erftstadtboy

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RE: Frauen, schnaubt lauter! | 20.02.2018 | 16:49

ein wenig zu kerstin steinbach...

http://blogs.taz.de/buchmesse/2013/03/17/der-%E2%80%9Eendsieg-des-feminismus%E2%80%9C-ahem/

viel mehr ist nicht zu finden, die antifeministische, nationalistische wikimannia listet sie auch. soviel zur einordnung.

RE: Frauen, schnaubt lauter! | 20.02.2018 | 16:49

oha, jetzt wurde der komnetar verstekct auf den ich mich bezogen habe...

RE: Anders zusammenleben! | 13.02.2018 | 15:04

der autor des artikels fordert zwischen den zeilen eine art von Ökonomie, die kein kapitalismus ist. also dessen abschaffung.

dabei bleibt er wie so viele seiner art die antwort auf die zentrale frage schuldig: wie sollen die privilegierten/herrschenden von den hier aufgestellten thesen überzeugt werden? warum sollten sie (kampflos) auf ihre privilegien und ihre macht verzichten?

der autor sollte so ehrlich sein zu schreiben, dass der weg zu seiner vorstellung von gesellschaft notwendig mit leichen gepflastert sein muss. und zwar den leichen derjenigen, die diese gesellschaft durchsetzen wollen.

über plausible vorschläge, wie der übergang ohne mord- und totschlag vonstatten gehen soll, würde ich mich sehr freuen.

RE: Mit Bauern reden | 29.01.2018 | 12:21

der dreh- und angelpunkt des ganzen ist doch das kapitalinteresse. niedrige lebensmittelpreise ermöglichen konsum in anderen bereichen, daher sind niedrige preise systemvoraussetzung.

und niedrige (nahrungs)preise ermöglichen für die ökonomisch benachteiligten die illusion von teilhabe/wohlstand, während (erzwungener) fleischverzicht zu unruhe führen würde (aka bevormundung - wie schrecklich, weil wir ja sonst nie bevormudnet werden, wir sind ja frei...).

d.h. eine wirkliche veränderung der landwirtschaft als profitmaschine und -voraussetzung wird es innerhalb der jetzigen rahmenbedingungen aus ökonomischen und mentalen gründen nicht geben (können).

möglich ist allerdings vieles, bioerträge liegen im schnitt bei 80% von industrieller landwirtschaft. allerdings ist der zusätzliche flächenbedarf deutlich höher als die fehlenden 20% aufgrund häufigerer "ruhe" für die äcker durch zwischenbegrünung.

an den erträgen ließe sich durch groß angelegte forschung sicher noch was drehen, durch veringerung weggeschmissener lebensmittel (übrigens fallen die hauptsächlich bei den supermärkten an) und durch verringerung des fleischkonsums, da dieser durch futtererzeugung deutlich mehr flächen benötigt um eine kalorie auf den teller zu bringen. ebenso durch sinnvolle kombinationen bio/konventionell, durch untersuchungen, was in welcher region besonders gut gedeiht (das schweizer landwirtschaftsministerium hat da z.b. kürzlich pionierarbeit geleistet), teurer würde es insgesamt aber sicher > deshalb fehlt der herrschaftliche wille dazu, die gründe s.o.

hier der link zur schweizer untersuchung, bezogen auf konventionelle lws

https://www.infosperber.ch/Artikel/Wirtschaft/Umwelt--und-ressourcenschonende-Ernahrung-Studie-Agroscope

so werden wir uns innerhalb der herrschenden ökonomischen ordnung weiter im kreise drehen, bis die degradation der böden und das ende der mineraldünger (phosphat z.b. wird immer weniger) zu weit fortgeschritten sind, um 8-9-10mrd zu ernähren. dann schlägt die große stunde des gen-foods, dass sich unter solchen bedingungen sicher vortrefflich vermarkten lassen wird und monopolgewinne garantieren wird: perfekt auf jeden wasserarmen, ausgelaugten boden zugeschnittenes saatgut, oder gleich nur noch in chemisch erzeugten nährlösungen gedeihende ware. dann kommen wir (vielleicht) nochmal paar jahrzehnte länger über die runden. guten appetit.

RE: Biegsam siegt | 27.01.2018 | 17:15

wie schön, glamour hat macron ja auch. passt doch!

RE: Geld und Angst | 27.01.2018 | 14:47

als i.d. branche tätiger kann ich das ergebnis ihrer kurzrecherche nicht teilen. es gibt kaum drehbuchpreise im vergleich zu regie- oder darstellerpreisen. ebenso gibt es wenige kamerapreise (tendenziell aber etwas mehr als drehbuch), wenige produzentenpreise, wenige tonpreise, sehr wenige schnitt-/szenenbild/-kostümpreise.

regie- und darstellerpreise gibt es zuhauf auf jedem großen, mittleren und kleinen festival, und davon gibt es viele tausende weltweit, in d-land geschätzt mehrere hundert.

eigentlich ist das mit den preisen sowieso mist, weil es teamarbeit fragmentiert. nicht alle tragen gleich intensiv zu einem film bei, aber drehbuchautoren/innen schon sehr stark. und schlecht bezahlt ist es obendrein, zumindest wenn mensch sich mühe gibt, oder wenn es eben nicht primär fürs tv ist. mit schlecht bezahlt meine ich dann sowas wie brutto 4-5eu/stunde.

und dass es das machtgefälle in anderen ökonomisch hierarchisierten (kreativ)branchen gibt, macht es nicht legitimer (was sie auch nicht behauptet haben). nur weil es das häufig gibt, soll mensch nicht darüber schreiben?

daher finde ich diesen artikel nicht genial, aber zumindest ein kleiner beitrag in die richtige richtung, wenn auch recht angepasst.

RE: Biegsam siegt | 27.01.2018 | 12:52

linkelinkelinke...die gibts doch schon ewig nicht mehr in schland, zumindest nicht über der 5%-hürde. die (inzwischen sozialdemokratische) linkspartei ist mitte links, daneben steht der neoliberale, affirmative block v.d. mitte (mit pseudolinken feigenblättern die dem geldadel nicht wehtun) bis ganz rechts zur afd.

es gibt fast keine linken mehr im westen, eigentlich sogar global betrachtet, außer vielleicht in südamerika. und so ein paar versprengte in südeuropa, die aber nicht können wie sie wollen (p-gal), oder es vielleicht nicht mal mehr wollen (g-land). oder wie in spanien, aus guter alter tradition, aber ohne macht.

und dann gibts noch corbyn-labour, die i.d. opposition latent links redet und damit menschen erreicht. aber sollten die jemals gewählt werden, wird ihnen der geldadel schon den halfter anlegen (und die blairisten werden dabei helfen). auf den kampf, wenn es denn einer wird, bin ich gespannt. aber schland...oh je, die mehrheit ist zu satt, zu reaktionär, zu hörig.

RE: Eine Frage des Ernstnehmens | 25.01.2018 | 22:04

hm, das finde ich zu einfach kategorisiert.

gerade heute habe ich mit zwei frauen gesprochen (ich habe sie für die webseite ihres unternhemens fotografiert), die sich für "fette säue" halten. es aber definitiv nicht sind, sondern eher schlank bis durchschnittlich.

das begegnet mir nicht selten und ist ein gesellschaftliches phänomen.

man könnte es sogar fast als "allgemeine und individuelle Beschneidung der persönlichen Entscheidungsfreiheit der Frau" bezeichnen, denn diese frauen sind nicht i.d. lage, eine andere entscheidung über sich als die "ich bin fett" zu treffen, obwohl sie es objektiv nicht sind.

es ist hier tatsächlich nicht so einfach, das zu vergleichen, das gebe ich zu. das liegt u.a. daran, dass traditionell autoritäre systeme eine klare regel auch mit gewalt durchsetzen (z.b. kopftuch). während in nicht traditionell autoritären systemen wie unserem die entscheidungen von innen zu kommen scheinen, aber doch nur wieder ausfluß von diskurshegemonie sind und dann auf diese art in die körper fahren. also im ergebnis ähnlich sein können, jedoch ohne ausübung von direkter, offener gewalt.

kopftücher wurden übrigens von vielen frauen in der westdeutschen, konservativen provinz noch bis weit in die 60er getragen (gerne in kombination mit dem sogenannten kittel, einem praktischen kleid mit kurzen ärmeln, das auf eine andere art als der heutige uniforme "körperbetonende" look ihre trägerinnen objektivierte). die letzten ausläufer davon habe ich i.d. 80ern selber noch erlebt.

auch die pornographie beschneidet entscheidungsfreiheiten: wenn ich fast nur noch männer finde, die von pornobildern körperlich und mental geprägt sind, kann ich mich für abstinenz oder unterwerfung entscheiden. sehr frei ist das nicht. nur anders unfrei.

zum thema iran: eine freundin von mir war dort letztes jahr zwei wochen und hat für feministische iranische frauen einen kurs gegeben (übrigens offiziell genehmigt und unter versteckter staatlicher beobachtung). sie musste in teheran kein kopftuch tragen. sie hat mir teheran als deutlich anders als medial dargestellt beschrieben. ein kopftuch tragen musste sie außerhalb von teheran und in religiösen gebäuden.

ich will die rolle der frau im heutigen islam nicht beschönigen, nur stört es mich, dass die rolle der frau im westlichen system nicht angemessen reflektiert wird und stattdessen gerne auf anderen kulturen rumgehackt wird. ist ja auch einfacher.

RE: Eine Frage des Ernstnehmens | 18.01.2018 | 09:12

so eine rechts-mitte/links partnerschafts-doku fände ich interessant. wäre auch unter der rubrik "kika soll sich was trauen" zu verbuchen. da gibt es doch so einen eher linken professor in österreich der mit einer rechten frau liiert/verheiratet ist...habe den namen jetzt vergessen.

allerdings würden die protagonisten einer solchen doku auch nicht in diesem unglaublichen maße (anonym) bedroht und beschimpft werden. außer vielleicht wieder von rechten, das bringen in diesem ausmaß in der regel nur die.