fegalo
19.06.2014 | 17:17 66

Säkulare Religionen. Eine kurze Übersicht

Ideologiekritik In unserer Gesellschaft sprießen quasireligiöse Bekenntnisgemeinschaften mit dem Hang zu einer oftmals aggressiven Umerziehung der Bevölkerung

Ein Blog-Beitrag von Freitag-Community-Mitglied fegalo

Vor etwa anderthalb Jahrhunderten konstatierte Nietzsche den Tod Gottes, ein allmählich eingetretenes Ereignis, das sich damals bereits über ein gutes Jahrhundert erstreckt hatte.

Mit dem Tod Gottes, also dem Absterben der Überzeugungskraft des Christentums, starb allerdings die Neigung zur Religiosität im europäischen Menschen nicht gleich mit, stattdessen entstand eine Unzahl neuer religiöser Lehren, diesmal im säkularen Gewand, die ihren Jüngern oft Halt und Kraft geben.

Nun ist Religion ein ziemlich unscharfer Begriff, und ich will nur ein paar Merkmale davon erwähnen, eingedenk, dass weder alle Religionen diese jeweils aufweisen, noch dass diese Aufzählung vollständig ist. Es geht also nur um einen bestimmten Typus moderner säkularer Religiosität, den wir in unseren Regionen vorfinden. Man könnte diese „Religionen“ noch unterteilen in naturwissenschaftlich-technische und moralorientierte, ebenso in individualistische und soziale und weiteres, aber das liegt jeweils auf der Hand.

Was zeichnet nun diese Lehren als Religion aus?

Erlösung durch den Neuen Menschen

Im Zentrum steht üblicherweise eine Utopie vom Neuen Menschen. Dieser Neue Mensch wird entweder durch einen Bewusstseinswandel erreicht, oder aber durch wissenschaftlich-technischen Fortschritt. Der Gläubige ist dessen Verkünder. Er selbst steht dadurch im Zentrum der Wahrheit und des Guten. Das Paradies tritt ein, wenn die ganze Gesellschaft seine Lehre übernommen hat, darum muss er missionarisch wirken. Hier kommt also das Motiv der Erlösung ins Spiel. Wenn der Neue Mensch endlich da ist, ist die Menschheit erlöst.

Die Erlösungsbedürftigkeit des Menschen ist ein Topos der meisten dieser Religionen. Es ist das vielleicht die tragischste Erkenntnis im Zusammenhang mit dem Niedergang des Christentums, dass der Mensch zwar den Glauben an Gott verloren hat, aber anscheinend nicht das Bewusstsein von der eigenen Erlösungsbedürftigkeit. Während im lebendigen Christentum das Bewusstsein dafür wach war, dass die Gnade von außen kommt und nicht hergestellt werden kann, versuchen sich die Neoreligionen an Konzepten der Selbsterlösung.

Diesen Religionen ist zu eigen, dass man davon mehrere gleichzeitig haben kann, die dann zu einer Art Superreligion verschmelzen. Gerade bei den moralzentrierten unter ihnen liegt eine Verschmelzung auf der Hand, da ihr inneres Prinzip sich ähnelt, und nur der Anwendungsbereich ein verschiedener ist.

Es folgt nun eine lockere Aufzählung und Charakterisierung von nur einigen dieser Religionen. Natürlich gibt es weit mehr.

Sozialismus und Kommunismus. Das sind natürlich die Klassiker und auch die ältesten unter den neuen Religionen. Zigfach ausprobiert und immer wieder gescheitert, gibt es dennoch weiterhin unverdrossene Anhänger. Die Verlockungen dieses irdischen Paradieses, für das andere bezahlen, sind anscheinend zu groß. Und wenn man seinem Nachbarn erst einmal das richtige Bewusstsein beigebracht hat, sei es mittels freundlicher Indoktrination, oder, falls das nicht hilft, im Umerziehungslager, ist die Erlösung der Menschheit zum Greifen nah.

Feminismus. Der ist primär eine Opferreligion, in der die Gläubige permanent selbst geopfert wird. Das Gute ist eindeutig benannt: Die Frau. Das Böse auch: Der Mann bzw. das Patriarchat. Die inzwischen fast klassische Formulierung lautet: „Wer eine menschliche Gesellschaft will, muss die männliche überwinden.“ Bewusstseinswandel bzw. Umerziehung großer Teile der Bevölkerung (Männer) sind auch hier gefragt, bevor die Erlösung eintritt. Bei dieser Religion handelt es sich inzwischen um eine ziemlich heterogene Lehre, die bereits in viele Konfessionen zerfallen ist, die sich gegenseitig oft nicht grün sind. Das liegt daran, dass Feministinnen oft viel Zeit haben, weil sie gerne halbtags beim Staat angestellt sind.

Gendertheorie. Diese teilt mit dem Feminismus ihre Aversion gegen ein robustes männliches Selbstbild. Der Neue Mensch dieser Religion hat sich von Geschlechterstereotypen befreit, und kann nun frei zwischen allen 386 Geschlechtern oszillieren. Es ist die Religion derjenig*innen, die sich aufgrund einer Laune der Natur in einer bipolaren Geschlechterordnung nicht genügend anerkannt finden, und deren Erlösungslehre vorsieht, diese Ordnung komplett aufzulösen, damit sich alle in der gleichen Wirrnis befinden.

Political Correctness. Das ist eine schillernde Religion mit unscharfen Rändern. Im Zentrum steht der gute Mensch, dessen Credo lautet: „Alle Menschen sind gleich, und zwar in jeder Hinsicht.“ Entsprechend lautet der Name der Todsünde: „Diskriminierung“. Das Böse ist daher ein jeder, der behauptet, es gäbe echte Unterschiede zwischen den Menschen, und auf diese müsse man Rücksicht nehmen. Die Praxis dieser Religion besteht zum größten Teil nicht im Weglassen eigener diskriminierender Handlungen, denn da gäbe es kaum etwas zu tun, sondern im Benennen und Bekämpfen des Bösen, und dafür hat sie einen Katalog von Maßnahmen entwickelt. Das beginnt mit Tabuisieren bestimmter Ausdrücke. Ferner steht ein ganz eigenes Lexikon mit magischen Bannformeln („Rassist“, „Sexist“, „Faschist“, „Biologist“ etc., sowie „krude“, „perfide“, „dumpf“ etc.) zur Verfügung, und wenn das nicht hilft, schreitet man zur öffentlichen Verdammung der Ketzer in ganzer Person. Früher nannte man das Scheiterhaufen. Es handelt sich also um eine strafende Religion.

Inklusion. Das ist eine relativ neue Sonderreligion, die als eine Konfession der PC-Religion angesehen werden kann, aber derzeit flugs an eifernden Gläubigen gewinnt. Auch hier besteht die Erlösung im Verschwinden von Unterschieden zwischen den Menschen, wenn man die magisch-religiöse Praxis des Nichtbenennens und Tabuisierens derselben nur konsequent genug durchführt.

Veganismus. In der veganischen Religion erfolgt die Selbsterlösung mittels der Erlösung der von den Menschen ausgebeuteten Tiere. In der Verbindung mit der Religion des radikalen Tierschutzes besteht der Neue Mensch in der Erkenntnis, dass Tiere genau so wie Menschen sind, und Menschen nichts als Tiere. Leider ist auch in dieser Religion die Opposition der Ungläubigen zum Verzweifeln stark, was allerdings der Gewissheit der eigenen moralischen Überlegenheit zugute kommt.

Atheismus. Dass Atheismus eine Religion sei, wird von seinen Vertretern in der Regel bestritten. Eine Glatze sei schließlich auch keine Frisur.

Darum muss man unterscheiden: Ein nichtreligiöser Atheist ist einer, der sich mit der Frage nach Gott überhaupt nicht auseinandersetzt, dem das Thema völlig egal ist und eigentlich gar keine Meinung dazu hat. Das Thema existiert für ihn nicht. Ob eine solche Haltung für einen gebildeten Menschen überhaupt möglich ist, lasse ich hier mal dahingestellt sein.

Es gibt aber auch den bekennenden Atheisten, den, der den Glauben an Gott aktiv ablehnt und bekämpft, und der die Religion als solche für ein Übel hält. Das ist jedoch selbst eine religiöse Haltung, denn auch hier findet sich ein Bekenntnis, auch hier gibt es gibt den Neuen Menschen, einschließlich des Versprechens auf Erlösung zu einer gewaltfreien Welt aufgeklärter Menschen. Dass die großen totalitären Ideologien und Regime des 20. Jahrhunderts mit ihren Hunderten Millionen Toten sämtlich atheistisch waren, wird in der eigenen religiösen Verzückung zwar übersehen. Man ist offenbar noch zu sehr durch die Erinnerung an die Kreuzzüge von vor 900 Jahren bzw. an die erst 500 Jahre zurückliegende spanische Inquisition erschüttert.

Klimawandel. Die Religion des Klimawandels ist eine apokalyptische. „Poenitentiam agite!“ rufen ihre Prediger, und die Erlösung besteht darin, dass durch Selbstkasteiung und Bezahlen hoher Ablässe alles so bleiben darf, wie es ist.

Hirnforschung. Im Unterschied zu den sozialen Erlösungsreligionen zu Beginn unserer Aufzählung verspricht die Hirnforschung ein neues Menschenbild auf dem Wege der naturwissenschaftlichen Erkenntnis. Leider liegen die dafür zentralen Thesen gar nicht im Erkenntnisbereich der Naturwissenschaften.

Man kann vielleicht nicht behaupten, dass sie eine reguläre Erlösungslehre anzubieten hätte, aber dafür etwas anderes: Die endgültige Wahrheit über das Selbstverständnis des Menschen. Und auch das hat Folgen. Die religiöse These, dass der Mensch sein Gehirn, und dass dieses Gehirn wiederum determiniert sei, soll auf Betreiben der Hirnforscher tiefgreifende Konsequenzen für zentrale Institutionen unserer Gesellschaft haben. Das Rechtssystem mit seiner Praxis des Bestrafens, die Pädagogik und überhaupt die Steuerung der Gesellschaft durch politische Maßnahmen sollen den behaupteten und den angekündigten Erkenntnissen angepasst werden und damit eine wissenschaftliche Grundlage erhalten.

Wie auch andere Religionen, die naturwissenschaftlich-technische Glaubenslehren vertreten (Genetik, KI, künstliches Leben etc.), kann man die Hirnforschung unter die eschatologischen Lehren einreihen: Die Eschatologie besteht in der Ankündigung: „Wir werden in wenigen Jahren/Jahrzehnten diese und jene Erkenntnisse/Fähigkeiten haben, und dann wird ein neues Zeitalter anbrechen.“

Evolutionsbiologie. Während die Hirnforschungmit der Ankündigung naturwissenschaftlichen Erkenntnisse auch eine Verheißung anzubieten hat, bietet die Evolutionsbiologie, und speziell ihr Unterfach Evolutionspsychologie nur Aufklärung über den Menschen an, ohne ein Versprechen zu liefern. Als Religion ist sie letztlich fatalistisch. Aber dennoch ist sie als solche zu bezeichnen, denn sie will darüber belehren, was der Mensch eigentlich sei (ein chemischer Prozess) und worum es geht (um nichts).

Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.

Kommentare (66)

GEBE 19.06.2014 | 19:10

"Nun ist Religion ein ziemlich unscharfer Begriff ..."

Wie kommen Sie darauf, das zu postulieren?

Religion bedeutet zunächst ganz klar und nichts anderes als ausgeübte, gewissenhafte Rückbesinnung.

Was in der Tat aber unscharf ist, ist ihr interpretatorischer Farbkasten darüber.

Und was Nietzsches Aphorismus 125 aus der Fröhlichen Wissenschaft angeht, so kann und darf die dortige Aussage: „Gott ist todt!“ wahrlich nicht zum Beweis, nicht zum schnöden Nihilismus gedreht und als solchen nur inkonsistent verstanden und von Nietzsches Gesamtwerk herausgelöst werden als ein feuilletonistischer Schlachtruf für Unwissende.

Was ist mit „Gott ist todt!“ gemeint? Ich sage es Ihnen: Es ist das nichts anderes als eine s p i r i t u e l l e Erkenntnisessenz Nietzsches, nämlich bezogen auf die Lüge über die Existenz eines Gottes a u ß e r h a l b, als wesenshohl ausgedachte, aber propagandistisch von Herrschaftskirchen in die Welt gesetzte, externale Attribuierung zur Züchtigung von Menschen. (Zu „externale Attribuierung“ in diesem Zusammenhang sei auf diesen Kommentar explizit verwiesen.)

Sie schreiben: „Mit dem Tod Gottes, also dem Absterben der Überzeugungskraft des Christentums …“ - und noch einmal und noch einmal: es hat Christentum nicht die Bohne mit, meinetwegen, den in die Dekadenz gekommenen Kirchenvereinen zu tun! Ihre diesbezügliche Aussage ist nicht nur unscharf, sie ist schlichtweg falsch. Und aus diesen hingepfählten diffusen Postulaten rekrutiert sich infolge Ihr ganzer Text und gerät zu nichts anderem als einem persönlichen Bekenntnis zur Agnostik – welche nichts anderes heißt als Nichtwissen, nicht einmal eine konstruktive docta ignorantia im Sinne des Nikolaus von Kues ist!

fegalo 19.06.2014 | 21:05

Nietzsches „Gott ist tot“ ist eine schillernde These, die zu allen möglichen Interpretationen einlädt. Aber zu einer bestimmt nicht: Dass sie den Weg eröffnet zur Rückkehr zum „eigentlichen“ Christentum.

Ich habe schon begriffen, dass Sie ein Verständnis von Christentum haben abseits der konfessionellen Lehren. Das finde ich in Ordnung, aber es setzt Sie unter einen enorme Rechtfertigungsdruck. Auf Deutsch: Da könnte ja jeder kommen.

Unter uns: Sie werden in der FC außer meiner Person kaum jemanden finden, mit dem Sie sich über christliche Religion unterhalten können, auch wenn ich selbst gar kein Christ bin.

Ansonsten haben Sie meinen Beitrag wohl falsch verstanden. Es geht nicht um Religion, sondern um Quasireligion, also um ein trauriges Surrogat.

alalue 19.06.2014 | 21:42

Eine sehr wesentliche religion fehlt: Fußball.

Der Mensch muß schon lange nicht mehr erlöst werden, das war früher.

Jetzt will er nicht mehr sterben, braucht irgendeine Lösung für die Ewigkeit.

Iher Aufzählung ist sehr krude und nicht sehr systematisch.

Feminismus ist immer noch sehr nötig: sehen Sie sich doch die Lage der Frauen weltweit an ! Im Islam sind sie Eigentum des Mannes, werden ab der frühesten Pubertät vom Rest getrent. In Indien sind sie auch sehr benachteiligt, und weil die die Mädchen abtreiben, wegen Mitgift, gibt es dort laufend Vergewaltigungen.

Prostituierte sind auch meistens weiblich. Auch wenn manche behaupten, ihnen gefällt das, die meisten tun es, wenn sie es wirklcih freiwillig tun, aus sozialer not: sonst würden sie es nict tun.

Evolutionäre Psychologie ist einfach ein Erklärungsmodell für manchen Eigenschaften des Menschen, doch keine Religion.

Also, ich hätte mit von Ihnen mehr erwartet.

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Ehemaliger Nutzer 20.06.2014 | 00:19

****

Gutes Blog.

Die Einleitung scheint mir ein wenig irreführend, siehe Gebe, und im Grunde müssten Sie zu diesem Thema ein ganzes Buch schreiben. Aber Hut ab vor der intendierten Message.

Ergänzen könnte man vielleicht noch Szientismus, den Glauben an die allumfängliche Zugänglicheit durch objektive Forschung... Der "moderne Mensch" nähert sich dem großen Gedicht des Daseins mit dem Lineal, vermißt die Buchstaben und bestreitet dann anhand der gewonnenen Daten, dass es von Liebe handele... In Verbindung damit. Rationalismus. Das menschliche Gehirn auf dem Ego-Trip. Der Glaube, das begriffliche Denken sei dem Gefühl überlegen.

GEBE 20.06.2014 | 11:32

Ich bin der Ansicht,dieIntetntion Ihres Beitrags durchaus verstanden zu haben, nämlich daß Sie aufzeigen wollten, wie es Surrogat-Religionen anstelle der hergebrachten schffe, sich zu etablieren, ohne das sofort deutlich wird, daß es isch um religiösen Ersatz handelt. Ich sehe da auch sehrwohl so. Und vielleicht habe ich in meinem ersten Kommentar zu scharf formuliert. Dafür will ich mich auch gerne entschuldigen. Es ließ mir Ihr kursiver Verweis auf Nietzsche allerdings den sprichwörtlichen Kamm etwas schwellen.

Daß der Impuls, der durch den Katholizismus strukturell in die Welt gestellt worden ist, sich andere Wirtstiere sucht, als nur die der katholischen Kirche angehörigen; und auch andere Infektionsgebiete aufsucht, auch das ist mir klar und nur zu deutlich zu konstatieren. Mein Reden ist ja diesbezgl. auch: Katholizismus ist unheilbar! Soviel jetzt dazu. Vielleicht kommen wir ja doch noch zu einer weitergehenden inhaltliche Diskussion.

GEBE 20.06.2014 | 11:41

Warum sollte ich das auch nicht?

Es spricht ja der Text durchaus Phänomene der aktuellen menschlichen Geistesentwicklung an, die soziologisch, kulturell, wie auch politisch ablesbar ist als quasi materialistisches Frömmeln. Und insoweit rührt der Text des Blogs durchaus etwas in seiner phänomenologischen Betrachtungsweise an, was Gründe aufzuzeigen anstrebt, was als Grundton hinter den im öffentlichen Leben sich auswirkenden materialistischen Bewußtseinsumdämmerungs-Tollheiten steht.

alalue 20.06.2014 | 11:55

Ein letztes Aufbäumen der klassischen Bildungskultur: altgriechisch muß man könne, um die Welt zu verstehen, ein bischen Naturwissenschaft ist okay.

Es darf aber nicht zu viel werden: Klimakatastrophe als Religion zu bezeichnen, ebenso evolutionäre Psychologie.

Und die Frauen waren bei den alten Griechen auch bescheidener.

Es ist eben nicht alles gut, was sich die letzten 2000 Jahre so alles getan hat.

und konfusius ist auch dabei: rundet den blog gut ab.

GEBE 20.06.2014 | 12:10

„Der Glaube, das begriffliche Denken sei dem Gefühl überlegen.“

Das, werter Konfuzikuntz, erinnert mich sehr an Ratzinger, dessen Hauptthese die war/ist, daß der Vernunft und Glaube nicht in Widerstreit gestellt werden sollen.

Auffällig dabei ist nur, wie diese Aussage, ebenso wie die Ihre hier, ganz offensichtlich den Anspruch macht auf die Vernünftigkeit durch gedankliche Einsicht.

Ich will es einmal so versuchen. Es gilt als allgemein anerkannt, daß die Richtigkeit von Logik sich durch sich selbst beweise. Fragt man nun einen Vertreter dieses Postulates, wie er denn aber in sich wahrnehme, daß dem so sei, so müßte er sich Auskunft darüber geben, wie dies in ihm auftritt. Zu nichts anderes käme er, würde er diesen inneren Erkenntnisvorgang vorurteilsfrei in seinem Auftreten beschreiben, als zu sagen, daß es das Wahrheitsempfinden ist, daß ihn zu dieser Erkenntnis bringt. Und nun kommen wir an einen Punkt, der inbezug auf Denken und Empfinden in aller Regel nicht bewußt wahrgenommen wird, nämlich, daß, wenn etwas so als inneres Erlebnis auftritt, indem es zugleich formal als auch inhaltlich auftritt, so haben wir etwas vorliegen, was über das an das Gehirn gebundene Denken gegeben ist. Das gleichzeitige Auftreten von Inhalt und Form, wird seit jeher Intuition genannt. Diese aber ist kein triviales Gefühl, wie man dies für Emotionen gemeinhin bedeuten kann, welche einem affektiv einschießen und als Basis stets Vergangenheitsimpulse als vorhandene Neigungen des Charakterlichen in sich tragen. Gerade die Affektlosigkeit verweist auf den geläuterten Zustand der Erkenntnis hin, welche die Intuition als eine, neben der Imagination und der Inspiration ist.

Und insofern ist Rationalismus lediglich das utilitaristische Kombinieren von äußeren Tatbeständen und deren Kausalitäten, mittels an das Gehirn gebundenem Denk-Verstand, nicht aber überhaupt ein Vernunftsvorgang.

Iceland62 20.06.2014 | 12:51

Wie ist dieser Artikel zu verstehen? Handelt es sich um eine säkulare Religionskritik oder um eine pauschale Ideologiekritik?

Grundsätzlich sollte man nämlich Menschen gegenüber vorsichtig sein, die sich selbst als unideologisch bezeichnen. So gut wie immer versuchen sie nämlich lediglich ihre eigenen Überzeugungen (meist konservative) als unideologisch zu verkaufen.

Bei progressiven Ideologien geht es aber um die Verbesserung von Lebensbedingungen oder zumindest um korrigierende Maßnahmen um eine Verschlechterung zu vermeiden, nicht um Wahrheit im Sinne von faktischem Wissen. Bei konservativen Ideologien darum einen vermeintlichen Status Quo zu verteidigen.

Wer nun aus einer konservativen ideologischen Haltung heraus kein Interesse daran hat, sich mit den ideologischen Interessen seiner Mitbürger auseinanderzusetzen, denunziert sie als religiös bis fanatisch, anstatt sich sachlich mit ihren gesellschaftspolitischen Ansichten auseinanderzusetzen. Gut geeignet ist hierfür das Stilmittel der rhetorischen Übertreibung.

Dies kann auf rhetorischen Niveau beispielsweise dadurch geschehen, dass man Menschen, die sich für gesellschaftliche Reformen engagieren, als quasireligös abkanzelt, die einen "neuen Menschen" schaffen wollen.

Oder dadurch, dass man Feministinnen, die sich für die Gleichberechtigung von Mann und Frau einsetzen, als "Männerfeinde" tituliert. Zitat: "Das Böse auch: Der Mann bzw. das Patriarchat". Selbstverständlich ist eine patriarchaische Gesellschaft keine, in der Gleichberechtigung herrscht!

..usw.

Es ist natürlich so, dass jemand, der in der Gesellschaft Gehör finden will, laut schreien muss. Und dass einige da oft auch ein klein wenig übers Ziel hinaus schießen, ist normal.

Diese Extreme nun selektiv herauszupicken und zu pauschalisieren um berechtigte Forderungen nach gesellschaftlichen Verbesserungen ebenso pauschal zu verunglimpfen, ist eine etwas subtilere Form der rhetorischen Übertreibung und wohlbekannte Form konservativen Propaganda.

In diesem Artikel wurde auf solche Einzelbeispiele aber großzügig komplett verzichtet. Der Artikel ist daher nicht einmal ein klein wenig subtil.

fegalo 20.06.2014 | 13:38

Ergänzen könnte man vielleicht noch Szientismus, den Glauben an die allumfängliche Zugänglicheit durch objektive Forschung.

Der Szientismus passt in der Tat in diese Reihe, und ich habe auch kurz daran gedacht, aber am Ende wohl wieder vergessen. Auch die Wachstumsideologie des Kapitalismus, die Selbsterlösungsideologien der Psychologie, angefangen von der Psychoanalyse, hätten Erwähnung finden können. Aber wie Sie sagen: da kann man ein ganzes Buch schreiben.

fegalo 20.06.2014 | 13:41

Daß der Impuls, der durch den Katholizismus strukturell in die Welt gestellt worden ist, sich andere Wirtstiere sucht, als nur die der katholischen Kirche angehörigen; und auch andere Infektionsgebiete aufsucht, auch das ist mir klar und nur zu deutlich zu konstatieren. Mein Reden ist ja diesbezgl. auch: Katholizismus ist unheilbar!

Das haben Sie sehr schön formuliert!

Mir ist bei diesem Phänomen reichlich unwohl. Gerade die kommunistischen Regime haben es vorgemacht, was passiert, wenn sie ihre Erlösungsphantasien rückhaltlos in die Wirklichkeit umzusetzen versuchen: Dann wird es totalitär und es gibt Tote. Letzteres ist zwar bei den anderen hier aufgeführten Glaubenssystemen weniger zu befürchten, solange es noch den deutschen Staat gibt, aber einen Hang zum Totalitären haben diese gesellschaftsbezogenen Ideologien allesamt. Wer sich unerschütterlich auf der Seite des Wahren und Guten wähnt, der duldet keinen Widerspruch mehr.

Dass ich nicht in das persönliche Antwortfeld poste, passiert mir leider öfter. Ich werde in Zukunft besser aufpassen.

GEBE 20.06.2014 | 13:56

"Dann wird es totalitär und es gibt Tote. Letzteres ist zwar bei den anderen hier aufgeführten Glaubenssystemen weniger zu befürchten, solange es noch den deutschen Staat gibt, ..."

Es gibt auch Tote ohne Blutvergießen. Es muß dazu nur die Seele abgetötet werden! Das gesamte Bildungssystem ist dementsprechend so aufgestellt und darauf ausgerichtet, nur noch kognitive und mentale Irritationen zu erzeugen.

fegalo 20.06.2014 | 14:22

Bei progressiven Ideologien geht es aber um die Verbesserung von Lebensbedingungen oder zumindest um korrigierende Maßnahmen um eine Verschlechterung zu vermeiden, nicht um Wahrheit im Sinne von faktischem Wissen. Bei konservativen Ideologien darum einen vermeintlichen Status Quo zu verteidigen.

Es gibt zwischen „konservativen“ und „progressiven“ Ideologien ganz prinzipielle Unterschiede. Die konservativen können ihren Standpunkt mit Argumenten geltend machen, die in der Wirklichkeit wurzeln. Die progressiven verschreiben sich Träumen und Utopien. Deswegen können sie nicht argumentieren, sondern nur diejenigen, die nicht mitträumen, als schlechte Menschen denunzieren. Das ist das ewig gleiche Prinzip, das sich auch hier auf der FC täglich zigfach abspielt.

Wer nun aus einer konservativen ideologischen Haltung heraus kein Interesse daran hat, sich mit den ideologischen Interessen seiner Mitbürger auseinanderzusetzen, denunziert sie als religiös bis fanatisch, anstatt sich sachlich mit ihren gesellschaftspolitischen Ansichten auseinanderzusetzen. Gut geeignet ist hierfür das Stilmittel der rhetorischen Übertreibung.

Dies kann auf rhetorischen Niveau beispielsweise dadurch geschehen, dass man Menschen, die sich für gesellschaftliche Reformen engagieren, als quasireligös abkanzelt, die einen "neuen Menschen" schaffen wollen.

Das mit dem Neuen Menschen ist schlicht ein Faktum. Die Konservativen wollen die Gesellschaft gestalten mit den Menschen, wie sie nun mal sind und immer waren. Konservative sind auch nicht gegen gesellschaftliche Reformen. So etwas geschieht per Gesetz. Aber sie sind entschieden gegen Umerziehungsprogramme, gegen Maßnahmen zur Erzwingung eines ideologiekonformen Bewusstseins. Sämtliche Versuche zur Sprachregelung durch die Fraktionen der PC-Vertreter, der Genderfuzzies und der Feministinnen haben das Ziel, fremder Leute Bewusstsein in Richtung der eigenen Ideologie zu formen. Wer sich dem verweigert, für den hat man passende Aufkleber. Dieses Phänomen finden Sie nicht auf der konservativen Seite. Jeder darf dort denken, was er will. Er soll sich nur an die Regeln halten.

Oder dadurch, dass man Feministinnen, die sich für die Gleichberechtigung von Mann und Frau einsetzen, als "Männerfeinde" tituliert. Zitat: "Das Böse auch: Der Mann bzw. das Patriarchat". Selbstverständlich ist eine patriarchaische Gesellschaft keine, in der Gleichberechtigung herrscht!

Das Patriarchat ist ja auch nur eine Phantasie der Feministinnen. Im Patriarchat hat der Mann mehr Rechte (und auch Verantwortung) als die Frau. Ist aber bei uns nicht der Fall. Alle haben gleiche Rechte. Was sie daraus machen, steht auf einem anderen Blatt.

Aber das Jammern ist doch zu schön.

Warum wird eigentlich immer noch der Equal Pay Day am 20. März begangen, wenn doch längst heraus ist, dass die eigene Berufswahl der Frauen bzw. ihre präferierten Anstellungsverhältnisse etc. den allergrößten Teil dieser Unterschiede erklären, und gar kein Teil nachgewiesenermaßen auf Diskriminierung zurückgeführt werden kann? Etc.

fegalo 20.06.2014 | 14:40

Eine sehr wesentliche religion fehlt: Fußball.

Fußball ist auch eine Religion, da haben Sie recht, aber von einem ganz anderen Typus, den ich hier nicht kritisieren will. Vielleicht kann man ihn als eine ekstatische Religion bezeichnen, mit gewissen fetischistischen Merkmalen.

Der Mensch muß schon lange nicht mehr erlöst werden, das war früher.

Da irren Sie. Der Traum vom Paradies, in das alle zurückkehren, dauert an. Gerade die Gesellschaftsutopisten belegen das.

Feminismus ist immer noch sehr nötig: sehen Sie sich doch die Lage der Frauen weltweit an ! Im Islam sind sie Eigentum des Mannes, werden ab der frühesten Pubertät vom Rest getrent. In Indien sind sie auch sehr benachteiligt, und weil die die Mädchen abtreiben, wegen Mitgift, gibt es dort laufend Vergewaltigungen.

Ich rede nur von Deutschland, oder „dem Westen“ wenn Sie wollen. Ich weiß nicht, ob die Feministinnen in Saudi-Arabien und in Indien im von mir kritisierten Sinne als religiös zu bezeichnen wären. Vielleicht sind es ganz rationale Gesellschaftskritikerinnen. Sie müssen aber ihre Probleme selbst lösen.

Aussie42 20.06.2014 | 14:54

Warum ich diesen Text nicht ernst nehme, sondern aergerlich finde.

1. Religion wird mit dem Christentum gleichgesetzt. Es gibt auch noch nicht abrahamitische Religionen, die das Saekulare nicht abtrennen (muessen).

2. Der Betrag diffamiert ziemlich pauschal fast alle Formen gesellschaftlichen Engagements. Der Feminismus wird nicht zur sekularen Religion nur weil er von einigen Personen sektirerisch vertreten wird. Genau diese Unterscheidung macht der Beitrag nicht.

GEBE 20.06.2014 | 15:53

Hmm?

ad 1.) Jetzt möchte ich aber von Ihnen mal gerne dargelegt bekommen, was Christentum mit "abrahamitische(r) Religion(en)" [Klammersetzungen von mir] überhaupt zu tun haben soll.

Es kann ja außerdem durchaus klar aufgezeigt werden, daß weltanschaulich-religiöse Gruppierungen, welche das kosmische Prinzip dessen, was Transsubstantiation ist, was im Christentum das wesentlichste und sich von allen anderen weltanschaulichen Gruppierungen unterscheidende Wesensmerkmal in dem, was das "Mysterium von Golgatha" ist, nicht erfaßt haben, eben weil diesen weltanschaulich-religiösen Gruppierungen inhärent ist, materialistische Weltauffassungen (das Säkulare) vom spirituellen nicht als unterschieden zu erfassen. Es trifft die auch geradezu und vornehmlich auf den Jenseitsversicherungs-Struckivertrieb des katholischen Kirchenvereins und seine Abart, den Protestantismus zu.

ad 2.) Der Beitrag befaßt sich im Kern mit phänomenologischen Betrachtungen bezgl. des Auftretens säkularer Quasi-Religions-Surrogate in deren Form in deren Auftreten als Weltanschauungsformen. Damit ist keinesfalls irgendeine "Diffamierung gesellschaftlichen Engagements" gegeben; allerhöchstens dann, wenn man einen entsprechend selektiven Fokus so wählt.

Iceland62 20.06.2014 | 15:55

"Das mit dem Neuen Menschen ist schlicht ein Faktum."

Das mit dem "alten Menschen" ist schlicht auch ein Faktum aus der ideologischen Perspektive mancher Konservativen.

"Die Konservativen wollen die Gesellschaft gestalten mit den Menschen, wie sie nun mal sind und immer waren."

"Aber sie sind entschieden gegen Umerziehungsprogramme, gegen Maßnahmen zur Erzwingung eines ideologiekonformen Bewusstseins."

Da bin ich mir nicht bei allen Konservativen so sicher. Manche würden am liebsten alle Menschen zu Traditionalisten umerziehen, wobei sie jeglicher Kritik am Status Quo dadurch begegnen, dass sie diese Kritik als Religion oder Ideologie verunglimpfen.

Eine demokratische Gesellschaft lebt aber vom sachbezogenen Diskurs, wenn Meinungsdifferenzen vorhanden sind, und genau hieran mangelt es in ihrem Artikel. Stattdessen wird jegliche Meinung, die ihrer persönlichen Meinung widerspricht, mit negativen ideologischen Kampfbegriffen verunglimpft.

Feminismus wird von ihnen pauschal zur Religion erklärt. Richtig ist, dass historisch betrachtet, es eine ganze Reihe von Ungleichbehandlungen von Mann und Frau gab, teilweise vielleicht auch noch gibt und dass wohl auch einige Feministinnen dazu tendieren etwas übers Ziel hinauszuschießen. Daher behaupten Sie pauschal, dass der Feminismus quasi ein Religionswahn wäre.

Aus der Bestrebung verschiedener Homosexueller und Transgender gesellschaftlich so akzeptiert zu werden, wie sie sich selbst sehen, und sich nicht verstellen zu müssen, wird bei Ihnen eine Gendertheorie, deren Anhänger Sie persönlich zu einem Transgender umerziehen wollen.

usw...

Wenn man selektiv sucht, wird man vielleicht einige wenige durchgeknallte Feministinnen oder Transgender finden, die in ihre Schublade passen. Die Mehrheit ist das aber nicht.

fegalo 20.06.2014 | 15:55

Verehrter @Fegalo. Da Sie offensichtlich wissen, was die Wirklichkeit ist, sollte Sie sichumgehend fuer den Physik-Nobelpreis ins Gespraech bringen.

Es gibt eine Wirklichkeit der gelebten Praxis, der Erfahrung, der bewährten Tradition, der Selbstwahrnehmung, die weder durch naturwissenschaftliche Erkenntnisse überholt werden, noch durch utopistische Umdeutungen ins Unrecht gesetzt werden kann.

Sie sind auf dem falschen Dampfer, wenn Sie „Wirklichkeit“ mit Physik gleichsetzen. Physik ist ein komplett abstraktes Gedankengebäude, welches nur imstande ist, ganz ausgewählte Aspekte unserer Erfahrungswelt zu beschreiben.

fegalo 20.06.2014 | 16:16

Eine demokratische Gesellschaft lebt aber vom sachbezogenen Diskurs, wenn Meinungsdifferenzen vorhanden sind, und genau hieran mangelt es in ihrem Artikel. Stattdessen wird jegliche Meinung, die ihrer persönlichen Meinung widerspricht, mit negativen ideologischen Kampfbegriffen verunglimpft.

Sehr lustig.

Zitieren Sie bitte einen meiner „Kampfbegriffe“!

Meine These zur Religion der PC besteht ja unter anderem darin, dass deren Vertreter ein reichhaltiges Repertoire an Kampfbegriffen entwickelt haben und auch weiterhin tun. Die konservative Fraktion hingegen hat so etwas gar nicht hervorgebracht. Da ist „Kommunist“ oder „Feministin“ Schimpfwort genug. Zählen Sie mich ruhig zu den Konservativen.

Aussie42 20.06.2014 | 18:32

Nicht Nobel-Preis. Stimmt. Mit dieser Position sollten Sie sich besser als Kardinal Grossinquisitor bewerden. (Prof. Ratzinger, der diesen Job mal hatte, wuerde ihnen mit tiefer Freude zustimmen.) Dann koennen Sie mit allerhoechstem Wohlwollen weiterhin rational argumentierende Leute als Heraetiker abservieren. Good luck.

Jetzt wird mir mein anfaenglich eher emotionaler Widerwillen gegen Ihren Beitrag einsichtig.Ich finds beinah lustig, wenn im 21. jahrhundert noch mittelalterlich argumentiert wird. Aber: This is a free country!

Um nicht falsch verstanden zu werden: "Erfahrungen" gibt es natuerlich, doch die beschreiben eben genau nicht die Wirklichkeit, sondern "mein" jeweils eigenes Verhaeltnis zur Wirklichkeit. Heilige haben das natuerlich aehnlich gesehen wie Sie.

Aussie42 20.06.2014 | 19:03

zu 1. ) Ok. Abrahamistischen Religionen ist ein gaengiger Begriff der vergleichenden Religionswissenschaft.

das kosmische Prinzip dessen, was Transsubstantiation ist, was im Christentum das wesentlichste und sich von allen anderen weltanschaulichen Gruppierungen unterscheidende Wesensmerkmal in dem, was das "Mysterium von Golgatha" ist,

Ein derartiges christliches Selbstverstaendnis kenne ich eigentlich nur von Adventisten und aehnlichen Gruppen. In Indien habe ich pentacostel Priester mit grossem Anhang getroffen, die Ihnen zweifflos zugestimmt haetten . Wenn solche Positionen geglaubt werden, sind nach meiner Erfahrung Diskurse aber nicht besonders sinnvoll.

zu 2.) Ihr Verstaendnis von "Phaenomenologie" wuerde Edmund Husserl und Merleau-Ponty schon sehr wundern. Die beiden haben die Ph. zwar erfunden bzw. praezisiert, aber natuerlich den Begriff nicht gepachtet.

Dennoch: Thanks. Unser kurzer Austausch von Kommentaren hat die unterschiedlichen Positionen fuer mich erkennbar markiert. Danke.

GEBE 20.06.2014 | 20:22

Tja, da kann man mal exemplarisch sehen, wie in "Wikipedia" doch so mancher Stuß steht. "Abrahamistisches" resp. Mosaisches, mag ja auf das alte Testament zutreffen, denn dieses ist keineswegs christlich zu nennen.

Erst ab dem Mysterium von Golgatha kann überhaupt von Christentum gesprochen werden, und das eben nur inbezug auf das neue Testament.

Ein Fehler übrigens, der sogar vielen Theologen immer wieder unterläuft.

Aussie42 20.06.2014 | 22:16

Ueber die Kategorie "abrahamistische Religionen" muessen wir nicht streiten. Vergleichende Religionswissenschaft und deren Kategorien werden von vielen Glaeubigen abgelehnt.

Das "Mysterium von Golgatha", haben Sie hier nocheinmal als Anfangsereignis des Christentums erwaehnt. Ich respektiere das als Ihre religioese Ueberzeugung.

Auf Grund dieser Aussage habe ich sie den adventistisch-pentacostalen Orthodoxien des Christentums zugeordnet.

Religioese Ueberzeugungen (Glauben) kann man nicht diskutieren; Orthodoxie kann nicht offen sein fuer Diskussionen (sonst waers keine.)

Ich diskutiere daher nur ueber Religionsgeschichte und Geschichten der Religionen. Im uebrigen sitze ich auf meinem Meditationskissen.

GEBE 20.06.2014 | 22:29

"Das "Mysterium von Golgatha", haben Sie hier nocheinmal als Anfangsereignis des Christentums erwaehnt. Ich respektiere das als Ihre religioese Ueberzeugung. "

Na, also so könnte man auch über einige griechische Philosophen sagen, diese wären Kantianer oder Hegelianer usw., obwohl diese in der Antike noch nicht gewirkt haben? Seltsames Zeitverständnis, wenn etwas, was zeitlich erst später auftritt, dem, was vorher ohne dies gegeben war, dennoch den Namen und die Bezeichnung stiften soll.

Elvenpath 21.06.2014 | 02:51

Zuerst muss hier mal mit einer großen Lüge aufgeräumt werden: Der Nationalsozialismus war NICHT atheistisch. Hitler war zeitlebens Katholik, 95% der Bevölkerung waren Christen.
Hitler hat in "Mein Kampf" ausdrücklich geschrieben, dass er die Vernichtung der Juden als Vollendung des Willens Gottes sah.
In deutschen Wohnzimmern, in deutschen Kirchen wurde der Führer in das Gottesgebet mit eingeschlossen.
Die schlimmste Terrororganisation der Nazis, die SS, welche für die Vernichtung der Juden zuständig waren, waren für Atheisten nicht zuzänglich. Ein bekennender Atheist durfte nicht in die SS. Die SS-Leute waren also alles Christen. Und letztendlich war es der christliche Judenhass, der Hitler an die Macht gebracht hat und zu 6 Millionen vergaster Juden führte. Die Christen sollten sich das endlich mal eingestehen und nicht die Schuld auf andere schieben.

Davon abgesehen, sind eine handvoll größenwahnsinniger kommunistischer Diktatoren auch kein Beleg dafür, dass der Kommunismus ohne Atheismus weniger grausam gewesen wäre. Der kausale Zusammenhang dass es der Atheismus von Stalin und Co war, der diese so grausam werden ließ, kann nicht erbracht werden. Denn es gibt zahllose Herrscher von "Gottes Gnaden" die Stalin in Grausamkeit nicht nachstanden. Nur in ihren technischen Möglichkeiten. Und Hitler war, wie erwähnt, auch Christ und gläubig.

Und völlig lachhaft wird die Atheismus = Kommunismus = Massenmorde These, wenn man sich die Menschen der DDR anschaut. Diese waren, besonders in den Städten, unreligiös.

Und es waren diese, mehrheitlich unreligiösen Menschen, die die wohl friedlichste Revolution der Geschichte durchgezogen haben.

Kommen wir zum eigentlich Punkt: Die Definition von Religion.

Für mich gehört zu einer Religion immer der Glaube an etwas Übernatürlichen dazu. Es mag sein, dass die genaue Definition anders ist, aber so habe ich "Religion" kennen gelernt.
Wenn jetzt alles mögliche, an das Menschen glauben, als Religion bezeichnet wird, vorwiegend von "echten" Religionsvertretern, möchte ich diese doch warnen: Es mag zwar vielleicht eine gute Idee erscheinen, wenn man den eigenen absurden Gottesglauben als etwas so Natürliches darstellen will, wie den Glauben an einen Fußballklub. Aber in Wirklichkeit entwertet man damit seinen Glauben, der ja eigentlich einzigartig und das Beste und Tollste im Universum darstellen sollte. Wenn das Christentum nichts anderes ist, als z. B. eine Fanmitgliedschaft bei Borussia Dortmund, fallen sämtliche Argumente weg, warum das Christentum in Deutschland eine Sonderstellung einehmen sollte. Also ein klassisches Eigentor, welches sich Geschichtsklitterer, wie Fegalo, genau überlegen sollten.

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Ehemaliger Nutzer 21.06.2014 | 09:41

@tlacuache

Die beiden "Links" bekommen den Arm nur nicht richtig hoch...

Ach, Gott, die beiden Linksradikalen sind halt einfach alte Leut, da biste nich mehr so zackig. Interessant ist der Mensch direkt rechts von den beiden Linken. Auch er bringt den Arm nicht so ganz richtig hoch, und er trägt eine pludrige Hose, die viel, viel Raum läßt für alles mögliche. Knieabwärts verjüngt sich die Hose, endet in engen Stiefeln. Bei uns in Niederbayern hat man seinerseits gesagt: Ist die Scheiße noch so locker, / Nichts geht durch die Knickerbocker.

Jede Wette, daß die Hose braun war, damit man's nicht so sieht.

Ciao

Wolfram

tlacuache 21.06.2014 | 14:18

Immerhin kennen wir den:

http://klartext.weebly.com/uploads/7/0/3/3/7033045/1788183.jpg?348

Alte Männer bei Rehabilitationsübungen nach Schulterverletzungen Rechtsseits:

http://klartext.weebly.com/uploads/7/0/3/3/7033045/1838835.jpg

Reichsbischof Ludwig Müller bei einem einarmigen Kopfsprung in die Volksmenge, sportlich sportlich, die BDMlerInnen waren begeistert:

http://klartext.weebly.com/uploads/7/0/3/3/7033045/2403694.jpg

Franziskanermönche können nicht nur Bier brauen, sie können sogar Helme polieren:

http://klartext.weebly.com/uploads/7/0/3/3/7033045/9510098.jpg

Meinen Segen haben sie...

Gruss

tlacuache 21.06.2014 | 15:46

Das wäre eine Glaubensfrage, als Atheist stehe ich zu 100% zu meinen Ausssagen, lange Romane haben hier nicht viel bewirkt, deshalb versuche ich es eher mit Bildchenposten, damit es evtl. im Hirnkasten mal funzt. Ich habe mit Christian Berlin 100 - Zeilen - Schlachten geliefert, es hat gutgetan.

Auf sachliche Kritik gehen Sie ebensowenig ein wie ich,

so 5 - Zeiler sind nicht wirklich ueberzeugend mein lieber Gebe. Wenn man das AT oder NT ständig zitiert, wird die Welt auch nicht besser, ebensowenig wie mein atheistisches Geschwätz, besser wäre es mal einen Blog zu schreiben über die römisch Katholische Kirche von 1939 - 1945, ich bin da zu faul zu, aber es könnte ja in Ihrem Interesse liegen, nicht wahr?

Mir geht dieses Thema ziemlich den Buckel runter.

Da lade ich lieber ein paar Bildchen hoch, so kann ich mich besser und leichter erklären.

Schön, dass Sie zugeben, dass Sie mich Gnadenlos ausladen/einklappen würden, es ist interessant das ich eigentlich noch nie auf die Idee gekommen bin, in meinen eigenem Blog jemanden einzuklappen, könnte es evtl. mit meinem Verständnis zur Meinungsfreiheit liegen?

Fragen über Fragen

Auch die katholische Kirche hat sich ja nicht hervorgetan kritische Stimmen zu Worte kommen zu lassen.

Und wenn Sie meinen, ich habe keine Ahnung vom Thema, nun gut, zur "Beatae Mariae Virginis a Rosario" muss ich manchmal einen einstündigen Vortrag halten.

Danke und guten Tag

fegalo 21.06.2014 | 16:13

Hier meldet sich offenbar ein gläubiger Atheist zu Wort.

Auf eine Diskussion über den „Katholiken“ Hitler werde ich mich nicht groß einlassen. Die historische Wissenschaft hat das Thema rauf und runter dekliniert. Hitler hat das Christentum verachtet. Ihm schwebte ein Kult der Partei mit Versatzstücken alter heidnischer Mythen vor. Die nationalsozialistische Ideologie zumindest hat überhaupt keinen Bezug zum Christentum, im Gegenteil.

Was den Kommunismus betrifft, so finden Sie die entscheidenden Hinweise schon bei Marx. Die Religion soll abgeschafft, das himmlische Paradies durch das irdische ersetzt werden. Der Besitz der absoluten Wahrheit, des absoluten Guten und des absoluten Zieles der Geschichte rechtfertigt jede Maßnahme. Der Kommunismus ist notwendig atheistisch, denn er soll die Religion ersetzen.

Der kausale Zusammenhang dass es der Atheismus von Stalin und Co war, der diese so grausam werden ließ, kann nicht erbracht werden

Es behauptet niemand, dass Atheismus zu Massenmorden führt, der Zusammenhang ist vielmehr ein anderer. Totalitäre Systeme, wie sie der Kommunismus hervorgebracht hat, haben den Atheismus zur Voraussetzung. Er ermöglicht sie erst. So rum läufts. Ein echter Christ ist für so einen Wahn wie Stalinismus oder Maoismus oder der Roten Khmer gar nicht erreichbar. Die Kommunisten wussten das von Anfang an, deshalb haben sie die Religion bekämpft. Natürlich kann sich ein Atheismus auch mit einem friedlichen Humanismus paaren. Aber mit dem Atheismus wächst die Anfälligkeit für totalitäre Ideologien. Die Geschichte hat das bewiesen.

alalue 21.06.2014 | 16:21

Also, jetzt paß mal genau auf: ist zwar historisch, aber nicht ohne.

Ein Italiener, ein Deutscher und ein Russe unterhalten sich über ihre Autos.

Zum Spazierenfahren benutze ich den Ferrari, in die Stadt nehme ich den Fiat, und ins Auslang den Maserati.

Sagt der Deutsche: für die Landstraße den Porsche, zum Einkaufen den Golf und ins Ausland den Mercedes.

Sagt der Russe: für die Landstraße den Lada, für die Stadt den Moskovich.

Und ins Ausland ? fragen die anderen.

Da nehme ich immer den Panzer.

tlacuache 21.06.2014 | 16:51

..."Ein echter Christ ist für so einen Wahn wie Stalinismus oder Maoismus oder der Roten Khmer gar nicht erreichbar"...

Süss, Mussolini hat die gläubigen Mutti's in Sizilien alle in den Kochtopf geworfen und die US- amerikanischen Freikirchen haben dem Atheist Hitler den Garaus gemacht.

..."Aber mit dem Atheismus wächst die Anfälligkeit für totalitäre Ideologien. Die Geschichte hat das bewiesen"...

WOW, ein Satz, der funzt!

..."Der Dreißigjährige Krieg von 1618 bis 1648 war ein Konflikt um die Hegemonie im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation und in Europa und zugleich ein Religionskrieg. In ihm entluden sich auf europäischer Ebene der habsburgisch-französische Gegensatz und auf Reichsebene derjenige zwischen Kaiser und Katholischer Liga einerseits und Protestantischer Union andererseits. Gemeinsam mit ihren jeweiligen Verbündeten im Reich trugen die habsburgischen Mächte Österreich und Spanien ihre dynastischen Interessenkonflikte mit Frankreich, den Niederlanden, Dänemark und Schweden aus. Infolgedessen verbanden sich eine Reihe weiterer Konflikte mit dem Dreißigjährigen Krieg: der Achtzigjährige Krieg (1568–1648) zwischen den Niederlanden und Spanien, der Französisch-Spanische Krieg (1635–1659)"...

Das waren Atheisten unter sich, vor der Aufklärung und insbesondere nach der Reformation der Kirche.

Hut ab, solch einen schlauen Kommentar habe ich selten gelesen.

Nicht zu vergessen die atheistischen Kriege bei der Schlacht von Navas de Tolosa, als die Christen die Atheisten nach Afrika zurückgestriegelt hatten, das wäre sehr schlimm geworden, die Atheisten hätten in Madrid womöglich ein atheistisches Imperium aufgebaut, bei denen die roten Kmer wie eine Odenwaldschule ausgesehen hätten ("Wir streicheln nur Kinder").

Marx ist sowieso an allem Schuld, oder sind es evtl. die Grossgrundbesitzer?

Apropos, ganz grosse Grundbesitzer im 18. Jahrhundert waren die Orden der alten reaktionären Kräfte im Vatikan.

Das waren die gleichen die im 18. Jahrhundert noch gelabert haben die Welt ist eine Scheibe obwohl jeder atheistische Freibeuter auf dem Meer schon im 15. Jahrhundert wusste das kann gar nicht sein, da man mit dem Fernrohr immer als erstes den Fahnenmast sieht.

Ach so, wegen Hitler, Juden und Pogrome und so:

Atheistische Christen haben in Lissabon 1506 erst mal richtig mit den Juden aufgeräumt, wie der atheistische Hitler, Vorbildfunktionen sozusagen:

Ostermassaker an Juden, Manni der erste ("der glückliche Atheist") von Portugal, da staunt der Braunauer, erst den Pfeffer von Fernost einfahren und dann nicht Analphetisierungs-, sondern Bevölkerungsreduzierungsprogramme, der hatte zum Glück noch kein Micro in der Hand, der alte Atheist.

tlacuache 21.06.2014 | 17:06

Jetzt bekommst du ersten vom Goedzak und Zweitens von der Magda eins Uebergebraten, zurecht.

Im Koreakrieg 1952 und in Lateinamerika 40er, 50er, 60er, 70er bis in die Reaganjahre haben die Ami's sogar mit dem Panzer kippen geholt, nicht wahr?

Vietnam war da eher einen kleinen Joint Rauchen gehen, '75 in Saigon war auf einmal das Gas vom Feuerzeug leer, hatte man ja mit Agent Orange in die Felder geballert, kein Wunder das die Fluppe nicht mehr gefunzt hatte...

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Ehemaliger Nutzer 21.06.2014 | 17:13

@tlacuache

Immerhin kennen wir den:

Dem wohlbekannten Herrn scheint das Kruzifix aus dem Kopf zu wachsen. Wenn das mall nicht Vorrrsähung ist.

Alte Männer bei Rehabilitationsübungen nach Schulterverletzungen Rechtsseits:

Das schaut mir eher nach Winke-Winke aus. Hier ham sie wieder so einen Nazi erwischt:

https://encrypted-tbn2.gstatic.com/images?q=tbn:ANd9GcRXUN-RltnAEg0_Y6iCjpO9VtVmObAjApQSabcQKQfAct35v7U3

Reichsbischof Ludwig Müller bei einem einarmigen Kopfsprung in die Volksmenge, sportlich sportlich, die BDMlerInnen waren begeistert:

Die erigierte Rechte gehört nicht dem Bischof, sondern dem hinter ihm stehenden, von ihm fast völlig verdeckten Uniformträger.

Ciao

Wolfram

tlacuache 21.06.2014 | 17:18

Das

sind

sehr

überzeugende

Dreizeiler, bei denen man nicht übersehen kann, dass sich der Schreiber dieser Zeilen ernste Gedanken gemacht hat.

Insbesondere fällt hier auf, wie Tlacuache geradezu mit Gegenargumenten bombardiert wird, Trommelfeuer wie in Zeiten vom Alexander dem VI, die Beutelratte traut sich kaum noch aus dem Unterstand raus, "brbrbr", "zitter zitter"...

(...Geschichte Lesen hilft, manchmal...)

alalue 21.06.2014 | 17:19

Ja sicher: aber die Russen, die gewöhnlichen, durften doch nicht raus, außer mit dem Panzer.

Also, wenn Geodzak und Magda mich kritisierten, das würde mich ja so treffen.

Ach ja, ich vergaß: Alles im Westen ist böse, und aus dem Westen kommt nur übles.

Fährt einer auf der Autobahn mit seinem Porsche: überholt ihn ein Käfer mit 200, ganz locker. In der Raststätte fragt er den Käferfahrer, wie er das macht ?

Ich habe vorne russische und hinten amerikanische Reifen. Was meinst du, wie die Russen laufen, wenn die Amerikaner kommen ?!

tlacuache 21.06.2014 | 17:37

..."Die erigierte Rechte gehört nicht dem Bischof, sondern dem hinter ihm stehenden, von ihm fast völlig verdeckten Uniformträger"...

Das hast du Messerscharf beobachtet, ich dachte es fällt keinem auf, daher wollte ich nicht in die Details gehen, nun gut, unbekannt ist dir aber die Anekdote dass er sich nach dem wixen, ääh, "Jungenstreicheln" am Vorabend eine übelste Sehnenscheidentzündung geholt hat.

Also zahlte er dem Mann hinter ihm unfassbare 10 Mark, was natürlich eine stark untertriebene Bezahlung ist, aber er versprach ihm noch obendrein "Himmlerreiche", ääh, Himmelreiche wenn er sich in den Dienst der Kirche stellt. Der Uniformierte mit den bisher noch nicht vollgeschissenen Knickerbockern lehnte höflichst ab ("Leck mich du Pfaffe"), aber er wollte nicht ein Esel des 1000 jährigen Reiches werden, also spielte er das Spiel des falschen Pfaffen mit. Die Quittung bekam er postum, 1943 in Leningrad, ein Fähnrich hatte die Schnauze voll von den Gängeleien von dem Arsch aus Berlin der fast nie an der Front sass und immer nur das Maul aufriss, im "Kampf" verpasste er ihm aus 25 Metern einen Steckschuss in die linken Schläfe, der Mord flog nie auf, die Obduktionsbehörde war in dieser Zeit in Stalingrad weithin überfordert...

fegalo 21.06.2014 | 18:10

Insbesondere fällt hier auf, wie Tlacuache geradezu mit Gegenargumenten bombardiert wird,

Gegenargumente gibt es nur gegen Argumente. Ich habe aber gar keine solche gefunden (sollte ich was übersehen haben?), statt dessen ein Sammelsurium von Untaten, die einst durch Christen verübt wurden. War aber nicht das Thema. Das Thema war der Zusammenhang zwischen Atheismus und Totalitarismus. Da trägt es nichts bei, wenn Sie Judenpogrome von vor 500 Jahren zitieren.

Übrigens I:

Ich habe bestimmt kein Interesse an „Diskussionen“ mit historischen „Belegen“, die nur den eigenen Hass auf irgendwas rechtfertigen sollen. Wer erkennbar keinen Willen zur Differenzierung an den Tag legt, weil er Geschichte vor allem als Wühlkiste zur Bestätigung der eigenen ideologischen und moralischen Position benutzt, mit dem gibt es kein Gespräch.

Übrigens II:

lange Romane haben hier nicht viel bewirkt, deshalb versuche ich es eher mit Bildchenposten, damit es evtl. im Hirnkasten mal funzt.

Anders als Sie habe ich hier noch nie die Absicht gehabt, jemanden zu überzeugen. Es ist mir vollkommen klar, dass das nicht passiert. Ich bin nicht missionarisch unterwegs. Aber das ist ja auch ein zentraler Unterschied zu meinen Lieblingsfreunden von der linken Fraktion.

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Ehemaliger Nutzer 23.06.2014 | 20:11

@tlacuache

...ein Fähnrich hatte die Schnauze voll von den Gängeleien von dem Arsch aus Berlin der fast nie an der Front sass und immer nur das Maul aufriss, im "Kampf" verpasste er ihm aus 25 Metern einen Steckschuss in die linken Schläfe, der Mord flog nie auf, die Obduktionsbehörde war in dieser Zeit in Stalingrad weithin überfordert...

http://cartoonists.cartoonbank.ru/wp-content/uploads/2008/08/rencin11.jpg

Hmnja, da machst du ein Riesenfaß auf. Loyalität und Verrat.

Als ich so etwa 12, 13 Jahre alt war, ermahnte mich meine Mutter eindringlich, ich sollte in meiner Blosn (auf Intellellendeutsch: peer group) nicht alles mitmachen, was die machten. Sollte die Blosn die Grenzen des Anstands oder gar der Strafgesetze überschreiten, dann sollte ich nicht mitmachen, gegebenenfalls sogar die Blosn verraten. Nicht, daß diese Ermahnung nötig gewesen wäre, der Unfug, den meine Blosn gemacht hat, hielt sich im Rahmen des Altersüblichen.

Für meine spätere Entwicklung habe ich daraus den Schluß gezogen, daß ich meine Loyalität nicht blind und bedingungslos verschenke, an Personen gegebenenfalls schon, an Institutionen niemals.

Ciao

Wolfram

tlacuache 24.06.2014 | 05:16

..."Für meine spätere Entwicklung habe ich daraus den Schluß gezogen, daß ich meine Loyalität nicht blind und bedingungslos verschenke, an Personen gegebenenfalls schon, an Institutionen niemals"...

Na wie gut dass du an späteren Entwicklungen nicht beteiligt warst, heute wird ja zum Glück nur noch Watergeboarded, in Chile ham'se Dir noch 70 Volt zwischen Sack und Augenlied gehalten. Da könnte Loyalität zu Personen schnell zum Eigentor werden, die Institutionen evtl. der Notanker, man muss sich nur zu den falschen Farben bekennen.

Gruss