Die "Diaspora" und ihre Deklaration

Humankapital - Die Bedeutung der Diaspora und ihre ausgeweitete politische Verwendung Mensch, Staat, Globalisierung
Bei diesem Beitrag handelt es sich um ein Blog aus der Freitag-Community

"Diaspora

Nicht nur ein Wort für die geographische Zerstreutheit eines bestimmten Volkes, vielmehr eine angesprochene Anerkennung und Würdigung ihrer Zugehörigkeit. Sie deklariert ein Volk, eine Nation mit der ihr zugehörigen Kultur anstatt mit den geographischen Grenzen eines Landes. Somit werden Grenzen geöffnet und die Existenz bestimmter Kultur in der großen weiten Welt betont. Das verleiht international eine neue (politische) Wahrnehmung zum Beispiel auch für Kinder türkischer Gastarbeiter, deren Geburtsland außerhalb der Türkei liegt. Sie sind zwar nicht in die Geographie ihrer ethnischen Herkunft, jedoch aber in der Fremde in ihre Kultur hineingeboren. Diaspora betont vordergründig die kulturelle Identität, und behandelt die Handels- und Wirtschaftsbeziehungen aus dem Anwerbeakommen (Ankara Protokoll 1963) eher nachrangig, aber nicht unwesentlich. Viel wichtiger erscheint seit geraumer Zeit im politischen Dialog beider Länder, Türkei und Österreich, die strukturelle Diskriminierung der Türken in ihren Rechten im Niederlassungs- und Aufenthaltsrecht in Europa. Die Einschnitte mit der Stillhalteklausel im Assozierungsabkommen, die die Sozialität und in die Sozialisierung der türkischen Gastarbeiter in Österreich in der Familienzusammenführung einschränken, ist ein vorzeigbares Beispiel hierfür. Auch dieproblematische Betrachtungsweise von Österreich zu der Verwirklichung der Doppelstaatsbürgerschaft für Türken, lässt ihnen erneut die ablehnte Haltung spüren. Und die Spitze zurKontrollsucht der Muslime und damit die automatische Ablehnung der türkischen Kultur in ihrer Freizügigkeit bildet nun der Entwurf der Novelle des Islam-Gesetzes (Oktober 2014), mit diesem die Muslime in Österreich sich vor den Kopf gestoßen fühlen. Sie zeigt den Mangel der kulturellen Anerkennung und der islamischen Freizügigkeit. Denn sie ist in der aktuellen Fassung völkerrechtlich in Frage zu stellen. Die Verfassungskonformität muss aufgrund der systematischen Verletzung des Paritätsgrundsatzes erneut zur Gleichbehandlung der Muslime auffordern und in Erwägung ziehen.

All diese Punkte greifen in die Identitätsbildung der Türken in Europa negativ ein. Somit sind die Türken in Europa auf der Suche nach einem Staat der sie auffängt, anstatt sie zur Hälfte ablehnt und dabei rechtlich Fehler macht. Da kommt die Türkei mit ihrer Rhetorik “Diaspora” gerade recht und fängt die Türken verantwortungsvoll auf. Dabei hieß es doch in der österreichischen Integrationspolitik stets, dass man seit 50 Jahren beiderseitig der Verantwortung gegenüber den Menschen nicht nachgekommen sei. Aber bei den wesentlich rechtlichen Schritten in der Gesetzgebung lässt die Verantwortung gegenüber der Freizügigkeit der Türken auf sich warten.

Aus all diesen Gründen wird aus der politsch strategischen Sicht der Herkunftsländer hier darauf eingegangen werden, wie ein Mensch mit Identitäten im historisch kulturellen Kontext in Österreich und in Europa angesprochen wird. Diese einflussreiche Maßnahme, die es schaffte in die zugehörige aktuelle Außenpolitik der Türkei Einzug zu nehmen, ist ein wesentlicher Schritt entgegen der kulturellen Abstumpfung in den aktuell vorherrschenden internationalen Entwicklungen im Werdegang der Globalisierung. Sie ist kein unwesentlicher Teil im Prozess, in diesem sich die Staaten wiederfinden.

Den Menschen entsprechend richtig ansprechen
Als eines der Aufgaben der politischen Philosophie im Prozess der Globalisierung liegt es sehr nahe, das bestehende menschliche Potential treffend anzusprechen. Für Staaten und Regierungen gilt es das eigene Volk mit seiner Herkunftsidentität – lebend im Ausland – richtig anzusprechen, um dem Risiko entgegenzuwirken die ausgewanderte Bevölkerung nicht den Regierungen ihrer jeweiligen Einwanderungsländer als eine gefragte politische Ressource gefestigt überlassen zu müssen.

Bevölkerung – ein politisches Maß
Der individuelle Volkszugehöriger solle so in seiner Gesamtheit auch als die steuerbare(!) Ressource im Interesse der geführten Politik der Staaten dem entsprochen näher betrachtet werden können. Gewünscht ‎ist der Zusammenschluss der aller außen liegenden Kräfte der gleichen Identität für eine gemeinsame Sache, für eine gemeinsame Definition mit der grundlegenden Kraft zum Zusammenschluss der Maxime. Eine funktionierende Anleitung zur Konvergenz der Willensbildung.‎ Insbesonders dann, wenn Zugezogene in den Einwanderungsländern langjährig auf unerwünschter Weise eine ablehnende Haltung gegenüber sich und ihrer kulturell historischen Identität zu spüren hatten. Genau hier bildet sich die Suche nach einem Boden für einen neuen Halt.

Mangelnde menschliche Anerkennung im Ausland und ihre Folgefunktion
Dieser Gedanke der Solidarität beherbergt nicht nur eine Kompensation des bisherigen markanten Mangels einer angesprochenen Anerkennung und der fehlenden Willkommens-Kultur in den Zuzugsländern, sondern führt auch eine heilige Seele im Wesen, welche im insbesondere entgegen veralteter Nationalgedanken, vielmehr eine neue Form des Zusammenhalts im kosmopolitischen Gedanken reflektiert. Aus diesem Grundgedanken heraus nehmen sich verantwortungsbewusste Nationen das Bestehen ihrer Zerstreuung ernst. Zugehörig dem Erbe einer großen weltlichen Historie wird an sich so das Volk uneingeschränkt in geographische Grenzen gleichbedeutend und mit hoher Anerkennung angesprochen. Mögen diese definierten Geographien ein Land in ihrer Fläche bestimmen, doch die Erweiterung der Nation mit ihren Kulturmerkmalen und mit der notwendigen Solidarität scheint einer viel größeren Bedeutung zuzusteuern, als sich nur in einen eingeschränkten Nationalgedanken wiederzufinden.

Hat eine Kultur Menschen als ihre Träger, so ist sie!
Erkennt ein Land seine Menschen als die Träger seiner Kultur, so liegt es im Interesse diese Träger auch der Kultur zugehörig anzusprechen. Ein unverzichtbarer zivilisatorischer Indikator, der mit jeder quantitativen Steigerung auch die qualitative herausfordert. Dieser Aufgabe widmen sich genau die Länder, welche sich in ihrer Sprach- und Kulturevolution die notwendige Erkenntnis hierfür erlangt haben und sich der Tragweite der vorliegenden Entwicklung bewusst sind.

Mensch als Kulturkapital

Menschen im einzelnen, oder in spezifischen Gruppen, oder aber auch als große historische Gesellschaften (zB Gastarbeiter-Migranten) werden von hohen Vertretern der Diplomatie des zugehörigen Landes nicht nur als ein im Ausland liegendes wirtschaftliches, sondern auch als ein kulturelles Kapital wahrgenommen. Eine Volksgruppe zerstreut in anderen nationalen Staaten. In der Regel als eine der beiden Formen eines politischen Faktums. Als der eigene Staatsbürger, oder als der Emmigrant mit bereits der Staatsangehörigkeit des jeweiligen Zuzugslandes.‎ Als eine präventive Maßnahme in die Zukunft, solle so entgegen der gegenwärtig kausal bedingten Ordnung, entsprochen einem strategischen Plan, eine Möglichkeit der effektiven Gegenwirkung ausgeschöpft werden können, um dann mit dem, den für sich in seiner Eigenheit zughörig deklarierten Menschen, in wirtschaftlicher, kultureller und ethnischer Zuordnung wieder für das Ursprungsland als das kulturelle Kapital in seiner Neuorientierung erneut zurückzugewinnen. So solle auch in Folge die weitere Ressourcenstärkung eines Landes auch in anderen Bereichen garantiert werden.

P
olitische Selbstbestimmung des Menschen im Ausland
Wirtschaftliche Folgewirkungen miteinberechnet, muss in diesem Interesse, gemäß den lauteren und unlauteren Vorgaben und Vorgehen in solch einer Aussicht der international politischen Macht, ein Bezugspunkt für den Emmigrierten geschaffen werden können, welcher, der aus der Perspektive des Staates den für sich zugehörig bezeichneten “eigenen Menschen” (sic!), als eine Ressource für das Ursprungslandes definieren können solle, anstatt diesen Menschen dem Zuzugsstaat zugehörig zu wissen, wo es seiner Existenzerhaltung nachgeht. Es ist an großer Bedeutung diese politische Möglichkeit in einen Prozess gießen zu können, um die positive Gesinnung des Menschen für das Ursprungsland als Fundament zu reservieren. Irrelevant zu welcher Zeit in welches Land dieser Mensch emigriert ist. Und nun als Kapitalansatz mit seiner Leistung dort vor Ort fungiert. Der Mensch solle im “Ausland” seiner Existenzberechtigung gerechtfertigt und stark nachgehen können, so aber solle der aus folgenden Gründen auch, wie diese Situation im politischen Kalkül der Nationalstaaten zeigt, in seiner wirtschaftlichen Selbstbestimmung gefördert bleiben. Eine stabile wirtschaftliche Selbstbestimmung führt zur stabileren kulturellen und zur politischen Selbstbestimmung des Menschen.
Der Trigger für eine Neuorientierung und philosophische Fakten zur Pragmatik
Mit den zunehmend humanen, kulturellen und politisch gestärkteren Verantwortlichkeiten gegenüber diesen Menschen, welche in den strategischen Berechnungen der Regierungen Platz einnehmen, könne gerade mit dieser Vorgehensweise und mit der Nutzung der am höchsten erreichbaren wirtschaftlichen Selbstbestimmung für diese Menschen, genau die Freiräume als Ergebnis des Planes geschaffen werden, welche die Protagonisten der Diaspora in ihrerer Selbstbestimmung an dem Punkt anspricht, diese die kulturelle Eigenzuordnung vereinfacht erneut überdenken lässt. Dies bezweckt den Trigger für eine Neuorientierung in der Dynamik der Identität.

Freiräume und Kapazitäten in der Selbstbestimmung des Menschen innerhalb der Diaspora ist deswegen ein nicht wegdenkbares Gut in der politischen Führung nationaler Staaten, weil sie während ihrer gegenseitigen nebenbei geführten diplomatischen Bemühungen im Kampf um der Positionierung inner ihrer wirtschaftlich geführten Globalisierung, auf den Träger der Kultur und ihren ideellen Zusammenhalt, zur Stärkung der Nation und die der Zivilisation, nicht verzichten wird können.
Kulturelle und zivilisatorische Aspekte werden zu unverzichtbaren Faktoren, wenn es darum geht philosophische Fakten innerhalb der Pragmatik in der Diaspora zu schaffen. Dadurch auch die Religion ein unverzichtbarer politischer Faktor in der weitestgehend etablierten Globalisierung wird. So sie auch als vorgeschobener Grund deutlich erkennbar wird im globalen Kampf um die schwindenden fossilen Ressourcen, so sie auch im Kampf der politischen Macht zur Steuerung der neu erschlossenen Alternativen merklich wird.
Im welchen Staat / welche Staatsbürgerschaft / welcher Lebensmittelpunkt
Die Emanzipation des Staatsbürgers vom Staate ist deswegen widersprüchlich und unzulässig, weil er in seiner Betrachtung der Inbegriff für die Staatlichkeit ist, auch wenn lebend im Ausland. Wo kein Bürger, dort kein Staat. Der Bürger ist nicht nur mit seiner Bürde dazu verpflichtet für sein eigenes individuelles Leben verantwortlich zu sein. Es ist auch nicht Sinn des Lebens nur für seine eigene materielle und mentale Existenzerhaltung zu sorgen. Gleichsam soll dieser auch weder dem Staat noch der Allgemeinheit zur Last fallen, sondern hat ganz im Gegenteil auch die Aufgabe, sich politisch in das Gemeinwesen einzubringen, wie so auch, sich für das Wohl aller, und somit auch sich für die politische Selbständigkeit der Stadt zu engagieren. Sowohl staatsbürgerliche Pflichten (gleich welche), als auch die Pflichten für ein Gemeinwesen im Land des Lebensmittelpunktes sind zu erfüllen. Beide Pflichten sind aus unterschiedlichen Gründen keine einfachen für den Menschen im Ausland.
Neben diesen beiden Verpflichtungen kommt noch der dritte Aspekt hinzu. Die kulturell ideologische Seele. Der Türke in eigener Kultur -‎ Die Kultur anderer um den Türken.‎ Aus all diesen Gründen ist dieses Engagement um den Menschen heiß umstritten zwischen den nationalen Staaten. Beispielhaft klar ersichtich ist das zwischen der Türkei und Deutschland. Es ist ein verbitterter Kampf zwischen dem Präsidenten Erdoğan und der Kanzlerin Merkel. Im aktuellen Diskurs liegt die Orientierung beider Staaten am Gedanken der kulturellen, wirtschaftlichen und zivilisatorischen Haltung ihres für sich zugehörig bestimmten Volkes, und nicht zuletzt aber auch an ihrer Gesinnung zum politischen Gemeinwesen. Doch kann die Türkei hier mit einem Additiv, der eher inner historisch und ethnisch definierten magnetischen Ausrichtung die Zuversicht der Bürger für sich gewinnen, während sie sich langjährig im Ausland anderen Einflüssen gewohnt haben. Im Kampf zwischen dem deutschen Fiskus und der orientalischer Zivilisation bekommt das Herkunftsland von den damals Ausgewanderten, nach Vergang einer unbestimmt beliebigen Zeit, vermehrt so ihre Bedeutung wieder zugesprochen. Nachgeholfen durch den politischen Leadership des Herkunftslandes. Entgegengesetzt durch das politische Leadership des Zuwanderungslandes. Verstärkt ist in den Auswanderungsländern auch der Mangel an Gewichtung der Solidarität innerhalb den Gesellschaften, die gerade durch ihre Unterschiede definiert sind, bemerkbar, welche eine Ansammlung von Menschen und Menschengruppen unterschiedlicher Herkunft in sich beherbergen. Neben der politischen Verantwortlichkeit eines Staates, sich zu mehr Solidarität unter den Menschen unterschiedlicher Herkunft auszusprechen und zu sorgen, braucht es für den jeden einzelnen Bürger auch einen privaten und selbstverantworteten Bereich, wo dieser vom Rest der politischen Gemeinschaft in Kern seiner Interessen, im Rahmen seiner privaten Grundrechte und Freiheiten, wie Familienbildung und freie religiöse Eigenzuordnung, entbunden sein können muss. Dies ist jedoch nur bei einer geregelten und auch mit einer mehrdimensional politischen Selbständigkeit möglich.
Die neue Türkei ist mit dem Wort “Diaspora” nun in einem politisch kulturellen Prozess in ihrer wahrgenommenen Verantwortlichkeit gegenüber ihren Menschen de facto erkennbar. Sie hat den strategischen Ansatz zu einer Wiedergutmachung gegenüber den oben erwähnten Flucht- und Ausstiegsszenarien gefunden und implementiert. Der Zeitpunkt ist auch nicht zufällig ausgesucht. Bei steigender Stabilität des Landes auf allen Säulen ist es nun an der Zeit zur zivilisatorisch gewissenhafter Diplomatie. Diese zeichnet sich mit Mitgefühl und Barmherzigkeit, sowie auch mit verständnisvoller Empathie gegenüber ihren Menschen aus.
Das Wort “Diaspora” soll mit ihrer implizierten Bedeutung wie ein Mosaik die Menschen zum Zusammenhalt ‎und zum national zivilisatorischen Gemeinwesen kulturell gestärkt über die geographischen Grenzen hinweg zu ihrer Herkunft und zur herkömmlichen Identität (wieder-)besinnen. Aber ohne ihnen deren Lebensmittelpunkt im Ausland streitig zu machen oder ohne sie aus ihrem Lebensmittelpunkt im Ausland herauszureißen. Die Assimilation wäre hier die entgegengesetzte Maßnahme zur kulturell zivilisatorischen Besinnung des Menschen in der Wiederbindung zum Ursprung seiner Herkunft. Deswegen wird dieses erkannte Risiko laut und deutlich immer wieder ostentativ zur Sprache gebracht. Das Wort “Diaspora” spricht die ursprünglich kulturelle Zugehörigkeit des Menschen in seinem Lebensmittelpunkt außer Landes an. Sie lässt entgegen der Assimilationsgefahr den kulturellen Stammbaum um den Menschen nicht vergessen.
Diaspora Prozesse in der Globalisierung
Das hebt entgegen den unerwünscht unbeliebten Nebenwirkungen der Globalisierung genau folgendes hervor. Die globale Vereinheitlichung der Menschen als Produzenten und Konsumenten vergänglicher Wirtschaftsgüter, deren Wert indiziert am inflationären Zinseszins, sie so über ihre Gesamtheit entgegen der persönlich wirtschaftlichen Unabhängigkeit und die regionale Stärkung zur selbständigeren Politik des Menschen, wie auch entgegen dem Leadership zur Konzentration der Menschen auf die Region ihres persönlichen Lebensmittelpunktes, wie auch mit dem Zusatz ihrer persönlichen Stärkung zu ihrer identitätsstiftenden‎ Kultur, einen Strudel mit persönlichen Belastung in ihren unterschiedlichen Sichten und prozedualen Schichten bringt. Jedoch ist Kultur immer nur in ihrer jeweilig eigenen Sprache und durch ihre eigenen Werte, wie auch durch ihre aktiven Träger am besten beschreibbar und somit nur damit zur richtigeren Interpretation frei zugänglich wird. So denn die Sprache einer Kultur als die persönliche Freiheit und als ein Grundsatz der Diaspora unabdingbar wird. Die persönliche Freiheit der Kultur des Menschen während den normgerechten Vereinheitlichungen in den Standardisierungsprozessen zu wirtschaftspolitisch internationaler Handlungen ist genau der Punkt, welches hier herausfallen möchte. Regionale Kultur darf in der Globalisierung als Dank an den Menschen nicht verloren gehen. Auch genau diesen Wert hebt das Wort Diaspora während der Globalisierung eines Landes für seine international verteilte Bevölkerung außer Lande als das gemeinsame Kulturkapital hervor.
Wo liegt der Anker?
Wirtschaftliche Selbstbestimmung” eines Landes ist in ihrer Relation zu ihrer ökonomische Unabhängigkeit für den Fortbestand ihres Humankapitals als “der gesuchte Anker” zu verstehen. Da aber aufgrund der aggressiv geführten globalen Wirtschaftspolitik die Konzentration der wirtschaftlichen Selbstbestimmung vermehrt vertan sich durch internationale Vernetzungen lenken lässt; und sich, in der durch ihre Verkettung zur voneinander abhängigen Finanzgüter der Zinseszinspolitik verstrickt weiß, wird die regionale Selbständigkeit schwer erreichbar. Die 2008 entstandene Finanzierungskrise ‎der Banken hat in ihrer Not und Ausweglosigkeit die gesuchte Gesundung im schweren Gemüte, doch aber auch über die grundsätzliche Senkung des Leitzinses unumgänglich in Bewegung gesetzt. Die Werte sind vom Leitzins-Index zu entnehmen. Das ist gut so. Und in dieser Konstellation hat das Humankapital für sich erneut an wichtiger Bedeutung gewonnen. Im Sinne ihrer eigenen unabhängigen Existenzsicherung hat sie die Gefahren der Globalisierung so zu spüren bekommen. Dieser Bedeutung messen auch Staaten in ihrem Interesse eine hohen Stellenwert bei.
Bindung der Menschen über die Kohärenz ihrer Kultur in der Türkei
Der Ertrag des Wortes “Diaspora” als Anrede für Humankapital wird zunehmend interessanter für Politiker, deren Sinn die Bindung der Nation ist, der Zusammenhalt des Volkes, die Zusammengehörigkeit der Menschen kohärenter Kultur, die Solidarität der Träger welch gemeinsamer Gechichte. Mit ihren gemeinsamen Höhen und Tiefen in der Historie des Landes. Mit ihrem gemeinsamen Schmerz und mit ihrem gemeinsamen politischen Erfolg und Misserfolg aus einer geprägten Geschichte.

Die Türkei spricht hiermit ihr buntes Volk außerhalb des Landes auch aus folgenden Gründen an. Ab den 1970’er Jahren sind sehr viele Menschen aus der Türkei aus unterschiedlichsten Flanken weggezogen oder geflüchtet. Diesen Menschen gegenüber gilt es nun erneut eine bindende Identitätsbasis mit der Türkei wiederzuvermitteln, welche sie als ein Kulturpotential wieder zueinander ‎vereinen können soll. Hierzu gilt es aber auch im eigenen Lande für politische, wirtschaftliche und kulturelle Stabilität zu sorgen, ansonsten wäre sie nicht authentisch. Der Lösungsprozess mit der PKK und auch die Strategie der Null-Probleme-Mit-Den-Nachbarn, wie auch die konjunkturelle Prosperität tragen hierzu bei. Doch diese Friedensprozesse sind im Fokus der konkurrierenden Mächte ein Dorn im Auge. Im Inland der Türkei die unfähige Opposition. Im Ausland der Machtkampf um internationale Stellungen und Positionen um das Bestimmungsrecht in den internationalen Agenden, welcher im Rahmen der neuen Weltordnung geführt wird.

  • Ab 1961 strömten die Gastarbeiter raus nach Deutschland.
  • Ab 1964 strömten die Gastarbeiter raus nach Österreich.
  • Ab 1977 suchten politisch Verfolgte Zuflucht außerhalb der Türkei.
  • Ab 1980 12. September verlassen 30.000 Türken und Kurden das Land (dritter Militärputsch).
  • Ab 1990 gingen abertausende Mädchen wegen Kopftuchverbot ins Ausland studieren.
  • Ab 2000 abertausende Türken und Kurden wegen Studium im Ausland.

Das Wort “Diaspora”, das in seinem Wesen die aufrechterhaltene ethnische und religiöse Wurzelverbindung für die veranlagten Personen in seiner Ursprungsbedeutung propagiert, solle so deren Lebensweisen und deren Haltung außerhalb der nationalen Grenzen des Ursprungsland implizit hervorheben können. Ersichtich ist hierzu eine zunehmend höhere Frequenz in ihrer zugehörig dialektischen Verwendung im Diskurs der grundlegend politischen Rhetorik. Sehr fein wird des Menschen eigentliche Zugehörigkeit ganz bewusst untermauert und definitiv deklariert.

Die Wertung, ob diese bewusste Rhetorik eine positive oder negative Rolle für den Menschen beherbergt, liegt eigens in der Bedeutung der Eigenständigkeit und der Selbstbestimmung (self-reliance, self-determination) des Betroffenen. Das kann ein soziopolitsches Enforcement nationaler Staaten zwar nicht steuern und im Namen des individuellen Menschen nicht für sich autorisieren. Gerade eben diese Bedeutung des Einflusses in diese Richtung, wie auch die Stärkung der Faktoren hierzu, nehmen immer mehr an entsprechender Qualität zu. Sowohl als ein national steuerbares Element als auch ein international verwertbares Asset.
Die Türkei im Ausland und die Türken

Die Türkei als Staat zeigt ihren Kindern im Ausland, wie ein Mentor vor, wie sie es schafft auf dem internationalen Parkett und in den Globalisierungsprozessen, wie sie mit ihrer erneut erlangten Macht nach den Seldschuken und nach den Osmanen einen selbstbewussten Aktionsradius um sich schafft und mit ihren eigenen Regeln in der globalen ‎Selbstbestimmung und ihrer internationalen Eigenständigkeit, wie auch sie mit ihrer geo-strategischen Position ihrer geo-politischen Rolle das Bestimmungsrecht zuspricht. Die Türkei hat drei Aktionsradien in ihrer geregelten Außenpolitik. Diese aus einem gemeinsamen Punkt aus der Mitte der Türkei ausgehend zu verstehen sind. Sie schafft es in diesen sich aufeinanderfolgenden drei Aktionsradien ihrer Außenpolitik aus der Tiefe ihrer Strategie ihre Macht aus dem Epizentrum in diese umschlossenen Geographien zu stärken. Insbesondere im engeren Kreis des Inlandes bis zu ihren politischen Grenzen, des weiteren im Nahen Osten und am Balkan, wie sie aber auch den weiten Westen und den fernen Osten für sich als Partner unentbehrlich machen kann. Die Afrika-Offensive in ihrem südlichen Aktionsfeld der letzten zehn Jahre. Wie sie auch mit ihrem Beitritt zu Shanghai Five im nördlichen Moskau Zuspruch für sich findet und aus Fernost chinesische Zusammenarbeit forcieren kann. All diese Außenpolitik trifft gleichzeitig nun auch auf die in allen Himmelsrichtungen im Ausland verteilten Türken. Diese Außenpolitik erreicht auch ihr eigenes Volk, nicht nur Außenminister anderer Staaten. Mit der Erreichung der Türken im Ausland stimmt sie sie zu einer starken Einheit, diese automatisch auch Gegner mit sich bringt. Die Mehrheit der Türken identifizieren sich zunehmend selbstbewusster mit dieser einheitlichen Kraft. Eine geringe Gruppe radikalisiert sich dagegen. Separatisten sind schwer für diesen Zusammenhalt zu gewinnen und werden ständig bestrebt bleiben der Türkei ihre Vorwürfe aufrecht zu erhalten. Hierbei wird für sie die Allianz mit den politischen Mächten im Ausland als Unterstützung sehr relevant. Auch da dagegen ‎soll das Wort Diaspora als eine Gegenmaßnahme ihre zusammenhaltende Wirkung entfachen..

Der Mensch als die kulturell und ökonomische Ressource

Die Menschen im Ausland werden in ihrer granularen Zerstreuung, entgegengesetzt durch die Politik des Zusammenhalts der eigenen Regierungen, vermehrt als eine Wertanlage erkannt, und werden so in ihrer politischen Funktion modular zur international einsetzbaren national multi-ethnischen Entität. Das ist Im Sinne der Förderung des Machterhalts eine politsch willkommene und einsetzbare Kapitalanlage. Sie ist in der Globalisierung auch zur Förderung der nationalen Interessen gedacht. Und zwar von den eigenen Leuten in der Diaspora.

Im Grunde entscheidet der einzelne Mensch durch eines seiner dynamischen Identitäten selbst, ob die Wirkung eines bestrebten Einflusses auf ihn als verwertbares Humankapital durch die Interessen der nationalen Politik des Ursprungslandes einwirken darf oder nicht. Diese Freiheit muss auch als ein Teil seiner Würde bestehen bleiben. Es ist ein moralisches Grundrecht und eines der wesentlichen Teile des Völkerrechts. Diese Bestrebung des Ursprungslandes kann als eine fundamentale Basis mit einer ausführbaren altbewährten soziopolitschen Methode hervorkristallisiert und festgehalten werden, so darin die gesuchte politische und wirtschaftliche Treue der Menschen zum eigenen Land durch ihre eigene kulturelle und historische Identität angesprochen wird.

Die gelebte Sozialität, so wie auch die politischen Agenden der ethnisch zueinander zugehörigen Menschen lebend in der Diaspora, sich durch ihre kulturelle und historische Bedeutung gestärkt wissen soll. Gerade eben durch den markant vorherrschenden Mangel der Anerkennung ihrerer kulturellen und ethnischen Bedeutung im Zuzugsland, vorwiegend durch die Verdrängung und dem Nachrang seitens der vorherrschenden divergierenden Kultur, und entgegen dem angesetzt, anhand der Kraft der Rhetorik vom Ursprungsland zur gemeinsamen Haltung der Betroffenen erlangt das Wort “Diaspora” ihre grundeigentliche Geltung.

So nimmt auch der Mensch als die kulturelle und ökonomische Ressource zunehmend an Bedeutung zu. Der ethnisch kulturelle Mensch, betrachtet aus dem zivilisatorischen Augenmerk des Staates, eine in ihrer gegenwärtigen Form der Gesamtheit für die Steuerung der demographischen und demokratischen Entwicklung, – im Angesicht der Globalisierung – eine durchaus angesprochene Wichtigkeit zu sein scheint, welche durch ihre ethnische Verstreutheit, im politischen Verhältnis der Internationalität, eine immer gewichtigere Rolle zu spielen bevorzugt.

“Diaspora” ist nicht einfach nur ein Begriff für Menschen im Ausland, sondern ein rhetorischer Begriff für einen menschlichen Bezugspunkt, und deswegen dieser zur Stärkung des “Vaterlandes”, oder des “Anavatan” oder des “Homeland” an unschätzbarer Bedeutung im globalen Kampf und um das Leaderships um der ureignen Ressource trägt. Der rhetorisch geführte Kampf um die Führung des Menschen innerhalb der politisch unterschiedlichen Geflechte!

Etymologisch betrachtet ist das ursprünglich griechische Lehnwort “Diaspora”, welches auch von Israel hauptsächlich verwendet wird, deswegen sehr wichtig, weil es auch sehr wesentliche zivilisatorische Aspekte inbegriffen in sich trägt, während es seiner Bedeutung unverlassen seiner Geschichte fortwährend einen Ausdruck der Verbundenheit in der Verstreutheit zu verleihen bemüht. Das Wort Diaspora endet im Judentum mit der “Alija”. Das ist das Hochsteigen oder das Aufsteigen mit der entschlossenen Rückkehr. Mit der Rückkehr der Israeli in das gelobte Land ist die “Alija” in ihrem Ursprung ihrer Bedeutung die geographische, kulturelle und politische Authentizität ihres Seins. Somit zum Ursprung ihrer stabilen Zugehörigkeit, ins gelobte Land.

Fazit
Es ist sowohl eine identitätsstiftende Maßnahme zur Hervorhebung oder Rückgewinnung der Bedeutung zur persönlich ursprünglichen kulturell definierten fundamentalen Identität, wie auch für eine aktuell gegenwärtige politischen Zugehörigkeit, mit der Hinzunahme der Außenpolitik. Eine definitive Maßnahme mit der vereinheitlichten Rhetorik gegen Separatismus. Das Wort “Diaspora” wird auch von der Türkei offiziell verwendet, um die historische Wurzelverbindung der Menschen aus der Türkei in ihrer soziopolitischen Auswirkung im Ausland zu einem gemeinsamen Nenner zu stärken.
Anders zu Alija, wird in der Migrationswissenschaft eine selbige Entscheidung einer Person oder die der gesamten Familie für die immerwährende tatsächliche Rückkehr ins Ursprungsland seiner kulturellen Identität, und wie auch die darauffolgende Neugestaltung eines neuen Lebensmittelpunktes in der Ursprungs-Heimat als die “Root-Migration” bezeichnet. Für die Bezeichnung “Root-Migration” sind unterschiedliche Gründe der Rückkehr nicht vorwiegend relevant. Ob aus wirtschaftlichen oder kulturellen, jede Rückkehr ist eine Root-Migration.
21:38 28.10.2014
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

Ercan Karaduman

Politische Philosophie, Zivilisation, Kultur, European Studies, Alliance of Civilisations, Analyse strategisch politischer Entscheidungsgrundlagen.
Ercan Karaduman

Kommentare 4