Prozess gegen Jugendpfarrer Lothar König

Sachsensumpf Pfarrer Lothar König wird von der berüchtigt objektiven sächsischen Rechtssprechung verfolgt.
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Jugendpfarrer Lothar König: Anklage wegen Landfriedensbruch

"Jena hat ein Neonazi-Problem", sagte Lothar König. Das war in den neunziger Jahren, heute bereitet der Satz Unbehagen. Damals ahnte noch niemand, dass sich in Jenas Szene zwei Männer und eine Frau radikalisierten, die Jahre später eine braune Terrorzelle bilden, die mordend durchs Land ziehen würden. Seitdem die Existenz des "Nationalsozialistischen Untergrunds" bekannt ist, hat es auch König mit seinem Engagement gegen rechts und seinem Wissen von der Szene zu einiger Berühmtheit gebracht. Doch nun muss er sich in Dresden vor Gericht unter anderem wegen schweren Landfriedensbruchs verantworten: Er soll wenige Monate vor dem Auffliegen des NSU bei einer Anti-Nazi-Demonstration gewaltbereite Jugendliche gegen Polizeibeamte aufgehetzt haben. Die Hauptverhandlung war vor kurzem geplatzt, da Königs Verteidiger in den Akten des Gerichts mehr als 170 Seiten ungeordnetes Material entdeckt hatte. Der Anwalt sprach von "einem klassischen Fall der Beweismittelunterdrückung".

Heute beginnt in Dresden der Prozess gegen den Jugendpfarrer Lothar König. Der hatte bereits in den Neunziger Jahren gesagt; „Jena hat ein Neonazi-Problem".

Der Jenaer Szene entsprangen dann 2 Männer und eine Frau die heute als NSU berüchtigt sind.

Angeklagt ist Lothar König nun wegen „Landfriedensbruch“, er soll per Lautsprecher zur Gewalt gegen eine Naziveranstaltung aufgerufen haben. Der erste Prozesstermin war für den 19. März 2013 geplant, scheiterte jedoch am ungeklärten Auftauchen von 170 Seiten ungeordnetem Material in den Akten des Gerichtes.

Richter Stein sagt ….., dass er sich nicht erklären könne wie die Akten in den Bestand der Prozessakten hinein geraten sind. Weiterhin gibt er jedoch zu, dass es sich um verfahrensrelevantes Material handelt. Dies widerspricht einer Aussage der Pressesprecherin des Amtsgericht Dresden, dass das Material irrtümlich aus einer anderen Akte in die Akte zum Verfahren gegen Lothar König gerutscht sei.

Heute ist also nun der Prozessauftakt. Beobachtet wird er von einem umfangreichen Aufgebot der Presse und von Lothars Fan-Kreis. 116 Plätze gibt es im Saal, 38 davon sind für Journalisten reserviert.

Der Verlauf der Veranstaltung kann per Live-Ticker verfolgt werden:

http://test.jg-stadtmitte.de/soligruppe/

Eine persönliche Erklärung Lothar Königs zu seiner derzeitigen Situation:

"Seit der Wohnungsdurchsuchung im August 2011 ist mir eine ungeahnte Solidarisierung zuteilgeworden. Menschen aus dem gesamten Bundesgebiet; aus Antifagruppen, Kirchen, Gewerkschaften, aus allen Parteien und allen Altersgruppen haben mir geschrieben und/oder für die Prozeßkosten gespendet. Das hat mir mein Engagement und das Durchhalten wesentlich erleichtert. Nur wenigen konnte ich bisher ein Dankeschön zurückgeben.

Ich will aber nicht verhehlen, daß die Vorbereitungen auf den anstehenden Prozeß zeitlich und kräftemäßig an den Rand der Belastbarkeit führen. Die Ungewißheit seines Ausganges und die drohende Vergeblichkeit aller Anstrengungen führen an die Grenzen, was ich gegenüber mir und anderen verantworten kann . Hinzu kommt der enorme finanzielle Aufwand.

Ein Scheitern ist immer möglich. Doch trotz aller Ohnmacht, trotz eigener Zweifel und Fragen , trotz drohender Sinnlosigkeit aller Bemühungen sage ich: „ . . . nichts, nichts was ich hätte tun oder lassen, wollen oder denken können, hätte mich an ein andres Ziel geführt. “ (Christa Wolf)

So ist die Verurteilung von Tim H. und die drohende von mir kein Scheitern von uns. Es ist das Scheitern einer Justiz, die antifaschistisches und demokrat- isches Engagement kriminalisiert."

Jena, im Februar 2013, Lothar König, Pfarrer

Die Termine vor dem Amtsgericht Dresden sind:

Donnerstag, 04.April

Mittwoch, 24.April

Montag, 13.Mai

Dienstag, 28.Mai

Mittwoch, 29.Mai

Donnerstag, 30. Mai

Mittwoch, 20.Juni

Jeweils 09.00 vor dem Amtsgericht Dresden im Raum A 2.133

11:30 04.04.2013
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

fahrwax

Lieber auf dem Wagen, als unter den Rädern.... Bekennender, autonomer Pferdeknecht
fahrwax

Kommentare 30

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