Na Lobo!

Werbekritik Der Blogger Sascha Lobo wirbt für Vodafone. Daran sind zwei Dinge fraglich: 1. Dürfen Blogger Werbung machen? 2. Als iPhone-Besitzer müsste er Telekomkunde sein

Sascha Lobos Markenzeichen ist sein roter Irokesenschnitt. Wenn man Werbung glauben darf, ist er „der bekannteste Blogger Deutschlands.“ So beschreibt ihn zumindest das Mobilfunkunternehmen Vodafone auf einem neuen Plakat. Ebenso wie in dem neuen TV- und Kinospot, in dem Lobo ebenfalls einen kurzen Auftritt hat. Für die Kampagne hat er sich in einen Berliner Bus gesetzt und ein Smartphone in die Hand genommen. Der Werbespot, in dem mit Ute Hammelmann noch eine weitere Bloggerin auftaucht, richtet sich laut Vodafone an die „Generation Upload“. Das sollen all die Menschen sein, die die Welt verändern wollen – und dafür die Produkte von Vodafone nutzen.

Nun ist Sascha Lobo selbst als "bekanntester deutscher Blogger" noch kein Prominenter. Außerhalb der Blogosphäre kennt ihn so gut wie niemand, innerhalb der Szene ist er zumindest umstritten: Narzissmus und Ausverkauf werfen ihm Kritiker vor. Und tatsächlich steht die Frage im Raum, wie authentisch Blogger sein können, wenn sie Werbung machen. Immerhin halten sie sich für unabhängiger als die Mainstream-Journalisten und wehren sich gegen jede Art von Zensur, auch gegen Selbstzensur.

Bei der ist Lobo vielleicht schon angekommen. Denn das Smartphone in seiner Hand ist natürlich kein iPhone, denn die gibt es mit einem Vodafone-Vertrag offiziell nicht zu kaufen. Innerhalb der Blogosphäre ist freilich bekannt, dass Lobo iPhone-Besitzer ist und damit eigentlich Telekomkunde sein müsste. Für Vodafone ist das ein Risiko: Das Unternehmen will mit der "Generation Upload" eine auf Authenzität bedachte Käuferschicht erreichen. Für Lobo wenigstens ist es ein Glück, dass er keine Werbung für T-Mobile macht: Dann hätte er sich seine Vodafone-roten Haare magenta färben müssen.

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