Fatih Ersoy

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RE: Korrektur, kein Dementi | 06.04.2011 | 11:48

Hinsichtlich der Hintergründe des Sinneswandels lässt sich freilich nur spekulieren. Offensichtlich stand der Mann unter massivem Druck:

"... Die Zeitung "Yedioth Ahronoth" berichtete unter Berufung auf Vertraute des Juristen, Goldstone und seine Frau seien "durch die Hölle gegangen", seit der Südafrikaner 2009 seinen Bericht für die Uno über den Krieg angefertigt hatte. Er habe einen nahezu einhelligen Boykott der jüdischen Gemeinde erlebt und sehr darunter gelitten.

Das Paar habe gleich mehrfach seine Telefonnummern und E-Mail-Adressen ändern müssen, zitiert die Zeitung Alon Liel, einen israelischen Freund der beiden. Im vergangenen Jahr habe sich Goldstone sogar gezwungen gesehen, seine Teilnahme an der Bar Mitzwa seines Enkelsohnes in Israel aus Sicherheitsbedenken abzusagen. "Er war ein gebrochener Mann", so Liel über seinen Freund. Diese persönlichen Erfahrungen hätten sicher dazu beigetragen, seine Israel-kritische Position zum Gaza-Krieg zu korrigieren, heißt es im "Yedioth Ahronoth" weiter...."

www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,754958,00.html

Interessant auch der Kommentar des Völkerrechtlers Tomuschat:

"... „Was Goldstone sagt, wird in keiner Weise von dem Nachfolgebericht des UN-Menschenrechtsrates gestützt“, sagt Tomuschat, der selbst die UN-Kommission leitete, die im September 2010 den ersten Nachfolgebericht zum Goldstone-Bericht verfasste.

Goldstone bezieht sich ausdrücklich auf die beiden Nachfolgeberichte. Er bedauert, „dass unser Untersuchungsteam nicht solche Beweismittel über die Umstände hatte, unter denen Zivilisten in Gaza getroffen wurden, weil dies wahrscheinlich unsere Schlussfolgerungen über Absicht und Kriegsverbrechen beeinflusst hätte“. „Ich weiß nicht, welche Informationen Herr Goldstone hat“, sagte Tomuschat dazu dem Tagesspiegel...."

www.tagesspiegel.de/politik/irritationen-ueber-rueckzieher-goldstones/4028016.html