fahrwax
13.04.2013 | 12:29 46

Der BND und die Bombenleger

Tatort Europa Geschredderte Akten, verlorengegangene Beweismittel, entlassene Polizeidirektoren und ein Untersuchungsausschuss Wem käme das nicht bekannt vor? Faschismus live……

Ein Blog-Beitrag von Freitag-Community-Mitglied fahrwax

Der BND und die Bombenleger

seanmasn // Flickr (cc)

Der bevorstehend NSU Prozess hat einen Vorläufer in Luxemburg, mit deutlichen Bezügen nach Deutschland. Die Luxemburger Presse ist wach, obwohl es im „Ländchen“ nicht um Morde, sondern „nur“ um Bombenanschläge geht, in den deutschen Medien herrscht eine beklemmende Stille zum Thema.

Bereits 1985 verhörten Luxemburger Ermittler einen Rechtsradikalen im Zusammenhang mit einer Lieferung von Sprengstoff und Munition, die offenbar im Jahr 1983 über einen Kurier aus Luxemburg nach Belgien gelangt war. Empfänger war der WNP, eine militante Gruppe von Neonazis deren Kern aus einem Mordkommando bestand. Zwei Mitglieder des WNP waren wegen eines Doppelmordes im Februar 1982 verurteilt worden. Nach den damaligen Erkenntnissen der Ermittler handelte es sich bei dem besagten Doppelmord um ein „Planspiel“, bei dem das unschuldige Paar zwei KGB-Agenten darstellen sollte.

Bereits in einem Bericht aus dem Jahr 1990 beschäftigt sich G. M., der Leiter der Abteilung für Organisierte Kriminalität der belgischen Polizei mit dem WNP und kommt zum Schluss, dass es sich um einen Sateliten des geheimen NATO-Netzwerkes „Stay Behind“ gehandelt haben muss

Fast 30 Jahre nach einer spektakulären Serie von Bombenanschlägen begann nun am 25. Februar vor der Kriminalkammer des Landes Luxemburg der Versuch einer Aufklärung. Der hier aufgerollte Krimi enthält viele unglaublich Versatzstücke. Sie sind jedoch nicht der Fantasie eines Filmregisseurs entsprungen.

Den neuesten Höhepunkt im Prozess bilden nun die Aussagen eines Duisburger Historiker und ehemaligen Angestellten der Bundestagsverwaltung Andreas Kramer . Unter Eid stehend, machte er brisante Aussagen vor diesem Luxemburger Gericht.

Am Mittwoch und am Donnerstag sagte er aus, sein Ende 2012 verstorbener Vater habe in Luxemburg 18 Sprengstoff-Anschläge organisiert, Dieser, ein Ex Bundeswehr Hauptmann, habe für den Bundesnachrichtendienst (BND) gearbeitet und sei Leiter der Deutschen Untergrundarmee der NATO (»stay-behind«) gewesen.

Sein Vater sei auch für die Attentate auf das Münchner Oktoberfest und den Bahnhof von Bologna (beide 1980) verantwortlich gewesen.

Das Luxemburger Gericht versuchte an beiden Verhandlungstagen sich ein Bild von der Glaubwürdigkeit des Zeugen zu machen. Die Staatsanwaltschaft wird die Gespräche mit Andreas Kramer fortsetzen, 3 zusätzliche Kriminalbeamte erden damit betraut.

Zum Prozess geladen sind 90 Zeugen, darunter auch Premier Jean-Claude Juncker und sein Vorgänger Jacques Santer. Junker war bereits im Januar ausgiebig von einem Untersuchungsausschuss des Parlamentes zu Teilaspekten der Affäre befragt worden.

Die Bombenlegeraffäre (luxemburgisch: Affär Bommeleeër) bezeichnet eine von mehreren Tätern verübte Serie von Bombenanschlägen auf Infrastruktureinrichtungen und öffentliche Gebäude im Großherzogtum Luxemburg zwischen Mai 1984 und April 1986.

Die Bommeleeër-Taten hielten in den 80er Jahren ganz Luxemburg in Atem. Die Serie umfasst 24 Sprengstoffanschläge von 1984 bis 1986, das Gericht befasst sich nun mit 20 Taten.

Gesprengt worden waren viele Einrichtungen der Luxemburger Infrastruktur, aber auch öffentliche Gebäude waren angegriffen worden. Eine Bombe war am 2. Dezember 1985 dem Treffen der Europäischen Staats- und Regierungschefs gewidmet. Zwei Anschläge auf die Wohnung eines Notars und die Wohnung eines kurz zuvor pensionierten Kommandanten der Gendarmerie bildeten damals den Abschluss dieser Serie.

Auffällig war der Aspekt, dass die Täter über Informationen von Eingeweihten zu den Zielobjekten verfügten und dem Vorgehen der untersuchenden Polizei, der Gendarmerie und des Geheimdienstes immer voraus waren.

Beschuldigt werden nun zwei ehemalige Mitglieder der Brigade Mobile de la Gendarmerie (BMG), die ehemalige mobile Einsatzgruppe der luxemburger Gendarmerie Grand-Ducale.

Von den späten 1960er bis in die 1980er-Jahre erschütterte Europa eine Welle brutaler Terroranschläge, darunter auch das Oktoberfestattentat 1980 in München. Hunderte unschuldiger Zivilisten starben. Damals glaubte man, diese Anschläge seien das Werk von Extremisten, doch 40 Jahre später scheint es, als stecke eine andere, noch beunruhigendere Geschichte dahinter: Eine paramilitärische Geheimorganisation der NATO mit dem Decknamen 'Gladio' soll der Auslöser der Anschläge gewesen sein. Mit dem Projekt 'Strategie der Spannung' wollte man einen politischen Linksruck Europas verhindern.

Zum Thema eine filmische Dokumentation:

Die Chronologie der Luxemburger Anschläge:

http://www.wort.lu/de/view/chronologie-der-anschlaege-4f61b12ae4b0860580a9b74e

Weitere Quellen:

http://news.rtl.lu/medien/journal/210009.html

http://de.wikipedia.org/wiki/Bombenlegeraff%C3%A4re

http://operation-gladio.net/de/strategie-der-spannung-der-internationale-kontext-der-bommelee%C3%ABr-aff%C3%A4re-l%C3%ABtzebuerger-journal-april

http://news.rtl.lu/medien/journal/210009.html

http://www.jungewelt.de/2013/04-12/057.php

„Wenn die Regierungen mitungenügender Schlagkraftreagieren“

„Es kann vorkommen, dass die Regie-rungen der Gastländer gegenüber demKommunismus oder der kommunistischinspirierten Unterwanderung Passivitätoder Unentschlossenheit zeigen undgemäß den Einschätzungen der US-Geheimdienste mit ungenügenderSchlagkraft reagieren. Meist entstehensolche Situationen, wenn die ‚Aufständi-schen‘ zeitweilig auf Gewalt verzichtenund sich somit einen Vorteil zu verschaf-fen hoffen, da sich die Führungskräftedes Gastlandes in falscher Sicherheitwähnen. In solchen Fällen sollten demUS-Militärgeheimdienst alle Mittel zurVerfügung stehen, gezielte Operationenzu starten, die sowohl die Regierungender Gastländer als auch die Öffentlich-keit von der Gefahr einer Rebellion undder Notwendigkeit eines Gegenangriffsüberzeugen.“

Deutsche Übersetzung eines Teils vonPunkt 11 des 4. Kapitels der „NoteWestmoreland“, der den „Agenten für Spezialeinsätze“ gewidmet ist

Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.

Kommentare (46)

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Ehemaliger Nutzer 13.04.2013 | 13:18

lieber fahrwax, vielen dank für deine parallel-verweise von ergeignissen - ich finde diese sehr erhellend, da ja die immer wieder praktizierten methoden in der geschichte eigentlich offensichtlich sind - erstaunlich ist eher, wie wenig "geschichtsbewusstsein" und erinnerungsvermögen allgemein vorhanden ist - sonst würden diese ja nicht funktionieren, denn die kreativität innovativer lügen ist zwar vorhanden - aber doch eher selten - und wie immer kann noch auf die karte gesetzt werden: "glaube-liebe-hoffnung" und das dies so bleibt wird bestens von den eliten aller couleur organisiert ... leider auch erfolgreich ... naja ...

grüsse

fahrwax 13.04.2013 | 13:33

Die Taktik der "Rechtverfolgung" ist von beschämender Technik:

in Luxemburg wurde die "Omerta" gebrochen, weil RTL Tele Luxemburg vor einigen Jahren Dokumentationen zu jedem einzelnen Anschlag an den Tagen ihrer Verübung sendete.

Erst als alle Möglichkeiten der Vertuschung ausgeschlossen waren, begann der Prozes. Nun sollen Bauernpfer als Täter vorgeführt werden, das wird nicht klappen, wenn die Öffentlichkeit eine aktive bleibt. Den Possenreißern muss pausenlos auf die schmutzigen Finger geschaut werden.

Dreizehn 13.04.2013 | 13:42

Sehr wundersam, was in Deutschland geschieht. Für die RAF wurden damals Hochsicherheitstrakte gebaut? Waren das denn zehn Morde bei denen? Aber alles Deutsche? Da kommt man ins Grübeln. Die NSU hat man jahrelang in aller Ruhe arbeiten lassen, oder? Klar daß man da nichts an die große Glocke hängen will. Sind wir mal neugierig auf den Prozeß.

fahrwax 13.04.2013 | 15:51

So, die Kauerei war aber nun mal herrlich, hat geschmeckt.

An dem neuronalen kauen auch die Gesinnungstäter der heutigen Demo in München:

"Die Organisatoren der von Ex-Grünen-Stadtrat Siegfried Benker angemeldeten Demonstration gehen aber in der Geschichte des Rechtsterrorismus noch weiter zurück und verlangen auch neue Ermittlungen zur Aufklärung des Attentats auf das Münchner Oktoberfest 1980, bei dem 13 Menschen starben.

Diesen Forderungen haben sich mitgliederstarke Organisationen und ein breites politisches Spektrum angeschlossen. So etwa die ver.di-Jugend Bund, die Föderation demokratischer Arbeitervereine aus der Türkei (DIDF), der Ausländerbeirat München und der Bayerische Flüchtlingsrat, über 30 Antifa-Gruppen aus mehreren Städten, ­ATTAC Deutschland und der bayerische Landesverband der Partei Die Linke sowie verschiedene Ortsgruppen der Jusos und der Grünen Jugend, der Deutschen Kommunistischen Partei (DKP) und der Sozialistischen Deutschen Arbeiterjugend (SDAJ). Eine weitere Kundgebung soll am ersten Verhandlungstag in der Nähe des Gerichts stattfinden."

http://www.jungewelt.de/2013/04-13/052.php

gelse 14.04.2013 | 09:52

>>...ver.di-Jugend Bund, die Föderation demokratischer Arbeitervereine aus der Türkei (DIDF), der Ausländerbeirat München und der Bayerische Flüchtlingsrat, über 30 Antifa-Gruppen aus mehreren Städten, ­ATTAC Deutschland und der bayerische Landesverband der Partei Die Linke sowie verschiedene Ortsgruppen der Jusos und der Grünen Jugend, der Deutschen Kommunistischen Partei (DKP) und der Sozialistischen Deutschen Arbeiterjugend (SDAJ)...<<

Da spricht der Verfassungsschützer:
"Also alle Staatsfeinde, die wir schon oder bald auf dem Radar haben. Dass die unsere bombensichere Demokratie in den Schmutz ziehen wundert uns nicht."

fahrwax 14.04.2013 | 10:13

Hallo GELSE, deine Antwort verstehe ich nicht wirklich - kann sie nur vor dem Hintergrund deiner sonstigen (von mir geschätzten) Aussagen halbwegs zuordnen.

Es wird allerhöchste Zeit, das die Staatafeinde sich zusammen rotten und diesem verlogenen Bandenunwesen endlich wirklichen Widerstand entgegen setzen. Nichts hat hier eine Ordnung, nichts ist in einem menschlichen Sinne geregelt, die blanke Dummheit - in Form von machtgeiler Gier regiert. Allerdings funktioniert auch immer weniger, die scheinbar gewaltigen Institutionen erschöpfen sich in der Pose ihrer Macht, hinter den pompösen Fassaden steckt der Modergeruch - das Lügengebäude fault am eigenen Gift.

Hans Springstein 15.04.2013 | 20:52

Danke, dass Du auf das Thema aufmerksam machst. Ich wollte es grad tun, weil ich nicht eher dazu kam, aber da fand ich Deinen Text. Es ist schon erstaunlich, dass die deutschen Mainstream-Medien sich (noch) nicht dafür interessieren, wo doch die junge Welt auch nur wiedergibt, was längst in Luxemburger und Schweizer medien zu lesen ist. Aber wenn der Spiegel dann das Thema entdeckt und wenn es nur zum Zerreißen ist, da springen alle wieder auf.

fahrwax 15.04.2013 | 21:16

Es ist schon sehr verdächtig, hier ist fast nichts zu vernehmen.

Das es in Luxemburg zum Prozess kam, hat viel mit RTL Tele Lux zu tun. Nach einer Serie von Berichten, immer zum Datum stattgefundener Anschläge, zu den vielen Ungereimtheiten im Umfeld der Taten, war er nicht mehr zu verhindern.

Aber mein Eindruck ist, das keine wirklich Verantwortlichen angeklagt wurden. Mir scheint die Vertuschung mit prozessualen Mitteln fortgesetzt zu werden.

Darüber ist neulich einer der Verteidiger schier ausgeflippt, aber immerhin berichtet die Lux Presse fortlaufen und viele Details.

Ich habe Luxemburg fast vor der Haustür und hatte nichts davon gehört bis ich in der Jungen Welt davon las.

Hans Springstein 15.04.2013 | 22:52

Da gibt es noch ein anderes Beispiel, in dem die Zutaten Terror, BND, und scheinbares Mediendesinteresse eine Rolle spielen: "Es ist eine ungeheuerliche These: Mit Wissen und Billigung des Bundesnachrichtendienstes sollen in Frankreich Ende der 50er Jahre Hunderte Menschen getötet worden sein. Die französische Presse läuft heiß, während in Deutschland nichts davon zu lesen ist. Warum eigentlich?" Das fand ich in der Online-Ausgabe von Cicero im Februar 2013. Anlass für den Beitrag gab eine kleine Sequenz in einer arte-Doku über 50 Jahre Elysee-Vertrag. Telepolis griff es auf, aber sonst ist auch bei dem Thema eher Ebbe in den bundesdeutschen Medien. Eine Anfrage der Linksfraktion im Bundestag ergab nur schwammige Antworten aus dem Kanzleramt.

Was für mich zusammenpassen könnte daran, dass der BND eventuell Neofaschisten deckte und benutzte und seinen französischen Kollegen in den 50er Jahren Anschlagspläne nicht verriet, ist die Herkunft vieler aus der "Gründergeneration" des Geheimdienstes, der vom Nazioffizier Reinhard Gehlen aufgebaut wurde und viele Nazis in Dienst nahm, die sicher nicht nur ihren alten Antikommunismus pflegten, der sie für die USA so nützlich machte (siehe auch "stay behind"), sondern auch alte Feindschaften wie gegen Frankreich. "Gegen Freund und Feind" heißt eine entsprechende Doku über Gehlen und den BND.

Und solche Informationen widersprechen der Legende der BND sei nur zum Sammeln von Nachrichten da und das auch nur im Ausland tätig. Das macht anscheinend nur einen Teil seiner Arbeit aus, was auch wieder nicht verwunderlich ist.

Hans Springstein 15.04.2013 | 23:08

Helmut Schmidt sagte übrigens 2007 im Interview mit der Zeit u.a. Folgendes zum Abschluss:
"ZEIT: Gab es denn eine besondere Form des Terrorismus in Deutschland durch Baader, Meinhof und die anderen?

Schmidt: Ich habe den Verdacht, dass sich alle Terrorismen, egal, ob die deutsche RAF, die italienischen Brigate Rosse, die Franzosen, Iren, Spanier oder Araber, in ihrer Menschenverachtung wenig nehmen. Sie werden übertroffen von bestimmten Formen von Staatsterrorismus.

ZEIT: Ist das Ihr Ernst? Wen meinen Sie?

Schmidt: Belassen wir es dabei. Aber ich meine wirklich, was ich sage."

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Ehemaliger Nutzer 16.04.2013 | 14:47

lieber fahrwax, ich weiss nicht, wie du das machst (oder andere) ...

für mich gibt es themen, die mich eh schon lange interessieren ... und dann andere (für mich neue??), von denen ich wenig ahnung habe - jedoch ein interesse daran, durch die beschäftigung mit ihnen meinen horizont zu erweitern ... und manchmal wird mir die informationsflut zu viel ... sie erschlägt mich und ich beschränke mich dann wieder auf meine "stammthemen", um diese zu vertiefen

>>> also kurz: bei themen in die tiefe gehen ODER die themenvielfalt an der oberfläche >>> für mich immer wieder eine schwierige entscheidung >>> eine frage der prioritäten + der zeit >>> andererseits hängt ja vieles miteinander zusammen und ist durch diese zusammenhänge erhellend

hier noch ein link:

http://www.heise.de/tp/artikel/38/38930/1.html

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Ehemaliger Nutzer 16.04.2013 | 17:23

hier noch was ... hat zwar mit der nsu zu tun ... aber wie schon gesagt ... vieles hängt miteinander zusammen ... und wir sollten dies im zusammenhang sehen:

Was bisher noch nirgendwo thematisiert wurde (in Ansätzen von Herrn Wendt angesprochen : Polizei arbeitet nach Vorgaben der Politik) :

Nach der Maueröffnung sah man sich auf einmal Millionen Bürgern gegenüber, die im "Kommunismus" sozialisiert wurden, also potentielle "Klassenfeinde" waren......
Es gab ja eine kurze Phase einer neuen DDR- Regierung (18.3.1990 bis zum 02.12.1990), in der die Weichen für die Wiedervereinigung gestellt wurden.

Diese Phase wurde koordiniert von Schäuble, der in der Zeit Bundesinnenminister war, die DDR- Regierung wurde von einer "Allianz für Deutschland" gebildet, die neben der CDU/CSU auch die DSU umfasste, die die rechten Strömungen vorwiegend in Sachsen und Thüringen zu einer Ost-CSU erwachsen sollte.
Dieses Bündnis wurde geschlossen, um die SED bzw. deren Nachfolger und vor allem auch die SPD auf Abstand zu halten.
Bis 1998 gab es nur CDU/CSU- Innenminister, die die Strukturen in den "Beitrittsländern" aufgebaut haben mit der Intention, alle "linksgerichteten" Tendenzen abzuwürgen.
Deshalb wird immer noch die Links- Partei vom Verfassungsschutz beobachtet und deshalb wurden die rechtsextremen Strömungen gepampert.

http://www.sueddeutsche.de/medien/hart-aber-fair-zum-nsu-prozess-das-ist-alles-nur-noch-laecherlich-1.1649435-2?commentspage=all:2:#comments

und hier aus brandenburg:

http://www.jungewelt.de/2013/04-16/050.php

fahrwax 16.04.2013 | 19:26

Dein Link zu TELEPOLIS und dem Herrn Ganser ist interessant genug, um ihn herüber zu holen:

Markus Kompa am 16.04.2013 im Interview mit Daniele Ganser:

Laut dem Zeugen soll SREL-Chef Charel Hoffmann die zunehmenden Eigenmächtigkeiten des BND-Schattenmannes nicht mehr gebilligt und bei den Amerikanern um Hilfe gebeten haben. Diese jedoch scheinen Kramer zwar nicht angefasst zu haben, allerdings hörten die Attentate 1986 schlagartig auf. Wäre dies eine plausible Erklärung für das Ende der Anschläge?

Dr. Daniele Ganser: Ich weiß nicht, warum die Anschläge in Luxemburg 1986 aufhörten. Der Einfluss der USA auf die Terroranschläge in Europa ist bis heute nicht geklärt, auch nicht auf die Anschläge in Luxemburg. In Italien gab es 1969 einen Anschlag in Mailand auf der Piazza Fontana mit 17 Toten. 2001 erklärte der angeklagte italienische Geheimdienstgeneral Giandelio Maletti vor einem italienischen Gericht, die CIA habe in Italien Rechtsextreme angeworben und diese hätten den Terroranschlag ausgeführt.

Maletti deutete damit an, die USA hätten in Europa Terroranschläge verübt. Auch der italienische Senat kam bei seinen Untersuchungen zu der Geheimarmee Gladio zu diesem Resultat. Aber auch heute ist es sehr schwierig, über Staatsterrorismus zu forschen und zu sprechen. Fragen Sie mal ihren besten Freund, ob er sich vorstellen kann, dass die USA im Kalten Krieg in Europa Terroranschläge durchführen ließen? Die meisten halten das für völlig verrückt. Die historischen Daten deuten aber in diese Richtung, auch wenn man es nicht beweisen kann.

Obwohl der Fall in Luxemburg alles bietet, was die Presse interessieren könnte (wie Hochadel, Sex-Skandale, Bomben, Geheimagenten, Vertuschung usw.), erfährt der Fall in der deutschen Presse kaum Aufmerksamkeit, während zur Verkündung der Lockerung des Bankgeheimnisses diese Woche sogar TV-Teams geschickt wurden. Haben Sie eine Erklärung?

Dr. Daniele Ganser: Über die NATO Geheimarmeen und mögliche Verbindungen zu Rechtsextremen und Terroranschlägen will man in Deutschland nicht sprechen. In anderen Ländern übrigens auch nicht. Es ist ganz klar, dass der Gerichtsprozess in Luxemburg über das Land hinausreicht und internationale Dimensionen hat, auch wenn noch nicht klar ist, was am Schluss herauskommt.“

http://www.heise.de/tp/artikel/38/38930/1.html

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Ehemaliger Nutzer 16.04.2013 | 19:44

hab grad was schönes von einem faz-leser gefunden:

Wer in einer beliebigen westlichen Gesellschaft lebt und dennoch nicht völlig das Gefühl für Realitäten eingebüßt hat, kennt das beklemmende Gefühl, in einem Irrenhaus zu leben, in dem die Patienten sich an die Macht geputscht und die Ärzte eingesperrt haben: Es ist schlechterdings unmöglich, irgendeine Nachrichtensendung, irgendeine Politikerrede, ja selbst irgendein scheinbar harmloses Kulturereignis zu verfolgen, ohne mehr oder minder offen mit einer Ideologie bombardiert zu werden, die jeden Realitätsbezug vermissen lässt; eine “Moral” predigt, die das exakte Gegenteil von allem darstellt, was jahrtausendelang als moralisch galt; und deren Sinn und Zweck offenkundig nur darin bestehen kann, die Grundlagen der gesellschaftlichen und politischen Ordnung zu zerstören, und zwar nicht nur einer bestimmten Ordnung, sondern von Ordnung schlechthin

http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/faz-net-fruehkritik/faz-net-fruehkritik-wie-peinlich-ist-das-denn-12150642.html

fahrwax 21.04.2013 | 08:49

Rechter Terror, geheime Nato-Armeen und der NSU-Prozess: Die Bombe platzt in Luxemburg

Posted onApril 20, 2013

Die deutschen Sicherheitsbehörden werden im bevorstehenden NSU-Prozess sicher einen großen Schaden davon tragen. Eine noch viel größere Sprengkraft dürfte für die Organe jedoch ein ganz anderer Gerichtsprozess auslösen – auch im Bundestag. Den in Luxemburg wird gerade der „Bombenleger“-Prozess behandelt. Die Spuren führen auch zu „Gladio“, den geheimen Nato-Armeen, deren Existenz in Deutschland nie aufgearbeitet wurde. Nun bringt ein Zeuge den BND mit dieser Geheimarmee in Verbindung und macht diesen für den Terroranschlag auf das Oktoberfest 1980 in München verantwortlich.

fahrwax 21.04.2013 | 12:19

Der Prozesstag am letzten Donnerstag in Luxemburg:

Bommeleeër-Ticker: Zurück zu Stay Behind

Me Vogel reicht am Donnerstagnachmittag neue "Corps de Conclusion" ein. Angeblich soll auf höchster Regierungsebene gemutmaßt worden sein, dass die Attentate von einer Stay-Behind-Zelle verübt wurden. wort.lu-Journalist Steve Remesch tickert für Sie Live aus dem Gerichtssaal.

http://www.wort.lu/de/view/bommeleeer-ticker-zurueck-zu-stay-behind-516feda5e4b0825fd4f0e2de

fahrwax 24.04.2013 | 16:51

Ein interessanter Spiegelbericht, schon von 1990, aber hart am Thema:

Das blutige Schwert der CIA

Nachrichten aus dem Kalten Krieg: In ganz Europa gibt es geheime Nato-Kommandos, die dem Feind aus dem Osten widerstehen sollen. Kanzler, Verteidigungsminister und Bundeswehrgenerale wußten angeblich von nichts. Die Spuren führen nach Pullach, zur "Stay Behind Organisation" des Bundesnachrichtendienstes.

http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13501822.html

Ebenfalls interessant eine Bundestagsdrucksache aus dieser Zeit ( Drucksache 12/890 vom 01.07.91 ):

Der Aufbau von Stay-behind-Organisationen der NATO-Staaten
begann bereits kurz nach Ende des Zweiten Weltkrieges. Die Elemente
der von alliierten Nachrichtendiensten auf deutschem Territorium
bis 1955 aufgebauten Nachrichtenbeschaffungs- und
Schleusungsorganisation wurden vom Bundesnachrichtendienst
ab 1956 übernommen.
Die im Herbst 1990 beschlossene Auflösung der SBO ist im
wesentlichen vollzogen und wird noch vor Ende des laufenden
Jahres abgeschlossen sein.