ersiees

Warum nicht mal kurz und mündig?
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RE: Nur aus Zufall draußen | 13.02.2019 | 08:26

Danke für Ihre Darlegungen, Herr Eisenberg.

Zu Wilhelm Genazino habe ich aus meiner Sicht anzufügen: Er war zum einen der großartige, scheinbar unspektakuläre, dabei immens stilbildende Romancier; er war zum anderen aber auch ein sehr intellektueller Autor, der einfühlsamste literaturtheoretische Betrachtungen anzustellen vermochte sowohl zu weltbekannten Schriftstellerkollegen wie etwa Joyce, Proust; besonders aber zu für ihn peinlicherweise noch verkannten Genies wie Italo Svevo. Diese Seite Genazinos ist gut nachzulesen in seinem Bändchen Achtung Baustelle (darin auch sein herzzerreißender Bericht, soziologisch-psychologisch so erhellend über sein Bremer Knastengagement).

Ach ja, und dann noch das Allerwichtigste, wie ich finde: Genazino war zudem Humorist (aus Bitterkeit natürlich), wie schon Kempowski. Darf man das allerdings in Deutschland positiv finden?

RE: Ein „sexistisches Gedicht“? | 16.02.2018 | 14:29

Ggf. ließe sich Eugen Gomringers Gedicht durch das von Rainer Strobelt ersetzen mit dem Titel „frauen“:

frauen / frauen und frauen // frauen / frauen und frauen // frauen / frauen und frauen // frauen und frauen und frauen und / eine frau

Allerdings bestünde die Gefahr, dass das Wörtchen „und“ nun ins Gerede kommt.

RE: Hier irrte MRR | 04.09.2017 | 11:20

Jurek Becker war ein Zeitgenosse, dem Zivilcourage im Blut lag.

In seiner Freundschaft mit Manfred Krug hatte sich die noch verfestigt.

Die beiden als Landsleute (gehabt) zu haben, macht Mut.

RE: Die Tyrannei der Inhalte | 28.01.2015 | 14:48

Ben Okri hat recht. Er hat aber schon schwarzafrikanische Brüder und Schwestern im Geiste, die faszinierende literarische Form bieten. Aktuell ist da etwa der kenianische Autor Binyavanga Wainaina zu nennen mit seinem Erinnerungsbuch Eines Tages werde ich über diesen Ort schreiben . Weiter dazu unter http://www.fixpoetry.com/feuilleton/kritiken/binyavanga-wainaina/eines-tages-werde-ich-ueber-diesen-ort-schreiben

RE: Plötzlich am Meer | 22.08.2014 | 11:15

Zum lyrischen Typ

Eigentlich sei die Rezensentin (Katja Kullmann) ein „prosaischer Typ“, aber bei den Gedichten von Wolfgang Dietrich habe es gefunkt. Ja, das würde wohl manchem so ergehen, derdiedieder sich nicht nur auf die Empfehlungen – löbliche Ausnahme hier - der beinah immer gleich fokussierten, fokussierenden Feuilletons verließe, sondern ihrerseiner eigenen, einzigartigen Nase vertraute. Sollte man nicht etwa z.B. verstärkt Rainer Strobelt und seine minimalistische Lyrik lesen: „farbiger freund: errötet / erbleicht“. Aus den paar Wörtern lassen sich ganze Containerladungen an Welt löschen. Auch an trűben Tagen.