021 | 10:03

Zuversicht ist gefragt. Mit Sicherheit wird im September der Deutsche Bundestag wieder voll bis übervoll gewählt werden. Und natürlich wird sich irgendeine Koalition unter Leitung der Union ergeben. Die Militär- und Außenpolitik wird ebenso von unseren engsten Freunden geregelt werden wie die Fragen der Energiesicherheit. Um den Rest kümmern sich die EZB, Ursula von der Leyen und Karl Lauterbach.

Und das Volk, bzw. die Bevölkerung wird dies alles in den täglichen Talkshows erklärt bekommen.

RE: Der feine Unterschied | 09.07.2021 | 09:10

Da muss sich die Union keine Sorgen machen. Die Massenmedien beschäftigen sich allzugern mit Personen, priesen Frau Baerbock als frisch, bunt, jung weiblich usw. und stürzen sich jetzt natürlich auf alle ihre Fehler und Fehlerchen. Der Exkandidat Schulz lässt grüßen. Und welche Journalist*innen mühen sich schon gern mit Sachfragen zur Rente, zur Außen- und Sicherheitspolitik ab, wenn man über Biden, Putin, Maas und Börsch Supan das erzählen kann, was alle erzählen.

RE: Eine Demütigung mit Folgen | 01.07.2021 | 11:24

In einer Zeit, in der ein Herr Scheuer noch Verkehrsminister, ein Herr Spahn noch Gesundheitsminister, ein Herr Altmeier Wirtschaftsminister, ein Herr Maas gar Außenminister und ein Herr Scholz immer noch Finanzminister sein darf, in einer Zeit also, in der fachliche Qualifikation nicht einmal mehr klein geschrieben wird, wundert es doch nicht, wenn anonyme Kleingeister durch Mobbing und Parteiausschluss Frau Wagenknecht ausboten wollen.

Andere wie Gerhard Schick und Fabio di Masi sind schon freiwillig gegangen und man darf gespannt sein, wie lange Frau Wagenknecht sich das Hauen und Stechen noch antun lassen wird.

Interessant ist aber doch, dass im Unterschied zu den Attacken auf Frau Baerbock, Medien und Politik bisher nicht behaupten, die Angriffe auf Frau Wagenknecht seien von Putin gesteuert oder fänden nur statt, weil sie eine Frau sei.

RE: Spaniens neue Normalität | 06.05.2021 | 11:31

Als treuer Hörer der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten mag ich nicht glauben, was ich in dem Artikel lesen muss. Statt von Morddrohungen, Faschistén, rechtfaschistischem Block, Rechtspartei PP usw., höre ich vielmehr , dass die konservative PP mit der jungen, dynamischen und charismatischen Politkerin Ayuso die Wahlen klar gewonnen habe und nun mit Hilfe der rechtspopulistischen Partei VOX regieren könne. Und das wird ja wohl alles seine Richtigkeit haben, denn die konservative PP ist doch auf EU-Ebene in der gleichen Parteienfamilie EVP wie CDU und CSU und ist somit Teil der europäischen Wertegemeinschaft.

Es gibt übrigens noch so einen ketzerischen Artikel zu den Wahlen in Madrid von Herrn Streck auf Telepolis.

RE: Annalena Baerbock ist Kanzlerkandidatin | 19.04.2021 | 18:23

Die Nominierung von Frau Baerbock ist doch einfach toll!

Sie ist eine Frau, jung, divers, bunt, zugleich Wessi und Ossi, grün und zugleich olivgrün, weltoffen bis Davos, akademisch gebildet und ihre Arbeitswelt war stets grün!

RE: Kandidat ohne Sinn | 16.04.2021 | 12:49

Dass die SPD einen Kanzlerkandidaten aufgestellt hat, ist eine Lachnummer. Hier versucht nach Steinmeier, Steinbrück und Schulz mit Olaf Scholz der vierte neoliberale Kandidat, den Niedergang der SPD aufzuhalten. Der Erfolg war und ist überschaubar, ja er muss ausbleiben, denn die Wählerschaft ist es leid, kurz vor den Wahlen einige linke Forderungen (12 € Mindestlohn) zu hören, um gleich nach den Wahlen zu erfahren, dass das doch nicht ganz so ernst gemeint war.

Aber vielleicht ist es auch die Aufgabe von Scholz, dafür zu sorgen, gemeinsam mit der Union und der FDP eine Regierung zu ermöglichen, damit wenigstens einige der Spitzenkader die Futtertröge nicht räumen müssen.

RE: Scherbengericht | 15.04.2021 | 22:52

Es ist gut, wird aber nicht von Erfolg gekrönt sein, dass S. Wagenknecht sich das parlamentarisch-politische Geschäft noch einmal antun will. Denn nach dem Abgang von Gerhard Schick und vor allem Fabio di Masi ist wirtschafts- und finanzpolitischer Sachvérstand im Deutschen Bundestag rar gesät. Aber in den Augen der identitätspolitischen Linken:innen wird die Bedeutung dieser Politikfelder sicherlich maßlos überschätzt.

RE: Kopf oder Bauch | 15.04.2021 | 12:45

Zwei Aspekte erscheinen mir bedeutsam:

1. Politische Inhalte spielen offenbar in unserer Demokratie keine Rolle mehr. Wenn es einem Journalisten trotzdem unterläuft, danach zu fragen, bekommt er z.B. die Antwort, Söder wolle der Union ein "neues Gesicht geben oder Laschet werde das "Profil der Union schärfen". Eine kritische Nachfrage muss niemand fürchten.

2. Die guten Umfragewerte Söders sind mediengemacht. Söder in ungezählten Interviews und Talkshows, Söder bei Corona-Pressekonferenzen zusammen mit Merkel und Müller, Söder als gehätschelter Favorit in den Mainstream-Print- und Onlinemedien. Wandelt sich Söder vom AFD-affinen Sprachrohr in der Flüchtlingspolitik zum grünen Bienen- und Baumkümmerer, gilt dies als geschicktes Gespür für die politische Stimmung in diesem unserem Lande. Bricht Söder binnen weniger Tage seine Ankündigungen und Versprechen zur Kandidatenaufstellung, wird dies als Ausweis eines gesunden machtpolitischen Durchsetzungsvermögens gelobt. Hat er in seinem Bayern die höchsten Infektions- und Todeszahlen pro Einwohner vorzuweisen, qualifiziert ihn dies als Topmanager der Pandemiekrise.

Fazit: So Gott und die großen Medien wollen, wird der machthungrige Egomane Söder (man befrage Horst Seehofer) Laschet demontieren, Kanzlerkandidat und schließlich auch Kanzler werden.

RE: Eine Ampel ohne Rot | 19.03.2021 | 12:37

Wer glaubt denn ernsthaft, die Führungskader der SPD wollten wirklich eine Bürgerversicherung, eine Vermögens- oder Finanztransaktionssteuer, einen armutsfesten Mindestlohn, die Stärkung der gesetzlichen Altersrente oder eine Entspannungs- und Friedenspolitik?

Insofern ist es taktisch klug, die FDP in eine Koalition zu holen, um dann den wenigen, die sich noch an die Wahlkampfversprechen erinnern, sagen zu können, dass diese mit der FDP leider Gottes nicht zu realisieren sind.

Ein Ende wird dies Spielchen wohl erst finden, wenn die SPD auf das Maß der französischen Sozialisten oder der niederländischen PvdA zurechts gestutzt sein wird.