Langzeitbeziehungen sind hart!

Abo-Prämien Es ist schwer seiner Zeitung treu zu bleiben
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Ich bin definitiv „old school“ und liebe es meine Zeitung in der Hand zu halten. Aber sie macht es mir nicht leicht. Natürlich hasse ich Facebook wie jeder andere auch und habe deswegen auch ein Facebook Account, anders geht es ja nicht! Was springt mir aber jedes Mal entgegen, sobald ich meine Facebookseite öffne? Mindestens 25 Benachrichtigungen, die alle von meinem Herzblatt kommen und mir die Artikel, Glossen und Kommentare von gestern, heute und morgen umsonst auf den Bildschirm zaubern wollen. Aber ich bleibe standhaft und markiere alle Benachrichtigungen unbeschaut als „gelesen“ weg. Bin ich blöd und lese etwas umsonst, für das ich bereits bezahlt habe?
Ich mahle Kaffee „old school“ von Hand, setze den Wasserkocher in Betrieb und hole mir die Vormittagslektüre entweder druckfrisch aus dem Briefkasten oder, bei der aktuellen Wetterlage immer öfter, wieder aufgewärmt und knusprig aus dem Wäschetrockner. Brezle mich genüsslich auf mein Sofa und beginne zu schmökern. Besonders amüsant finde ich dabei immer die Werbeanzeigen für die Zeitung in der Zeitung! Was die sich alles einfallen lassen! Urlaub in der Karibik, eine Espressomaschine mit der ich auch Gulaschsuppe kochen könnte oder die Gesamtausgabe der gesammelten Werke des Herausgebers, alles fast umsonst wenn ich für ein paar Monate ein Probeabo bestelle!

Meine Zeitung will mich schlau machen, hält mich aber offensichtlich für total bescheuert! Jahre der Treue werden im besten Fall mit einer Zahlungserinnerung belohnt, nicht aber mit einem liebevollem Geschenk! Wäre ich nicht so hoffnungslos „old school“ würde ich jedes Abonnement am Tag seines Abschlusses sofort wieder kündigen und die darauf folgenden Monate mit dem Vergleich der Werbeprämien der Konkurrenz zubringen. Vielleicht ist ja auch einmal etwas wirklich Tolles dabei, so etwas wie das komplette Unterhosenset aus Bio-Baumwolle, frei wählbar in den Größen Hobbit bis Ork.


15:43 31.07.2015
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

Fei LiPu

Philipp Tenta österreichischer Komponist und Autor, aktuelle Publikationen: "Haydn muss den Kopf verlieren!" "Aus der Klezdose"
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Fei LiPu

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