Die Spatzen von den Dächern.

Whistleblower. Sollten wir, wenn wir von Manning, Snowden und Assange reden, nicht auch von Mollath und den vier hessischen Steuerfahndern reden? Ist das nicht ein und dasselbe?
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Dies ist die Zeit der Spatzen, die von den Dächern pfeifen. Sie pfeifen Wahrheiten, die wir stets geahnt haben, vielleicht sogar im Herzen gewusst. Sie erzählen uns die Geschichte von der Welt der Mächtigen, wie sie wirklich ist, und nicht wie die Mächtigen sie uns zu erklären versuchen. Sie erzählen aus dem Leben der Staats-, Militär- und Finanzgewalt, der Eliten dieser Welt, der Oligarchen dieser Welt, und wie ihre Macht nur funktioniert, wenn sie den Rest im Dunklen halten.

Diese Spatzen heißen aber nicht nur Bradley Manning, Julien Assange und Edward Snowden, die sich spektakulär in Szene setzen konnten. Sie heißen auch Rudolf Schmenger, Marco Wehner, Heiko Feser, Tina Feser (die vier wegen "Paranoia" zwischenzeitlich psychiatrisch weggesperrten hessischen Steuerfahnder) und Gustl Mollath, die sich aber nicht an die Medien gerichtet haben, sondern im Vertrauen an die Rechtsstaatlichkeit Deutschlands den "Dienstweg" genommen haben. Wie wurde ihr Vertrauen erschüttert. Zunächst unbemerkt von der Öffentlichkeit wurden sie durch dubiose juristische Vorgänge in die Psychiatrie verwiesen, womit ihnen der schlimmstmögliche Maulkorb angelegt wurde: die medizinisch bescheinigte Unglaubwürdigkeit.

Was wäre es doch für eine Sensation, geradezu eine Genugtuung, wenn unsere pflichtvergessenen Volksvertreter sich auch einmal den Gutachtern stellen würden, denen mit der Lizenz zum Vertrauensentzug, mit dem Stempel auf dem steht "Glauben Sie dieser Person kein Wort. Sie lügt zwangshaft, selbst dann noch wenn alle wissen dass es eine dreiste Lüge ist. Diese Person ist nicht in der Lage weiter Verantwortung zu übernehmen, nein sie ist nicht einmal in der Lage ein verantwortungsvolles, freies Mitglied dieser Gesellschaft zu sein, dieser Gesellschaft, der das Wohle aller über der Gier und dem Machtstreben weniger stehen muss."

Führt man sich den Fall Gustl Mollath einmal so vereinfacht und doch visuell bestechend vor Augen, wie es Frank-Markus Barwasser alias Erwin Pelzig getan hat, so muss man lachen. Es ist ein zweischneidiges Lachen: Das Lachen der Verzweiflung, gepaart mit dem erlösenden Lachen der Hoffnung dass die Zeit der Dauerverarschung womöglich ihren Zenit überschritten hat und wir nun eine Chance haben, besseren Zeiten entgegenzusehen.

Schlaft gut, ihr Freitage!

Euer Ernstchen

01:39 28.06.2013
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