Organraub an Flüchtlingen in Deutschland?

Menschenhandel Der fiktive Psychothriller »Kostbares Blut« skizziert ein dystopisches Szenario: Flüchtlinge werden nach Deutschland verschleppt und für die reiche Oberschicht getötet.
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Was ist ein Menschenleben wert?

Womöglich ließe sich der Organwert eines Menschen auf 1,7 Millionen Euro beziffern. Weltweit sind über 65.3 Millionen Vertriebene auf der Flucht. Warum zählen diese Einzelschicksale weniger, als die Einzelschicksale der Menschen in den reichen Industrienationen?

Wohin driftet unsere Gesellschaft, wenn wir täglich dabei zuschauen, wie zigtausende Menschen im Mittelmeer ertrinken, in Kriegseinsätzen sterben oder vor gesicherten Grenzanlagen erschossen werden?

Und würden wir unsere Sichtweise auf diese Dinge ändern, wenn die nachfolgende Geschichte wahr wäre?

Ein düsteres Szenario im Buch »Kostbares Blut«

Samira gerät über Schleuser in die Hände eines maskierten Hünen, der auf einem abgelegenen Gutshof in einer bestialischen Parallelwelt lebt. Was hat der Maskenmann mit ihr vor? Und warum geraten immer mehr Flüchtlinge in seine Gefangenschaft?
Parallel dazu steht Richard vor einem Scherbenhaufen. Seine Tochter benötigt schnellstmöglich eine passende Spenderniere. Er wittert, dass die Transplantationsklinik in kriminelle Geschäfte verwickelt ist. Ermittlungen im Pharmaumfeld befördern die erschreckende Wahrheit ans Tageslicht. Ein rasanter Wettlauf gegen die Zeit beginnt.

»Kostbares Blut« ist ein spannungsgeladener Thriller über die Machenschaften osteuropäischer Menschenhändler.

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Auszug aud dem Nachwort:

In Deutschland warten 10.000 Menschen auf ein neues Spenderorgan, darunter einige Patienten bis zu 5 Jahre auf eine Niere.1 Firmen wie LifeCrop sammeln fraktioniertes Blut über bezahlte Plasmaspenden, beispielsweise von verarmten US-Amerikanern, um daraus teure Medikamente herzustellen.2

Plasmaspender sind oft existenziell auf die Zahlungen der Pharmakonzerne angewiesen, während sie gesundheitlich unter der regelmäßigen Blutentnahme leiden. In strukturschwachen Regionen der USA gibt es kaum Arbeit oder soziale Sicherungssysteme, hier haben Firmen wie LifeCrop ihr Potenzial erkannt und stellen somit eine wichtige Einkommensquelle für Plasmaspender dar. Mit dem Körper eines Toten können Firmen in den USA mehr als 220.000 Dollar Umsatz machen.3

In den Vereinigten Staaten sterben immer mehr Menschen an pharmazeutisch hergestellten Opioiden wie Fentanyl oder Oxycodon. Gleichzeitig hat sich die Anzahl der Spenderorgane von Menschen, die an einer Überdosis verstorben sind, in den letzten Jahren verzwanzigfacht.4

Laut Untersuchung der kanadischen Regierung existierten in China von 2000 bis 2008 spezielle Entnahmezentren für Organe. Junge Anhänger der Protestbewegung Falun Gong wurden dort unter staatlicher Beteiligung auf Knopfdruck getötet, um die Nachfrage nach Gewebe und Organen zu decken. Der Enthüllungsjournalist Ethan Gutmann schätzte die Opferzahlen auf weit über 65.000 Menschen. Das Angebot richtete sich auch an reiche Ausländer. Bis heute liegen den Vereinten Nationen keine Gegenbeweise vor. Weiterhin bestehen laut Analysen die Vorwürfe, dass westliche Pharmakonzerne und Transplantationszentren den Organraub in China indirekt gefördert hätten.5

Das Geschäft mit menschlichem Gewebe boomt weltweit. Intransparenz und Manipulationen von Wartelistenplätzen führen zu einem allgemeinen Misstrauen. Deshalb ist es wichtig, durch humanere Gesetzgebungen benachteiligten Empfängern die Chance auf ein neues Leben zu ermöglichen. Nur so kann verhindert werden, dass sich eine Zweiklassengesellschaft herausbildet, in der nicht unser Gesundheitszustand, sondern der Geldbeutel des Empfängers über Leben und Tod entscheidet.

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Quellen:

  • 1: Pressemitteilung der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO)
  • 2: Das Geschäft mit dem Blut, arte 2016
  • 3: Tissue Donations: Issues and Options in Oversight, Regulation and Consent (Bericht der Kalifornischen Senatsbehörde für Forschung, vorbereitet für Senator Jackie Speier, April 2003)
  • 4: http://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/opioid-epidemie-usa-mehr-organspenden-von-drogentoten-a-1208219.html
  • 5: https://de.wikipedia.org/wiki/Organraub_an_Falun-Gong-Praktizierenden_in_China
14:48 28.06.2019
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

E. Sawyer

E. Sawyer ist ein deutscher Schriftsteller, der in seinem Debütroman "Kalktown Stories" die Trostlosigkeit ostdeutscher Vorstädte thematisiert.
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E. Sawyer

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