Ernstchen
24.04.2013 | 16:54 21

Deutsche Wirtschaftsnachrichten.

Seriös? Auf Facebook werden derzeit einige beunruhigende Nachrichten geshared. Die Quelle ist mir neu.

Ein Blog-Beitrag von Freitag-Community-Mitglied Ernstchen

Die EU plant, quasi Monsanto-hörig, Saatgut für den privaten Anbau im eigenen Garten einzuschränken und vorzuschreiben. Des weiteren ist das Aufbegehren gegen die geplante Wasserprivatisierung abgeschmettert. Und die Bundeswehr hat eine Manöverstadt gebaut, über die auch gemutmaßt wird dass dort auch für potentielle Aufstandsniederschlagungen trainiert werden soll. All diese Nachrichten kursieren auf Facebook und stammen von deutsche-wirtschafts-nachrichten.de ... einer Newsplattform die mir noch nicht bekannt war. Hier also meine Frage an die Community: Ist das eine seriöse Quelle? Kann man sich ernsthaft mit diesen Meldungen auseinandersetzen, sie als Diskussionsgrundlagen herziehen? Ich werd mir die Plattform auch selbst nochmal genau zur Brust nehmen, aber vielleicht hat ja hier jemand schon Erfahrungen und Informationen zur Verfügung. Vielen Dank!

Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.

Kommentare (21)

Popkontext 26.04.2013 | 11:52

Die Deutschen Wirtschaftsnachrichten betreiben dem Inhalt nach zu urteilen ganz gezielt Anti-EU-Lobbyarbeit. Als Journalistin beurteile ich auch den Schreibstil als unseriös und suggestiv. Zudem verlinke sie auf andere unseriöse Quellen wie den Kopp-Verlag. Mein (und nicht nur mein) Eindruck: Deutlich unseriös. An dem Thema ist allerdings trotzdem was dran, hier ein Beitrag dazu aus der SZ (wobei es Quatsch ist, dass Hobbygärtner betroffen seien - es geht um den professionellen Handel. Trotzdem Sch..) Hier eine von mehreren Petitionen zum Thema.

Lisa Linden 27.04.2013 | 18:29

Hallo Ernstchen

ich bin Studentin der Medien- und Kommunikationswissenschaft an der Universität Mannheim. Meine Bachelor-Arbeit trägt den vorläufigen Titel „Kann jeder Journalist werden? – Eine Untersuchung zur Relevanz des Bürgerjournalismus und zum Rollenselbstbild der Bürgerjournalisten und professionellen Journalisten des Meinungsmediums „der Freitag“. Ziel dieser Arbeit ist es, mit Hilfe eines qualitativen Leitfadeninterviews von fünf professionellen und fünf Bürgerjournalisten, herauszufinden, ob und inwiefern sich der Bürgerjournalismus, hinsichtlich des journalistischen Rollenverständnis und des journalistischen Arbeitsprozesses, vom professionellen Journalismus differenziert.

Für meine Untersuchung bin ich noch auf der Suche nach fünf Bürgerjournalisten, die sich für ein Interview via Skype, in dem Zeitraum vom 06.05.2013 bis zum 10.05.2013 zur Verfügung stellen würden. Ich hoffe, du kannst mir behilflich sein. Bei Interesse, melde dich bitte bei mir per E-Mail an: lvanderl@mail.uni-mannheim.de

Vielen Dank vorab!

Ich freue mich über deine Unterstützung!

Viele Grüße,

Lisa

Kurtchen 13.05.2013 | 11:39

Allein schon die Frage etablierter Journalisten an ihre Leser über die "Seriösität" anderer Journalisten, die zudem - oho - auch Interviews mit Journalisten führen, die schon einmal beim Kopp-Verlag oder der Jungen Welt veröffentlicht haben - nein! das geht ja gar nicht! - macht das Subjekt der Frage, also die DWN, unbedingt lesenswert.

Gleichgeschaltete Presse und verordnete Einheitsmeinungen der Pro-EU-Lobby haben wir ja zur Genüge und wir (die Leserschaft) haben es SO DERMASSEN SATT, die etablierte "freie Presse" (haha!) mit ihren einseitigen, völlig weltfremden Jubelmeldungen über die derzeitigen kriminellen politischen Verhältnisse lesen zu müssen.

blogwriter 08.06.2013 | 12:00

Ihr Artikel ist sehr interessant! Besonders die Passage

"..Sie ist bei rechten Verschwörungtheoretikern, die sich auch über Quellen wie Infowars "informieren" sehr beliebt. ..."

ist wirklich sehr gelungen!

Als Leser möchte ich Ihnen nur mitteilen, das mein Eindruck keinesfalls derjenige ist, hier würde mit den bekannten Triggern gearbeitet um einen Dritten "ins rechte Licht" zu rücken.

Auch der Satz

"...Es gibt Widerstand, der leider auch von EU-Gegnern und Rechten vereinnahmt wird..."

verleitet dazu überhaupt nicht.

Seit wann dürfen "Rechte" und EU-Gegner Widerspand leisten?

Früher bezeichneten sich investigativ tätige Journalisten selber als "Verschwörungs-Theoretiker" ...aber das war, bevor dieser Begriff von Leuten wie Ihnen negativ belegt wurde.

Schon amüsant, wie Sie zwischen "seriösen" Quellen (ich nehme mal an, sie meinen Pressehäuser wie den Hitlertagebuchverlag Spiegel u. ä.) und "unseriösen" Quellen unterscheiden und als Journalist dem Leser damit die Möglichkeit der eigenen objektive Bewertung vorweg nehmen.

Ich empfand das jedenfalls als überhaupt nicht "suggestiv"!)

Nun ja, ich wünsche den Deutschen Wirtschafts-Nachrichten noch viel Erfolg mit ihrer, von ihnen unterstellten "Anti-EU Lobbyarbeit".

Sie stehen im Kampf gegen einen neu aufkommenden Faschismus und für ein echtes demokratisches deGaulle'sches "Europa der Vaterländer" in der Presselandschaft wohl alleine auf weiter Flur.

Bastian Borstell 26.07.2013 | 23:05

Zu den "DWN":

http://forum.psiram.com/index.php?topic=11402.0

"Sie stehen im Kampf gegen einen neu aufkommenden Faschismus und für ein echtes demokratisches deGaulle'sches "Europa der Vaterländer" in der Presselandschaft wohl alleine auf weiter Flur."

Ein Widerspruch in sich: Entweder Europa wird ein demokratisches werden und damit ein europäisches ([Bundes]Staats)Volk konstituieren oder Europa bleibt das "Europa der Vaterländer", dass es ist (!), in dem die nationalen Regierungen der Mitgliedsstaaten tonangebend ist und das Parlament der Unionsbürger eine pseudodemokratsiche Zierde bleibt.

"Als Willensnation bezeichnet sich ein Staat im Sinne einer voluntaristischen, also bewusst gewollten Gemeinschaft von ansässigen Bürgern unterschiedlicher ethnischer Herkunft. Das verbindende „Zusammengehörigkeits- und Identitätsgefühl” (Gemeinschaftsgefühl) hat sich dabei nach sozialpsychologischen Gesichtspunkten entwickelt. Es ist somit kein Indiz für ein Volk, das durch gemeinsame Sprache und Kultur miteinander verbunden ist. In einer Willensnation leben zwar ethnisch verschiedene einheimische Volksgruppen, die sich aber dem gemeinsamen Staatswesen, dem Vielvölkerstaat, zugehörig fühlen. Diese Länder werden in diesem Sinne auch als Staatsnationen bezeichnet.

Typische Einwandererstaaten wie Kanada oder die Vereinigten Staaten von Amerika usw. benutzen für sich zumeist die Eigenbezeichnung als „Nation“, obgleich sie die Voraussetzungen für den Begriff einer Nation nicht erfüllen, sondern auch hier steht die Bezeichnung als Nation für „Willensnationen bzw. Willensgemeinschaften“. Auch diese Staaten sind nicht durch ethnische Gemeinsamkeit ihrer Bürger geprägt, sondern sehen ihre Daseinsberechtigung allein aus dem Willen der Bürger nach einem gemeinsamen Staatswesen (siehe dazu:Schweiz sowie den Abschnitt „Schweiz“).

Das Konzept der Staatsnation wurde in der Rückschau auf die Ereignisse der Französischen Revolution für Frankreich entwickelt.[1] Frankreich gilt daher als Musterbeispiel einer Staatsnation (französischÉtat-nation), obwohl die ethnische Integration in Frankreich 1789 bereits vergleichsweise weit fortgeschritten war. Die Verwendung der Bezeichnung Nation besitzt hier eher psychologischen Charakter, denn damit sollen die unterschiedlichen Ethnien ein Gemeinschafts- und ein „Wir-Gefühl“ für den Staat entwickeln und somit gegenläufige Kräfte bändigen und damit den Fortbestand des Staates garantieren.

Die Willensnation steht im Gegensatz zur Kulturnation einer ethnischen Gemeinschaft von Menschen, die durch Sprach- und Kulturgemeinschaft gekennzeichnet ist. Dabei ist die Kulturnation im Unterschied zur Staatsnation nicht zwingend in einem Nationalstaat organisiert, geht also meistens über (künstlich geschaffene) Staatsgrenzen hinaus. Auch verbindet eine Kulturnation nicht unbedingt ein Gemeinschaftsgefühl oder ein Nationalbewusstsein, sondern ist lediglich über die gemeinsame Kultur seiner Bewohner (Sprache, kulturgeographische Ähnlichkeiten, gemeinsame Kunst- und Geistesgeschichte usw.) auch nach außen hin erkennbar.

[...]

In der Schweizerischen Eidgenossenschaft wird der Terminus „Willensnation“ sogar als Schlüsselbegriff benutzt, um die Verbundenheit aller ansässigen Schweizer Bürger auszudrücken, obgleich die Schweizer verschiedenen sprachlichen und kulturellen Gruppen (deutscher, französischer, italienischer und rätoromanischer Kulturkreis) zugeordnet werden können. Zur Gewährleistung eines konfliktfreien Zusammenlebens dieser Gruppen dienen staatspolitische Instrumente wie die direkte Demokratie und der Föderalismus. Der Föderalismus, welcher in gewissem Rahmen auch die Selbstbestimmung der unterschiedlichen Kulturgruppen ermöglicht, ist in der Schweiz mit 26 Kantonen besonders klein strukturiert [...]" http://de.wikipedia.org/wiki/Willensnation

Europa braucht vor allem eins:

Reformen

Einerseit Reformen in Sachen direkte Demokratie. Hier kann vor allem die Schweiz als Vorbild dienen, die den Gang von der Kleinstaaterei zu Willensnation der europäischen (Willens)Nation vorgemacht hat.

http://de.wikipedia.org/wiki/Volksabstimmung_%28Schweiz%29#Bundesebene

Andererseits vor allem eine Reform der Institutionen mit einem Zwei-Kammer-System, in dem die Macht nach dem Conneticut-Compromise verteilt ist, d.h. wie in der Schweiz und den USA sollte in einer Kammer ein "one-man-one-vote" gelten (also die Anzahl der Parlamentssitze möglichst strikt nach der Bevölkerung der Gliedstaaten bemessen sein) und in der anderen Kammer die absolute Stimmgleicheit der Länder. http://en.wikipedia.org/wiki/Connecticut_Compromise

Die Kommission sollte insbesondere nach dem Vorbild des schweizer Bundesrates umgestaltet werden: http://de.wikipedia.org/wiki/Bundesrat_%28Schweiz%29

Denkebar wäre auch die Abkehr von Exekutivföderalismus in Form eines direktgewählten "Senat der europäischen Union" , in dem z.B. jeder Gliedstaat der EU 3 Sitze innehat von denen alle zwei oder drei Jahre je einer neu zu besetzen sei am liebsten, der in gemeisamer Sitzung mit dem Parlament als "Unionsversammlung" die Kommission wählt.

Sollte man weiterhin am Exekutivföderalismus in Form des Rates der Europäischen Union an Stelle eines "Senats der Europäischen Union" festhalten (was wahrscheinlich ist, selbst in Deutschland hat man dies ja nicht geändert, obwohl es kein Fürstenbund mehr ist), könnten für die Wahl des Bundesrates auch (eine für jeden Staat gleiche Anzahl) "Wahlmänner" aus den nationalen Parlamenten gewählt werden, die zusammen mit dem europäischen Parlament als "Unionsversammlung" die Kommission wählen.

Popkontext 04.02.2014 | 01:42

Interessant ist hier nicht nur von wem (gerade neu angemeldete Nutzer), sondern auch mit welchen Argumenten hier für die DNW "argumentiert" wird: Sie hätten eine hohe Zugriffszahl und seien Anti-Maintream. Weder das eine noch das andere ist eine noch das andere sind in irgendein Beleg für Seriösität. Und sie zitieren seröse Quellen? Die Frage ist doch, wei sie mit diesen Quellen umgehen und deren Aussagen interpretieren - und die ist eben extrem unseriös. Da geht es nur um Klickzahlen und Stimmungsmache. Nicht zufällig sind sie bei AfD-Anhängern und Verschwörungsfans besonders beliebt.

Trecker 15.02.2014 | 10:27

Als Volkswirt muss ich sagen, dass DWN ein gutes, ergänzendes Portal zu anderen Nachrichten ist. Die ökonomischen Hintergründe sind sehr gut recherchiert und man bekommt weit mehr Details, als in den Mainstream-Medien. Es wird ehrlich mit Kritik umgegangen.

Aber es stimmt auch, was einige hier erwähnt haben, dass man dort zugunsten der Klickzahlen die kritischen Bestandteile betont, Überschriften etwas drastischer formuliert und eine oft mutige Interpretation am Ende hinzufügt.

Die Inhalte zwischen Überschrift und Interpretation sind aber sehr gut, mit Links und Details und oft sehr guten Interviews belegt.

Wer sich umfassend informieren will, sollte unbedingt auch solche Medien lesen, denn mir ist bislang sehr negativ aufgefallen, wie gerade die öffentlich-rechtlichen mit Nachrichten umgehen: einseitig, selten investigativer Journalismus, mit Bildern und Überschriften Meinung machend, Kalte-Kriegs-Ost-West-Mentalität, keine Links, keine Hintergrundinformationen.

Fakt ist, dass wir ein Korrektiv brauche, jemand der die ökonomischen Probleme starrer Währungen in flexiblen Wirtschaftsräumen aufzeigt, der den stetigen Abbau der Demokratie dokumentiert und die unglaublichen Ereignisse ihm Hintergrund von NSU-Skanalden, Politikerkorruption, Lobby-Vorherrschaft in EU (z.B. bei Genmais, Leuchtmitteln usw.) aufzeigt. Und dafür braucht es mutige unabhängige Journalisten wie bei DWN, Compact oder im Netz wie KenFM.

In Sachen Verschwörungstheorie wäre ich vorsichtig, denn gute investigative Journalisten gehen immer Theorien nach, auch Theorien über Verschwörungen. So etwas ist wichtig, das ist die Basis der 4. Säule der Gewalten, das Korrektiv, um Meinungsfreiheit, Demokratie und Gerechtigkeit zu erhalten.

Sondermann 03.08.2014 | 08:13

Lieber Trecker, auch ich bin Volkswirt und stimme Ihnen bzgl. der reinen Wirtschaftsnachrichten zu. Es fehlt den DWN jedoch an einer klaren Abgrenzung zum politischen Bereich. Oder ist diese Grenzziehung vielleicht gar nicht gewollt? Dann müssten die DWN in ihrem Impressum aber so ehrlich sein, sich entweder als Vertreter der klassischen (Marx'schen) politischen Ökonomie oder der neuen (Schumpeter'schen) politischen Ökonomie zu definieren. Diese Definition vermisst der Sondermann...

Trecker 03.08.2014 | 14:52

Ich verstehe diese Bedenken absolut. Wie gesagt, ich hätte auch gerne reinen objektiven Journalismus ohne Bewertungen ohne Hetze.
Schon einmal den letzten Spiegel gesehen mit dem Titelblatt "Stoppt Putin Jetzt!"? Das ist pure Russland-Hetze auch noch auf Vermutungen, denn wie bislang die Indizien zeigen, hat Russland nichts mit dem Absturz der MH17 zu tun und es gibt auch keine Beweise oder Satellitenaufnahmen für die Aufrüstung der Rebellen in der Ukraine.
Dennoch hetzt der Spiegel in einer Tour, unterstellt Dinge und schreibt Vermutungen, als wären sie Wahrheiten.
"Der Freitag" ist übrigens ein Projekt des Sohnes von Herrn Augstein, der den Spiegel gegründet hat.
Ich habe starke Zweifel am aktuellen Journalismus und die DWN sind dabei nicht das größte Problem, haben gar nicht die Reichweite, wie der Spiegel, der gerade ein Volk auf ein anderes hetzt, was eigentlich juristische Folgen haben sollte. Diether Dehm hat ja schon (unter anderem) geklagt.

Wir brauchen endlich richtigen Journalismus, frei von Auflage und Quote, ehrlich Medien!

GEBE 03.08.2014 | 15:20

"Ist das eine seriöse Quelle?"

Auch hier gilt: eine angelegenheit ist nur dann richtig, wenn auch die Verneinung ihres Gegenteils richtig ist.

Was z.B. "Monsanto" "Nestlé" und die "EU" betifft, so dürfte auch die Erfahrung deutlich gemacht haben, so wie sie ausgerichtet sind, daß bisher nichts Gutes daher kam und diesen alle, aber auch alle Sauereien zuzutrauen sind.

Insofern würde ich mal spontan davon ausgehen, daß, wenn berichtet würde, daß z.B. "Monsanto" "Nestlé" und die "EU" uvm. lieb und förderlich zur Menschheit seien, sich das um eine Verschwörungstheorie a priori handeln muß.

Sondermann 04.08.2014 | 08:16

Wir wissen vermutlich beide, dass es einen objektiven i.S.v. allgemeingültigen Journalismus nicht gibt. Trotzdem wehre ich mich gegen pauschale Medienschelte. Ich möchte vertrauen können, dass ich der Wahrheitsfindung durch Medienlektüre näher komme, auch wenn ich keine absolute Kontrolle habe über das, was geschrieben wird.

Bei Flug MH17 sind die Recherchen offenbar noch nicht abgeschlossen. Wenn es (wie in diesem Fall) gegenseitige Schuldzuweisungen gibt, vertraue ich auf die Bemühungen unabhängiger Portale wie z.B. Wikipedia, die Wahrheit zu finden:

http://de.wikipedia.org/wiki/Malaysia-Airlines-Flug_17