Das bedingungslose Grundeinkommen

FAQ Ein Bügergeld für alle - wäre das bezahlbar? Würden die Leute noch arbeiten gehen? Und warum tun sich die Parteien so schwer mit der Idee? Ein paar Antworten im Überblick
Felix Werdermann | Ausgabe 40/2013 50

Bedingungsloses Grundeinkommen, was heißt das?

Geld für alle – und zwar unabhängig von Bedürftigkeit, Arbeitsbereitschaft und Familiensituation: Das ist die Idee des bedingungslosen Grundeinkommens (BGE), das der Staat den Bürgern zahlt. Dadurch würden Leistungen wie die Sozialhilfe und eventuell auch die Rente oder das Kindergeld ersetzt, nicht jedoch andere staatliche Hilfen, etwa für pflegebedürftige Personen.

Wer würde denn dann noch arbeiten gehen?

Der finanzielle Zwang, sich eine Arbeit zu suchen, würde durch ein Grundeinkommen reduziert oder ganz abgeschafft. Es bliebe also mehr Zeit für ehrenamtliches Engagement, zudem könnte durch mehr Teilzeitstellen die Arbeitslosigkeit sinken. Wie viele Menschen weiterhin einer bezahlten Tätigkeit nachgehen würden, hängt wohl vor allem von der Höhe des Grundeinkommens ab. Umfragen zeigen aber, dass viele Menschen die Arbeitsbereitschaft anderer unterschätzen, während sie von sich selbst behaupten, auch bei finanzieller Absicherung durch ein Grundeinkommen weiter zur Arbeit zu gehen.

Lässt sich das Grundeinkommen überhaupt finanzieren?

Bezahlt würde das Grundeinkommen aus Steuern, wie auch andere Sozialleistungen heute. Weil reiche Menschen das Grundeinkommen ebenfalls bekommen (im Gegensatz zu den heutigen Sozialleistungen), müssten sie im Gegenzug ein bisschen stärker besteuert werden, um am Ende zu der gleichen Einkommensverteilung in der Gesellschaft zu gelangen.

Was sagen die Parteien dazu?

Die Parteien tun sich schwer mit der Idee des bedingungslosen Grundeinkommens. Die Piraten sind dafür, alle Bundestagsparteien dagegen. Woher kommt die Angst? Einige Menschen würden beim Übergang von den jetzigen Sozialleistungen zum BGE finanziell verlieren, exakt die gleiche Einkommensverteilung würde es nicht geben. Das kann Wähler kosten.

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06:00 16.10.2013

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