Der BND und die Bombenleger

Tatort Europa Geschredderte Akten, verlorengegangene Beweismittel, entlassene Polizeidirektoren und ein Untersuchungsausschuss Wem käme das nicht bekannt vor? Faschismus live……
Bei diesem Beitrag handelt es sich um ein Blog aus der Freitag-Community

Der bevorstehend NSU Prozess hat einen Vorläufer in Luxemburg, mit deutlichen Bezügen nach Deutschland. Die Luxemburger Presse ist wach, obwohl es im „Ländchen“ nicht um Morde, sondern „nur“ um Bombenanschläge geht, in den deutschen Medien herrscht eine beklemmende Stille zum Thema.

Bereits 1985 verhörten Luxemburger Ermittler einen Rechtsradikalen im Zusammenhang mit einer Lieferung von Sprengstoff und Munition, die offenbar im Jahr 1983 über einen Kurier aus Luxemburg nach Belgien gelangt war. Empfänger war der WNP, eine militante Gruppe von Neonazis deren Kern aus einem Mordkommando bestand. Zwei Mitglieder des WNP waren wegen eines Doppelmordes im Februar 1982 verurteilt worden. Nach den damaligen Erkenntnissen der Ermittler handelte es sich bei dem besagten Doppelmord um ein „Planspiel“, bei dem das unschuldige Paar zwei KGB-Agenten darstellen sollte.

Bereits in einem Bericht aus dem Jahr 1990 beschäftigt sich G. M., der Leiter der Abteilung für Organisierte Kriminalität der belgischen Polizei mit dem WNP und kommt zum Schluss, dass es sich um einen Sateliten des geheimen NATO-Netzwerkes „Stay Behind“ gehandelt haben muss

Fast 30 Jahre nach einer spektakulären Serie von Bombenanschlägen begann nun am 25. Februar vor der Kriminalkammer des Landes Luxemburg der Versuch einer Aufklärung. Der hier aufgerollte Krimi enthält viele unglaublich Versatzstücke. Sie sind jedoch nicht der Fantasie eines Filmregisseurs entsprungen.

Den neuesten Höhepunkt im Prozess bilden nun die Aussagen eines Duisburger Historiker und ehemaligen Angestellten der Bundestagsverwaltung Andreas Kramer . Unter Eid stehend, machte er brisante Aussagen vor diesem Luxemburger Gericht.

Am Mittwoch und am Donnerstag sagte er aus, sein Ende 2012 verstorbener Vater habe in Luxemburg 18 Sprengstoff-Anschläge organisiert, Dieser, ein Ex Bundeswehr Hauptmann, habe für den Bundesnachrichtendienst (BND) gearbeitet und sei Leiter der Deutschen Untergrundarmee der NATO (»stay-behind«) gewesen.

Sein Vater sei auch für die Attentate auf das Münchner Oktoberfest und den Bahnhof von Bologna (beide 1980) verantwortlich gewesen.

Das Luxemburger Gericht versuchte an beiden Verhandlungstagen sich ein Bild von der Glaubwürdigkeit des Zeugen zu machen. Die Staatsanwaltschaft wird die Gespräche mit Andreas Kramer fortsetzen, 3 zusätzliche Kriminalbeamte erden damit betraut.

Zum Prozess geladen sind 90 Zeugen, darunter auch Premier Jean-Claude Juncker und sein Vorgänger Jacques Santer. Junker war bereits im Januar ausgiebig von einem Untersuchungsausschuss des Parlamentes zu Teilaspekten der Affäre befragt worden.

Die Bombenlegeraffäre (luxemburgisch: Affär Bommeleeër) bezeichnet eine von mehreren Tätern verübte Serie von Bombenanschlägen auf Infrastruktureinrichtungen und öffentliche Gebäude im Großherzogtum Luxemburg zwischen Mai 1984 und April 1986.

Die Bommeleeër-Taten hielten in den 80er Jahren ganz Luxemburg in Atem. Die Serie umfasst 24 Sprengstoffanschläge von 1984 bis 1986, das Gericht befasst sich nun mit 20 Taten.

Gesprengt worden waren viele Einrichtungen der Luxemburger Infrastruktur, aber auch öffentliche Gebäude waren angegriffen worden. Eine Bombe war am 2. Dezember 1985 dem Treffen der Europäischen Staats- und Regierungschefs gewidmet. Zwei Anschläge auf die Wohnung eines Notars und die Wohnung eines kurz zuvor pensionierten Kommandanten der Gendarmerie bildeten damals den Abschluss dieser Serie.

Auffällig war der Aspekt, dass die Täter über Informationen von Eingeweihten zu den Zielobjekten verfügten und dem Vorgehen der untersuchenden Polizei, der Gendarmerie und des Geheimdienstes immer voraus waren.

Beschuldigt werden nun zwei ehemalige Mitglieder der Brigade Mobile de la Gendarmerie (BMG), die ehemalige mobile Einsatzgruppe der luxemburger Gendarmerie Grand-Ducale.

Von den späten 1960er bis in die 1980er-Jahre erschütterte Europa eine Welle brutaler Terroranschläge, darunter auch das Oktoberfestattentat 1980 in München. Hunderte unschuldiger Zivilisten starben. Damals glaubte man, diese Anschläge seien das Werk von Extremisten, doch 40 Jahre später scheint es, als stecke eine andere, noch beunruhigendere Geschichte dahinter: Eine paramilitärische Geheimorganisation der NATO mit dem Decknamen 'Gladio' soll der Auslöser der Anschläge gewesen sein. Mit dem Projekt 'Strategie der Spannung' wollte man einen politischen Linksruck Europas verhindern.

Zum Thema eine filmische Dokumentation:

Die Chronologie der Luxemburger Anschläge:

http://www.wort.lu/de/view/chronologie-der-anschlaege-4f61b12ae4b0860580a9b74e

Weitere Quellen:

http://news.rtl.lu/medien/journal/210009.html

http://de.wikipedia.org/wiki/Bombenlegeraff%C3%A4re

http://operation-gladio.net/de/strategie-der-spannung-der-internationale-kontext-der-bommelee%C3%ABr-aff%C3%A4re-l%C3%ABtzebuerger-journal-april

http://news.rtl.lu/medien/journal/210009.html

http://www.jungewelt.de/2013/04-12/057.php

„Wenn die Regierungen mitungenügender Schlagkraftreagieren“

„Es kann vorkommen, dass die Regie-rungen der Gastländer gegenüber demKommunismus oder der kommunistischinspirierten Unterwanderung Passivitätoder Unentschlossenheit zeigen undgemäß den Einschätzungen der US-Geheimdienste mit ungenügenderSchlagkraft reagieren. Meist entstehensolche Situationen, wenn die ‚Aufständi-schen‘ zeitweilig auf Gewalt verzichtenund sich somit einen Vorteil zu verschaf-fen hoffen, da sich die Führungskräftedes Gastlandes in falscher Sicherheitwähnen. In solchen Fällen sollten demUS-Militärgeheimdienst alle Mittel zurVerfügung stehen, gezielte Operationenzu starten, die sowohl die Regierungender Gastländer als auch die Öffentlich-keit von der Gefahr einer Rebellion undder Notwendigkeit eines Gegenangriffsüberzeugen.“

Deutsche Übersetzung eines Teils vonPunkt 11 des 4. Kapitels der „NoteWestmoreland“, der den „Agenten für Spezialeinsätze“ gewidmet ist

12:29 13.04.2013
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

fahrwax

Lieber auf dem Wagen, als unter den Rädern.... Bekennender, autonomer Pferdeknecht
fahrwax

Kommentare 46

Avatar
Ehemaliger Nutzer | Community
Avatar
Avatar
Ehemaliger Nutzer | Community
Avatar
Avatar
Avatar
Avatar
Avatar
Avatar
Avatar