Felipe Gonzo

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RE: Misere der Meisterdenker | 08.01.2011 | 14:14

Tsorry, aber die Krise des Intellektuellen bleibt in seiner heterotopen Grundhaltung begründet. Macht Euch alle mal die Hände schmutzig und riskiert Euch selbst - auch und gerade in neuen Medienformen - anstatt einen Ort der gelehrten Richtigkeit des Denkens aufrecht zu erhalten. Der Intellektuelle hat die rethorische Auseinandersetzung verlernt, die eine eigene Philosophie auch mit öffentlicher Performanz verbindet.

Die Formen der Polemik, der Phillippika, der Kynik, der Satire sind in der Tat verkümmert - und der Ernst eines bürgerlichen Intellektuellen-Subjekts spielt in dieser Entwicklung seine Rolle. Den obigen Text eine Polemik zu nennen, nur weil 'Mainstream' und 'Meisterdenker' in einem Atemzug genannt werden, ist natürlich etwas lächerlich.

Der letzte Absatz versöhnt dann wieder ein bisschen (auch wenn die Beispiele des Textes wirklich sehr enttäuschend sind) denkt er doch gerade die Manifestierung ehemals neuer Anschauungen als neu-ideologisch (hier im negativen Sinne gemeint) und merkt damit die ekelige Verbindung bürgerlicher Steuerungsphantasien mit neuen Diskursen an.

[Was der letzte Absatz mit der Sozialdemokratie zu tun hat, leuchtet mir noch nicht ein.. Wer von unseren Parteien sich in den Umbrüchen unserer Zeit letztlich 'progressiv' oder 'konservativ' nennen darf, bleibt noch abzuwarten.]

Immer schön in Bewegung bleiben. Und es tut mir leid das zu sagen, aber: Ein Nestbau auf Der Freitag in alter Gelehrtheit reicht hier leider nicht aus.. womit sich de Bogen zur Krise des Intellektuellen wunderbar schließt. ;)

Gruß in die Runde,
Felipe Gonzo