Ernstchen

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Ernstchen
RE: Der objektive Mr. Trump | 20.06.2017 | 16:55

Manchmal glaube ich, die Politiker und Journalisten, die sich so lustvoll in Details der US- Innenpolitik versenken, träumen heimlich davon, dass Deutschland der 51. Bundesstaat wird

Ich kann für die nicht sprechen, bin ja weder das eine noch das andere. Mein persönliches Interesse an der Innenpolitik in den USA ist einerseits auf Empathie gefußt, weil ich mich diesem Land und dessen Leute auf merkwürdige Weise verbunden fühle. Und andererseits kann man aus den innenpolitischen Katastrophen anderer Länder immer auch etwas für das "eigene Land" (wenn man sowas so formulieren mag) lernen. Und sei es nur ein undifferenziertes "Schaut, so dürfen wirs nicht machen". Dass die USA und ihr für uns so völlig verquer wirkendes System auch die eine oder andere Lichtseite hat, hat uns beispielsweise im Wahlkampf Bernie Sanders gezeigt. Grasping at straws, möchte man meinen. Und doch hat in Deutschland es seit Willy Brandt kein Politiker vom Schlage Bernie Sanders' es mehr in die unmittelbare Reichweite des Präsidenten- bzw. Kanzleramtes gebracht.

RE: Damned if you go, damned if you don't | 20.06.2017 | 11:14

Kein Grund, die Contenance bei Janto zu verlieren. Er hat seine eigene Art - ich hab sie Masozynismus getauft. Kann man mögen oder nicht. Ich mags. Kann auch verstehen wenn mans nicht mag. Aber deswegen die Contenance verlieren ist doch nun echt nicht notwendig. Im übrigen sind Jantos Beiträge ganz groß in Sachen Ambivalenz. ;)

RE: Are you not entertained?! | 09.05.2017 | 08:46

Das typische Rumgepoltere der modernen neoliberalen Scheuklappenträger. ;)

Es fällt mir schwer, Ihnen sachlich zu antworten, da es mir so vorkommt als hätten Sie meinen Text gar nicht wirklich gelesen, sondern nur über ein paar Triggerworte einen roten Kopf bekommen. Wer immernoch um das goldene Kalb namens Produktivitätssteigerung herumtanzen will, der soll das gerne tun. Ich will auch niemandem seinen schicken Zweitwagen madig machen. Aber: Ich halte den Zustand einer komplett zweigeteilten Welt (und ich spreche nicht von "rückständig vs. fortschrittlich" sondern von "arm und ausgebeutet vs. reich und verantwortungslos", call me Gutmensch, see if I care) für extrem instabil, wie eines der vielen "neuen Elemente", die Chemiker immer wieder erfinden. Eine Art Kollaps steht bevor, daran habe ich keinen Zweifel. Und das "weiter so" das ich aus Ihrem Kommentar herauslese, wird diesen nur beschleunigen.

Abgesehen davon bleibt mir nur noch zu sagen: Das Schreckgespenst "Verzicht!!!" scheint Menschen eines gewissen Lebensstandards regelmäßig Angst einzujagen. Da zitiere ich gerne Lester Burnham (Kevin Spacey) aus "American Beauty": "It's just ... STUFF!"

RE: Are you not entertained?! | 06.05.2017 | 12:13

Hehehe ... schön wenn man gar nicht das Video anschauen muss, weil man Maher sowieso jede Woche anschaut. ;)

RE: Are you not entertained?! | 05.05.2017 | 14:52

Obama ist vielleicht charmanter und als Zimmergenosse angenehmer, aber seine Politik war eine Katastrophe

Was planen denn die Republikaner?

- Abschaffung/Radikale Kürzung der Sozialsysteme
- Ausweitung der militärischen Präsenz der USA in der Welt
- Verbot von Abtreibungskliniken
- Wiedereinführung der Folter
- Steuerreform zugunsten der Superreichen und der Konzerne
- Einschränkung der Befugnisse und Möglichkeiten der Opposition
- Ausweisung von Migranten
- Landesweites Verbot des in einzelnen Staaten legalisierten Marihuana
- Auflösung der Umweltbehörde
- ... soll ich weitermachen?!

Natürlich war Obama kein guter Präsident. Aber er war kein Donald Trump.

RE: Are you not entertained?! | 05.05.2017 | 14:45

Sie beziehen sich auf mein Adjektiv "dumm": Ich weiß, problematisch, so etwas zu sagen. Aber wenn Sie jeden Tag Zitate, Interviews und Tweets von Donald Trump lesen und hören, die von Tag zu Tag haarsträubender werden, dann wird einem irgendwann klar: Dieser Mann kann andere einschüchtern und unter Druck setzen und damit seinen Willen durchboxen. Das ist aber auch das ganze Ausmaß seines Talents. Ansonsten ist alles was er von sich gibt, entweder hilfloses Gebrabbel voller Füllwörter um über fehlenden Inhalt hinwegzutäuschen oder dummdreiste Beleidigung. Machiavelli würde lachen über Donald Trump, wenn er nicht wüsste, was Atomwaffen sind.

RE: Are you not entertained?! | 05.05.2017 | 14:41

Ja, er wurde Präsident, und nein, er umgeht natürlich nicht die MSM, die MSM haben ihn zum Präsidenten gemacht. CNN-Chef Jeff Zucker hat erst diese Woche in einem Interview zugegeben, dass CNN Trump massiv gepusht hat, weil sie ihn erstens als Frontrunner und zweitens als really entertaining und gut für die Zuschauerzahlen gehalten haben.

Dass Trump per Tweet kommuniziert wie kein anderer zuvor ist zwar richtig, der Wahrheitsgehalt seiner Tweets ist jedoch weeeeiiiiiitaus katastrophaler als der der MSM. Unabhängige Fact Checker haben während des Wahlkampfs Trumps Reden und Interviewstatements überprüft: Über 70% seiner Aussagen waren sachlich falsch, irreführend oder schlicht gelogen. Ich bin weiß Gott kein MSM-Apologet, aber wenn der größere Lügner den kleineren "besiegt", dann ist das kein Grund zur Freude.

RE: Are you not entertained?! | 05.05.2017 | 14:32

Ich stimme zu, er hat gewaltig zurückrudern müssen. Aber dass er die Bombardierungen auf Syrien und andere Länder massiv ausgeweitet hat, die "Mother Of All Bombs" in Afghanistan losgelassen hat, obwohl sich da Taliban und IS gegenseitig die Schädel einschädeln (win-win, anyone?!) und jetzt dort sogar 1.500 mehr Bodentruppen hingeschickt hat, ist auch nicht von der Hand zu weisen. Bei Nordkorea hat man ihn offenbar mal zur Seite gezogen und ihm ins Ohr geflüstert "Du, Donny, der Kim, der will nur spielen, verschwende lieber keine Zeit mit dem."

Dass Hillary Clinton diese Woche sagte dass sie ja den Angriff auf den syrischen Luftwaffenstützpunkt ebenso gemacht hätte, aber die Russen nicht vorgewarnt, ging ziemlich unter in den Medien.

Was "Trump unter Druck setzen" angeht ... ich glaube der Hype zu Trumps angeblicher Liebesheirat mit Vladimir Putin ebbt langsam ab. Mehr und mehr Leuten wird klar, dass Hillary Clinton ihre Wahlschlappe selbst zu verschulden hat.

RE: Are you not entertained?! | 05.05.2017 | 14:26

Ich meine, es wäre erst gestern gewesen, dass wir über den Sack Reis lachten, der in China umfällt..

"Gleichgewichtsverlust bei einem asiatischen Getreidebeutel" heißt nicht umsonst ein unveröffentlichter Song von ERNST, gespickt mit dem Refrain "Wir müssen's allen erzählen!"

Ich finde Ivanka herzlich uninteressant, ehrlich gesagt. Was ich an Donald so fasziniere ist eben seine Dummheit. Er ist wirklich ein unwissender Trottel, ein Schulhofbully mit schlechten Noten aber einer großen Klappe. Einerseits will er gegen negative Berichterstattung vorgehen, andererseits redet er so dermaßen dummes Zeug, dass alle nur so #facepalm, aber er selbst merkt null was für einen Blödsinn er verzapft. Seine Lügen glaubt er wahrscheinlich sogar selbst. Hach, da kann man so viel aufzählen, wenn ich Aluhutträger wäre, wäre ich längst davon überzeugt dass Donny Tiny Hands ein Troll ist, der nur dazu eingesetzt wurde, durch seinen outrageous nonsense vom wahren Schindluder das mit der Weltbevölkerung getrieben wird, abzulenken.

RE: Demokratendämmerung | 23.03.2017 | 17:32

Naja ich würde sagen dass zumindest unterbewusst sowohl Demokraten als auch Republikaner um ihr geliebtes Großspendergeld fürchten und deswegen niemand ans Ruder lassen wollen, der Citizens United rückgängig machen und öffentlich finanzierten Wahlkampf einführen will. Und da nehmen die Demokraten schon mal eine Wahlschlappe nach der anderen in Kauf. Ob das noch lange in ihrem Sinn gutgeht ist zu bezweifeln. Die Demokratische Partei liegt in der Wählergunst derzeit hinter den Republikanern, obwohl mit Donald Trump der unbeliebteste Präsident der "Neuzeit" im Oval Office sitzt und eine Mehrheit der Bevölkerung Trumps Maßnahmen und Gesetze ablehnt. Wenn die klitzekleinen noch demokratischen Schlupflöcher von Initiativen wie Justice Democrats oder WolfPac und dergleichen geschickt genutzt werden, könnte es den bisherigen Demokraten tatsächlich an den Kragen gehen. Es sei denn natürlich, die Trump-Regierung schließt diese Löcher schnell noch und zementiert die reine Lobbykratie/Oligarchie namens USA. Dann helfen nur noch pitchforks.