Egoismus in Krisenzeiten

Coronavirus: Viele Menschen ignorieren bewusst die Präventionsempfehlungen der Deutschen Bundesregierung und riskieren damit die Gesundheit der Gesamtbevölkerung
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Alles begann Ende Dezember 2019 in der chinesischen Hauptstadt Wuhan der Provinz Hubei, wo erstmals laborbestätigte Infektionsfälle des sogenannten „Coronavirus Disease 2019 (COVID-2019)“ umgangssprachlich auch als „SARS-Coronavirus 2“ oder nur als „Coronavirus“ bekannt, auftraten.

Dabei gab es bereits im Jahr 2002 ein schweres akutes Atemwegssyndrom (SARS), dass mit dem Coronaviridae assoziiert wird, welches nicht ganz mit hundertprozentiger Sicherheit auf einen Bauer der chinesischen Stadt Foshan in der Provinz Guangdong als „Indexpatienten“ hervorging, dessen Krankheitsverlauf von den örtlichen Ärzten als „atypische Lungenentzündung“ klassifiziert wurde. Schon damals forderte die SARS-Pandemie in Asien mehr als 755. Todesopfer, außerhalb 45.

Krankheitsbild

Im Grundsatz nimmt die wissenschaftliche Virologie an, dass das aktuelle „SARS-Coronavirus 2“ zoonotischen Ursprungs ist, also sich der Erstinfizierte von einem Tier angesteckt hat. Schuld daran ist wahrscheinlich eine Fledermausart namens „Hufeisennasen, Rhinolophus“ die als anfänglicher Virus-Wirt fungiert hat.

Laut des „Europäischen Zentrums für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC)“ mit Sitz im schwedischen Solna, wird das „SARS-Coronavirus 2“ durch Tröpfcheninfektion und kontaminierte Gegenstände („Fomite“) übertragen. Eine aerogene Übertragung, also über die Luft, konnte bisher nicht nachgewiesen, aber auch nicht gänzlich ausgeschlossen werden.

Krankheitsgefährdung

Der deutsche Virologe Christian Drosten von der Berliner Charité berichtete gegenüber dem Schweizer Nachrichtenportal: „Watson“, dass das „SARS-Coronavirus 2“ auch bei jüngeren Menschen zu schweren medizinischen Verläufen und Todesfällen führen kann.

Eine amerikanische Studie des Center for Disease Control (CDC) bestätigt dies. Von 4.226 Infizierten mussten 508. aufgrund des Schweregrads ins Krankenhaus eingeliefert werden. 20. Prozent der Patienten waren zwischen 20. und 44. Jahre alt, 18. Prozent zwischen 45. und 55. Von den schwer Betroffenen mussten 121. auf einer Intensivstation behandelt werden, 12. Prozent davon waren junge Menschen zwischen 20. bis 44. Jahren. Ein Prozent der 20- bis 44-Jährigen starben an den Folgen von „COVID-2019“.

Explizit bedroht für schwere Krankheitsverläufe sind ältere Menschen, Menschen mit Immunschwäche, Menschen mit Vorerkrankungen (zum Beispiel Herz-Kreislauf oder auch Diabetes) sowie Menschen die Rauchen.

Krankheitssymptome

Als Inkubationszeit, also die Zeit von der Ansteckung bis zum Beginn der Erkrankung, beträgt nach dem Robert Koch-Institut 5. bis 6. Tage, maximal 14. Tage.

Die Symptome von „Corona“ sind weitestgehend unspezifisch. Mögliches Fieber, trockener Husten, Kurzatmigkeit sowie der kurzzeitige manchmal vollständige Verlust von Geruchs- und Geschmackssinn wurden als bisher häufigstes medizinisches Indiz gewertet.

Allerdings sei eine Infektion auch mit fast milden Symptomen möglich, dies ergab eine Untersuchung im Rahmen eines Screening-Prozesses von Rückkehrern aus der Volksrepublik China von Dr. Sebastian Hoehl sowie Prof. Sandra Ciesek der Infektiologie des Universitätsklinikums Frankfurt und des Instituts für Virologie der Philipps-Universität Marburg.

Ein Arzt des „Ospedale Vito Fazzi“ aus dem süditalienischen Lecce in der Region Apulien erklärte gegenüber dem Nachrichtenportal: „LECCENEWS24“, das 60. Prozent seiner Patienten die auf „COVID-2019“ positiv getestet wurden, asymptomatisch sind, aber gerade von „Solchen“ ein erhöhtes Ansteckungsrisiko ausgeht, da diese sich häufig der Gefahr nicht bewusst sind und Andere damit unbewusst anstecken.

Krankheitsverlauf

Das „Deutsche Ärzteblatt“ beschreibt den „SARS-Coronavirus 2“ als Erkrankung bzw. Infektion der Atemwege mit den Leitsymptomen Fieber und Husten.

Zu einer intensivmedizinischen Betreuung führen vor allem Atemnot mit einer erhöhten Atemfrequenz und Sauerstoffmangel im Blut. Radiologisch könnten bei entsprechenden Fällen oft bereits Entzündungszellen im Lungengewebe festgestellt werden.

Die Konsequenz könnte nachfolgend ein akutes Lungenversagen (ARDS) oder eher seltener, eine bakterielle Koinfektion mit septischem Schock die Folge sein. Weitere Komplikationen seien Rhythmusstörungen, eine myokardiale Schädigung sowie das Auftreten eines akuten Nierenversagens.

Empfehlungen zur Prävention

Auch wenn viele infizierte Menschen milde Symptome zeigen, sind schwere Krankheitsverläufe für Risikogruppen eindeutig erhöht.

Signifikante antivirale Therapien gegen das „SARS-Coronavirus 2“ gibt es derzeit noch nicht, geschweige denn einen Impfstoff.

Aus diesem Grund empfiehlt das Robert Koch-Institut regelmäßiges Händewaschen mit Seife bzw. das Händewaschen mit Seife nach jedem Kontakt zu Oberflächen die außerhalb des eigenen Zuhauses berührt wurden, sich nicht mit den Händen ins Auge oder in die Nase zu fassen, in die Armbeuge zu niesen und zu husten, mit ungewaschenen Händen nicht andere Personen zu berühren (auch keine Angehörigen oder vertrauten Personen) sowie genügend Abstand zum „Vordermann“ zu halten.

Bei eindeutigen grippeähnlichen Symptomen, insbesondere mit Atemproblemen sollte die Nummer: „116117“ der „Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KdöR)“ kontaktiert werden. Das persönliche Aufsuchen des Hausarztes wäre in einem solchen Fall kontraproduktiv. In akuten Notfällen kann selbstverständlich der Rettungsdienst unter der Nummer: „112“ verständigt werden.

Auswirkungen von Einschränkungen der Bundesregierung

Seit die Deutsche Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel (CDU) am 18. März 2020 in ihrer „TV-Ansprache zur Nation“ erklärte, dass aufgrund des „Coronaviruses“ weitreichende Restriktionen beschloßen wurden, herrscht in Deutschland - Ausnahmezustand.

Die Menschen „hamstern“ in Deutschland neben Klopapier und Pasta zahlreiche Andere für das alltägliche Leben scheinbar „lebenswichtige“ Konsumartikel, obwohl es dazu eigentlich keinen Grund gibt.

Schon die „Chefs“ der größten deutschen Supermärkte wie „Lidl“, „Rewe“ sowie „Aldi“ erklärten in einer Videokonferenz mit der „Bild-Zeitung“, dass es mittelfristig überhaupt kein Problem sei, die Warenversorgung in Deutschland sicherzustellen. Ein paar Tage Rückstand müssten allerdings in Kauf genommen werden.

Dennoch ist die Infrastruktur der gesellschaftlichen Versorgung, mit Ausnahme kurzer logistischer Engpässe, auch für die Zukunft zu 100. Prozent gesichert, wie die Deutsche Bundesregierung verlauten lässt.

Rücksichtslosigkeit und verantwortungsloses Verhalten

Trotz den ursprünglich „gut gemeinten Ratschlägen“ der Deutschen Bundesregierung, haben sich viele Menschen nicht daran gehalten, ihr alltägliches Verhalten an die angespannten Verhältnisse in Zeiten der „Corona-Krise“ anzupassen.

Die Denkweise: „mir persönlich wird schon nichts passieren“ hat sich offensichtlich gesellschaftlich soweit manifestiert, sodass alle Experten und führenden Politiker mehrstimmig entschieden haben, diese Situation der teils illusorisch homogenen Ignoranz nicht mehr zu akzeptieren.

Nachdem „Mitterteich“ als erste Stadt in „Bayern“ eine „Ausgangssperre“ wegen drastisch erhöhter Infektionszahlen verhängt hat, zieht nun das gesamte Bundesland „Bayern“ als auch das „Saarland“, nach und veranlasste eine zum 21. März 2020 gültige „Allgemeinverfügung“, die zunächst für 2. Wochen das öffentliche Leben weitestgehend „herunterfährt“. So ist jetzt der „Ausgang“ der bayerischen Bevölkerung nur noch unter Ausnahmeregelungen und Androhung von Ordnungsstrafen, Geldstrafen und sogar Freiheitsstrafen bis zu 5. Jahren gemäß des deutschen Infektionsgesetzes (IfSG) erlaubt.

Fazit

Kein Wunder, denn alle Menschen die trotz den ausdrücklichen „Empfehlungen“ der Bundesregierung weiterhin ganz gemütlich ihren Kaffee in der Öffentlichkeit getrunken haben oder mit ihren Kindern auf den Spielplätzen unterwegs waren, bekommen jetzt die „Quittung“ für ihr zentrovertiertes Verhalten!

Fabian A. Dönges | Politik // Wirtschaft // Musik // Kultur.

00:06 21.03.2020
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