Ernstchen
20.01.2016 | 15:12 128

President Sanders? Nicht mehr ausgeschlossen!

USA Hillary Clinton kommt in Bedrängnis. Sollte sich die Geschichte wiederholen und sie erneut von links überholt werden? Die Zeichen stehen gut

Ein Blog-Beitrag von Freitag-Community-Mitglied Ernstchen

President Sanders? Nicht mehr ausgeschlossen!

Bernie Sanders am 17.1.2016 bei der letzten TV-Debatte vor der ersten US-Vorwahl, in der er gegen Hillary Clinton und Martin O'Malley antrat

Foto: Andrew Burton/AFP/Getty Images

Donald Trump dominiert die Medien wie lange kein US-Politiker mehr, auch wenn sicherlich streitbar ist ob man ihn überhaupt als Politiker bezeichnen sollte. All die bizarren bis faschistoiden Details seines Wahlkampfes die zu uns herüberschwappen spielen natürlich unserer latenten Amerikaverachtung (die selbstverständlich weiterhin mit einer großen Faszination gepaart ist) in die Hände. Dabei findet die eigentlich beachtlichere Entwicklung in der US-Politik hier in Deutschland kaum Beachtung: Bernie Sanders, selbsterklärter demokratischer Sozialist, hat reale Chancen, Hillary Clinton zu besiegen und beste Chancen in diesem Fall danach welchen republikanischen Gegner auch immer mit überwältigender Mehrheit rechts liegen zu lassen.

Bevor der 74jährige Senator aus Vermont ins Rennen um die demokratische Nominierung einstieg, war die Wunschkandidatin der linken Demokraten Elizabeth Warren, die jedoch früh klar machte, dass sie kein Interesse habe. Als dann der eigentlich parteilose Sanders seine Kandidatur erklärte war er zunächst eine Art Notlösung für diejenigen, die die eigentlich konservative, bankenfinanzierte und mit dem Dynastiemakel behaftete Hillary Clinton als Kandidatin verhindern wollten. Die Herzen schlagen in den USA ohnehin kaum für Clinton, obwohl sie seit ihres Wahlkampfantritts stets mit scheinbar unschlagbarem Abstand in den Umfragen führte. Sie gilt als kalt, berechnend, systemkonform. Bernie Sanders dagegen wettert gegen die Banken, will die Reichen besteuern um den Besuch staatlicher Universitäten kostenlos zu machen, will das Gesundheitssystem auf europäische Verhältnisse reformieren, will den unbegrenzten Einfluss des Großgeldes, der Wirtschaft, der Banken auf die Politik beenden. Er will nichts anderes – und das sagt er wortwörtlich in jedem seiner umjubelten Wahlkampfauftritte – als eine politische Revolution. Ein etwas zu großes Wort aus unserer Sicht, doch in den USA, wo es keine Krankenkassen gibt wie bei uns, wo Studenten nach ihrem Studium fünf- bis sechsstellig verschuldet sind, es sei denn sie kommen aus reichem Haus, wo es keine Elternzeit gibt, wo einzelnen Firmen Kongressabgeordnete und Gouverneure regelrecht kaufen können – in dieser Welt des aus den Fugen geratenen Kapitalismus in Reinform wirkt Bernie Sanders' Wahlprogramm wahrlich wie eine Revolution. Dass ein solch „radikaler“ Querkopf nun droht, Hillary Clinton tatsächlich zu überholen, ist die beste Nachricht aus den USA seit dem Ende der Regierung Bill Clinton, vielleicht seit Jimmy Carter.

Im zweiten Vorwahlstaat New Hampshire hat Sanders Hillary mittlerweile weit hinter sich gelassen, in einer Umfrage gar mit 27 Prozentpunkten Vorsprung. Über den ersten Vorwahlstaat Iowa gibt es noch widersprüchliche Umfragen: Einige sehen Sanders knapp hinter Hillary, eine sah ihn bereits auf dem Siegertreppchen. Landesweit liegt Sanders weiterhin hinter Clinton, doch der Abstand variiert in den Umfragen sehr stark: Bei IBD/TIPP liegt er nur noch 4% hinter Clinton, bei CBS/New York Times auch nur 7%, bei NBC/Wall Street Journal liegen allerdings noch 25 Prozentpunkte zwischen den beiden. Somit ist sehr schwer einzuschätzen wie hoch Sanders' Chancen stehen, tatsächlich die (bereits einmal gescheiterte) „Unvermeidliche“ zu schlagen.

Allein die Tatsache jedoch, dass er so nah dran ist, ist nicht nur ermutigend, sie ist sogar folgerichtig.

Es ist kein Zufall dass auf beiden politischen Seiten jeweils ein Außenseiter für Aufsehen sorgt und die Massen in die Stadien und Turnhallen überall in den USA lockt: Die Bürger der Vereinigten Staaten sind den Politikstil leid, der ihnen seit jeher um die Ohren gehauen wird. Das Washingtoner Establishment ist zu einem Schimpfwort geworden, der Kongress hat derzeit Zustimmungswerte in der Bevölkerung um etwa 11%, vor ein paar Monaten lagen sie gar bei 7%. Zum Vergleich: In den 90er Jahren lag diese Werte um die 50%. Nun kommen mit Bernie Sanders und Donald Trump zwei Originale ins Spiel, die sich beide nicht von SuperPACs ihren Wahlkampf finanzieren lassen – Trump nicht weil er ohnehin genug Geld hat und Sanders nicht, weil er es bewusst ablehnt und sich allein von Kleinspenden finanzieren lässt, was ausgezeichnet funktioniert – beide sind Querköpfe, die außerhalb des typischen Politsprechs reden, und beide auf ihre sehr verschiedenen Arten und Weisen authentisch sind.

Dass der Reality-Show-Populist Trump, der sich für keine ausgrenzende, faschistoide Äußerung zu schade ist, bei den frustrierten Republikaner-Wählern punktet ist nicht überraschend. Die sich stets verändernde Demografie in den USA macht den reaktionären Teilen des rechten Spektrums schwer zu schaffen. Trump beleidigt Frauen, beschimpft mexikanische Einwanderer, will die Einreise von Muslimen in die USA stoppen und bedient sich einer so einfachen bis einfältigen Sprache, dass die angstschwangeren Rassisten, die um ihre Alleinherrschaft bangen, ihre Fäuste in die Luft strecken und „USA! USA!“ brüllen. Es macht Angst, diesen Trump-Auftritten zuzusehen, bei denen auch regelmäßig Schwarze, Latinos, Muslime oder einfach „Nicht-Trump-Supporter“ achtkantig rausgeworfen werden, oft nachdem sie von Trunp-Fans zunächst attackiert und zu Boden geschlagen wurden.

Dass jedoch auf der anderen Seite der gemütliche Sozialisten-Großvater Bernie Sanders mit seinen Plänen zu einem europäischeren Amerika sich anschickt, der „bereits gesetzten“ Hillary Clinton die Tour zu vermasseln, ist durchaus ein wenig erstaunlich. So wie die Kurven der Umfragen derzeit ausschlagen, ist es nicht nur möglich, sondern sogar nicht unwahrscheinlich, dass die Wahl zum nächsten Präsidenten der USA „Bernie Sanders vs. Donald Trump“ heißen wird. Das wäre nichts weiter als eine Sensation. Sanders würde diese Wahl klar gewinnen und die USA hätten einen Sozialisten als Commander in Chief.

Einmal im Amt angekommen würde er vermutlich noch mehr Gegenwind im Kongress bekommen als Barack Obama, aber es ist auch nicht ausgeschlossen dass seine Popularität den Demokraten auch zur Zurückeroberung der beiden Kongresshäuser verhilft. Es sei uns allen zu wünschen. So sehr der vermeintliche Messias Obama die Welt und sein Land enttäuscht hat, es hätte schlimmer kommen können (wenn man einmal den verbrecherischen Drohnenkrieg für einen Moment beiseite nimmt). Weit schlimmer. Es könnte aber auch viel besser kommen. Bernie Sanders hat das Potential dazu. Ob er die Chance bekommt, es umzusetzen, ob er die Fähigkeit und den unbedingten Willen dazu hat, bleibt abzuwarten.

Zahlenquellen: RealClearPolitics

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Kommentare (128)

GEBE 20.01.2016 | 15:28

Wer auch immer es werden wird, der Kriegsverbrecher-Job wird in diesem Kriegsverbrecher-Pöstchen von amtswegen das gleiche bleiben. Alles andere, was die sog. "USA" angeht, ist Wunschgedanke. Niemand wird auf den Posten des so. Präsidenten gehievt werden, der nicht willens ist, als Marionette Teufel und Kapitalismus zu dienen.

Ernstchen 20.01.2016 | 15:43

So schwerwiegend der Drohnenkrieg auch ist, was bringt es mir denn die USA als Schurkenstaaten zu sehen und damit alles abzulehnen was dort geschieht, alle Menschen dort abzulehnen die der Meinung sind, es wäre ein legitimes Mittel "im Kampf gegen den Terror"? Es bringt mir auch nichts, jeden Menschen vorzuverurteilen nur weil er erzählt dass er die CSU wählt. Oder einen Böhse Onkelz Aufkleber auf dem Auto hat.

Für die US-Bevölkerung ist die Außenpolitik relativ uninteressant. Die Menschen dort wollen wissen ob sie was zu beißen haben und ob die ihren Job behalten werden und ob sie pleite gehen sobald sie eine Krankheit behandeln lassen.

Klar kann man sagen das da drüben sind alles Schweine, zumindest die da oben, und hier übrigens auch wegen der Waffenexporte und der Wortschaftspolitik und die Chinesen sind auch Schweine und die Araber auch und die Griechen sowieso. Bringt aber nix.

"Die Realität" ist nicht: "Die USA führen einen Drohnenkrieg" und alles andere spielt keine Rolle.

Die Realität ist: Die Welt ist nicht ideologisch. Ich kann mir die USA differenziert anschauen, genauso wie ich mir Russland differenziert anschauen kann.

shartig 20.01.2016 | 15:44

Auch Sanders wäre sicherlich nicht die Lösung für alles vermeintlich schieflaufende in der Welt. Ich verstehe jedoch nicht warum immer in so absoluten schwarz-weiß Kategorien gedacht wird. Entweder es kommt die Reinkarnation des Guten ins Präsidentenamt oder alles ist kacke. I dont get it.
Das Sanders auch in außenpolitischen Fragen für gemäßigtere, ja vernünftigere Politik steht, ist für mich außer Frage.

Michaela 20.01.2016 | 15:47

Schöne Vorstellung, einzig, ich fürchte es ergäbe ein Obahma 2.0 - am Ende entpuppt Sanders sich als das gute Gewissen einer Nation, die wohl gewissenloser nicht sein könnte.

Es zählt nur eines - macht die Pultokraten so reich wie es nur irgend geht und sorgt dafür, dass sie ihre Wünsche erfüllt bekommen.

Dafür müssen 400 Millionen Amerikaner strampeln und der Präsident ist der erste Sklave im Staate.

Würde Trump die Wahl gewinnen, hätte dieses Land genau den Präsidenten, der es am athentischsten repräsentierte.

Ernstchen 20.01.2016 | 15:49

Ist das so rübergekommen, dass ich schwarzweißmale? Das war nicht meine Absicht. Ich halte nur Bernie Sanders für jemanden, bei dem man ein bisschen Hoffnung für ein etwas besseres Amerika bekommt. For now, that's good enough for me.

Den großen Wandel zu einer global "besseren" (=friedlicheren, faireren, nachhaltigeren) Gesellschaftsform wird er nicht im Alleingang herbeizaubern, das ist mir schon klar. ;)

Ernstchen 20.01.2016 | 15:54

Würde Trump die Wahl gewinnen, hätte dieses Land genau den Präsidenten, der es am athentischsten repräsentierte.

Genau das halte ich für ein Trugbild, das wir von den USA haben. Von seiner Bevölkerung. Wenn Trump die Wahl gewinnt, da stimme ich zu, würde er ein Trump-Land repräsentieren weil er dann mehrheitlich gewählt würde. Aber ich wäre schon überrascht wenn er mehr als 35% einfahren würde. Trump repräsentiert den lauten schreienden Teil der USA, der gerne noch im 19. Jahrhundert leben würde. Trump repräsentiert nicht die Gegenwart der USA und auch nicht die Zukunft der USA, er repräsentiert die Vergangenheit. Der durchschnittliche Fox News Zuschauer ist 70 Jahre alt. Trumps Amerika wird nicht ganz aussterben, aber es ist im Untergang begriffen. Es schlägt und schreit nur nochmal wild um sich.

Michaela 20.01.2016 | 15:57

Die Realität ist: Die Welt ist nicht ideologisch. Ich kann mir die USA differenziert anschauen, genauso wie ich mir Russland differenziert anschauen kann.

Das kann ich leider nicht so sehen. Es kommt auf die Wirkung des Kollektivs an.

Der einzelne Mensch mag in vielen Belangen vernünftig und sozial, liebevoll und gütig sein - im Staatsverbund dient er einem - praktisch überall - destruktivem System.

Wirkkräftig sind nicht die sozialen Strömungen, sondern die marodierenden Kapitalhorden, die sich global über jede Vernunft hinwegwalzen.

Wir hier sind eine kleine Gruppe von Gedankenspielern, die zumindest noch einen gewissen Grad an gegenseitigem Respekt aufbringen, ich hab kein Twitter und kein Facebook, weiß aber, was dort abgeht.

Ich fürchte am Ende wählen sogar Latinos oder Moslems Trump, wenn er die in legale und illegale spaltet - die illegalen haben ja keine Stimmen.

Es ist die Wahl vor die jeder von uns - täglich - steht. Wie authentisch bin ich? Verkörpere ich mit meinem Leben, meine ethischen und ideellen Gedanken, oder träume ich vom Dasein als sozialer Artgenosse, bin aber mit meinen Handlungen ein Systemsklave, der am selben Ende des Seils zieht, wie die Menschen, die ich von Grund auf verachte?

Es gilt sich zu hinterfragen, vor allem in Bezug auf das eigene Tun!

Nun, natürlich, Sanders würde vielleicht auch die ein oder andere Grobheit verhindern, ich denke das konnte auch Obahma, nur - wie lange hält die globale Gemeinschaft das noch aus, dass selbst jene nur leicht bremsen, die erkennen, dass wir in die falsche Richtung brausen?

Sie bräuchten unsere Hilfe, nicht indem wir sie loben, sondern indem wir unser Handeln gründlich ändern!

Ernstchen 20.01.2016 | 16:05

Das ist okay, jeder machts halt a bisserl anders. ;) Klar ist das ziemlich unsachlich von mir. Aber ich hab eine leichte Allergie gegen reflexartige "aber DROHNEN!!!"-Argumente gegen alles was in den USA passiert und vielleicht positiv sein könnte. Und weil ich so schön konsequent bin, habe ich eben auch reflexartig reagiert. Projektion? Wäre jetzt an der Reihe als Argument. Mag jemand? ;)

Michaela 20.01.2016 | 16:08

... nun, zum Teil stimme ich zu - doch selbst die gebildeten Amerikaner pflegen einen Lebensstil der wohl je nach Kaufkraft 3 bis 20 Erden pro Kopf beanspruchte - legt man es auf die Weltbevölkerung um.

Dieser Resourcenhunger ist asozial, vielleicht nicht so grob, nicht so furchtbar widerlich, als jener eines Trump, doch in der Wirkung nicht weniger fatal.

Gerade die USA bräuchten eine subtantielle Transformation des gesellschaftlichen Wirkungsziels - nicht materieller, möglichst grenzenloser Wohlstand, sondern eine soziale, ökologisch verantwortungsvolle Gemeinschaft müsste das Ziel sein - und da ist in den USA leider auch nur eine winzige Minderheit mit im Boot - die Transition Bewegung dieser Welt ist so ein zartes Pflänzchen - doch sie ist das einzige, welches ein - in meinen Augen halbwegs optimistisch stimmendes Ziel vertritt.

Uns bleibt ja nichts übrig - man kann Sanders nur die Daumen drücken - doch ändern, ändern kann nur die Gesellschaft als Ganzes, zumindest als große Mehrheit, den Weg, den wir gehen werden.

Das Positive - jeder könnte morgen diesen Weg beginnen zu gehen.....

Ernstchen 20.01.2016 | 16:14

Uns bleibt ja nichts übrig - man kann Sanders nur die Daumen drücken - doch ändern, ändern kann nur die Gesellschaft als Ganzes, zumindest als große Mehrheit, den Weg, den wir gehen werden.

Genau das sagt Sanders ja auch: "I alone can do nothing. We need a political movement throughout the country." (sinngemäß)

Wenn wir aber schon den verschwenderischen Lebensstil der USA anprangern, sollten wir uns alle gleich mit ins Gebet nehmen. So anders sind wir hier in Europa nicht, der Unterschied ist marginal. Die Amerikaner haben mehr Platz, deswegen neigen sie automatisch zu mehr Verschwendung, aber im Prinzip sind wir alle gemeinsam Schuld.

GEBE 20.01.2016 | 16:20

Hey, hey, das "Drohnen-Argument" hatten Sie selbst aufs Tapet gebracht. Von mir stammte auch keine Äußerung in Richtung, von wegen: "gegen alles was in den USA passiert".

Daß aber die Majorität der us-amerikanischen Bevölkerung bildungsfern zu nennen ist, daß behaupte ich jetzt hier und jetzt; und das diese Majorität deswegen überhaupt nicht Auffassungsgabe hat und in Folge nicht reflektiert, was läuft - weit weniger noch, als in Europa - das behaupte ich. Und wieso behaupte ich das? Ich lese es schlicht und einfach an dem Zustand dessen ab, was hervorgebracht worden ist in den letzten rund 300 Jahren, insbesondere in den letzten 100, bis mitten in die Gegenwart hinein.

Folgend ein kleiner Beleg, für meine vielleicht als 'anmaßend' angesehene Einschätzung:

Militäreinsätze der Amerikaner ab 1945

1945/bis heute BESATZUNG DER BRD mit Umerziehung der Bevölkerung. Einsetzung von Nazis unter Weisungsaufgabe in politische Ämter, Justiz und Medien, als Befreiung deklariert; unter Aufrechterhaltung des Feindstaatenstatus und ohne Friedensvertrag. Bis heute Verweigerung einer gemeinsamen Verfassung der sogenannten widervereinigten beiden deutschen Besatzungsgebiete.

1945/49, CHINA: Im chinesischen Bürgerkrieg greifen die USA auf der Seite Chiang Kaisheks gegen die Kommunisten ein.

1945/53, PHILIPPINEN: Niederschlagung der philippinischen Widerstandskämpfer, die gegen die japanischen Invasoren kämpften. Die USA machen den Diktator Ferninand Marcos zum starken Mann.

1946/49, GRIECHENLAND: Zusammen mit britischen Truppen sorgen US-Einheiten im „griechischen Bürgerkrieg“ für die Niederlage der antifaschistischen Widerstandsbewegung, die im Kampf gegen die deutsche Besatzung die Hauptlast getragen hatte.

1947 bis 1989 Kalter Krieg Mit Besatzung und Umerziehung der sogenannten ehemaligen Bundesrepublik, mit Stationierung von Atomwaffen und dem Kriegsschauplatz der beiden deutschen Besatzungsgebiete ost/west.

1950, PUERTO RICO: US-Kommandotruppen schlagen eine Rebellion für die nationale Unabhängigkeit nieder.

1950/53, KOREA: Intervention im Bürgerkrieg zwischen Nord- und Südkorea auf der Seite des Südens. Der Sprengstoffeinsatz der USA entspricht fast der Hälfte aller von den USA im Zweiten Weltkrieg verwendeten Bomben und Munition. 500.000 Südkoreaner und zwei Millionen Nordkoreaner kommen ums Leben.

1953, IRAN: Die gewählte Regierung Mossadegh beschließt die Verstaatlichung der Anglo-Iranian Oil Company. Daraufhin putscht das von der CIA ausgebildete und kontrollierte Offizierscorps. Die zuvor englischen Ölfirmen werden von einem US-Konsortium übernommen. Die USA holen den Schah ins Land zurück und liquidieren die iranische Demokratie.

1954, GUATEMALA: Die CIA organisiert den Putsch gegen die rechtmäßige Regierung Arbenz in Guatemala, die im Rahmen der Bodenreform die US-Firma United Fruit Company verstaatlichen will. 140.000 Indios werden umgebracht oder verschwinden spurlos.

1956, ÄGYPTEN: Der Präsident von Ägypten Nasser entwickelt sich zu einem der Führer der blockfreien Länder. Die US-Regierung ziehen ihre Anleihe für den Assuan-Staudamm zurück. Nasser kündigt die Verstaatlichung des Suezkanals an. England, Frankreich und Israel greifen Ägypten in einer konzertierten Militäraktion an. Im Gefolge der „Suez-Krise“ übernehmen die USA die Rolle der Nummer eins im Nahen Osten.

1958, LIBANON: 14.000 US-Marines besetzen das Land. Die vom pro-amerikanischen Staatspräsidenten Chamoun eingeleiteten Wahlmanöver und Gesetze sollen die Opposition gleichsam ausschalten. Daraus resultierende Aufstände werden mit einer Invasion von 14.000 US-Soldaten beantwortet.

1961, KUBA: In Guatemala trainiert die CIA eine exil-kubanische Söldnerarmee, die im April 1961 die Invasion in der Schweinebucht im Osten Kubas unternimmt, um die sozialrevolutionäre Regierung Castros zu stürzen. Als die Invasion scheitert, gehen die USA zu einer scharfen Blockadepolitik über.

1961, KONGO/ZAIRE: CIA-Söldner ermorden den ersten nachkolonialen Präsidenten Lumumba, der eine Position im Interesse seines Landes bezogen hatte. Die Söldnertruppen übernehmen nach und nach die Macht; 1965 wird Mobutu Präsident von Gnaden der USA, der während der nächsten Jahrzehnte ein Schreckensregiment errichtet.

1962, LAOS: Die CIA baut in Laos eine geheime Armee auf, die auch in Vietnam eingreift. Das ist gegen das Genfer Abkommen, das die Anwesenheit ausländischer Truppen in Laos verbietet.

1963, IRAK: Nachdem der Irak den Bagdadpakt verlassen hatte und der Vorsitzende des Revolutionsrates General Kassem den Einfluss ausländischer Ölkonzerne durch eine nationale Ölgesellschaft brechen wollte, wurde er durch einen CIA-inspirierten Putsch gestürzt.

1963-75, VIETNAM: US-Intervention mit 1.600.000 US-Soldaten. Die Sprengkraft der amerikanischen Bomben und Raketen übertrifft die des Zweiten Weltkrieges um das dreifache. Drei Millionen Menschen kommen ums Leben, eine halbe Million werden verkrüppelt und 900.000 Kinder bleiben als Waisen zurück.

1963-1990, SÜDAFRIKA: Mit ihren Aufklärungssystemen unterstützt die CIA die Jagd auf Gegner des Apartheidsystems. Die Festnahme von Nelson Mandela wird von der CIA organisiert.

1964, BRASILIEN: Der 1961 gewählte Präsident Joao Goulart setzt soziale Reformen in Gang, erlässt Höchstgrenzen für den Abfluss von Profiten ins Ausland und verstaatlicht eine Tochter des US-Konzernes ITT. Die CIA organisiert einen Putsch und verhilft einer Militärjunta zur Macht.

1965, DOMINIKANISCHE REPUBLIK: Der demokratisch gewählte Präsident Juan Bosch wird wegen seiner Sozialreformen vom Militär weggeputscht. Als eine wachsende Volksbewegung seine Rückkehr fordert, schicken die USA Militärs auf die Insel und schlagen den Aufstand nieder.

1965, INDOCHINA: Suharto, ein bedingungsloser Gefolgsmann Washingtons, putscht mit Unterstützung der CIA gegen die Regierung Sukarno, die eine blockunabhängige Außenpolitik verfolgt. Bei seiner Machtergreifung werden 250.000 Kommunisten umgebracht.

1966, PANAMA: Amerikanische Soldaten schießen auf friedliche Demonstranten, die die Rückgabe des Panamakanals fordern.

1967, GRIECHENLAND: Wenige Wochen vor den Wahlen inszeniert die CIA den „Obristenputsch“ gegen die demokratische Regierung Griechenlands. Beginn einer siebenjährigen Diktatur. Mehrere tausend demokratische Bürger, Studenten und Offiziere wurden verhaftet und gefoltert.

1967, BOLIVIEN: Die CIA unterstützt den Kampf der bolivianischen Armee gegen die aufständische Guerilla und dirigiert die Festnahme und Ermordung von Che Guevara.

1972, HONDURAS: Nach direkten Interventionen der USA und Militärputschen 1972, 1975 und 1978 oktroyieren die USA im Jahr 1980 eine verfassungsgebende Versammlung, zu deren Wahl Christdemokraten, Sozialisten und Kommunisten nicht zugelassen sind.

1973, CHILE: 1973 putscht General Pinochet auf Betreiben der USA und mit Unterstützung der CIA gegen die chilenische Linksregierung unter Salvador Allende. Präsident Allende wird ermordet, tausende Aktivisten werden von den Todeskommandos gejagt und umgebracht. Der damalige US-Außenminister Kissinger: „Ich sehe nicht ein, dass wir zulassen sollten, dass ein Land marxistisch wird, nur weil die Bevölkerung unzurechnungsfähig ist“.

1974, ZYPERN: Die griechische Junta organisiert mit Hilfe der USA einen Putsch gegen den demokratisch gewählten Präsidenten Erzbischof Makarios. Der Präsident kann dem Attentat entkommen, aber die Türkei überfällt Zypern. Als die Demokraten in Athen die Obristenjunta verjagen, unterstützt US-Außenminister Kissinger die Türkei, es kommt zur Teilung Zyperns. Tausende werden getötet, 200.000 Menschen verlieren ihre Heimat.

1975, OSTTIMOR: Die USA weigern sich, die von der Befreiungsbewegung Fretilin ausgerufene Republik (früher eine Kolonie Portugals) anzuerkennen und unterstützen die Invasion des Landes durch das indonesische Suharto-Regime. In den anschließenden Massakern werden 200.000 Timoresen getötet.

1976, ARGENTINIEN: Unter Anleitung der CIA findet ein Militärputsch gegen die zivile Regierung statt. Todesschwadronen im Auftrag des Videla-Regimes terrorisieren das Land. Tausende werden ermordet oder verschwinden für immer.

1976/1982, ANGOLA: Die USA unterstützen mit Waffen und Spezialkommandos die vom rassistischen Südafrika ausgerüsteten Rebellen gegen die Regierung der nationalen Befreiung. Das Land versinkt in einem selbstzerstörerischen Bürgerkrieg.

1980-1988, IRAN/IRAK: Nach dem Sturz des US-Verbündeten Shah Reza Pahlewi im Iran, rüsten die USA den Irak mit modernsten Waffen zum Angriff auf den Iran. Im 8-jährigen Krieg unterstützen die USA den Irak mit Aufklärungsmaterial von Satelliten und Flugzeugen. Gleichzeitig beliefern die USA auch den Iran mit Waffen mit dem Ziel, dass sich die beiden Länder gegenseitig ausbluten. Eine Million Menschen kommen in diesem Krieg ums Leben.

1980-1990, AFGHANISTAN: 1979 marschieren Sowjettruppen in Afghanistan ein und stürzen die afghanische Regierung. Die CIA heuert aus allen arabischen Ländern Aktivisten des islamischen Fundamentalismus an, um sie als „Heilige Krieger“ gegen die Sowjets einzusetzen. Zu den von den USA ausgebildeten Terroristen gehört auch Bin Laden, dessen „Al-Qaida“ unter der Ägide der CIA entsteht.

1981/1985, NICARAGUA: Aus dem Waffengeschäft mit dem Iran finanziert die US-Regierung den Aufbau und Unterhalt einer Söldnertruppe in Nicaragua, die sich vor allem aus Soldaten und Offizieren der Armee des früheren Diktators Somoza zusammensetzt. Die CIA beteiligt sich an der Verminung nicaraguanischer Häfen.

1981/1992, EL SALVADOR: Der CIA-Agent Roberto d´Aubuisson gründet die ARENA, deren Todesschwadronen tausende Regimegegner umbringen, darunter den Erzbischof Oscar Romero. Auch nach dem Friedensschluss 1992 setzt die ARENA ihre Mordaktionen fort.

1982, FALKLANDS/MALVINAS: Die USA unterstützen Großbritannien im Feldzug zur Wiedererlangung der Inseln vor Argentinien mit Satellitenaufklärung und anderen technologischen Einrichtungen. 750 argentinische und 250 britische Soldaten kommen bei der Aktion ums Leben.

1982/1984, LIBANON: Unter Einsatz von Kriegsschiffen und -flugzeugen sowie ihrer Marines an Land vertreiben die US-Truppen die PLO und installieren die Phalangisten als dominierende Macht.

1983, GRENADA: Die USA überfallen das kleine mittelamerikanische Land, liquidieren die marxistische Regierung und setzen ein ihnen genehmes Regime ein. Über 400 Grenadier und 84 Kubaner, vor allem Bauarbeiter, werden umgebracht.

1984/1986, LIBYEN: Angriffe der US-Luftwaffe fordern mindestens 40 zivile Opfer.

1986, HAITI: Nachdem der US-Vasall „Baby Doc“ Duvalier wegen seiner Eskapaden nicht mehr zu halten ist, installieren die USA eine Militärjunta.

1989/90, PANAMA: Bombardement von Panama City. 27.000 US-Soldaten übernehmen die Kontrolle und verhaften die Regierung Noriega. Über 2.000 Menschen sterben. Angeblich geht es um die Verhaftung Noriegas, dem Drogenhandel vorgeworfen wird. Ein Verbrechen, das Noriega jahrelang mit Wissen und zum großen Teil im Auftrag der CIA begangen hat.

1991, HAITI: Die CIA veranlasst einen Militärputsch gegen den ersten demokratisch gewählten Präsidenten, Jean-Bertrand Aristide. Die neue Militärjunta stürzt das Land in eine dreijährige Periode schlimmster Menschenrechtsverletzungen.

1991, IRAK: Nach dem Überfall des Irak auf Kuwait bombardieren die USA mit einigen Verbündeten den Irak und besetzen weite Teile des Landes. Bei den Angriffen kommen schätzungsweise 320.000 Menschen ums Leben. Die Zerstörung der Infrastruktur, weitere Bombardierungen und das bis heute andauernde UN-Embargo haben zum Tod von möglicherweise bis zu einer Million Menschen geführt.

1992/1994, SOMALIA: US-See- und Luftstreikkräfte stellen sich im Rahmen einer UN-Mission auf die Seite der ihnen genehmen Fraktion im Bürgerkrieg. Der Einsatz endet in einem Fiasko.

1993/1995, BOSNIEN: Im Rahmen von NATO-Aktionen bombardieren Kampfflugzeuge serbische Stellungen.

1995, KROATIEN: US-Kampfflugzeuge bombardieren, zwecks Vorbereitung einer kroatischen Offensive, serbische Flugplätze.

1998, AFGHANISTAN: Angriff mit Cruise Missiles auf frühere CIA-Ausbildungslager, wo Einheiten von Bin Laden vermutet werden. Die USA machen Bin Laden für Anschläge auf US-Botschaften verantwortlich.

1998, SUDAN: Raketenangriff auf eine pharmazeutische Fabrik, die angeblich Nervengas für Terroristen herstellt. Die Hälfte der pharmazeutischen Vorräte wird durch den Angriff vernichtet. Die USA erklären später, dass es sich um einen Irrtum gehandelt habe.

1999, JUGOSLAWIEN: Völkerrechtswidriger Angriff der NATO auf die BR Jugoslawien. Einsatz von Uranmunition und Splitterbomben. Bis zu 4.000 Menschen werden getötet, bis zu 8.000 verletzt, durch die Bombardierung von Chemiefabriken Erdgasanlagen und Erdölraffinerien werden weite Gebiete verseucht.

2001/2002, AFGHANISTAN: Im Zuge der Operation „Enduring Freedom“ werden zumindest 5.000 Zivilisten getötet. Schätzungen von Friedensforschern vermuten sogar einige zehntausend Tote. In Afghanistan wird eine dem Westen genehme Regierung unter der Führung der „Nordallianz“ eingerichtet, die punkto Grausamkeit den Taliban keineswegs nachsteht, aber umgehend den Bau einer Erdölpipeline genehmigt.

ab 2001: SOMALISCHE GEWÄSSER Die US-Marine sichert Seehandelswege um die somalischen Gewässer.

2003: IRAK, „3. GOLFKRIEG“ 20. März 2003 Irak – Eine insgesamt 48 Nationen umfassende Koalition (u. a. das Vereinigte Königreich, Italien, Australien und Spanien) greift im Dritten Golfkrieg den Irak an und stürzt die Regierung von Saddam Hussein. Der Irak wurde übergangsweise als Protektorat verwaltet, im Sommer 2005 wurden Wahlen abgehalten und offiziell die Regierungsgeschäfte an die gewählte Regierung übergeben. Die amerikanischen Truppen verließen das Land 2011.

2004: HAITI März 2004 Haiti – Nach dem Sturz von Präsident Jean-Bertrand Aristide entsenden die Vereinigten Staaten zur Vorbereitung einer multinationalen Übergangstruppe des Sicherheitsrats der Vereinten Nationen vorerst 50, später 200 Mann nach Haiti.

2008: SOMALISCHE GEWÄSSER Die US-Marine bekämpft somalische Piraten im Verbund mit weiteren Marineeinheiten verschiedener Teilnehmernationen.

2011: LIBYEN Frühjahr 2011 – Militärische Luftschläge sowie Marineeinsätze mit Marschflugkörpern gegen Libyen, um eine Flugverbotszone durchzusetzen und Militärschläge des Machthabers Muammar al-Gaddafi gegen Zivilisten und Aufständische im Land zu verhindern.

2014: UGANDA Im März trafen US-Spezialeinheiten in Uganda ein, um die Streitkräfte der Afrikanischen Union bei der Suche nach dem mutmaßlichen Kriegsverbrecher Joseph Kony zu unterstützen.

- WESTAFRIKA Operation United Assistance: Zur Bekämpfung der Ebola-Epidemie in Westafrika errichteten US-Truppen ab September in Liberia Behandlungseinrichtungen unter der Beteiligung von 539 Soldaten. Nachdem der Präsident von 3000 Soldaten gesprochen hatte, sollen gemäß Medienberichten bis zu 4700 Soldaten in Westafrika im Einsatz stehen.

- SYRIEN Am 15. Oktober 2014 hat das United States Central Command (CENTCOM) den Luftangriffen gegen den Islamischen Staat in Syrien und im Irak offiziell und rückwirkend ab dem 8. August 2014 den Namen Operation Inherent Resolve (in deutsch etwa: Innere Entschlossenheit) gegeben.

- UKRAINE

2015

t. b. c.

QUELLE 1:

QUELLE 2:

Seit 1945 ca. 6.000.000 Tote durch US-Kriege;

Quelle: https://www.journal21.ch/seit-1945-sechs-millionen-tote-in-us-kriegen

Ernstchen 20.01.2016 | 16:30

[Obacht, Polemik!]

Und jetzt? Was folgern wir daraus? Dass die USA die Bösen sind. Okay. Grundsätzlich. Und jetzt? Was machen wir jetzt? Sind wir die Guten? Offenbar auch nicht. Was passiert gerade: Ein vielleicht nicht ganz so böser könnte die Wahl gewinnen bei denj Bösen drüben. Der freundliche, lächelnde Cousin von Putin. Kann man da nicht mal zwischendurch etwas Luft holen und einen Funken Hoffnung schöpfen dass vielleicht nicht alles für immer so weitergehen wird, wie es immer schon gewesen ist? Nein? Okay, das heißt es wird ohnehin immer alles so bleiben wie es immer war? Na gut. Dann können wir ja einfach die Klappe halten und wieder an die Maschine gehen. Dann braucht niemand den Freitag, niemand Gebe, niemand Ernstchen. Dann sitzen wir alle in der Gummizelle und halluzinieren. Vielleicht tun wir das ja sogar. Ich halluziniere mir ein paar Sonnenstrahlen in meine Wolken. Aber das kann jeder halten wie er/sie will.

GEBE 20.01.2016 | 16:38

"Okay, das heißt es wird ohnehin immer alles so bleiben wie es immer war?"

Wenn Sie gelegentlich hier in der dFC, auch nur etwa am Rande, gelegentlich mitbekommen haben sollten, was ich so von mir gegeben habe, werden Sie nicht auf die Idee kommen können zu meinen, das könne auch nur im Entferntesten meine Ansicht sein.

Im Gegenteil: Es wird en detail noch häßlicher und gräßlicher werden! (Ich verknefe mir hier, einen Smiley hintan zu setzen.)

GEBE 20.01.2016 | 17:49

Ich werde gern zu Kreuze kriechen, wenn sich das Gute für die Welt sich durch einen präsidialen Vorturner aus den USA entwickeln sollte. Erinnern Sie mich bei Gelegenheit daran. Bis dahin aber git für mich, daß eher ein Kamel - oder meinetwegen auch ein Rindvieh - durch ein Nadelöhr gehen, als daß Mitmenschlicheit, Moral und/oder ethische Gesinnung aus dem Materialismus und vornehmlich aus dem US-Imperialismus emporsteigen. Bleiben Sie gutgläubig, irgendwie, und gleiten Sie nicht zu sehr in Moll ab, wenn es in die Hose geht.^^

Nil 20.01.2016 | 18:34

Unter diesen haufen von, Praesidentschaftskandidaten, wirkt Herr Sanders wie ein Leuchtturm. Ich werde fuer Herrn Sanders meditieren und finde, es sollte regelmaessiger von ihm und seinem Parteiprogramm berichtet werden. Dem traue ich einiges zu.)

Danke fuer den Beitrag und es waere schoen, wenn Sie uns auf dem laufenden halten wuerden. Lieben Gruss

w.endemann 20.01.2016 | 19:51

Daß Sanders sich so stark ins Spiel bringen kann, ist seit langem endlich mal eine gute Nachricht aus Übersee. Gebe und Michaela haben natürlich recht, an der weltpolitischen Rolle der USA ändert es nichts, ich kann nicht erkennen, daß Sanders eine Chance hat, US-Präsident zu werden (Trump übrigens ebensowenig), und ich halte es auch nicht für möglich, daß er, wenn er gewählt würde, gegen die Reichen und Mächtigen eine wesentlich andere Politik durchsetzen könnte.

Das Gute ist allein die Tatsache, daß es auch in den US einen kräftigen linken Gegenwind gibt, der mit dem demographischen Wandel zum Sturm werden könnte. Dagegen spricht allerdings die kulturelle Tiefenstruktur dieser Gesellschaft, der Individualismus des ungebremsten Kapitalismus, der gerade einmal Pluralismus, ein anything goes kultiviert, ansonsten aber keine gesellschaftlich verbindlichen säkularen Werte zu entwickeln vermag. In solch entpolitisierter Gesellschaft haben die Reichen und Mächtigen leichtes Spiel.

Michaela 20.01.2016 | 21:56

Wenn wir aber schon den verschwenderischen Lebensstil der USA anprangern, sollten wir uns alle gleich mit ins Gebet nehmen. So anders sind wir hier in Europa nicht, der Unterschied ist marginal. Die Amerikaner haben mehr Platz, deswegen neigen sie automatisch zu mehr Verschwendung, aber im Prinzip sind wir alle gemeinsam Schuld.

.... Wer mer Platz hat, neigt zu mehr Verschwendung?

Das ist hoffentlich nicht ganz ernst gemeint.

Womit Sie richtig liegen, wir hier in Europa sind in der selben Privilegienfalle gefangen, wir erkennen den Wahn, jedoch nicht, dass wir ihn täglich leben und mittragen.

Ich bin nicht so mit Sanders vertraut, doch ich befürchte er meint, die USA müssten eine gerechtere Verteilungspolitik betreiben, ökologischer Wirtschaften, an eine grundlegende Transition denkt er wohl nicht - doch die ist notwendig, wollten wir für alle Menschen eine nach unseren Maßstäben lebenswerte Zukunft ermöglichen.

..... und dazu gehört, dass wir unseren konsumtiven, destruktiven Lebensstil von Grund auf verändern!

Darüber schrieb ich hier schon oft ..... ich wiederhole mich.

(Wenn es interessiert, schlicht meine Kommentare durchlesen...)

miauxx 20.01.2016 | 22:50

"Also, ich habe mir angewöhnt, aus Disputationen umgehend auszusteigen, wenn eine geäußerte Aussage mit Superlativen ins Extrem getrieben wird, welche gar nicht in der Aussage steckten"

Mit Ihrer Antwort 20.01.2016 | 15:58 tun Sie jedoch so ziemlich genau das, was Sie Ernstchen weiter oben - von mir hier zitiert - vorwerfen.

Man kann vielleicht meinen, der Ton in Ernstchens Artikel sei zu hoffnungsfroh. Da ich mit dem Geschehen in den USA bei weitem nicht so beschäftige, wie Ernstchen (s. oben "täglich etwa zwei Stunden"), will ich ihm gerne glauben, dass der so beschriebene Sanders eine "Revolution" zumindest für die USA darstellen würde. Allein schon, wenn er der Kandidat der Demokraten würde. Dass er, so er sogar Präsident würde, einer wäre, der die Welt "heilen" würde, davon jedoch kann ich bei Ernstchen nichts lesen.

Sollte man nicht Hoffnung immer ein wenig Raum geben? Ich finde das nicht verkehrt. Und es ist unfair, diesen Sanders nun gleich, nur weil er halt Amerikaner ist, in Bausch und Bogen herunterzureden. Zumindest sollte man dann wenigstens in etwa so viel 'Expertise' wie Ernstchen bereithalten oder die Dinge eben abwarten.

Columbus 20.01.2016 | 23:30

Ich fühle mich bestens informiert und Sanders wäre mein Kandidat, wenn er sich noch ein wenig stärker zu Fragen der Gleichberechtigung und des Rassismus äußerte, Ernstchen. Haben Sie da noch Infos?

Wirtschafts- und sozialpolitisch denkt da ein älterer Mann schon mehr in Richtung einer Solidargesellschaft, als irgend ein anderer Bewerber seit Norman Thomas, irgendwann am Anfang des letzten Jahrhunderts. Der war Sozialist. Das ginge als Party member heute nicht. Da hat Sanders, als langjähriger Unabhängiger mit Anlehnung an die Demokraten, nun auf dem Ticket als demokratischer Bewerber, schon mehr Möglichkeiten.

Sanders gegen Trump, wäre möglischerweise eine Gewinnsache für den Demokraten. - Was aber, wenn das mit der ängstlichen Wählermitte schiefgeht und die Trump wählen? Leider sagt mir mein historisches Wissen und meine Erfahrung, dass extrem Rechte tun was sie sagen und sogar noch draufsatteln, wenn sie es schaffen und Bürger aus der Mitte gerne den härter erscheinenden Kandidaten bevorzugen (Wir haben doch auch schon diese olle Rhetroik: Nur keine Memme, keine Nannys, keinen/keine, die nicht zuschlägt, niemanden der nicht sofort was macht, wenn Erregung aufwallt). - Es wäre eine Katastrophe für die Welt, nicht nur für die USA, schaffte es der Affekt und die Brutalität Trumps ins Weiße Haus. Der Mann bringt ja dann auch die Leute mit, die er sich einkauft, nicht jene, auf die er unter Umständen angewiesen ist.

Trump gegen Clinton wirkt so, als hätte die Demokratin deutlich mehr Chancen, weil sie auch konservative Wählerschichten anspricht. Trotzdem und trotz ihrer kühlen Art, hat sie Unterstützung von pressure groups, die es einfach der Clinton- Family anrechnen, sich konsequent und loyal für die Wahl Obamas eingesetzt zu haben und ihm auch dienten. Die Schwarzen erinnern sich daran. Hillary Clinton hat auch jene Härte schon bewiesen, die viele Amerikaner die wählen gehen, leider auch sehr mögen.

Vielleicht wird die anstehende Wahl deshalb so wichtig, weil es auf eine Entscheidung zwischen dem Wunsch nach politischer Irrationalität, gepaart mit Stärke (Palin und Trump) und einer durchdachten Politik hinauslaufen kann.

Wie dem auch sei. Sanders zwingt Clinton, selbst wenn er es nicht schafft, seine Positionen zu integrieren, iregenwie aufzugreifen. Das ist gut.

Nur weiter

Christoph Leusch

Rüdiger Heescher 20.01.2016 | 23:43

Gewinnen wird der, der dem militärisch industriellem Finanzmarktwallstreet complex die besten Möglichkeiten der Entfaltung bietet. Das war schon immer so. Hillary Clinton hat schon vor Monaten versprochen einen Krieg gegen den Iran zu führen. Hillary Clinton ist eine Wallstreet Hure. Hillary Clinton wird nicht zulassen, dass ein Sozialist ihre private Banken und Versicherungsindustrie arm macht durch eine neue Krankneversicherung für alle, wie sie schon Edwards im Sinn hatte, aber vor 8 Jahren an Hillary scheiterte wegen seines unehelichen Kindes. Er wäre sonst der Vize Präsident geworden. Schon damals wurde Edwards ausgeknockt durch eine Intrigenkampagne von den Clintons. Bei Sanders wird man auch noch etwas finden oder wenn es sein muss erfinden kurz vor den Wahlen der demokraten.

Ich gebe Sanders null chancen egal wie gut seine Umfragen zur Zeit sind. Edwards lag damals auch vor Hilary Clinton und wäre mit Obama zusammen durchmarschiert.

Ihr glaubt immer noch, als gäbe es Demokratie in den USA.

Das ist eine Showveranstaltung. Mehr nicht.

Rüdiger Heescher 21.01.2016 | 00:12

Ob bei den Republikanern ein Rand, Huckerbee, Bush oder Trump gewinnt ist letztlich egal. Sie haben alle nur einen Teil der Republikaner hinter sich. Wenn Trump gegen Clinton antritt, dann wird es auf einen Deal hinauslaufen. Das ist eine Oligarchen Aristokratie. Ohne Biden und Clinton hätte Obama auch niemals gewinnen dürfen. Mit Edwards Fall in der Vorwahl war klar, dass Obama niemals einen linken Kurs bestreiten durfte. Wenn er nicht nach 1-2 Jahren erschossen werden wollte musste er Hilary Clinton und Biden mitnehmen.

So läuft das in den USA. Und letztlich weiss das auch jeder in den USA. Deswegen ist die Wahlbeteiligung auch so gering schon immer gewesen und deswegen haben ja auch die meisten kein Vertrauen in die Regierung. Deswegen konnte sich Tea Party aus Verschwörern entwicklen, was aber von den Kochs finanziert wird. Occupy ist das linke Pendant dazu, was aber auch nicht wirklich auf Spur läuft. Soros hat da auch seine Fnger im Spiel wie auch bei Human right watch und anderen NGOs, die von linker seite her klein gehalten und ausbalanciert werden, weil man niemals diese linken Gruppen befähigt etwas klar und deutlich zu fordern, sondern es immer nur dabei bleibt, dass man gegen etwas ist.

Edwards war nach dem 9/11 die Hoffnung der Linken in den USA. Sanders ist es heute. Obama tauchte auf einmal aus dem Nichts auf. Zufall? In der Politik wie es in solchen Staaten vorherrscht ud da kann man auch genauso vergleiche mit 3. Weltstaaten anstellen passiert nichts aus dem Nichts.

Columbus 21.01.2016 | 01:20

Mir geht das ähnlich. Allein schon, wegen der Wiederkehr des dynastischen Moments im Weißen Haus. Aber was wäre der schlimmste Fall und was könnte noch erträglich sein, aus der Sicht Europas und Deutschlands?

Clinton oder Sanders, mit beiden kämen unsere Politiker, fast schon jeder Partei, die derzeit Chancen hat eine Regierung zu führen, irgendwie klar. Das sind auch beides Politiker, die auf internationale Diplomatie und Öffentlichkeiten, auch im Konflikt- und Krisenfall, Wert legen. Bei Trump bin ich mir ziemlich sicher, dass er nur nach seiner Hutschnur und nach der öffentlichen Stimmung entscheidet, wenn es ernst werden sollte.

Den Drohnenkrieg, so völkerrechtswidrig er ist, werden die USA fortsetzen, weil er die Antwort eines Inselnation ist, die sich das zwanglos leisten kann (Möglichkeit, Macht, kein Verbündeter der entschieden und mit Überzeugung nein sagte) und dessen Verfahren sie für überschaubar und bezahlbar hält.

Iran, ein Land dessen Regierung mir überhaupt nicht gefällt, hat zumindest erkannt, dass es in gewisser Weise besser ist, der eigenen, jungen Bevölkerung materiell zu helfen, als auf Ehre, Macht und internationale Sturheit zu setzen (Atomabkommen).

Derzeit würde es jedem US- Präsidenten, so auch H. Clinton (R.Heescher), schwerfallen, einen Krieg gegen den Iran zu inszenieren, denn auch dem Hauptverbündeten am Golf, Saudi- Arabien, das sich das sicher wünschte, hängt mittlerweile eine solche Last an unerträglichen Taten am Hals, dass es selbst in der US- Öffentlichkeit schwer würde, dafür eine Mehrheit zu gewinnen.

Zudem muss sich die nächste PräsidentIn zunächst um Syrien, Irak, Daesh und Kurden kümmern.

Stichwort Antiamerikanismus: Das wird gegen die Linke leichtfertig vorgebracht, so, wie Ernstchen sofort eine Bemerkung als Promaerikanismus ausgelegt wird.Trump und Palin machen sichtbar, was in Europa Rechte und Nationalkonservative verkörpern. Einschließlich der grausamen Pop- und Country Musik aus dieser Ecke.

Schließlich sind aber die US- Bürgerrechtler, trotz ihrer Randstellung extrem schlagkräftig und erfolgreich, gerade gegen NSA und CIA. Alle wichtigen Whistleblower kommen aus den USA. Lokalradios, NPR und selbst die immer noch große int. US- Presse (TNYT, Wash. Post), haben einen breiter angelegten Blick, als die meisten ö.r. Programme hierzulande und auch die Qualitätspresse. Die finden Trump übrigens auch meist zum speien.

Ich lese lieber in der TNYT, als z.B. in der Welt oder der SZ, oder der FAZ, besonders wenn es um Politik geht und auch wenn Wissenschaftsthemen anstehen.

Die andere, die Gegenöffentlichkeit der USA (abseits der Networks), liebt Europa und ist offen. Ein paar Artikel, z.B. aus The Nation, könnte hier so mancher Bürger gut brauchen, um einfach etwas besser gebildet und informiert zu sein. - Allerdings muss man die Scheu vor längeren Texten aufgeben.

Beste Grüße

Christoph Leusch

Michaela 21.01.2016 | 07:48

.... zu der Liste füge ich den http://www.rollingstone.com/

hinzu..... (übrigens hier kann man sich ein Bild machen, welchen Preis Mut - auch in den USA einfordert:

http://www.rollingstone.com/politics/news/michael-hastings-rolling-stone-contributor-dead-at-33-20130618 -

natürlich, man kann mir jetzt "Verschwörung und Tendenz" vorhalten.... - einfach tiefer graben - im Netz....)

Aussie42 21.01.2016 | 09:16

Genau das passiert in Deutschland zur Zeit. Seehofer profiliert sich offensichtlich als BK. Was Strauss nicht gelang, Seehofer kanns packen, mit ner CDU/CSU/AfD Koalition der vernuenftigen Deutschen!

In Australien hatten wir das auch vor zwei jahren. Dann hat sich aber der reaktionaere PM so sehr blamiert, dass er durch ein liberaleres Gesicht ausgetauscht wurde. .... Und der setzt jetzt die Politik seines Vorgaengers um.

Auch ein Modell...

Aussie42 21.01.2016 | 09:39

Ich stimme Ihnen zu, auf den Praesidenten kommt es in den USA weniger an, als in Europa angenommen wird. Das hat das Beispiel Obama sehr gut gezeigt.

Den militaerischen "Sachzwaenge' einer Weltmacht konnte selbst Jimmy Carter nicht ausweichen. Mit Sanders waere das nicht anders. Auch Trump muesste sich dem industriell-militaerischen Komplex der USA beugen. (DAs finde ich in diesem Fall einigermassen beruhigend.)

Die, na sagen wir mal, progressive US-Zivilgesellschaft, schaetze ich allerdings etwas weniger pessimistisch ein. Vor allem weil es in den USA ja auch eine reaktionaere(Trump) und eine ultra-reaktionaere (Militias) Zivilgesellschaft gibt.

Eine Veraederung der USA "von innen" halte ich daher fuer eher unwahrscheinlich.

Der militaerische Rueckzug der USA als Weltpolitik (fuer es m.E. Anzeichen gibt) koennte jedoch - nach hunderte Jahren - den traditionellen Isolationalismus der USA wiederbeleben.

Innenpolitisch koennen dann die Bundestaaten wieder ihr geliebtes Eigenleben entfalten usw. CA wuerde linksprogressiv, Alabama ultra-reaktionaer, NYC liberal, usw. So (aehnlich) wars ja bis 1910 auch.

Ernstchen 21.01.2016 | 10:32

Clinton oder Sanders, mit beiden kämen unsere Politiker, fast schon jeder Partei, die derzeit Chancen hat eine Regierung zu führen, irgendwie klar

In den USA ist man sich ziemlich einig darüber, dass Hillary Clinton ein ganzes Stück weiter rechts im politischen Spektrum steht als Barack Obama. Nun wird der ja schon als heimlicher moderater Republikaner bezeichnet. Klar, Hillary greift derzeit viele soziale Themen auf, die ihr Bernie Sanders gewissermaßen vorgegeben hat, abnehmen tut man ihr ihre vorgeblichen neuen progressiven Überzeugungen allerdings kaum.

Soweit meine Einschätzung reicht, ist Hillary Clinton gefährlicher als Barack Obama in der Außenpolitik. Während wir übrigens Obamas Drohnenprogramm als Kriegsverbrechen und Völkerrechtsbruch verstehen, wird Obama im eigenen Land stets Zaudern und Schwäche im Kampf mit IS und Konsorten vorgeworfen. Im Prinzip können wir heilfroh sein dass die Demokraten am Ruder sind, nicht auszumalen wie die militärische Außenpolitik unter Ted Cruz oder Carly Fiorina aussehen würde. Trump ist unberechenbar, aus meiner Sicht könnte es weiterhin gut sein dass er nur ein sehr guter Populist/Polemiker ist, all den radikalen Mist den er erzählt aber gar nicht ernst meint.

schna´sel 21.01.2016 | 11:57

Wir wollen das Beste hoffen, dass es nicht so kommt. Wenn es allerdings passiert, was soll man tun? Wenn die "Kraut-Crowd" meint, unbedingt weiter nach rechts marschieren zu müssen, dann wird sich das nicht aufhalten lassen. Eine Dynamik, die sich in der Tat abzuzeichnen scheint. Dazu muss man aber m.E. sagen, dass sich die mögliche Opposition in Deutschland seit Rot-Grün wirklich selten vernagelt positioniert und schon lange keine wirkliche politische Alternative mehr darstellt. (in meinen Augen jedenfalls. Ausnahme, "Die Linke") Vielleicht würde ein weiterer Rechtsrutsch, so eklig der auch wäre, ja wie eine Art Augenöffner für unsere erstarrte, PC dominierte "liberale Öffentlichkeit" wirken, inklusive der etablierten politischen Parteien, SPD und Grüne.
An eine Regierungsbeteiligung der AfD glaube ich nicht. Die sind nicht hoffähig und ich schätze mal, das werden sie auch so schnell nicht sein. Seehofer halte ich auch für unwahrsheinlich, eher Schäuble oder so. Jedenfalls nicht mehr die Kanzlerin, wenn sie so weiter macht, was sie ja wohl beabsichtigt. Wie dem auch sei: Alles nur Nuancen, glaube ich. Politik wird immer weniger in den eigentlichen demokratischen Institutionen gemacht. Politik ist letztlich Ökonomie, Wirtschaftspolitik und natürlich Militär- bzw. Polizeistrategie, innere und äußere Sicherheit etc. Das wird in Australien auch nicht wesentlich anders sein als hier, oder?

Michaela 21.01.2016 | 12:06

... es fehlt "the secret war in kambodia" (oder geht das unter Vietnam auf - die exakten Operzahlen kenne ich nicht - nur - soweit ich es so ad hoc in Erinnerung habe -

Kambodschanische Bauern vielen Us-Bomben zum Opfer die ohne jegliche Kriegserklärung - unter Billigung des Marionettenprinzen abgeworfen wurden (er hätte auch kaum etwas dagegen unternehmen können...)

..... die Killing Fields eines Pol Pot kann man getrost auf das Konto des US-Imerialismus schieben - es waren die Kinder der zerfetzten Bauern, welche die Bildungsbürger auf die Felder trieben und dort ermordet haben - Kinder denen man eingebläut, hatte, dass jene Städter im Grunde Schuld am Tod ihrer Eltern und Geschwister waren - und so abstrus das nun hier für manchen klingen mag, in gewisser Weise ist das völlig zutreffend - übrigens - was wäre das für eine Analogie, bezöge man dies auf unsere jetztige globalisierte Welt -

die im Elend nicht umgekommene, dem Bombenhagel entwischte Jugend aus den Todeszonen kommt in unsere Städte - mit der AK47 in der Hand ..... und treibt uns auf die Felder!

Tja - sie haben einen ungleich weiteren Weg........ - da haben wir nochmal Glück gehabt.

w.endemann 21.01.2016 | 12:09

dass er nur ein sehr guter Populist/Polemiker ist, all den radikalen Mist den er erzählt aber gar nicht ernst meint.

Genau so sehe ich das auch. Es ist gut möglich, daß Trump am Ende des Wahlkampfs, wenn die eigenen Wähler mobilisiert sind, den „Staatsmann“ in sich „entdeckt“ und Kandidat wird. Bei Sanders bin ich mir ziemlich sicher, daß er nicht seine Progressivität verstecken und nicht so viel Begeisterung wecken kann, daß er trotzdem von den Demokraten als Kandidat aufgestellt wird. Die einzige Möglichkeit, in den USA eine kleine Korrektur der Politik in die richtige Richtung einzuleiten, daß die Gesellschaft nicht irgendwann von Innen in Brand gerät, ist wohl die Camouflage. Der aus europäischer, außenpolitischer Sicht total enttäuschende Obama war vielleicht ein solcher Trickser, der mit Obamacare das Schlimmste, einen Flächenbrand von Rassenunruhen, verhindert hat.

GEBE 21.01.2016 | 13:51

Ja! Deshalb sehe ich ja auch als hauptsächlichsten Paradigmenwechsel nichts anderes an, als Verzicht und Entsagung zu üben. Und damit ist nicht ansatzweise etwa irgendeine pietistisch intendierte Askese-Allüre gemeint. Ich bin auch niemand, der Jesus-Latschen- und Sack- und Asche-Attitüden propagiert. Nur werden Paradigmen im Grunde nur dann gewechselt ähnlich wie alle anderen Streberichtungen auch , wenn man an die Wand geknallt ist. Den wenigsten Menschen gelingt es über induktives Denken. Erst wenn es geknallt hat, stellen sich in aller Regel auch deduktive Betrachtungen ein. Es kommt darauf an, prometheisch* denken zu lernen und nicht epimetheisch nur zu reagieren. Aber das ist ein anderer Zweig des Themas hier, wenn auch der eigentliche Ast, oder sogar hauptsächlichste Stamm.

*) Womit jedoch nicht Utilitarismus gemeint ist!

Rüdiger Heescher 21.01.2016 | 14:24

Trump und Clinton kommen aus dem gleichen Stall. Es wird kaum Unterschiede in deren Politik geben, egal was man jetzt an Getöse hört.

Beide werden versuchen dem Wall Street Kapital investitionsmöglichkeiten zu geben und werden die weltweite Situation verschärfen, sodass es einen Pusch der amerkanischen Wirtschaft gibt, was natürlich die Situation der Armen im Lande wiederum verschärft. Hillary hat schon angedeutet die Koch Pipeline bauen zu lassen, was Obama verhindert hat. Die Kochs werden ihre Tea Party wieder zurückfahren und kanalisieren in ihrer Politik die Tea Party Leute, die letztlich nur das dumme ungebildete untere Mittelschichtproletariat sind. Man wird darauf setzen mit "Patriotismus" die USA wieder stark aussehen zu lassen. Der Konflikt in der Ukraine und jetzt auch Moldawien wird angeheizt. Man wird sich anlegen mit Russland und China.

All das liegt nicht im Interesse Europas. Egal wer von den Republikanern gewinnt oder ob Hillary Clinton gewinnt, wird jedenfalls für Europa ein Problem werden. Ich gehe auch davon aus, dass man neu einen Konflikt anfängt in den Turkmeneischen Staaten um die Türkei noch mehr in Stellung zu bringen gegen Russland und Iran. Dann haben wir 4 Fronten angefacht von den USA.

1. Front: Urkaine (Moldawien)

2. Front: China/Südkorea/Taiwan

3. Front: Syrien/Libyen

4. Front: Turkmenische Staaten incl. neuauflage Georgien/Asserbeidschan

Das bringt neue Kredite und neues Geld in Umlauf zur Stabilsierung des Systems. Je mehr Geld durch neue Kredite im Umlauf sind desto stabiler das System. Es kommt dann darauf an auf die richtigen Partner im Ausland zu setzen, die dann vielleicht nicht die Kredite zurückzahlen können, sondern darum, ob sie neuen Umstürzler entsprechende Verträge abschliessen mit dem Westen.

Altes Spiel, was man seit 1945 kennt von den USA. Vorgestern war eine schöne Doku Reihe über Agyptens Pharaonen was schön aufzeigte wie das ganze funktioniert. Nasser musste weg, weil man keinem sozilaistischem Land die Kontrolle des Suez Kanals überlassen darf. Mit dem Krieg mit Israel wurde dann Sadat dazu gebracht einen Deal einzugehen: Zurük gewinnung des Sinai und Kontrolle des Suez Kanals unter der Auflage den Kapitalismus und Freihandel einzuführen. Die eigene Produktion ging in den Keller weil man nicht konkurrenzfähig war mit den Importen aus dem Westen. Stück für Stück wurde man abhängig von Krediten aus den USA und die eigene Produktion wurde eingedampft. Das war der BEginn für den Untergang. Unter Nasser hatte man keine Arbeitslosigkeit, Bildung, und freie Krankenversorgung. Es gab nach Sadat nichts mehr davon.

Man hat in anderen Ländern nichts anderes versucht und wird es auch in Turkmenischen Staaten machen wie in Ägypten. Man wird dort Islamisten weiter puschen und wird diese auch unter türkischer Vorgabe und als Verbündete in Stellungbringen gegenüber Russland und auch China. Das wird die nächste Welle.

Für uns in Europa wird es eine Zangenbewegung geben durch die Ukraine und Moldawien. Die USA wird alles daran setzen dass in Moldawien und Ukraine es eskalieren wird, wogegen sich jetzt die Europäer stemmen.

Das wird aber die USA überhaupt nicht interessieren. Die Franzosen versuchen nur ihre Pfründe zu bewahren in Afrika und versucht sich zu retten. Letztlich läuft es zur Zeit eher darauf hinaus, dass jeder nur versucht zu überleben in Europa und die EU fällt auseinander, was aber nicht im Sinne der Europäer sein kann.

Die Weltlage ist kompliziert. Viel komplizierter als man es sich vorstellen kann. Und sie wird eskalieren, wenn eine Hillary Clinton Präsidentin wird.

Rüdiger Heescher 21.01.2016 | 14:42

Was ist die Alternative zu diesem Szenario? Wie man schon auf dem Klimagipfel in Paris sehen konnte geht es darum Investitionen in der dritten Welt zu sichern um so die Länder auch zu stabilisieren, wo in Zukunft noch viel mehr Flüchtlinge herkommen werden. Man will also so auf der einen Seite das System stabilisieren, aber auch gleichzeitig versuchen zu verhindern, dass in 10 Jahren eine viel grössere Flüchtlingswelle nach Europa strömt. Das ist der Plan der Europäer, was erstmal gut gemeint ist, aber nicht helfen wird und nicht ausreicht, denn wenn man dabei versucht Russland und China aus dem Feld zu räumen, wird es auch hier eskalieren. Die Rolle der Europäer ist dabei noch nicht klar, wie sie sich zu China und Russland verhalten werden. Die USA hat ein PRogramm, was Russland und China in die Knie zwingen will. Frankreich scheint da nicht so drauf erpicht zu sein. Deutschland dagegen scheint da noch indifferent zu sein und man weiss es nicht. Letztich wird es auf Deutschland ankommen, wie es sich entwickeln wird in Europa. Solange Deutschland den USA folgt und in die gleiche Marschrichtung geht wird es weltweit eskalieren.

Michaela 21.01.2016 | 17:02

.... leider bewegt sich der Mainstream in die andere Richtung.

Mir sind da die fernöstlichen Naturliebhaber des 17 Jhdts. eine liebe Gedankenstütze - sie anerkennen schlicht, was eben ist, Natur!

Wir sind ein schlichter Bestandteil, wir können unser Verhalten jedoch variabler gestalten, als beispielsweise ein Baum, eine Blume, eine Ameise - nur, diese ganz natürliche Lebensklarheit, die ging wohl irgendwo, irgendwann verloren.

Der Mensch ist schlicht meist unfähig seinen Intellekt als eine wundervolle Lebensgabe zu begreifen, die ihm ermöglicht die Umwelt mit seinen Sinnen nicht nur zu fühlen, sie wahrzunehmen, sondern gar, die grandiose Vielfalt und das wundervolle Spiel der Elemente zu beobachten, es zu begreifen - leider wurde aus dem Begreifen, ein Benutzen und vernichten, ein Modulieren und ein völlig absurdes Verständnis von "Besonderheit".

Wer im Grashalm nicht das Wunder des Kosmos begreift, der sollte nochmal in sich gehen, und schlicht den Augenblick als seine größte Herausforderung anerkennen - es gilt nicht zu raffen und sich herauszuheben, es gilt nicht jegliches Elend zu verdrängen, seine ursächliche Mitschuld abzustreiten, es gilt mit einer inneren Demut und auch Dankbarkeit, schlicht das Licht des Tages zu bewundern, das Leben als eine große Verantwortung gegenüber den Nächsten, der Natur an sich zu begreifen und endlich das grandiose Füllhorn wieder zu entdecken, welches uns doch selbst ein Regentropfen, oder ein Windhauch zu schenken vermag!

....... Eine 100 Meter Yacht gibt nichts - kostet aber wohl Millionen Leben (nicht nur menschliche....) - ein Gänseblümchen ist schön anzusehen, und bin ich hungrig, darf ich es auch verspeisen - es wird mir verzeihen, da reiß ich die Wurzel nicht aus, die nächste Blüte bald erneut zur Sonne sich öffnet.

Der Mensch tötet sich und seine Umwelt - aus purer Faulheit, aus purer und stupider Faulheit!

Es sind die Gedanken die wohl eine Art von Pilz befallen hat, sie schimmeln dahin und was sie bewirken, macht mich nicht nur wütend, es lässt mich hilflos zurück, in einer seltsamen Einsamkeit - lässt mich in die Wiesen und Wälder flüchten, nur um dem Trubel der Zivilisation so weit als möglich zu entgehen.

Hier lass ich nur meine Gedanken auslaufen, bis dato war das ein Tagebuch - nun erlaube ich mir das Netz zu nutzen - auch wenn es leider Technik ist, die aus dem System hervorgegangen ist.

Ich bin überzeugt, jeder Mensch hätte die Chance, sich zu ändern!

Nur, Hoffnung habe ich ernsthaft keine mehr.

GEBE 21.01.2016 | 17:19

Einverstanden, mit Ausnahme des Bezugs zur Natur "Wir sind ein schlichter Bestandteil ..." Ich als Mensch h a b e zwar Natur als Bestandteile an mir, b i n aber selbst sogar mehr als nur entstanden, mehr auch als eine Kreatur, nämlich Kreateur.

P.S.: Mit der Hoffnung allein, ist nicht weit kommen; man sollte sie schon zur Zuversicht wandeln sich anschicken. Ansonsten wird Hoffnung zu einem fatalistischen Hirngespinst.

(Wo ist eigentlich "oberham"?)^^

Aussie42 21.01.2016 | 21:16

Gut, die Situation in D und in AU ist etwas off-topic in diesem Blog. In Deutschland ueberschlagen sich zudem die Ereignisse. Da kann man gar nichts mehr vorhersehen. Ob die Merkel sich nochmal retten kann, muss man abwarten. Sie ist ja ein Machtmensch (zumindest war sie das bisher...) Schaeuble als Nachfolger wird hoch gehandelt. Aber ob die SPD mit dem weitermachn will? Vor allem wenn die AfD zweistellig wird?

In Australien dominieren die Bergbaukonzerne mit ihren weltweiten Operationen die Innenpolitik. Die wollen natuerlich nicht gestoert werden und haben die konservativen Politiker in der Hand. Das hat u.a. zu einer Militarisierung der Fluechtlingspolitik gefuehrt. Darueber gibt's jetzt keine informationen mehr, weil das alles militaerische Geheimnisse ist. Ein drei Sternegeneral ist fuer die Fluechtlinge zustaendig.

Die Labor Party ist keine Alternative, weder personell noch inhaltlich.

Columbus 21.01.2016 | 21:43

Sie schreiben Trump sei unberechenbar. So ist es. Da werde ich konservativ und sage, es möge mir und uns, und den US- Bürgern erspart bleiben, sowas auszuprobieren.

Sanders ist ziemlich konstant in seinen Ansichten und Absichten. Clinton schon arg zentristisch, aber ebenso bekannt und eben auf Kommunikation aus. Sie ist auch keine Isolationistin ( Hillary Clinton schaut sogar russische Sender (verbürgt allerdings nur auf Reisen, (;-)) und attestierte, dass deren Propaganda besser gemacht sei, als die der US- Networks.

Die Drohnen und ihr massiver Einsatz, sind von der Vökergemeinschaft, der UN und den NGOs, schwer zu kontrollieren. Wen sie töten und was sie killen, in welchen Ländern (Irak, Syrien, Pakistan, Afghanistan, Jemen, Somalia,...) ist nur mühsam herauszufinden und die Scheu, sich mit der heimlichen Macht über allem Völkerrecht anzulegen, groß. Daran wird sich, aus ökonomischen und politischen Gründen, nicht viel ändern.

Aber US- Bürger haben Chancen und machen das ja auch, weil es wirklich schwer ist, die Presse in den USA zu gängeln. Leider hat das Obama ja versucht, indem er seinen Generalanwalt gegen Whistleblower und Journalisten losschickte. Andererseits hat er die Restriktionen gegen die eigenen Umweltschutzbeamten und gegen staatsabhängige Forscher aufgehoben (Bush junior), die nun wieder frei über den Klimawandel reden dürfen, der von vielen Bürgern und zahlreichen Republikanern immer noch geleugnet wird. Clinton leugnet nicht. Da wirkt ihr Mann und Al Gore noch nach und sie selbst hat ja auch ausreichend Grütze im Schädel.

Im Sommer und Herbst 2015 musste ich häufig über unsere Presse und das News- TV schmunzeln, die überall die russischen Bomber und Schiffe unterwegs sah, aber irgendwie dabei nicht ein einziges Mal auf den Gedanken kam, dass die US- Streitkräfte praktisch jedes Land der Erde in ihrem ureigenen Interesse überqueren und umschiffen können und das auch tun, ohne von den meisten Staaten überhaupt dabei beobachtet werden zu können.

Ich glaube nicht, dass in Europa viele Bürger Sympathien für Trump, Palin, Ted Crut oder Carly Fiorina aufbringen. Diese Leute mögen im Vorwahlkampf untergehen.

Was ist das Gute an einem Populisten/Polemiker, der zur Wahl steht? Die Abschreckung oder die klammheimliche Anziehung? Und welcher Inhalt, der von diesem Populisten transportiert wird, wäre denn als gutes Stück in der Sammlung von Wert?

Beste Grüße

Christoph Leusch

miauxx 21.01.2016 | 22:17

Na gut, hmm, ja - aber was soll man dazu noch sagen?

Ich bin zwar auch alles andere als sonderlich optimistisch, dass sich der Weltenlauf noch einmal groß ändern wird. Und sicherlich denke ich auch kaum zuerst an Präsidenten und Kanzler, wenn es um Menschen geht, die etwas Positives bewirken, zumindest Gutes tun oder die ich außerordentlich achte. Aber nehmen Sie den berühmten Ausspruch, "wenn Wahlen etwas ändern würden, wären sie verboten", zum Motto?

schna´sel 21.01.2016 | 23:15

"Gut, die Situation in D und in AU ist etwas off-topic in diesem Blog."

Stimmt, hat sich ein wenig off-topic entwickelt, ausgelöst durch die Assoziation "links überholen - rechts überholen".
Sicher wäre es eine schöne Überraschung, wenn sich Bernie Sanders durchsetzen würde. Man weiß nicht, welchen Einfluss das auf internationaler Ebene auch auf die liberaleren Parteien anderer Staaten entwickeln würde. Vielleicht dürfte man sogar auf Synergie Effekte hoffen, wenn sich Jeremy Corbyn hält und bei den nächsten Wahlen in GB antritt. Aber das ist alles so spekulativ. Im Moment scheinen alle Trends in die andere Richtung zu weisen und es überrascht, dass so eine Figur wie Sanders überhaupt so viel Aufmerksamkeit erzeugt. Solche Politiker scheint es in Deutschland gar nicht zu geben. Oder wenn man z.B an Bodo Ramelow denkt, dann ist es absolut utopisch, sie in die Nähe der Regierungsverantwortung zu verorten. Diese Geschichte mit dem Dreisternegeneral erinnert mich schon ein wenig an unsere BAMF Lösung mit Weise. Aber ein Militär als Oberbefehlshaber für Gestrandete toppt das natürlich. Das hat schon etwas comicartiges und verbindet in meinen Augen die Absurdität, die von so Gestalten wie Trump ausgeht auch wieder mit dem Blogthema, von dem wir uns entfernt haben. Ich kann mich gar nicht so recht entscheiden: Glaube ich, dass das ganze Polittheater sich eher in Richtung medidales Wrestling entwickelt, also nur noch durch PR Agenturen, Strategieberater, viel Geld und die besseren Algorithmen bestimmt wird? Oder hoffe ich auf einen dieser so genannten Paradigmenwechsel, der sich ja zuallererst bei den Wählern abspielen müsste, damit sich Leute wie Sanders, Corbyn, Varoufakis oder Ramelow durchsetzen können, denen man noch so etwas wie engagierte Inhalte zutraut? Im Moment bin ich da eher pessimistisch, auch weil die Hoffnungsträger der letzten Jahre schon dafür gesorrgt haben, dass mir der Glaube an eine Veränderung durch die Politik irgendie völlig abhanden gekommen ist. Was mir auch nicht neu ist, sondern meiner eigentlichen Basis entgegen kommt, die sich nicht unbedingt so sehr an dem orientiert, was auf meinem Bildschirm auftaucht und wieder verschwindet...

Lilies & Blue 22.01.2016 | 01:51

Die USA haben viel Gutes geleistet und auch viel Mist gebaut. Wert sich einmischt, macht auch Fehler. Nur wer passiv bleibt, kann stetes motzen und anderen die Schuld geben. Die Auflistung find ich etwas einseitig. Russlands Seite z.B. wird runtergespielt - und dadurch sieht es aus, als hätte die USA nichtmal nen Gegner gehabt..

Daß USA BRD besetzt und umerzogen hat, war verständlich... Immerhin haben Japan und Deutschland sie in diesen Krieg reingezogen, der zig tausenden Amerikanern das Leben gekostet hat.

Daß USA alles, was durch Russland unterstützt oder kommunistisch unterstützt war (also auch Vietnam, Korea, Kuba, China etc.) zum Feind erklärt und bekämpft hat, kann man eigentlich nur als einen Punkt aufzählen - das war EIN Dauerkrieg gegen die Kommis. Als Westdeutsche muß ich sogar zugeben, daß ich ungern stalinistisch geworden wäre.

(Vietnam/Korea: Wie diese Kriege verlaufen und was dabei rauskommen würde, konnte man vorher nicht wissen. Da sollte verbündeten Staaten militärische Hilfe gegen kommunistisch unterstützte Guerillas gegeben werden, oder? Ging mächtig schief - andererseits würden wir heute die USA Feiglinge nennen, wenn sie ihre Freunde gleich an die Kommunisten verraten hätten.)

Iran - ja, Kacke.

Daß die USA beim Falklandkrieg auf der Seite der Engländer und Falklander waren - die von Argentinien angegriffen wurden, kann man wohl positiv werten.

Daß die USA im Jugoslawienkrieg irgendwie versucht haben, irgendwas zu tun, kann ich ihnen eigentlich nicht ankreiden. Zusehen ist auch keine Lösung.

Zypern - Türkei - was war da genau? Wurd USA und NATO da nicht irgendwie von den Griechen brüskiert? USA hatte damals nicht auf der Agenda, sich strategische Stellungen streitig machen zu lassen.

Irak/Iran - Khomeini hätte ich auch gern bekämpft. Allerdings nicht mit Saddam H. !!!

Kuweit - hallo? Saddam ist da einmaschiert. Was sollten die USA machen? Zugucken?

Politik ist irsinnig komplex! Die Menschen sind auch ohne USA gut in der Lage, einander umzubrigen.

Außerdem - wer so einfach und Kontextlos den USA Schuld an Millionen Kreigstoten gibt - sollte wenigstens auch USA, deren Entwicklungshilfe, Medizin, etc. das Verdienst an Milliarden sonst nie lebender Menschen geben! (Wobei die friedliche Reduzierung unserer Masse meiner Ansicht nach wünschenswert wär.)

Michaela 22.01.2016 | 08:56

(Wobei die friedliche Reduzierung unserer Masse meiner Ansicht nach wünschenswert wär.)

Ich denke Sie nehmen sich da selbst aus. Oder sind sie so ein Diätjunkie?

.... die Zuschreibung des "Fortschritts" als Güteleistung der USA zu Gunsten der Elendszonen dieser Welt, das übertrifft mein Vorstellungsvermögen an konditionierten Denkmustern - da haben Sie meinen Horizont wirklich erweitert.

Man stelle sich vor in diesen Brutstätten menschlicher Masse würden ähnliche Verhältnisse wie in uneren Breiten vorherrschen - nicht auszudenken - unvorstellbar -

Sie sollten sich mal mit dem Zusammenhang Geburtenrate und Armut befassen!

Im Übrigen sterben in den Armutszonen die Kinder immer noch in hoher Zahl an Krankheiten, deren Heilung nur ein paar Cent kosten würde. Aber da ist wohl der weise Führer am Werk, der bemerkt, dass sie noch immer viel zu viel Nachwuchs über das 20. Lebensjahr hinaus bringen.

Es ist traurig, traurig solche Zeilen lesen zu müssen, meine einige Hoffnung, es war hier ein Zyniker am Werk, der seinen Schreibalgo ausprobiert.

GEBE 22.01.2016 | 13:18

Ich Blick auf die Aktivitäten der USA scheint mir etwas sehr unbedarft zu sein; es kommt mir so vor, als sähen Sie darin vorwiegend so etwas wie weltpolitisches Tatortreinigen bezgl. der Untaten durch Dritte. Man hat mal durch ein Heer von einem auf den anderen Tag "umerzogenen" Nazis versucht, auch mich mal so zu sozialisieren und zu konditionieren.^^ Als Pazifist kann ich Ihnen sagen, es gibt andere Lösungen von Konflikten, als zuschlagen oder zugucken. Eine Hauptlösung liegt darin, erst überhaupt keine Konflikte zu schüren. Und das die sog. USA Konflikte aus wirtschaftlichem Eigennutz, aus geopolitischen Erwägungen planmäßig betrieben haben und betreiben, dürfte heutzutage, bei der reichhaltigen Menge von Informationsmöglichkeiten eigentlich gar nicht mehr möglich sein, daß das nicht "durchgesickert" ist.

Aber weiter will ich gar nicht auf Ihren Kommentar eingehen. Wissen Sie auch warum? Ich sage es Ihnen: wer auch nur ansatzweise ein Menschenbild hat, das sich kund tut mit Sätzen wie. "Wobei die friedliche Reduzierung unserer Masse meiner Ansicht nach wünschenswert wär.", ist für mich ein menschenverachtender Chauvinist; egal, ob solche Bekundungen deutlich als Prämisse an den Anfang oder wie beiläufig, hinterfotzig, ans Ende eines Statements gesetzt werden.

gsyme 22.01.2016 | 13:38

Die Realität ist : Die USA führen einen Drohnenkrieg . Übrigens mit deutschlands Hilfe. Es sterben z.b. laut Amnesty abnormal viele Zivilisten...was gibt es da bitte noch zu differenzieren ?

Und natürlich kann man eine Regierung eines Landes wegen so etwas verurteilen. der 0815 USA/GER Bürger der Fox News schaut/Bild liest und dem die Außenpolitik egal ist kann einem zwar leid tun, aber ihn wegen seiner Ignoranz zu verurteilen ist auch möglich.

gsyme 22.01.2016 | 14:08

Schöner Artikel, der wirklich Hoffnung macht...

ich erinnere mich allerdings auch bei Obama an yes we can/change....und musste dann Dinge feststellen wie: Beginn des weltweiten Drohnenmordes, Exreme ausweitung der globalen Überwachung, Umgang mit Whistleblowern, weiterhin "Regime Change" durch die Unterstützung radikalster Gruppen ohne langfritig zu denken. Guantanamo ist auch noch immer offen und neuerdings ist man im Weißen Haus geil auf eine erneute Konfrontation mit Russland !?

Wer hätte das hierzulande beim Amtsantritt vom in der EU gefeierten Obama erwartet?

Ich lasse mich vom US Wahlkampf jedenfalls nicht mehr mitreißen...

Sanders, ja gerne. Auf jedenfall lieber als Clinton/Trump, aber ob sich wirklich kritisch etwas ändert bleibt abzuwarten...die Hoffnung stirbt allerdings zuletzt.

Ernstchen 22.01.2016 | 14:31

Ich denke, Veraenderung kann nur von aussen kommen.

Von außerhalb des politischen Paradigmas oder von äh Ausländern? Außerirdischen? ;)) Ich glaube durchaus noch an eine Restchance für Veränderung von innen. Veränderung von außen kann nur desaströse Nebenwirkungen haben und ist nur wirkungsvoll wenn extrem destruktiv. Ich bin mir noch nicht sicher ob ich das wollen würde.

schna´sel 22.01.2016 | 14:58

"Von außerhalb des politischen Paradigmas oder von äh Ausländern? Außerirdischen? ;))"

Warum nicht von Außenseitern, Außergewöhnlichen oder von einer außerparlamentarischen Opposition...?

Eoigentlich denke ich ja auch, dass wirkliche Veränderung nur von innen kommen kann. Weil äußerliche Veränderung immer nur Kosmetik ist und nur eine Metamorphose den ganzen Organismus verwandelt. Dabei spielen allerdings häufig auch äußerliche Faktoren eine wichtige Rolle. Also Katalysator, als Impuls oder auch als Notwendigkeit die eine Verwandlung unumgänglich macht. Bezüglich der, äh, Ausländer denke ich, dass diese sowohl im Inneren, als auch durch die von außen einwirkende Rückkopplung Veränderungen herbeiführen, welche die Restchancen maximieren werden. Die Frage der verträglichen Nebenwirkungen stellt sich für das System, aber sie wird sekundär, wenn notwendige Veränderungen so lange blockiert wurden, dass die Erstarrung des Status Quo sich in Richtung Desintegration entwickelt.

Lilies & Blue 22.01.2016 | 18:56

Diese ganze Erbsünden- Sichtweise auf USA ist nicht "konditioniert"? Und nicht völlig am Thema vorbeit? Und nciht völlig Schwachsinnig? Als ob das aus deinem Kopf entsprungen wär! Warum nicht die Friesen hassen, weil sie einst Keltisch-Enland besiedelten, und später nach Amerika gingen, und dort Indianer zu töten?

Warum nicht Afrika hassen, weil die Dussel dort so garstig zur Gattung Homo evolvierten?

Konflike entstehen leider - glaubst du echt, durch passiven Pazifismus tust du Gutes?

Nicht mal Vermitteln oder verstehen könnt ihr Friedensvetreter - damit macht ihr euch bereits mitschuldig, an Konflikten.

Schuldverteilen und konditionierter Amerikahass sind einfach konterproduktuiv.

Ah ja - wo ist das Problem, wenn ich auf die Masse Mensch zu sprechen komme? Mir ist lieber, wir verbreiten Wissen über Familienplanung, als daß sich die Menschheit in Kriegen, Hunger, Epidemien und durch Ressourcenverschwendung zerstört. Da hast du mich wohl falsch verstanden. Das ist das Gegenteil zu Chauvinismus und Menschenverachtung. Menschenverachtend ist eher, die Realität zu ignorieren.

Rüdiger Heescher 22.01.2016 | 19:51

Du sagtest naiv in deinen anderen Kommentaren zuvor, dass die USA sich einmischen mussten, denn wer sollte es sonst machen. Ist dir vielleicht mal aufgefallen, dass die USA in 99 % der Fälle selbst hinter den Unruhen und Konflikten steckt und dann gerufen wird als Feuerlöscher? Ist dir das in deiner naiven Ansicht zu Pax Americana noch nicht aufgefallen? Um was ging es denn immer? Die USA hat nie wegen Menschenrechte eingegriffen. Es ging ausschliesslich immer darum mit Kanonenboot politik und das schon seit 1815 ! (bitte einfach mal bei Wikipedia nachschauen, was das heisst!) Freihandel zu ihren Bedingungen zu diktieren und so auszubeuten. Keine Entwicklungschancen zu ermöglichen, sondern klein zu halten um dann ihren "american way of life" zu ermöglichen. Aber nur im eigenen Land! Du musst noch vie Geschichte lernen.

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Ehemaliger Nutzer 22.01.2016 | 21:43

Sie entlarven sich immer wieder und wieder!

"Antwort"

"Inselnation"

"sich zwanglos leisten kann"

Deshalb werben Sie, was nicht anders von Ihnen zu erwarten war, für die kapitalistische Clinton als für den eher linken Sanders.

Ernstchen hat Recht, dass Sanders zuerst einmal auch ein Hoffnungszeichen darstellt.

Gebe hat Recht, dass die Macht von ganz anderen ausgeübt wird als vom Präsidenten.

Zu bedenken gebe ich, dass es schon mal einen Präsidenten gab, von dem Wunder ausgingen. Ich rede vom ersten Whistleblower in einem Präsidentenamt, von Gorbatschow.

Leider würde die Oligarchenfraktion, d.h. die tatsächlichen Machthaber einen USA-Gorbatschow niemals zulassen.

Clinton ist die Gallionsfigur derer, die dafür sind, dass:

"Den Drohnenkrieg, so völkerrechtswidrig er ist, werden die USA fortsetzen, weil er die Antwort eines Inselnation ist, die sich das zwanglos leisten kann ..."

Was für eine Krönung an Heuchelei und Kriecherei gegenüber der transatlantisch geprägten Propagandaelite, die uns die ekelhafte Clinton als nächsten rettenden Engel verkaufen will.

Ja das sei zwar "völkerrechtswidrig", aber eine notwendige Völkerrechtswidrigkeit, weil eine "Antwort" einer armen "Inselnation".

Ich bleibe an Ihnen dran, ich lasse mich auch nicht von einer Ihnen gegenüber einseitig blinden Frau Mohnen "vom Hof" jagen.

Und hören Sie einfach mal auf, in diesem Forum hier als transatlantische Meinungsdrohne zu wirken.

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Ehemaliger Nutzer 22.01.2016 | 21:43

"Bernie Sanders dagegen wettert gegen die Banken, will die Reichen besteuern um den Besuch staatlicher Universitäten kostenlos zu machen, will das Gesundheitssystem auf europäische Verhältnisse reformieren, will den unbegrenzten Einfluss des Großgeldes, der Wirtschaft, der Banken auf die Politik beenden..."

Das klingt fast schon ein bisschen nach Stéphane Hessel und viele Herzen und Hirne werden Sanders zufliegen. Nun bleibt die Frage, wie sehr die Mehrheit (bzw. entsprechend dem Wahlrecht der USA erforderliche Wähleranteil pro Bundesstaaten) der Amerikaner soziale Gerechtigkeit mit fairen Bildungschancen und einem akzeptablen Gesundheitssystem plus wenigstens ansatzweiser Regulierung der Bankenzockerei w i r k l i c h wollen bzw. sich t r a u e n, zu wollen.

Denn ähnlich wie in Europa, respektive Deutschland wird dem Bürger wahrscheinlich auch in den USA die "Alternativlosigkeit" der herrschenden (für viele unvorteilhaften) Verhältnisse mehr oder weniger erfolgreich eingetrichtert.

Motto: Da wir alle Marionetten und Spielbälle unüberwindbarer Herrschaftsverhältnisse (dahinter stecken letztendlich auch nur korrupte, manipulative, stinkreiche Einzelpersonen) sind, kann unsere Wahlstimme letztlich nichts bewirken.

Wer sich über solche Sichtweise freuen kann, sind die Seilschaften und Interessenverbände, die von vornherein keinen Widerstand zu fürchten brauchen.

Stehen jedoch Hunderte Millionen Menschen hinter einem Programm von Sanders, das auch nach der Wahl noch Gültigkeit behalten soll, dann könnte sich sowas wie Widerstand gegen die alteingefahrenen Gleise aufbauen. Ein Kinderspiel ist das sicher nicht. Er bräuchte starke Rückendeckung.

Lilies & Blue 22.01.2016 | 21:54

Wann habe ich von Menschenrechten gesprochen? Wann habe hätte ich negiert, daß es um Handelspartner, Schutzabkommen oder was auch immer ging? Außenpolitik ist verdammt komplex, und bittesehr, Great Game auch als solches betrachten - in eurer Gleichung fehlt die zweite Seite - fehlt Russland, fehlt China , fehlt so einiges.

Abgesehen davon, ist auch die kriegsführende Außenpolitik nur Teil des Gesamtbildes. Auf der anderen Seite haben die Amerikaner ja auch etliches für sich genommen positives für die Menschheit geleistet. Wenn man hier Kulturen pauschal Schuld zuschiebt, muß man ihnen auch pauschal Lob zukommen lassen.

Mir wär lieber, man bemühte sich, die Dinge fair, konstruktiv und differenziert zu betrachten . "Außschließlich und immer" gibt es bei so großen und komplexen Themen nicht.

P.S. Naiv, lernen müssen, konditioniert, Gehirnwäsche etc. schicke ich retour!

Columbus 22.01.2016 | 22:46

Herr Klingbeil, ich will nicht mit Ihnen in einen Debattierklub eintreten, da kann ich ja nur verlieren. Oder?

Aber:

>>Ich fühle mich bestens informiert und Sanders wäre mein Kandidat, wenn er sich noch ein wenig stärker zu Fragen der Gleichberechtigung und des Rassismus äußerte, Ernstchen. Haben Sie da noch Infos?

Wirtschafts- und sozialpolitisch denkt da ein älterer Mann schon mehr in Richtung einer Solidargesellschaft, als irgend ein anderer Bewerber seit Norman Thomas, irgendwann am Anfang des letzten Jahrhunderts. Der war Sozialist. Das ginge als Party member heute nicht. Da hat Sanders, als langjähriger Unabhängiger mit Anlehnung an die Demokraten, nun auf dem Ticket als demokratischer Bewerber, schon mehr Möglichkeiten.<< - So mein Statement zu Sanders.

Wie Ernstchen, denke ich, dass zwischen großen Teilen der US- Öffentlichkeit, die sich engagiert und auch uns, wie umgekehrt wir sie, prägt, viele tiefe und verständnisvoller Verbindungen gibt.

Denken Sie nur einmal an die tolle Berichterstattung der New York Times, zur außergerichtlichen Arbitration, die offenlegte, wie die wirtschaftlich Mächtigen mit diesem Mittel Konsumenten, Nutzer von IT- Dienstleistungen und ihre prekären Firmenmitarbeiter, sowie Kranke über den Tisch ziehen können, weil es kein öffentliches und staatliches Gericht mehr gibt, sondern alles vor freiwilligen Privatgerichten geregelt werden muss.

Nicht selektiv lesen, nicht so schreiben, gelassen bleiben. Das hilft.

Christoph Leusch

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Ehemaliger Nutzer 23.01.2016 | 00:12

Darf ich das als Bitte um Entschuldigung auffassen?

Wegen "... nicht so schreiben ...", z.B. so wie Sie es taten?

Und zwar als Erster mir gegenüber persönlich werdend, einem Ihnen völlig unbekannten Foristen:

"Für Taten sind sie meist noch nicht ausreichend weit, aber man spürt diese förmlich schon, ..."

Und als Sie nach meinem Angebot zum Herunterkommen:

"Ich gehe bei jedem Menschen bis zum Beweis des Gegenteils immer erst mal vom Guten aus. Deshalb nehme ich mal an, dass Ihre Respektlosigkeit wie geschildert ein Zeichen von Unsicherheit statt von Aggressivität war. Sagen Sie mir Bescheid, wenn ich komplett falsch liegen sollte.

Ich verstehe ideologische Unsicherheiten sehr gut. Ich habe als ehemaliger DDR-Bürger große gesellschaftliche Umbrüche und Kehrtwenden in meinem schon etwas längerem Leben miterlebt und auch dabei mitgestaltet."

... und als ich mit biografischen Erlebnissen Ihnen zu verdeutlichen mich bemühte, dass Sie einen Menschen, den Sie nicht kennen, zu einem "noch nicht Täter" aburteilten, Sie dies brüsk zurückwiesen?:

"... und ich bin daran auch gar nicht interessiert."

Dann besteht ja noch Hoffnung zur Fähigkeit zum gesellschaftlichen Miteinander.

Und ich erneuere mein Angebot der verbalen Deeskalation und fordere Sie zudem als "Studierten", "Gebildeten" auf:

Strengen Sie sich gefälligst an, um zu für den Zusammenhalt der fortschrittlichen Kräfte wirklich wichtigen Erkenntnissen zu gelangen und nicht in Resignation zu verfallen, die sich bei Ihnen so äußert:

"... ich will nicht mit Ihnen in einen Debattierklub eintreten, da kann ich ja nur verlieren. Oder?"

Wie bitte, mit Ihrer akademischen Ausbildung?

Überlegen Sie mal, dass Debatte nicht als Spasshobby zum Zweck, einen Rhetorikpreis zu gewinnen da ist.

Sondern sie soll dazu dienen, mit innerer Haltung zu überzeugen, das Interesse zu haben, die Debattenteilnehmer an seinen eigenen Gedanken, an aufgedeckten Widersprüchen und an recherchierten unbestreitbaren Tatsachen und der eigenen Bewertung dieser Tatsachen teilnehmen zu lassen.

Und was das wichtigste ist, die Gedanken der anderen selbst zu nutzen, um immer wieder bereit zu sein zu lernen, um seine eigenen Überzeugungen nicht zum Dogma erstarren zu lassen.

Sondern profitieren zu können von den Gedanken der anderen und bei Notwendigkeit und vor allem bei harten Fakten, so sehr Sie auch schmerzen, Korrekturen am eigenen Weltbild vornehmen zu können.

Deshalb habe ich mehrfach aufgefordert, dass man mir ebenfalls mal harte 13 Punkte zu meinen Äußerungen entgegenbringt.

Denn ich bin von folgendem überzeugt:

Eine Stärke, die die Linken gegenüber dumpfen Gedankengängen von Rechten immer Debattensieger sein lassen wird, ist das schonunglose, unvoreingenommene, zwar eindeutig Partei ergreifende, aber mit geradezu "wissenschaftlicher Akribie", d.h. obejektive Analyse unter Anerkennung der Tatsache, dass das gesellschaftliche Sein das Bewusstsein bestimmt und nicht umgekehrt.

Dogmatische Wunschvorstellungen manchen Bewusstseins können das gesellschaftliche Sein nur "versauen", indem solches Vorgehen den Gegnern, den Verschleierern des tatsächlichen Seins, den Unterdrückern und Demagogen und und und in die Hände spielt als Verweigerung von Tatsachen Trumpfkarten in das teuflische Pokerblatt mischt.

Sie merken also, ich bin kein Freund von irgendwelchen "Spaßhaber-Clubs". Naja, eigentlich doch, wer will denn den Spaß beim ganzen Ernst vermissen lassen? ;-)

Dann bitte erklären Sie sich doch ebenfalls mal zu unser beider "Blogbeziehung", so wie ich es tat.

Andeutungen, die nichts mehr mit "Bildung" oder "Täter" oder "Fremdenfeind" zu tun haben, konnte ich in diesem Ihren Kommentar schon erkennen.

Eine Bitte um Entschuldigung, deren Aufrichtigkeit ich erkennen kann, würde ich niemals schroff zurückweisen.

;-)

Aussie42 23.01.2016 | 00:53

Ich antworte mal hier. @Ernstchen kriegt die Nachricht ja auch.

Bei "ausserhalb' dachte ich eher an Aussenpolitik im Gegensatz zur Innenpolitik. Innenpolitisch kann m.E. die Situation in den USA nur schlimmer werden, als sie derzeit ist. Das Netz der innenpolitischn Institutionen agiert zunehmend disfunktional. Trump ist da nur ein Symptom. Die permanente gegenseitige Erpressung zwischen Kongress und Praesident ein weiteres.

Aussenpolitisch kann das US-Militaer seine Rolle als Weltpolizist nur noch mit Ach und Krach erfuellen. Die Uebereinkunft mit dem Iran ist genaugenommen die "Kapitulation" der strategischen US-Politik in Westasien.

Die Einsparungen beim US-Militaer konnten bisher noch verkraftet werden, ohne die strategischen Faehigkeiten der USA zu beschraenken. Das geht in naher Zukunft nicht mehr. Ein Flugzeugtraeger wurde bereits still gelegt, die alten B-52 bleiben bis 2022 im Einsatz. Man kann viele weitere Anzeichen sehen.

Groessere militaerische Konflikte kann sich die USA nicht mehr leisten. Das ist auch nicht mehr notwendig, weil die USA ihren internationelen Einfluss durch Finanz- und IT-Konzerne effektiver sichern kann. Will sagen, die Rolle des "Weltpolizisten" wurde privatisiert und an Goldmann&Sachs und Google "ausgelagert".

Der Drohung mit dem grossen nuklearen Hammer wird nicht mehr gebraucht. Das koennte Google durch signifikante Aenderungen seiner Allgemeinen Geschaefts Bedingungen genauso gut erreichen.

Das ist mein Szenario, das letztendlich zu einem Auseinanderfallen der politschen Union der Staaten Amerikas fuehren kann.
Die politische Elite in Washington DC, die bei den Waehlern ohnehin hoechst unbeliebt ist, wird dann ein Quasselclub.

Das ist weniger spektakulaer als die Ausserirdischen. Zweifellos "nur" eine "Vision" der Destruktion der USA. Doch das haette viele positive Optionen zur Folge.

Ich habe gerade gesehen, dass der Blog sich ganz anders entwickelt hat. Meine Einschaetzung ist beinah off-topic. Sorry.

denkzone8 23.01.2016 | 09:24

aktuell reicht hier gar nichts zu gar nichts: resultate von mannigfachen verblendungen führen ins verhängnis, daß sich mit kuddelmuddel plebejisch übersetzen läßt, aber damit das sack-gassen-mäßige verliert.

schätze mal: ausgesetzte sträflinge unter polizeilicher beobachtung, die ihr los als ungerecht empfunden ,wie die australischen verbannten, haben ein anderes verhältnis zum staat entwickelt down under ,als wir uns vorstellen können. oder lieg ich falsch?

denkzone8 23.01.2016 | 09:42

apropos: reicht nicht. gestern spürte ich hier wieder: kein kommentar zu augstein/blome. wo sind die stimmen?

man hat den eindruck,alle f-leser/schreiber sind in anderen blogs unterwegs,sich zu orientieren. das absichern der eigenen meinung an anderen meinungen ist essentiell. das vor-wagen ist in selbst-unsicheren avant-garden durchaus mit vor-sicht und rück-sichten gepflastert,selbst im probe-handelnden denken.

correctness, selbst-zensur wird nur überwunden,wenns um fernes geht: usa etc. da fühlt sich der gegängelte aller zügel ledig...

Aussie42 23.01.2016 | 09:44

Hi, mit Formulierungen, die man im Austausch mit anderen, sagen wir mal: spirituell orientieren, Menschen verwenden kann, zieht man in der FC leicht Spott auf sich. Ich habe das bei einigen Ihrer Kommentare bereits mitgekriegt.

Ich verstehe meistens was Sie meinen, finde ihre Kommentare bemerkenswert, ernsthaft und auch nachvollziehbar. (Obwohl ich mit Ihnen in Vielem nicht ueberstimme. Als Zen-Mensch ist spirituellen Esoterik not my cup of tea.)

denkzone8 23.01.2016 | 10:28

kollektives beschweigen, unsicherheit im eigenen urteil angesichts nam-hafter meinungs-leader, kann nicht nur ddr-erbe sein. die moral-keulen-schnitzer sind nicht nur fraktions-vorsitzende und partei-vorsitzende: wenn die einsteck-vermeider im box-ring rum-tänzelnde wären, ginge die einschalt-quote auf null zu.

auf der anderen seite : wut-blinde ,die rücksichten auf kontrollen weit hinter sich gelassen haben. meine achtung für polizei-beamte wächst. was ne entwicklung....

Aussie42 23.01.2016 | 11:03

australischen verbannten, haben ein anderes verhältnis zum staat entwickelt

Nun ja, die Leute waren Zwangsarbeiter. die froh sein konnten (und waren) when sie "the transport" also die Ueberfahrt ueberlebten. Anfangs war diese Quote sehr gering. Nach einigen Jahren wurden Kapitaene nach der Zahl der Ueberlebenden bezahlt. So ueberlebten meist ca. 70% den Transport. Vor allem auch Frauen...

Wenn die Strafzeit abgelaufen war, blieben die meisten Leute in Australien.

Der "Staat" das war die englische Garnison die mit dem lukrativen Rum-Handel (zusammen mit Zwischenhaendlern) Geschaefte machte. Dieses korrupte Rum-Kartell gibt's noch immer, heisst es...

Zur FC-Kritik: Nee ich finde die FC ist ne einigermassen offene Diskussionsplatform von gut informierten Leuten. Vor allem schaetze ich, das die Meisten "zivilisiert" miteinander umgehen.
Und man kann (fast) alles schreiben.

Wenn man ausflippt (macht ja auch Spass) kriegt man eben keine Kommentare.
Wenn die eigenen Thesen zur Diskussion stellen will, muss man manchmal schon ne zugespitzte, angreifbare Position einnehmen. Und.... JA hat mal den Tip gegeben, man koenne alles schreiben, man duerfe nur nicht langweilen. Gutes Motto.

schna´sel 23.01.2016 | 12:00

Hallo Aussi42, is klar, sehe ich ähnlich, obwohl ich ad hoc nicht so viele Hintergrundinformationen parat hätte, wie Sie. Ich hatte das Ganze nur noch ein wenig mehr auf eine andere, innere Ebene gezogen, sorry... Um zum topic zurückzufinden: Ich bin mir nicht sicher, ob aus der Erschütterung (Sie schreiben sogar von Destruktion), die sich eventuell mittel- bis langfristig aus derart massiven Veränderungen ergeben könnte in absehbarer Zeit positive Optionen entstehen würden. Eine Destruktion der gesellschaftlichen Verhältnisse beinhaltet natürlich auch immer Chancen auf positive Entwicklung. Aber wenn man sich die Realitiät, abseits der etablierten staatlichen Macht in den USA anschaut, so ist die doch noch viel mehr als sonst irgendwo auf der Welt bestimmt durch den Western, der sich immer noch in den Köpfen der Amerikaner abzuspielen scheint. Ich möchte auch jetzt schon nicht unbedingt in den USA leben müssen. Aber nach einer Destruktion der gesellschaftlichen Verhältnisse, so wie Sie sie andeuten würde man dort vermutlich ohne Sturmgewehr noch nicht mal mehr in die Kirche gehen. Wenn es die überhaupt noch gäbe. Und auch deswegen hoffe ich viel mehr auf eine Veränderung, die sich vielleicht durch ein (sublim?) verändertes Bewusstsein ergibt, das sich vielleicht doch bereits heute schon in weiten Teilen der Bevölkerung zu bilden beginnt, weil die einfach zumindest intuitiv verstehen, dass sie mit Ihrem Cowboyfilm an ein Ende gekommen sind. Aber ich bin kein Amerika Fachmann. Ich kann diesbezüglich nur meinen Hoffnungen und meinem Verständnis von wirklicher Veränderung Ausdruck verleihen. Dass das wenig realistisch ist, werde ich ja vermutlich, weniger off-topic, durch die Expertenmeinungen im Rahmen dieser Debatte zu Kenntnis nehmen können.

Aussie42 23.01.2016 | 13:28

Man kann sich die Situation etwa so vorstellen, wie's Ende des 19.jahrhunderts dort noch war. Die Ostkueste war einigermassen zivilisiert, europaeisch durch die Einwanderer aus Westeuropa vor allem.

An der Westkueste wurde das Geld gemacht. Gold-Rausch etc. Das waere heute natuerlich das Geld aus dem valley.

Und dazwischen Wilder Westen, Spielwiese fuer Verrueckte aller Art.

(gut, muesste man noch differenzieren...)

An Veraenderungn von innen glaube ich nicht, weil das Bildungswesen in Amiland einfach miserabel ist.

(Viele der "Aktivisten" kommen von privaten Schulen.)

Das zeigen alle Bildungsvergleiche. (Das war zumindest in den 80er jahren so, als ich mich mit solchen Sachen noch beschaeftigt habe. Ob's heute anders ist glaube ich nicht, obwohl ich die Forschungslage nicht verfolgt habe.)

Dumme Leute wollen keine Veraenderung.

schna´sel 23.01.2016 | 13:57

"Dumme Leute wollen keine Veraenderung."

Dumme Leute wollen keine Veränderung wahrnehmen. Aber der Bär fließt... (panda rhei) ;)

Tja, ich weiß es nicht... Ich glaube aber, man kann bei dem Thema wirklich kaum off-topic sein. Weil es um globale Veränderungen geht und die Frage Bernie Sanders Hillary Clinton Donald Trump sich heutzutage mit Blick auf die Konsequenzen, in einem ganz anderen, nämlich weltweiten Zusammenhang stellt. Was sich ja vielleicht auch in Ihrem ursprünglichen Argument: "Ich denke, Veraenderung kann nur von aussen kommen." ausdrückt. Könnte gut sein, dass das Ergebnis wieder eine Spielwiese für Verrückte aller Art wird. Auf der anderen Seite haben die Möglichkeiten, mit vergleichweise wenig Aufwand richtig viel Unheil anzurichten, durch die ganze hochbrisante Infrastruktur unserer zivilisierten Welt so enorm zugenommen, dass ich einen weltweiten oder USA internen natürlichen Spielraum für verrückte Goldgräber für sehr unwahrscheinlich halte. Wir wissen es nicht. Ich denke, es wird auf immer mehr Kontrolle hinauslaufen. Auf autonome Kampfroboter und all diese Dystopien, die Hollywood ja auch schon längst vermarktet. Wenn ich von inneren Veränderungen schreibe, dann meine ich damit eigentlich zwar schon etwas, das sich jetzt beginnt zu entwickeln, das aber erst dann wirksam wird, wenn wir alle schon längst nur noch in den Daten präsent sind, die wir jetzt hinterlassen..

Columbus 23.01.2016 | 17:00

Ja, das ist ein störendes Element, ein Anzeichen, noch kein fester Beweis, für einseitige und elitäre Auswahlen. Die Demokratie ist damit noch nicht abgeschafft, -bei weitem nicht-, aber sie hat eine spezifische Gestalt angenommen, wenn sich das dynastische Moment verfestigt (Die Bushs, die Clintons, einst die Kennedys).

Ein anderes, noch viel deutlicheres Zeichen liefert, dass Kandidaten der US- Wahlen, die überhaupt Aussichten haben könnten, sehr viel Geld brauchen und dabei sogar von Wahl zu Wahl immer mehr davon einsetzen müssen, um sich durchzusetzen. Entweder, bringen die BewerberInnen das Geld selbst mit oder aber, sie reisen auf den Tickets ihrer großen Spender.

Die US- Auswahl ist lang, brutal, extrem materiell und mittlerweile sehr von der Ansprache an die Masseninstinkte geprägt. Sachargumente zählen eigentlich nicht mehr allzu viel.

Das ist gegen den verfassten Sinn und Gehalt der egalitären Wahldemokratie. Seit der Antike gibt es viele, davon abweichende Modelle.

Heute im Schwange und wieder offen diskutiert:

Die gelenkte Demokratie (Steuerung von oben und Akklamation, durchaus über Wahlen).

Die populistisch gelenkte, demokratisch erwählte Regierung, die fast immer macht, was das Volk gerade aktuell will und denkt, die darauf ganz besonders achtet, sogar extra Volksbefragungen und Wahlen außer der Reihe durchführt, um sich Versicherungen des Volkswillens einzuholen. - Auch das birgt große Übel und hohe Risiken, besonders für alle Gruppen und Personen, die dem jeweiligen Volkswillen nicht entsprechen.

Die wirtschaftskonforme Demokratie, in der von Industrie, großer Handels- und Dienstleistungswirtschaft, sowie den Finanzinsituten vorgegebene Effizienz- und Erfolgskriterien als unveränderliche und zu optimierende Basis gelten. Die innere und äußere Sicherheit, soll diesen Status absichern. In anderen Bereichen der Gesellschaft gibt es durchaus, zum Beispiel bei Kultur und Freizeit, Freiheiten und sei es auch nur die des Konsums (Eine bürgerliche Ausformung dieses Ideals, ist der Nachtwächterstaat des 19. Jhs).

Die Elitendemokratie, mit klassierten Wahlrechten, die das Prinzip des, "ein Bürger, eine Stimme" aushebeln soll. Meist wird das Modell mit dem Effizienz- und Kompetenzargument vorgebracht (Eliten entscheiden schneller und sachgerechter und mit höherem Erfolg). Der "Demokratieführerschein" kann entweder nach Qualifikationen oder nach sozialem Status, oder nach familiären Gegebenheiten vergeben werden (z.B. doppelte Familienstimmen, z.B. Stimmrechte nach Steuerbeiträgen, z.B. Doppelstimme für Akademiker).

Bei uns läuft es versteckter. Da kann man aber die gewisse Übermacht der Spender, z.B. an der Verteilung der Spendenaufkommen für Parteien und an der Verteilung der Lobbyausweise für den Deutschen Bundestag und der Zugänge zu EU- Parlament und EU-Kommission ablesen.

Auch, wer, wann und wie oft, direkten Zugang zu den exklusiven Einladungen ins Kanzeleramt und zu den entscheidenden Ministern und ihrer Führerungsspitze hat, ist da sehr aufschlussreich. - Aufgabe für den Journalismus, dies offenzulegen!

Demokratie bleibt immer unfertig, immer unsicher, immer umstritten. Aber bisher ist kein besseres Modell in Sicht und auch keines, das so viel Spielraum ließe, mehr und idealere Entscheidungsformen zumindest als Ideal zu wünschen und vorzustellen.

Trotzdem verlieren immer mehr Bürger die Lust, Demokratie mitzugestalten, ihr Engagement vereinzelt sich, konzentriert sich auf Themen und ein großer Teil hat mittlerweile durchaus andere Vorstellungen, mit denen man nicht mehr hinter dem Berg hält.

Derzeit offensichtlich verführerisch anziehend, ist das wenig programmatische, wenig strukturierte Angebot von Rechts, einmal gründlich "Ordnung" zu schaffen, bei allem was aktuell ängstigt. Die Gründe dafür kann fast jeder, der seine fünf Sinne beeinander hat aufzählen. Aber die Neuen im Angebot wollen eben nicht ein paar Grundregeln einhalten, sondern diese selbst aufschreiben und sie wollen genau dafür an die Macht.

Das ist der falsche Weg, mit den falschen Leuten, auch wenn sich dafür derzeit manches Herz erwärmt.

Beste Grüße

Christoph Leusch

Lilies & Blue 24.01.2016 | 04:45

"Schon damals wurde Edwards ausgeknockt durch eine Intrigenkampagne von den Clintons. Bei Sanders wird man auch noch etwas finden oder wenn es sein muss erfinden kurz vor den Wahlen der demokraten."

Laufen schon Wetten? Wer, was , wann? Wär spannend..

Gegen Clinton läuft aber auch der E-Mail "Skandal". Wer hat den eigentlich angeleiert?

Zeiten verändern sich, und im Augenblick ist jeder so verwirrt, daß man kaum noch vernünftig Intrigen planen kann.

Ich denke, Sanders könnte reelle Chancen haben, und kann Wähler mobilisieren, die für Clinton nur aus Verlegenheit oder gar nicht wählen würden. Außerdem ist er weiß und ein Mann - gute, alte Attribute, die generisch Vertrauen spenden.

Mein saloppes Spekulations-Szenario wäre: President Clinton - status Quo, verschlechternd, es sei denn, wenigstens sozialpolitisch könnte sie tatsächlich Reformen konsolidieren - was man nicht völlig ausschließen kann.

Trump - Verbrüderung mit Putin? Igitt. Dafür kein dritter Weltkrieg, wenn Putman mehr Staaten annektiert. Aber - aber was sonst noch alles?

President Sanders - er ist alt, aber wenn er fit genug ist durch den Wahlkampf zu kommen - das könnte wirklich eine Wende sein. Ich glaube, er hätte heute mehr Chancen, etwas zu bewegen, als Obama je reell hatte.

Showveranstaltung - gewiss.

Aber da könnte schon noch mehr kommen. Die alten USA sind so fertig und kaputt - irgendeine Form von Systemwechsel oder Weichenumstellung steht eh aus, ob sie nun gewollt oder automatisch geschieht. Das kann in die eine oder andere Richtung gehen - ich würd Bernie ne Chance geben.

Whhooho! rooting for Bernie..

Lilies & Blue 24.01.2016 | 05:15

Oh, Götter - allein die Vorstellung des Diktats der Familien-Elite lässt mich spontan einen Ayslantrag für's Kibbutz suchen..

Hm - Demokratie bliebt immer umstritten - Cicero (Marcus Tullius, nicht das Magazin) hat im"Gemeinswesen" darüber nachgedacht, daß verschiedene Situation verschiedene Saatsformen bräuchten, die man optimalerweise nach Bedarf anpassen sollte..

Wenns doch ginge!

Im Moment zerstört die Demokratie sich selbst. Und was für Politiker haben wir! Wer sollte da die zerspaltene Gesellschaft wieder zusammenbringen?

Klar, die Rechten wollen, daß jemand Ordnung schafft - guselige Idee, aber man kann's ihnen nicht mal mehr verdenken. Nur sollte man sie es nicht selbst tun lassen!

Wer wünscht sich das nicht, eigentlich? Einfach mal alles nullen, neu nachdenken, und neu einräumen...

Pregetter Otmar 24.01.2016 | 11:53

Hmhm - ich verfolge ihn auch seit einiger Zeit, aber Elizabeth Warren wäre mir ungleich lieber als 2. und klar bessere, sozialere Kandidatin gewesen.

Ein Spruch lautet: "die USA werden nie einen "Sozialisten" als Präsident wählen, aber vielleicht sind die sozialen Verwerfungen nun doch schon auf einem Niveau angelangt, dass sich dies ausgeht. Ja, es wäre zu hoffen - denn was die GoP so an "Kandidaten" aus ihrem neoliberalen Misthaufen nach oben wirft, lässt für das mächtigste Land des Planeten, nichts gutes erhoffen.

Schaun mer mal.

Columbus 25.01.2016 | 01:15

Tut mir leid, alles auf Null stellen, das ist im letzten Jahrhundert mehrfach versucht worden, Lillies & Blue. Es hat jedes Mal Katastrophen verursacht.

Einmal sogar, war es zum großen Teil gar die Langeweile des Bürgertums, einmal war es die Sehnsucht nach dem großen Aufräumer und weiter fortgeschritten im 20. Jahrhundert, war es die Vorstellung, man könne in Stellvertreterkriegen entweder die Demokratie nach US- Vorbild herbeibomben oder aber, die Herrschaft einer Partei erzwingen. - Grundsätzlich wurde das immer mit viel Blut bezahlt und scheiterte.

Da mag ich doch nicht, mit Blick auf die angeschlagene Demokratie nach EU- und BRD- Modell, eine der anderen Modelle oder den autoritären Staat.

Trump hat nun sinngemäß gesagt, dass er tun und lassen könne, was er wolle, die Leute wählten ihn trotzdem. So fängt es an und es hört damit nicht auf, wenn es wirklich so kommen sollte. - Da redet das Böse, ganz banal, ganz offen, so wie es die heilige Hannah Arendt einst beschrieb.

Die Welt auf Reset stellen, ist weder individuell wirklich möglich, noch politisch. Es ist ein Zerstörertraum. Dazu muss man letztlich bereit sein, unbegrenzt Gewalt anzuwenden.

Warum soll ich denen, die sich das so denken, fantasieren, auch noch einen Berechtigungsausweis ausstellen oder Verständnis heucheln? Nein. Von mir gibt es dafür keine Zustimmung und ich sehe auch keine Berechtigung für diesen Wunsch. Das ist fast schon krank. Ungefähr so, wie der Feuerteufel bei der Feuerwehr, der sich an der eigenen Brandstiftung erfreut, weil er sich dann als Feuerwehrmann ehren lassen möchte.

Gute Woche

Christoph Leusch

Lilies & Blue 26.01.2016 | 16:24

Hey - das war kein ernster Vorschlag, sondern das ist der bittere, wünschende Halb-Humor, der in den Geistern kreist, wenn man sich aller Möglichkeiten beraubt sieht!

So wurde auch der Begriff "Reichskristallnacht" geprägt btw. - vom Bürge, der hilflos den Kopf schüttelte, nicht von den Nazis, die den Begriff dann ernstahft aufnahmen..

Ich bin gerade etwas geschockt, daß du mich für so blöd hältst. Egal. Ich übernehm jetzt die Macht, und dann resette ich dich..

Rüdiger Heescher 27.01.2016 | 18:09

Noam Chomsky vor 2 Stunden auf Facebook:

"I assume that Hillary Clinton will win the Democratic nomination just because of the nature of our electoral system, which is basically now “bought” elections overwhelmingly, and the major funders will probably succeed at putting her across. What Bernie Sanders has achieved is pretty remarkable, but I doubt very much, in our existing system, he can make it beyond the primaries. So I think a fair guess is that Clinton will be nominated.

On the other side, it is probably going to be either Donald Trump or Ted Cruz. In my opinion, Cruz is scarier than Trump. Trump is a kind of wildcard, but Cruz is really dangerous, if he means anything he’s saying."

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