Welches Spiel spiel Merkel?

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Kanzlerin Merkel legt eine Gelassenheit an den Tag, die angesichts der Krise in Griechenland, Portugal, Irland, Italien, Spanien, Zypern und der jüngsten spekulativen Attacken gegen Frankreich arrogant und aufreizend wirkt. Bereits beim letzten Euro-Krisengipfel am 21. Juli musste sie sich zum Jagen tragen lassen; bis zuletzt drohte sie, nicht nach Brüssel zu reisen. Dann setzte sie gegen den Widerstand Frankreichs und der EZB eine symbolische Beteiligung privater Gläubiger am neuen Hilfsprogramm für Griechenland durch - und genau dieser deutsche „Erfolg“ versetzt nun die Märkt in Aufruhr.

Es ist ja kein Zufall, dass vor allem französische, italienische und deutsche Banken unter den jüngsten Turbulenzen an den Börsen leiden. Sie müssen für Merkels Griechenland-Plan bluten, und ihre Probleme heizen die Spekulation gegen den Euro weiter an. Es ist auch kein Zufall, dass sich die Krise in Italien und Spanien zuspitzt. Denn Merkel lehnte es bisher ab, diesen Ländern auch nur einen Millimeter entgegenzukommen. Das überlässt sie lieber der EZB, die sich dafür dann auch noch von Merkels früherem Topberater in der Bundesbank abwatschen lassen darf.

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10:18 12.08.2011
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Geschrieben von

EricB.

Seit 2004 verfolge ich Höhen und Tiefen der Europapolitik aus Brüssel. Zuvor war ich als Reporter in Paris und lernte die französische Sicht auf Europa und die Welt kennen.
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