fahrwax
07.02.2013 | 22:36 5

Zwangsräumung? Verhindern!

Sitzblockaden In Berlin steigen in den letzten Jahren massiv die Mieten an. Fast jeden Monat erscheint eine neue Studie, die die neuesten erschreckenden Zahlen zeigt.

Ein Blog-Beitrag von Freitag-Community-Mitglied fahrwax

In Berlin steigen in den letzten Jahren massiv die Mieten an. Fast jeden Monat erscheint eine neue Studie, die die neuesten erschreckenden Zahlen zeigt. Besonders krass ist der Mietenanstieg in den Vierteln in der Innenstadt, in denen besonders viele Menschen mit geringen Einkommen leben.

Am 14. Februar droht die Zwangsräumung einer Familie in Berlin-Kreuzberg. Ein erster Räumungsversuch verhinderten 150 Menschen mit Sitzblockaden, ein zweiter Versuch wurde kurzfristig abgesagt. Nun mobilisiert das Bündnis "Zwangsräumung verhindern" zu Sitzblockaden am 14. Februar um 7 Uhr. Die Blockade einer Zwangsräumung ist die Möglichkeit der Verdrängung ganz konkret entgegenzutreten.

Die betroffene Familie wohnt seit über 30 Jahren in ihrer Wohnung. Ein neuer Hauseigentümer erhöhte die Miete und konnte wegen eines Fristversäumnisses eine Räumungsklage durchsetzen. Eine Zwangsräumung ist die Spitze des Eisbergs in einem Prozess von massiv steigenden Mieten und der daraus folgenden Verdrängung. Die Politik setzt die Räumungen gegen Widerstände durch und versucht die Mieterinnen und Mieter weiter in einen Zustand der Ohnmacht zu versetzen.

Die erste verhinderte Räumung löste eine Solidaritätswelle aus. Viele Unterstützer*innen bekunden nun einen weiteren Räumungsversuch tatkräftig mitzuverhindern. Infoveranstaltungen in der ganzen Stadt, Blockadetraining, eine Warm-Up-Demo, tausende Plakate und viele weitere Aktivitäten informieren und mobilisieren die Mieterinnen und Mieter. Auch weitere Betroffene haben sich gemeldet um gemeinsam ihre Zwangsräumungen zu verhindern. Ein älteres Ehepaar in der Lübbenerstraße in Berlin-Kreuzberg konnte so den Verbleib in ihrer Wohnung erkämpfen.

Der 14. Februar wird ein sehr wichtiger Tag für den stadtpolitischen Protest in Berlin werden. Es ist an der Zeit sich der gewaltigen Verdrängungswelle in den Weg zu setzen.

Weiterführende Links:
http://zwangsraeumungverhindern.blogs...
http://leftvision.de/index.php?option...

https://linksunten.indymedia.org/de/node/78056

Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.

Kommentare (5)

Oberham 08.02.2013 | 10:47

... das sollten doch wirklich Leute vor Ort machen!

Würde ich aus Niederbayern aus diesem Grund nach Berlin fahren gäbe das ein schönes Geschäft für das Establishmen:

Entweder Bahn (mindestens 120.-- Euro hin-und zurück - ok - mit irgend einem Spapreisschnäppchen - aber das wäre extrem Glücklich - zu 49,-- )

... oder in einem KfZ - die Steuer auf den Sprit, super da freuen sich die Politokraten

- die Restkosten für den Spirt - Super der Konzern jubelt

- die Umwelt - ja - egal.

Dazu müsste ich das Geld ja verdienen, extra verdiene, da es mir hier zum Leben fehlte (vom Bahnfahren kann ich nicht abbeissen...)

All diese Zugeständnisse an meine Gegener - wozu?

Dass ich dann als 2001ter dort hocke und mit toll fühle - weil ich aktiv gegen das System ankämpfe?

Sorry, wäre ich in Berlin und könnte zu Fuß oder sagen wir schwarzfahrend dorthin kommen - sofort!

Schön wäre es würden an dem Tag 10.000 Berliner friedlich ihren Arsch vor das Gebäude plazieren, da könnten die mit Wegtragen nicht anfangen.

@ Fahrwax - also aus der Eifel ist es auch ganz schön weit.

Wenn man den Spirt klaut und den Bus auch - ok!