erftstadtboy

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RE: So funktioniert Protestkultur | 20.09.2018 | 15:09

yep!!!

gegen rwe sein ist leichter als gegen die eigenen privilegien (aka deutlich mehr konsum als der globale durchschnitt zu "genießen").

und weil wirklich gegen den kap. sein am ende wahrscheinlich bürgerkrieg bedeuten würde. dann doch lieber den mund halten.

und weil unsere nach wie vor hierarchisch organisierte gesellschaft nach wie vor viele autoritäre charaktere hervorbringt, und die sind i.d. regel nicht i.d. lage sich gegen die autorität zu wehr zu setzen, da geben geflüchtete doch eine deutlich einfachere zielscheibe ab > hierzu:

"...Es ist vor allem soziale Ungerechtigkeit, die sie wütend macht, wütend auf eine Bundesregierung, die nichts tue. Nächstes Jahr werde sie in Rente gehen, aber nur wenig bekommen. Und ihr Sohn verdiene auch schlecht.

Fragt man sie dann, warum sie gegen Flüchtlinge sei und nicht etwa mehr Umverteilung fordere, sagt sie: "Weil man ja gegen irgendwen sein muss, und mit denen ist es einfach." Sie betont aber, dass sie kein Nazi sei. Nazis seien jene, die körperlich gegen andere vorgehen."

aus

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/chemnitz-wie-die-polizei-eine-stadt-den-rechten-ueberliess-a-1225238.html

RE: Nicht verzweifeln! Noch ist es nicht zu spät | 09.08.2018 | 15:55

"den diskurs in den usa" ist nicht ganz zutreffend, der diskurs im artikel begint dort und gipfelt in einer internationalen konferrenz 1989, die an den usa, gb, japan und der udssr scheitert...

RE: Nicht verzweifeln! Noch ist es nicht zu spät | 09.08.2018 | 15:49

nun wollte ich auch schon losbölken, aber gregory und idog haben die kritik schon so treffend zusammen gefasst, dass mir nur zustimmung bleibt.

als kleine anmerkung noch: die klima-warnungen gibt es nicht erst seit 30, sondern schon seit nahezu 40jahren. in der nyt kam letztens ein interessanter (sehr langer) artikel darüber, der den diskurs zwischen 1979 und 1989 in den usa zum thema darstellt. und wie er abgewürgt wurde.

https://www.nytimes.com/interactive/2018/08/01/magazine/climate-change-losing-earth.html

RE: Kampf der Angekratzten | 08.08.2018 | 19:25

dass männer und frauen keine feinde sind (sein sollten) sehe ich auch.ebenso sehe ich ökonomische strukturen da eher im vordergrund.

die recht starke trennung der geschlechter ist allerdings sehr viel älter als der feminismus und stellt meiner ansicht nach eine herrschaftstechnik dar.

was sie dem artikel vorwerfen tun sie aber leider auch selber, sie beziehen sich auf eine zunehmend veraltete spielart des feminismus: "den" feminismus gibt es nicht, und männer gegen frauen ausspieln tut nur ein älterer, kleinerer anteil davon, der es allerdings häufig i.d. medien schafft.

meine freundin ist eine (eher junge) feministin und ich erlebe es fast nie, dass sie irgendwen gegen irgendwen ausspielt. ebenso nicht in ihrem umfeld.

RE: Die Abgasbremse | 18.07.2018 | 12:26

eine frage an die verfasser zu dem artikel: wenn ich es richtig verstehe, machen schiffe 3% und flugzeuge 5% des CO2 ausstoßes aus. gleichgzeitg ist der internationale warenverkehr für 25% "aller schädlichen emissionen" verantwortlich.

was bedeutet das genau? was sind "alle schädlichen emissionen" und wie ist das im verhältnis zu den CO2 emmisionen zu bewerten? wieviel prozent sind 100% CO2 emissionen von "allen schädlichen emissionen"? und wer verursacht die restlichen 92% CO2 emissionen?

es passiert sehr häufig in artikeln dieser art, dass unterschiedliche bezugsgrößen genannt werden (hier CO2-emissionen und "allen schädlichen emissionen"), dies aber nicht sinnvoll kontextualisiert wird, was den diskurs von nichtfachleuten wie mir mit z.b. klimaskeptikern, fernreisefans und konsumfetischisten sehr erschwert.

ansonsten stimme ich meinen vorkommentator/innen gelse und n64 zu.

RE: Willkommen und Abschiebung | 12.07.2018 | 16:58

das, was gerade passiert, nennt man nicht revolution, sondern restauration. die letzte revolution in europa ist 100 jahre her.

darüber hinaus ist meine antwort an maximilianspapa ebenso an sie gerichtet.

RE: Willkommen und Abschiebung | 12.07.2018 | 16:54

linke, linke, linke-bashing. als ob linke hier irgendwas zu sagen hätten in diesem land, order irgendwann mal gehabt hätten. aber schön, die dann für alles verantwortlich zu machen (z.b. afd-aufstieg), erinnert mich an die dolchstosslegende.

aber stimmt, der linke mainstream, der alle diskurse bestimmt, den habe ich wohl vergessen. obwohl die reichtweitenstärksten verlage und deren erzeugnisse rechts sind und seit jahrzehnten das denken formatieren (springer, familie schaub, burda, usw usf). da ändern auch ein paar tausend leser dieser gazette hier nix dran. aber die sog. linken sind schuld am aufstieg der afd.

haben wohl alle vergessen, dass eine konservativ-neoliberlae politikerin namens a.merkel durch ihr verhalten den afd-aufstieg losgetreten hat. der grund für dieses verhalten war übrigens nicht humanität, sondern strategisches kalkül. es lässt sich darüber streiten, inwiefern das aufgegangen ist.

der aufstieg der afd ist dem ökonomischen system, in dem wir leben, immanent. das hat wenig mit linken zu tun, außer mit den linken, die nur behaupten sie seien links, dann aber neoliberal-rechte politik machen.

interessant fände ich mal das experiment, die grenzen nicht nur für menschen, sondern auch für waren zu schließen, wenn schon denn schon. schluss mit der rosinenpickerei, autarkie. da würde d-land ziemlich auf den hund kommen, nahrungsmittelpreise würden stark steigen, die preise für rohstoffiintensive produkte würden explodieren, bzw die würde es nicht mehr geben. kein handy, keine glotze, dann wär hier wirklich schluss mit sozialem frieden. da ist es doch besser die privilegien des westens aufrecht zu erhalten und die armen schlucker in der sahelzone verdursten zu lassen oder in lybien vergewaltigen und zu tode foltern zu lassen. und hier lustig weiterverbrauchen was woanders herkommt.

darüber hinaus gibt es viele vorschläge, wie umverteilung zu finanzieren sei, und offene grenzen fordern nur politische minderheiten (nicht mal ich selber).

RE: Sie müssen da weg | 11.07.2018 | 12:41

sehe hier einen widerspruch im artikel:

"Man fragt sich in der Tat, wie in armen Ländern die für die Produktivitätsoffensive nötigen Ausbildungsfortschritte erzielt werden können, wenn die Gebildetsten und Agilsten ihre Länder verlassen."

und

"Ein europäisches Einwanderungsgesetz, das die bestehenden legalen Möglichkeiten für Migration – etwa mittels der Blauen Karte für Hochqualifizierte – ausweitet und damit einen Teil der ungeordneten Flucht- und Migrationsbewegungen einhegen könnte, bietet den besten Kompromiss zwischen Wahrung der europäischen Selbstbestimmung und Wahrung der Menschenrechte."

da verlassen dann ja wieder die gebildetsten die länder.

davon abgesehen: die forderungen des autors finde ich zu großen teilen gut und nachvollziehbar, die bestehen ja so auch schon seit jahrzehnten, zumindest auf seiten des progressiven teils der hiesigen bevölkerung. eine umsetzung jedoch fand und findet nicht statt. warum sollte sie in zukunft stattfinden? da müssten ja die interessen der hiesigen kapitalfraktionen und die interessen der dortigen eliten berührt werden.

es scheint mir ziemlich unwahrscheinlich, dass der rechtsruck und der migrationsdruck ausreicht, zugeständnisse von diesen beiden gesellschaftlichen gruppen zu bekommen, die können mit rechter politik und vorgeschobenen schutzwällen in nordafrika und dem mittelmeer gut leben.

wäre schön, wenn diese artikel mal was zur durchsetzung ihrer vorschläge bringen würden.

RE: Wieder drei Erden konsumiert | 11.07.2018 | 12:32

da gehe ich überall mit.

zur Formel „Menschen pro Quadratkilometer mal Material- und Energieverbrauch pro Mensch“: hört sich gut an, haben sie da irgendwo eine webseite/einen link, der das näher erläutert? würde mich sehr interessieren.