Guttenberg: Kleine Entschuldigung und große Heuchelei

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Roland Koch hat es vorgemacht, Guttenberg macht es in seiner Erklärung vom Freitag Vormittag nach: Ein Täuschungsversuch wird als "Fehler" verharmlost.

Von Fehlern kann keine Rede sein, wenn man sich das mittlerweile aufgedeckte Maß an abgeschriebenen Passagen in der Doktorarbeit anschaut. Wenn man dem Verteidigungsminister zutraut, geistig gesund und durchschnittlich intelligent zu sein, lassen sich die 80 Stellen nur als Ergebnis planmäßigen Vorgehens werten.

Peinlich ist auch der Versuch Guttenbergs, sich in die Position des Märtyrers zu stellen. In "mühevoller Kleinstarbeit" habe er seine Dissertation angefertigt, neben seinen Verpflichtungen für Familie und Politik. Statt ihm pflichtgemäß zu danken, - so suggeriert er, ohne es direkt auszusprechen - fielen nun alle über ihn her.

Sein Rettungsversuch, den Doktortitel vorübergehend abzulegen, ist lachhaft. Diese Möglichkeit besteht nämlich nicht. Jemand ist Doktor oder er ist es nicht, etwas anderes sehen Promotionsordnungen nicht vor.

Vermutlich hat sich der Minister mit seinem Auftritt mehr geschadet als geholfen. Es wird spannend sein zu beobachten, wann die ersten "Parteifreunde" öffentlich von ihm abrücken.

12:50 18.02.2011
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Geschrieben von

Faber

"Jedes Wort ist ein Vorurteil" - Nietzsche
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