Steht uns der dritte Weltkrieg bevor?

Weltkrieg Anzeichen einer Verknappung fossiler Energieträger und deren Auswirkungen auf die globale Weltpolitik. Ist der dritte Weltkrieg unausweichlich?
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Glaubt man den Massenmedien, befindet sich die Welt in einem Dauerzustand aus eskalierender Gewalt, die schon fast apokalyptische Ausmaße annimmt. Bruchstückchenhaft werden dem Zuschauer jeden Abend erneut Krisen, Kriege und Seuchen als Häppchen vorgeworfen. Und bei immer mehr Menschen setzt sich eine unterschwellige Angst durch, die bei Einigen zur völligen Ignoranz gegenüber Politik, Wirtschaft und Medien führt. Bei genauerer Betrachtung fällt jedoch auf, dass sich fossile Energieträger wie ein roter Faden durch die Krisenherde der Welt schlängeln. Ist die Verknappung von Erdöl und Erdgas bereits im vollen Gange?

Die Ukraine-Krise hat unlängst gezeigt, dass es um die geostrategischen Interessen verschiedener Wirtschaftsräume geht. Als wichtiges Transitland für Erdgas, wird die Ukraine momentan in zwei Einflussgebiete zerlegt. Doch auch hier spielen Energiekonzerne eine entscheidende Rolle. Russland verfügt aufgrund seiner gewaltigen Ausdehnung über viele unerschlossene Erdöl- und Erdgasfelder, die sich noch immer konventionell ausbeuten lassen. Die westlichen Sanktionen gegenüber Russland zielen darauf ab, den Rubel abzuwerten und den Technologietransfer zu unterbinden.

Putin etablierte 2006 die Spimex, eine Rohstoffbörse in St. Petersburg, die Fremdwährungen für den Erdöl- und Erdgashandel vorsah. In Kombination mit der Verstaatlichung russischer Energiekonzerne ist daraus ein Feindbild der Dollarhegemonie entstanden. Denn bisher war der Handel mit Öl ausschließlich dem Dollar vorbehalten. Staatschefs, die sich dieser Hegemonie in der Vergangenheit wiedersetzten, wurden gestürzt. Hinzu kommt die Unterbindung des Technologietransfers durch westliche Sanktionen. Zuvor begonnene Projekte zwischen Exxon Mobil (westlicher Privatkonzern) und Rosneft (russischer Staatskonzern) wurden bereits auf Eis gelegt. Dieses Vorgehen dient in erster Linie dazu, dem russischen Staat keine Möglichkeiten zu geben, landeseigene Energieressourcen durch unkonventionelle Fördertechnologien wie Fracking auszubeuten. Es lässt sich also erkennen, dass es einen direkten Kampf zwischen Kapital (Exxon Mobile) und russischer Staatsmacht (Rosneft) gibt. Ein weiteres Beispiel für diesen Kampf zeigt der russische Unternehmer Chodorkowski, der wegen Betrugs verhaftet und Jahre später wieder freigelassen wurde. Damals verlautete es von Chodorkowski, dass er dazu in der Lage gewesen sei, sich Wählerstimmen zu kaufen. Obwohl der Fall sehr umstritten ist, können Chodorkowski und der ukrainische Staatspräsident Poroschenko als Marionetten des westlichen Finanzsystems angesehen werden.

Auch im Nahen Osten kämpfen Interessengruppen um die Kontrolle von Energieressourcen. Dabei spielt es kaum eine Rolle, um welche terroristischen Vereinigungen es sich im Detail handelt. Viel wichtiger ist das Verständnis für die globale Abhängigkeit von Erdöl und Erdgas in nahezu allen Lebensbereichen. Aktuelle Zahlen belegen, dass die Menschheit mehr fossile Energieträger benötigt, als derzeit zur Verfügung stehen. Das globale Fördermaximum soll bereits vor Jahren überschritten worden sein. Kriege in Nahost und Libyen, Aufstände in der Ukraine und in Venezuela, können allesamt als Folgen der Verknappung angesehen werden. Unkonventionelle Fördertechnologien wie Fracking, Bohrinseln in der Tiefsee und Ölsande zögern den vollständigen Kollaps des Wirtschaftssystems nur geringfügig heraus und führen zu Spekulationsblasen, die schon bald zu platzen drohen. Der niedrig gehaltene Ölpreis ist kein Indiz für die langfristige Verfügbarkeit dieses Rohstoffs, sondern stellt viel mehr ein manipuliertes Preisgefüge dar, um die Abläufe des Wirtschaftssystems, das ausschließlich auf Wachstum basiert, aufrechtzuerhalten. Die ungebremste Nachfrage nach fossilen Energieträgern führt zu vorprogrammierten Konflikten zwischen den Großmächten. Da auch in Asien viele aufstrebende Nationen das westliche Wirtschaftssystem als Wohlstandsmodell ansehen, wird sich dieser Trend auch zukünftig fortsetzen. Der Inselstreit zwischen Japan und China ist ebenfalls eine Folge der sich zuspitzenden Energie- und Ressourcenkrise, da es neben Energieträgern auch um erschließbare Nahrungsquellen geht.

Unbeachtet nebenbei steigen die Schuldenberge rasant an, die sich als Negativabdruck eines überhöhten Ressourcenverbrauchs darstellen lassen und ganze Volkswirtschaften in die Abhängigkeit von Geldgebern drängen. Problematisch hierbei ist auch, dass kein Schuldenschnitt in Zukunft zur Wiederherstellung der ursprünglichen Rohstoffvorkommen beitragen wird. Stattdessen hängt unsere gesamte Infrastruktur lethargisch gefesselt am Zapfhahn der Mineralölkonzerne und Energieriesen fest. Ein Leben im Wohlstand ist derzeit ohne Erdöl und Erdgas kaum vorstellbar. Allein die Nahrungsmittelversorgung der Bevölkerung würde bei einem drohenden Engpass schnell zum Erliegen kommen.

Abhilfe kann nur ein konsequenter Ausbau von erneuerbaren Energieträgern schaffen. Ebenfalls sinnvoll erscheint eine dezentrale Nahrungsmittel- und Energieversorgung. Als positives Beispiel sind hierbei die Erben der Familie Rockefeller anzuführen, die vor kurzem verkündet haben, ihr Eigenkapital aus klimaschädlichen Projekten abzuziehen, um es in regenerative Energien umzuleiten. Dass dieser Schritt jedoch vom Großteil der Energielobby behindert wird, führt zu einer Verzögerung in Richtung Nachhaltigkeit. Stattdessen werden Anstrengungen im Bereich der Rüstungsindustrie unternommen und Waffen in instabile Regionen verschifft, die zu einer noch größeren Eskalation der Gewalt führen. Viele Anzeichen deuten bereits jetzt darauf hin, dass ein dritter Weltkrieg eine unausweichliche Möglichkeit darstellt, um die verbleibenden Ressourcen unter den Nationen aufzuteilen. Leider lebt unsere Wirtschaft von solchen Reinigungskriegen, denn nach der Zerstörung und dem Verbrauch von Rüstungsgütern, wird die Wirtschaft durch den Wiederaufbau angekurbelt. Ein Teufelskreis mit verheerenden Folgen für die Menschen in den betroffenen Regionen.

Wie ein solches Szenario (Stichwort: III. Weltkrieg) fiktiv aussehen könnte und welche Lösungsansätze sich für die vielen Probleme (Stichwort: Abhängigkeit) finden lassen, wird in dem Roman „Kalktown Stories“ anschaulich und mit sehr viel Spannung skizziert. Darin wird auch die aktuelle Ebola-Epidemie als Interventionsgrund für ölreiche Gebiete Westafrikas thematisiert und deren möglicher Ursprung aufgezeigt, wodurch die wahren Zusammenhänge des aktuellen Weltgeschehens sichtbar werden.

Quellennachweis:

http://www.faz.net/aktuell/finanzen/krisenregion-osteuropa/rohstoffboerse-spimex-russland-will-sein-erdoel-in-rubel-handeln-1815925.html

http://www.handelsblatt.com/unternehmen/industrie/russland-sanktionen-exxon-mobil-stoppt-kooperation-mit-rosneft/10768254.html

http://de.wikipedia.org/wiki/Michail_Borissowitsch_Chodorkowski

http://de.wikipedia.org/wiki/Petro_Poroschenkohttp://www.cenit-del-petroleo.com/wp-content/uploads/2008/06/oil-producing-countries-past-peak-oct-2007.png

http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/fossile-energietraeger-rockefellers-verabschieden-sich-vom-oel-1.2140678

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17:28 21.10.2014
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

E. Sawyer

E. Sawyer ist ein deutscher Schriftsteller, der in seinem Debütroman "Kalktown Stories" die Trostlosigkeit ostdeutscher Vorstädte thematisiert.
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E. Sawyer

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