Antizyklisch

Community Kommentieren, wenn die Plattform keinen interessiert
Bei diesem Beitrag handelt es sich um ein Blog aus der Freitag-Community

Kaum jemand, der nicht mit der Materie vertraut ist, weiß, wie tiefgreifend sich Entwicklungen im Internet analysieren lassen. Ich habe eine entsprechende Analyse über den Freitag und seine Community laufen lassen. Kurz gesagt (solche Analysen sind sehr teuer) lässt sich eindeutig festhalten: Verschenktes Potenzial.

Der Freitag war ein Early Adopter, wurde sehr gut angenommen, expandierte, machte typische "hausinterne" Fehler und ist nun nur noch eine Randerscheinung. Der erfolgreiche liberale Ansatz, Meinungspluralität, wurde sukzessive zerstört. Die Community verwandelte sich von einer lebhaft-anregenden Plattform in eine dumpfe Monokultur. Das Ergebnis ist Langeweile. Eine kleine Schar gleicher Kommentatoren postet gleich zu lesende Kommentare.

Der "Initiator", laut Selbstbeschreibung "Gärtner in Berlin" hat sich ausgeklinkt. Möglicherweise läuft ihm das ewig nach, die Zeitschrift "Landlust" expandierte, explodierte in der Zeit regelrecht auf 1.000.000 Leser, während der Freitag nach wie vor im 10.000der Bereich rumdümpelt.

Normal könnte man hier aufhören, vielleicht noch Wetten darauf abschließen, wann der Freitag endgültig eingestellt wird. Oder aber antizyklisch denken. Vielleicht ist jetzt der richtige Moment. Wem es egal ist, ob seine Beiträge gelesen oder kommentiert werden, der kann das Experiment wagen. Vielleicht klappt es dann auch mit einem Verleger in Berlin.

20:44 16.11.2018
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

FaktenChecker

Web-Analyse, Systemanalytiker, AI/KI-Entwickler, Netzwerker...
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