erftstadtboy

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RE: Wieder drei Erden konsumiert | 14.05.2018 | 09:27

es geht ja nicht zwingend um die qm, sondern um den durchschnittlichen ressourcenverbrauch. und daran macht sich auch die wieviel-frage fest. auf dem niveau von durchschnittlichen zentralafrikanern ließen sich sicher noch deutlich mehr menschen versorgen.

und was wäre ein "angenehmer" lebensstil? der derzeit bei uns herrschende? würde bei d-land bedeuten 2/3 von 80mio. abzuservieren. wäre sowas wie ein genozid.

vor dem hintergrund, dass jetzt ziemlich viele menschen da sind, und die ärmeren relativ betrachtet zu den reichen mehr werden, scheint mir ein weniger an sog. wohlstand bei gleichzeitiger senkung der geburtenrate weltweit sinnvoll.

das eine wie das andere ist aber sowohl in den reichen ländern (verzicht=abwahl/konsum=frömmigkeit) als auch i.d. armen ländern (viele kinder=altersvorsorge und frömmigkeit) kaum bis gar nicht durchsetzbar. und im derzeit herrschenden wirtschaftssystem sowieso nicht. weniger menschen=weniger wachstum=das ende von allem.

RE: Das Bauernopfer | 14.05.2018 | 09:19

das argument die haubroks hätten nicht aufwerten wollen, sticht in dieser argumentation nicht. das wollten die vielen künstler/kreativen in mitte, p-bereg, f-hain, k-berg und n-kölln auch nicht. ist aber trotzdem so.

lichtenberg ist ein bezirk, der gerade gentrifiziert wird. ob diese maßnahme des bezirks etwas bringt, ist eine andere frage. wahrscheinlich nicht, bzw nur homöopathisch. gesetzliche mietobergrenzen auch für neuvermietung, bzw. die grundsätzliche orientierung am mietspiegel wäre da sicher viel sinnvoller.

das problem ist, dass die bezirke, kommunen und länder keinen gestzlichen zugriff auf die wichtigsten gesetzesbereiche haben im mietbereich, das ist bundeskompetenz. und dort sitzt ja mutti als interessenvertreterin der oberen 10%.

gleichzeitig steht jeder politiker in dem nicht aufzulösenden systemwiderspruch, investitionen anziehen zu müssen (sonst arbeitslosigkeit), und etwas für die wähler zu tun. das widerspricht sich häufig in unserem wirtschaftssystem, das auf den profit der wenigen ausgerichtet ist, und diese wenigen gleichzeitig den schlüssel in der hand halten, ob es wirtschaftlich bergab oder bergauf geht.

symbolpolitik ist also nicht den politiker/innen vorzuwerfen, sondern systemimmanent.

RE: Wieder drei Erden konsumiert | 09.05.2018 | 18:07

es bringt nichts die individuelle (neoliberale) karte zu spielen. warum sollen individuen sich einschränken, wenn es ihre nähere umgebung nicht tut?

das wird nicht passieren, bzw. selten, d.h. es müssen gesetze erlassen werden. sich daran zu halten fällt menschen leichter. ist etwas kollektiver.

der haken daran ist, dass diese gesetze, zumal in schland, nicht erlassen werden. weil sie ein nachteil i.d. heiligen standortkonkurrenz sind.

die neo-malthusianische mär von den menschen, die weniger werden müssen, wird leider auch hier kontextlos wiederholt. die frage ist doch, wer weniger werden sollte? eine zentralafrikanische kleinstadt mit 50.000 einwohnern verbraucht so viele ressourcen wie ein milliardär pro jahr. d.h. weniger werden sollte also das reichere, obere viertel der weltweiten population. also wir im westen und die fiesen co2-schleudern in china plus die oligarchischen oberschichten sämtlicher ärmerer länder. obwohl china dabei auch wieder so eine frage ist, produzieren die doch für die halbe welt. der verbrauch fällt dort an, die konsumption woanders.

der leidensdruck hier ist noch lange nicht groß genug, wir sind ja weltmeister.

RE: Binnenwirtschaft, Baby! | 03.05.2018 | 15:02

"Schon das gute alte Stabilitäts- und Wachstumsgesetz von 1967 setzte auf ein außenwirtschaftliches Gleichgewicht."

dieses gesetz wurde mit dem eu-vertrag von lissabon außer kraft gesetzt. man kann es also getrost vergessen.

"Es kann nicht sein, dass der Niedriglohn die internationale Wettbewerbsfähigkeit des Landes sichert."

hm, ob es so einfach ist. die niedriglöhne sind eher im dienstleistungsbereich zu finden. dienstleistungen braucht man auch, um maschinen, autos, chemikalien und medikamente herzustellen, aber i.d. bereich ist wohl eher die sog. lohnzurückhaltung das problem. löhne müssten i.d. bereich mit der produktivität steigen, plus inflationsausgleich. passiert aber nie, da möge doch der marktgott vor sein.

die niedriglöhne im dienstleistungsbereich führen eher zu geringerer konsumnachfrage. d.h. u.a. auch zu weniger importen, mehr importe würden den leistungsbilanzüberschuss ebenso senken wie weniger exporte. also: noch mehr inländischer konsum muss sein, bzw. wäre eine volkswirtschaftlich wünschenswerte folge von höheren löhnen der unteren 30-50% der lohnabhängigen.

da es aber zunehmend große umweltprobleme gibt, ist noch mehr konsum, auch noch in einem der ohnehin konsumstärksten länder der welt, wohl kaum die lösung.

es beißt sich die katze in den schwanz, ohne konsum ist alles nichts, mit (systemkonformem) konsum ist irgendwann sowieso nichts mehr.

RE: Opa erzählt vom Krieg | 14.04.2018 | 09:59

diskriminierung von männern? also ich bin mit einer feministischen frau zusammen und habe weder mit ihr noch mit ihrem umfeld je so etwas erlebt oder von so etwas gehört.

allerdings habe ich diskriminierung von frauen häufig erlebt.

auch diskriminierung von männern, i.d. regel allerdings durch andere, mächtigere männer.

RE: Come together | 02.04.2018 | 20:36

"Als die (NATO) in den 1960er Jahren davon ausging, dass der Warschauer Pakt über eine konventionelle Militärmacht verfüge, der die Allianz im Ernstfall nicht gewachsen sei, und dass sie dadurch unter unzumutbaren politischen Druck gerate, wurde auf eine Strategie der Abschreckung gesetzt. Das bedeutete, den Nordatlantikpakt derart mit Kernwaffen auszurüsten, dass die andere Seite wegen des zu erwartenden atomaren Gegenschlags auf konventionelle Angriffe verzichten würde."

auch hier wieder die alte leier der konventionellen überlegenheit des warschauer-paktes (auch wenn hier das wort "ausging" benutzt wird, sozusagen mit hintertür, falls es doch nicht so gewesen wäre)...ich erinenre mich, dass i.d. 80ern z.b. im stern grafiken zu sehen waren, i.d. der warschauerpakt über bis zu 80% mehr panzer, schiffe, flugzeuge, soldaten verfügte. die atomraketen waren auch mehr.

nach dem zusammenbruch wurde dann publik, das bis 50% der kriegsgeräte nicht im ansatz einsatzfähig waren, die restlichen zum großen teil veraltet. ein propaganda-popanz also.

wenn man sich dann vor augen hält, dass die usa mitte der 40er, nach dem wkII, 50% der weltwirschaft hielten (heute ca. 25%), inkl. westeuropa und japan also auf sicherlich 75% gekommen sind, während der warschauerpakt eher so um die 15% lag, wirkt diese ganze behauptung der konventionellen überlegenheit nur noch lächerlich. wie hätte die finanziert werden sollen? ähnelt übrigens der heutigen situation, i.d. russland ca. 7,5% der weltweiten rüstungsausgabe hält, die nato 55-65% je nach jahr. und der russe ist der böse aggressor...gähn.

nicht zu vergessen die horrenden verluste an (jungen) menschen in osteuropa durch die nazis. auch an dieser stelle waren die ressourcen also weit geringer als im westen.

eher war es doch so wie gelse schreibt, dass nordkorea den udssr nach dem II.wk ähnlen. und nicht der nato. was für ein bodenloser quatsch, den der autor hier ohne irgendeinen kommentar oder eine einordnung im raum stehen lässt.

RE: Cool down? Rise up! | 27.03.2018 | 20:00

habe noch einen punkt vergessen, warum mit "den rechten" das system nicht zu überwinden ist: i.d. regel treten rechte nach unten und verbünden sich mit oben.

unten ist aber nicht das system, sondern deren opfer. sieht man auch an den durch rechte ermordeten seit 1990: je nach zählart handelt sich um eine niedrige dreistellige zahl. herrschaftsvertreter sind darunter nicht zu finden, eher geflüchtete, obdachlose, behinderte und natürlich linke.

RE: Cool down? Rise up! | 27.03.2018 | 13:26

schließe mich da gelse an: die rechten SIND das neoliberale feudalsystem, nur intensiver. da muss man nur i.d. programm der afd schauen.

und ja, die linke ist zu friedlich, den standpunkt teile ich mit ihnen. wäre sie es nicht, gäbe es wohl i.d. nächsten jahrzehnten bürgerkriege.