Felix Werdermann
Ausgabe 2414 | 25.06.2014 | 06:00 41

„Die Pralinenbox ist geplündert“

Peak Oil Wie groß sind die weltweiten Energiereserven tatsächlich? Die Angaben werden aus politischen und wirtschaftlichen Gründen manipuliert, sagt der Geologe Alex Beaurieux

Der Freitag: Werfen wir einen Blick auf die globale Situation. Der Wirtschaftsverband Erdöl- und Erdgasgewinnung schreibt, dass seit Jahrzehnten die Ölreserven steigen, zum Beispiel weil neue Felder gefunden werden. Haben wir überhaupt ein Problem mit der begrenzten Menge an Rohstoffen?

Alex Beaurieux: Niemand weiß, wie groß die Lagerstätten wirklich sind. Wir wissen nur, wie viel noch in den erbohrten Feldern ist, der Rest basiert auf Schätzungen. Die meisten Daten sind also unzuverlässig. Man muss sich fragen, wo die Zahlen herkommen und ob da indirekt eine politische Botschaft drinsteckt.

Eine politische Botschaft?

Schauen Sie sich an, wer das Erdöl kontrolliert. Laut der Internationalen Energieagentur sind ungefähr drei Viertel der weltweiten Öl- und Gasreserven in staatlicher Hand und nur ein Viertel in privater. Natürlich haben die Staaten ganz andere Interessen als private Konzerne.

Warum? Beide wollen doch die Vorkommen ausbeuten.

Es gibt dennoch verschiedene Beweggründe. Die OPEC-Staaten, also die Erdöl exportierenden Länder, bilden ein Kartell, um das Angebot auf einem für sie profitablen Niveau zu halten. Es gibt für jedes Land eine maximale Förderquote und die hängt ab von den Reserve-Angaben. Wenn ein Land also mehr fördern will, muss es nur die eigenen Angaben zu den Reserven erhöhen.

Sie meinen, die Angaben sind politisch oder wirtschaftlich motiviert?

In den 80er Jahren haben einige OPEC-Staaten ihre Reserve-Angaben von einem Jahr aufs andere verdreifacht, zum Beispiel Abu Dhabi. Irak, Iran oder Venezuela haben sie verdoppelt. Zudem werden über Jahrzehnte hinweg die gleichen Reserve-Angaben gemacht, obwohl Tag für Tag Millionen Fässer gefördert werden. Das ist doch unrealistisch.

Vielleicht werden neue Vorkommen gefunden.

In der Theorie ist das so. Aus der Praxis wissen wir aber: Mitte der 60er wurde am meisten Erdöl entdeckt. Seitdem geht es bergab. Gleichzeitig ist aber die Produktion gestiegen. Im Jahr 1980 wurde erstmals mehr Erdöl gefördert als neu gefunden wurde. Und seit 2005 ist die Fördermenge nahezu konstant.

Aktuell werden täglich weltweit über 90 Millionen Fass Erdöl verbraucht, das entspricht 45 Supertankern. Möglicherweise haben wir schon letztes Jahr das Fördermaximum erreicht, den sogenannten Peak Oil. Mit tiefgreifenden Folgen. Denn auch bei einem Rückgang von nur zwei Prozent produzieren wir in 35 Jahren nur noch die Hälfte der aktuellen Fördermenge.

Der Ölpreis ist in den vergangenen Jahrzehnten gestiegen. Das könnte auch der Grund sein für das Wachsen der Reserven. Es wird nämlich unterschieden: Unter Ressourcen werden alle vermuteten Vorkommen verstanden; unter Reserven nur die Menge, von der wir sicher wissen, dass es sie gibt und dass sie wirtschaftlich gefördert werden kann. Wegen des gestiegenen Ölpreises lohnt es sich jetzt, manche – vorher unprofitablen – Vorkommen zu fördern. So werden Ressourcen zu Reserven.

In der Tat sind nun manche Ressourcen auf einmal interessant. Das ist aber kein Zeichen dafür, dass der hohe Erdölpreis alles möglich macht, sondern eher ein Zeichen der Verzweiflung. Um die ständige Nachfrage zu befriedigen, wird immer mehr in Kauf genommen. Die Förderung wird teurer, sie braucht mehr Energie und hat immer schlimmere Umweltauswirkungen. Um es bildhaft auszudrücken: Die Pralinenbox ist geplündert, jetzt sind noch die Dinge übrig, die keiner mag.

Was sind denn die Pralinen unter den Öl- und Gasvorkommen?

Die Qualität ist sehr unterschiedlich, die begehrtesten Pralinen haben die beste Energiebilanz. Da wird verglichen: Wie viel Energie ist im Erdöl de facto enthalten und wie viel Energie muss ich in die Förderung stecken? Man spricht vom Energy Return on Investment. Im Jahr 1930 lag das Verhältnis teilweise bei mehr als 100 zu 1. Inzwischen sind wir im globalen Durchschnitt bei ungefähr 15 zu 1. Irgendwann lohnt es sich nicht mehr, die Vorkommen als Brennstoffe zu fördern.

Die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe schätzt, dass die Ressourcen an Öl und Gas so groß sind, dass sie den jetzigen Jahresverbrauch um mehr als den Faktor 100 übertreffen. Das heißt, die fossilen Rohstoffe wären theoretisch noch mindestens 100 Jahre lang verfügbar.

Das sind die berühmten Projektionen der Behörden, die sich Jahr für Jahr widersprechen. In den USA hat die Energy Information Agency etwa vor wenigen Tagen die Schätzung für die Vorkommen in der kalifornischen Monterey-Formation um sage und schreibe 96 Prozent reduziert.

Werden die Schätzungen auch manchmal nach oben korrigiert?

Das ist eher bei Privatkonzernen der Fall. Sie wollen, dass ihre Aktien ständig an Wert gewinnen. Daher haben sie allen Grund, am Anfang zu untertreiben und dann im Laufe der Zeit immer wieder neue Reserven hinzuzufügen. Die existieren ja, es wurde nur vorher nicht zugegeben.

Das heißt, die Privatkonzerne untertreiben, die staatlichen Ölkonzerne der OPEC-Länder übertreiben?

Ja, das sind zwei gegenläufige Trends, die von der Öffentlichkeit in der Regel nicht wahrgenommen werden.

Und insgesamt wird die Gesamtmenge an Öl- und Gasvorkommen übertrieben?

Es ist eigentlich gar nicht wichtig, wie viel Öl und Gas da ist. Entscheidend ist, wie viel man wirtschaftlich fördern kann.

Vielleicht geht es auch darum, wieviel man überhaupt fördern darf, wenn man die schlimmsten Folgen des Klimawandels noch verhindern will. Sie sagen, dass die Reserven in Wirklichkeit gar nicht so groß sind. Besteht da nicht die Gefahr, dass Sie denjenigen Leuten Vorschub leisten, die sagen: Wir brauchen gar nichts gegen den Klimawandel zu tun? Die Vorräte werden sowieso nicht genutzt, da brauchen wir keine Regulierung?

Nein, selbstverständlich müssen wir ganz viel tun, angefangen bei unserem Ölverbrauch. Ich denke, dass der politische Regulierungswille, weniger zu CO2 auszustoßen, der indirekte Versuch ist, der Bevölkerung klar zu machen: Jetzt ist die Party vorbei, jetzt geht es bergab mit Eurem Lebensstandard.

Das heißt, die Politik gibt nur vor, dass aus Klimaschutzgründen gespart werden muss und in Wirklichkeit geht es darum gar nicht?

Ich kann nicht beurteilen, worum es bestimmten Politikern geht.

Der Weltklimarat IPCC hat ausgerechnet, dass im Boden noch mehr als zehn Mal so viel CO2 gelagert ist in Form fossiler Brennstoffe wie ausgestoßen werden darf, um das Zwei-Grad-Ziel zu erreichen. Der Ökonom Ottmar Edenhofer vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung sagt daher: Wir sollten uns politisch dafür einsetzen, dass ein Großteil der Brennstoffe im Boden bleibt.

Ich sehe die Bemühungen, weniger CO2 ausstoßen, als klares Zugeständnis zu Peak Oil. Wir müssen daher überlegen, wie wir weg kommen vom ständigen Wachstumszwang, hin zu einer möglichst nachhaltigen Lebensweise.

 

Das Gespräch führte Felix Werdermann

Alex Beaurieux, 33, ist Geologe. Er arbeitet am Schweizer Institut für Friedensforschung und Energie (SIPER). Dort forscht er zu Peak Oil und dem globalen Kampf um begrenzte Ressourcen. Zudem ist er Vorstandsmitglied der deutschen Sektion der Association for the Study of Peak Oil and Gas (ASPO).

Dieser Beitrag erschien in Ausgabe 24/14.

Kommentare (41)

h.yuren 25.06.2014 | 09:10

nichts neues unter der sonne der einsichtigen seit 1972, als der bericht an den club of rome "Die Grenzen des Wachstums" erschien. nur tun sich wirtschaft und politik schwer, vom wachstumskarussell herunterzusteigen.

fracking ist das muster für die entscheidung. entweder es wird wie in den usa und kanada wild gefördert oder aber es wird mit großer vorsicht gemieden. wer sich ehrlich für die energiewende entschieden hat, kann weder fracking noch kohlekraftwerke ins kalkül ziehen. wer riskant spielt, kann angeblich viel gewinnen, in wirklichkeit wird sehr viel verlust gemacht. gewinner sind nur die energiekonzerne, solange sie noch bestehen.

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Ehemaliger Nutzer 26.06.2014 | 08:53

Das Problem der Zahlenmanipulation stimmt. Interessenbedingt wird gelogen. Bis hierhion ok. Das man sich dann aber auf eine Seite der Aussage schlägt, ist nicht plausibel sondern ideologisch motiviert und genauso falsch und nicht objektiv.

Daneben ist das Thema, ist Erdöl fossil oder abiotisch, nicht vom Tisch. Das überhaupt nicht zu erwähnen, ist ebenfalls nicht objektiv.

Soloto 28.06.2014 | 15:32

Die Diskussion um den Peak Oil hat sich seit über zehn Jahren nicht vom Fleck bewegt. Stets wird behauptet, wir stünden unmittelbar davor oder hätten den Peak gerade eben überschritten. Im Prinzip klingt das ja auch plausibel, denn wer außer ein paar Klimaskeptikern glaubt schon ernsthaft, dass die Art und Weise des menschlichen Wirtschaftens folgenlos bleiben könnte? Doch gerade beim Thema Erdöl gibt es eben noch die abiotische Theorie, derzufolge Öl nicht das Produkt biologischer Zersetzungsprozesse ist, sondern im chemischen Reaktor des ultraheißen Erdinneren entsteht und von dort aus, ähnlich wie Lava, in höhere Gesteinsschichten aufsteigt. Diese Theorie hat viel für sich, auch wenn ein dumpfes Weiter-so mit unbegrenztem Ölvorrat sicherlich nicht im Sinne des Planeten sein kann.

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Ehemaliger Nutzer 29.06.2014 | 15:29

"Das man sich dann aber auf eine Seite der Aussage schlägt, ist nicht plausibel sondern ideologisch motiviert"

Nein logisch, denn eines wirst auch du nicht abstreiten können: irgendwann ist die Party vorbei.

Und wir können nur hoffen, dass die ganzen Klimawandel-Leugner tatsächlich recht haben, ansonsten Gnade uns Gott. Schönes existenzielles Experiment, so eine Art russisch Roulette.

Und die Frage ob abiotisch oder fossil ist ziemlich nebensächlich, findest du nicht? So oder so werden sich die Lager nicht von Zauberhand wieder füllen, in den nächsten Jahren. Oder hast du dazu andere Informationen?

Reimers 29.06.2014 | 15:33

Alex Beaurieux sagt fast nichts und wird auch fast nichts gefragt, das ist schade. Selbstverständlich kann man verifizierbare Zahlen über ÖL und Gas erhalten. Das Gerede über ungenaue und "politische" Zahlen selbst soll für die ewige Aufrechterhaltung von Verwirrung sorgen.

Der Begriff "Peak Oil" selbst, samt seiner spezifischen Anwendung und seiner Bedeutung im permanenten "Kampf" um stets hohe Gewinne ist von einem einflussreichen Mitarbeiter einer amerikanischen Ölgesellschaft Anfang der 50er Jahre in Texas auf einer Konferenz geprägt worden.

Kein Wort zu den wichtigsten Akteuren, ihren inneren Verflechtungen mit den weltweit agierenden Finanzbanken, kein Wort zu den tiefen Verbindungen mit den Geheimdiensten und den Militärs, nicht einmal der Begriff "Big Sisters" wurde auch nur einmal erwähnt. Nicht ein Satz zur Totalverwüstung großer Gebiete auf lange Zeit durch die chemische Vergiftung des Grundwassers durch das Fracking (die rein tektonischen Gefahren - ein geologischer Aspekt).

Das völlige Verschweigen der in Fachkreisen und insbesondere der Öl/Gaswirtschaft nicht mehr angezweifelten erstaunlichen neuerlichen großen Funde (ca. 30% der Gesamtresourcen), dagegen aber ein herausgepicktes Einzelbeispiel von übertriebener und zurückgenommener Ausbeuteerwartung. Das alles ist schon ein starkes Stück.

Hier sollte sich aber auch der Interviewer selbst angesprochen fühlen, denn sowohl die eigene sachliche Vorbereitung für ein solches Interview als auch die wohlüberlegte Auswahl eines, oder vielleicht auch zweier geologischer Fachleute sind wohl notwendige Vorraussetzungen dafür, daß so ein Interview für die Leser interessante neue Erkenntnisse bringt.

Das 3/4 Staat gegen 1/4 Privatwirtschaft auf diesem Gebiet betrachte ich in diesem Zusammenhang als Höhepunkt von Disinformation zum Thema.

Für weiterhin Interessierte hier zwei Buchtitel mit einer wahren Flut von Informationen:

1. F. William Engdahl: "Mit der Ölwaffe zur Weltmacht. Der Weg zur neuen Weltordnung"

2. Dean Henderson: "Big Oil & Their Bankers In the Persian Gulf"

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Ehemaliger Nutzer 29.06.2014 | 15:41

Eher konservative Denkblockade deinerseits. Neue Technologien gibts nunmal nicht für lau.

Und wenn ich die Wahl habe, das Geld den Konzernen (und damit den wirklich großen Kapitalanlegern) für Dinosaurier-Technik, Megatagebaue und riskante AKWs in den Rachen zu werfen, oder lieber den dezentralen und nachhaltigen "Kleinen", dann weiß ich was ich tue.

Und wenn ich die Wahl habe einige saudische Steinzeit-Monarchien noch reicher zu machen oder etwas mehr Geld auszugeben und es bleibt dafür im Land, dann ist meine Wahl auch klar.

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Ehemaliger Nutzer 29.06.2014 | 22:08

Irgendwann ist kein Argument für erneuerbaren Unfug heute. Die Party ist seit mindestens vierzig Jahren angedroht vorbei, Sontagsfahrverbot war 1973 und wird dann regelmäßig verschoben und neu aufgelegt. Panikmodus als JoJo.

Und Klimawandel gab es schon immer. Und schon immer war es nicht der Mensch. Der Mensch ist mit Sicherheit der größte Umweltzerstörer, aber eben auch der kleinste CO² Produzent. Fünf Prozent des CO² Haushaltes der Natur kommen auf seine Kappe, die restlichen 95 verwaltet die Natur in Eigenregie.

Mit fünf Prozent bist du Statist.

Und sehr Gläubig, wenn du dir mit dem Argument das Geld aus der Tasche ziehen läßt. Denn darum geht es bei dieser Schwindelei.

Wissbegieriger 30.06.2014 | 09:34

Die Politik könnte, selbst wenn sie es wollte, nicht von dem Wachstumskarussel heruntersteigen, da sie auf dieser Welt keine Macht besitzt. Und die Wirtschaft könnte es auch nicht, da der Wachstumswahn eine notwendige Konsequenz, resultierend aus dem verzinsten Geldsystem ist. Vergleichbar mit einem Krebsgeschwür. Die bösen Zellen( Geldsystem) breiten sich immer schneller und aufhörlich aus, der Körper wiederum produziert gute Zellen die den Krebs zwar nicht aufhalten können, aber das Sterben des Wirtes verzögern.

Irgendwann wird überall mit allen möglichen Methoden Öl und Gas gefördert. Der Mensch und die Umwelt sind scheiss egal, es geht nur um Profit. Allerdings darf man das nicht alles dem Kapitalismus in die Schuhe schieben. Der Kapitalismus ist nur ein Diener des Geldsystems. Die Wirtschaftsform, die die Wucherungen des Zinseszins am längsten füttern kann. Solange Private (Bankiersfamilien / Banken) das Recht der Geldherstellung aus dem Nichts besitzen, wird sich GARNICHTS ändern. Egal ob wir im Kapitlismus, Kommunismus oder einer neuen Wirtschaftsform leben, die die sich nach dem einen großen Zusammenbruch des Finanzsystems ausdenken, der noch kommen wird, wie alle 7-9 Jahrzehnte.

h.yuren 30.06.2014 | 12:12

Das man sich dann aber auf eine Seite der Aussage schlägt, ist nicht plausibel sondern ideologisch motiviert und genauso falsch und nicht objektiv.

wenn nicht zu leugnen ist, dass die alpengletscher seit jahrzehnten schrupfen, brauch man keine zahlen, die wieder verdreht werden könnten. mensch braucht nur augen. wer das nicht sehen will, kann die augen davor verschließen.

klimatologen haben lediglich die beobachtungen hier in europa auf den ganzen globus ausgedehnt und mit messungen belegt.

der rest ist spekulation. aber die wahrscheinlichkeit, dass der hohe ausstoß an treibhausgasen ursächlich ist, liegt sehr hoch. um das beurteilen zu können, muss mensch mehr wissen als das, was in der zeitung steht.

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Ehemaliger Nutzer 30.06.2014 | 13:35

"Panikmodus als JoJo."

Das man seit 40 Jahren agitiert, ändert kaum was daran, dass es irgendwann alle ist. Meinst du nicht?

Vielleicht nicht nächstes Jahr, aber es steigt der weltweite Verbrauch, die Preise explodieren geradezu und man beginnt mit solchen Verzweiflungstaten wie Fracking. Mit anderen Worten: irgendwann kann es sich schlicht niemand mehr leisten, weil auf einige geförderte Barrel zu viele Kunden bieten.

Dass es ein Unding ist, Rohstoffe einfach so herauszublasen, sollte man eigentlich auch niemanden erklären müssen, dass die darauf basierende Fehlstruktur zum Galgenstrick werden kann, auch nicht.

Mal ganz unabhängig davon ob das Klima sich tatsächlich (schneller) ändert und ob es am menschengemachten Ausstoß liegt.

DAS wissen auch alle, deshalb gibts ja auch schon seit den 1950igern Anstrengungen von den Fossilen wegzukommen, die KKW etwa. Sobald aber Photovoltaik oder Windkraft oder sonstwas ins Spiel kommt, bekommen manche Leute Schaum vorm Mund. Warum auch immer. Die KKW-Förderung war Größenordnungen drüber und Kernkraft ist viel gefährlicher.

"Und Klimawandel gab es schon immer. Und schon immer war es nicht der Mensch. Der Mensch ist mit Sicherheit der größte Umweltzerstörer, aber eben auch der kleinste CO² Produzent."

Sagt Wissenschaftler PREUSSEXX? Da hier Meinung gegen Meinung steht und ich fachlich unmöglich alle Daten bewerten kann, neige ich dazu die Thematik zu ignorieren.

Man braucht keinen Klimawandel für eine Energiewende. Er ist allenfalls ein weiteres Bedrohungsszenario. Nur Idioten verhalten sich wie wir und drehen an einem hochkomplexen System herum, von dem sie nicht die geringste Ahnung haben, aber ihr Leben abhängt.

Fünf Prozent des CO² Haushaltes der Natur kommen auf seine Kappe, die restlichen 95 verwaltet die Natur in Eigenregie.

Gähhn. Natürlich gibts auch dafür eine Gegendarstellung.

"Und sehr Gläubig, wenn du dir mit dem Argument das Geld aus der Tasche ziehen läßt. Denn darum geht es bei dieser Schwindelei."

*lol* darum geht es immer, auch wenn du auf die Argumente der Konzerne reinfällst und dann lieber die teure und konfliktträchtige Entsorgung strahlenden Abraums bezahlst oder die Umsiedlung, wenn mal wieder eines von den Dingern außer Kontrolle geraten ist.

Die ganze Thematik mit der Abhängigkeit vom Ausland (Kriege um Öl etc.), die Dezentralisierung usw. lasse ich mal außen vor, ich will deine simple Weltsicht nicht überfordern.

Die Erneuerbaren sind zum größten Teil bereits rentabel und sie werden es immer mehr werden, je teurer die Fossilen werden und je mehr Leute sich z.B. PV aufs Dach setzen und die Preise entsprechend sinken.

Und das ist ein Erfolg den Leute wie ich gegen Ewig-gestrige Knauserer wie dich durchgesetzt haben. Noch in den 80igern durfte man sich von der Konzernlobby allen ernstes anhören mehr als 5% Versorgung aus erneuerbaren Quellen könnte es in D nicht geben. Mittlerweile haben wir 25% und sind noch längst nicht am Ende. Vernunft setzt sich am Ende immer durch, auch wenn gerade mal wieder die Reaktion triumphiert.

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Ehemaliger Nutzer 01.07.2014 | 12:19

Niemand leugnet die Nasca Wüste in Peru und den Abgang der Nasca Kultur durch Klimawandel. Keiner komt aber auf die Idee, das den Bewohnern in die Schuhe zu schieben. Wie eben alle anderen Klimaverschiebungen.

Nur jetzt ist es anders, der Mensch hat das Klima übernommen. Einfach Unfug. Der Mensch kann zwar die Natur temporär zerstören, aber noch nicht mal das Wetter steuern geschweige denn das Klima machen.

Und deine Wahrscheinlichkeit mit Treibhausgasen als Temperaturregler wird von einer anderen deutlich übertroffen, Wasserdampf. Schon mal Wolken in der Wüste gesehen? Aber sicher im Bad. Und gemerkt, wenn sich so ein Ding vor die Sonne schiebt, wie es kälter wird?

Lange Rede kurzer Sinn, der CO² Ausstoß der Natur (z.B. Ozeane) folgt dem Temperaturanstieg und macht ihn nicht.

h.yuren 01.07.2014 | 13:05

Lange Rede kurzer Sinn, der CO² Ausstoß der Natur (z.B. Ozeane) folgt dem Temperaturanstieg und macht ihn nicht.

kurzer sinn passt;-)

wer hat denn behauptet, die ozeane spielten nicht mit bei der klimageschichte? neu hinzugekommen ist die industrie. die gab es vor 200 jahren nicht. und seit dem beginn der aufzeichnung der wetterdaten vor etwa 150 jahren sind dinge in bewegung geraten, die ebenfalls neu sind. es ist schon etwas weltbewegendes, dass bald alle fossilen brennstoffe verbrannt sind und täglich in größeren mengen verbrannt werden.

die eisproben aus der arktis und antarktis wie auch in den heute noch vorhandenen gletschern sprechen eine eindeutige sprache.

sag mal, was für eine qualifikation erlaubt dir eigentlich, in diesen fragen mitzureden?

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Ehemaliger Nutzer 01.07.2014 | 19:18

sag mal, was für eine qualifikation erlaubt dir eigentlich, in diesen fragen mitzureden?

Ulkige Frage, aber wenn es dir hilft, ich habe mehr Bildungsbuchstaben vor meinem Namen, als dein ganzer Avatar lang ist. Bin ich jetzt für Meinungsäußerungen freigegeben?

Danke!

Und du liest bitte richtig. Ich habe nicht behauptet die Ozeane als CO² Speicher hat außer mir niemand erkannt, sondern das der Anstieg des CO² in der Luft dem Temperaturanstieg folgt.

Hier mal ein Beispiel, ob die Jungs jetzt qualifiziert genug für dich sind, sich dazu äußern zu dürfen, ist natürlich offen.

http://www.eike-klima-energie.eu/climategate-anzeige/co2-folgt-der-temperatur-um-hoechstens-ein-paar-hundert-jahre-belegen-neue-forschung-in-der-antarktis/

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Ehemaliger Nutzer 02.07.2014 | 11:09

Wie auch immer, das Wort war im Gefecht ungünstig gewählt, das räume ich ein. Wie schon erwähnt, habe ich mich auf keine der beiden Seiten endgültig geschlagen.

Meiner momentanen Ansicht nach befinden wir uns in einem natürlichen Erwärmungszyklus, der aber durch den massenweisen Ausstoß von CO2 zumindest zeitweise stark beschleunigt wird.

Angesichts von Mrd. von Menschen in kritischen Zonen, eine fatale Entwicklung. Auch ist imho nicht sicher, was am Ende eines solchen Zyklus auf uns wartet (Wetterumsturz, umkippende Meere etc.)

Da das System chaotisch-überkomplex ist und wir niemals zuvor beobachten konnten, was genau passiert und warum, werden wir Sicherheit vermutlich erst in einigen hundert Jahren haben. Wenn es dann nicht zu spät ist...

Wissbegieriger 02.07.2014 | 14:05

Da hast du vollkommen recht (Stichwort: Exponentielles Wachstum der Geldmenge im System). Ich glaube aber nicht, dass der nächste große Zusammenbruch in 7-9 Jahrzehnten kommt, sondern wir sind schon im 9ten Jahrzehnt nach dem letzten großen Zusammenbruch sind, wenn man den 25.10.1929 als letzten großen Zusammenbruch sieht. Ich glaube der Crash wäre auch schon längst erfolgt, wenn nicht der 2. Weltkrieg(+ kleinere Kriege) und die enorme Neuverschuldung der Staaten in den letzen Jahren, sowie die Abgabe des Haushaltsrechts an den ESM ihn verzögert hätten. Die Bankiersfamilien verzögern den Zusammenbruch mit allen Mitteln, anscheinend ist jetzt noch nicht der richtige Zeitpunkt oder sie wollen es mit der Einführung der NWO verknüpfen, aber dafür ist im Moment definitiv nicht der richtige Zeitpunkt. Auf jeden Fall dauert es nicht mehr lange bis wir morgens aufwachen und die Papierschnipsel im Portmonee nichts mehr wert sind und wir uns damit ne Kippe oder den Ofen anmachen können.

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Ehemaliger Nutzer 02.07.2014 | 14:43

Ja scheint so. Neulich wurde angeblich sogar der Beweis erbracht, dass abiotische Erzeugung möglich ist:

http://www.shortnews.de/id/778975/forscher-erbringen-erste-belege-fuer-abiotische-erdoelentstehung

Keine Ahnung ob man das tatsächlich so interpretieren kann, aber gut möglich, dass sich das ein oder andere Lager damit wieder regeneriert (zumindest solange genug Methan zur Verfügung steht).

Im großen Maßstab scheint das nicht der Fall zu sein. Sonst würden weder die Preise so hochgehen, noch Fracking so interessant sein.

Selbst wenn es also so wäre, müsste der Gesamtverbrauch gedrosselt werden, damit ihn der Zufluß abdeckt. Und auch der wird natürlich nicht ewig wären, sondern vermutlich nur bis das Methan verbraucht ist (lediglich der Zeithorizont verschiebt sich erneut).

Zurücklehnen kann man sich dann erst recht nicht. Denn wenn Öl tatsächlich massenhaft und auf Jahrzehnte verfügbar wäre, muss es früher oder später zu Problemen mit der Umwelt kommen.

h.yuren 02.07.2014 | 20:57

Ulkige Frage, aber wenn es dir hilft, ich habe mehr Bildungsbuchstaben vor meinem Namen, als dein ganzer Avatar lang ist. Bin ich jetzt für Meinungsäußerungen freigegeben?

Danke!

so einfach kommst du mir nicht durchs nadelöhr. dein dank kam verfrüht. aber meinungen kann in diesem marktsystem jede/r soviele äußern, wie er/sie mag.

mir gehts um qualifizierte stellungnahmen, nicht um geschwätz. du bist der frage ausgewichen, welche qualifikation dir erlaubt, in dieser diskussion mitzureden. es gibt zu viele pseudowissenschaften und zu viele gekaufte titel, um damit durchzukommen.

übrigens hast du auch keinen link gebracht. das sieht mensch an der farbe.

Oberham 03.07.2014 | 08:08

.... darf man noch schreiben, elektronisch schreiben?

... ich werde jedenfalls, weise ich auf die persönliche Verantwortung eines Jeden hin, regelmäßig angegriffen.

Ich würde ja selbst die Umwelt vernichten, da ich mit einem elektronischen Gerät - gerade jetzt - zur maßlosen Energiewandlung beitrage.

Mein relativ altes Lap-Top wandelt ca. 20 Watt in Wärme und Licht - ich benutze kein KFZ - bewege mich praktisch zu 99% mit meiner eigenen Muskelkraft.

D.h. selbst wenn ich mein Lap-Top zwei Stunden am Tag nutze (in der Regel dürften es so zwischen einer und zwei Stunden im Schnitt sein.....) kann ein Autofahrer sein Gerät, sofern es mit Verbrennungsmotor betrieben wird, damit nur etwa 100 Meter weit bewegen. (.... Verbrauch darf dann aber nicht über 5 Liter liegen!).

Die Menschen werden es nie kapieren, sie werden immer nur reagieren, sofern sie eine unmittelbare Bedrohung, ganz offensichtlich, vor Augen haben.

Da genügen keine Worte, es muß wirklich spürbar sein, es muß sozusagen die Klinge schon die Kehle angeritzt haben, damit das Hirn endlich anspringt - doch sorry - es wird zu spät sein.

Was mich verwundert, die jüngeren Menschen scheinen noch gleichgültiger zu sein, als vor 40 Jahren - was wohl an der immer weiter fortschreitenden Konditionierung zum perfekten, gedankenlosen Konsum- und Funktionsmenschen liegt.

Meine Gedanken gibts hier

https://oberham.wordpress.com/2014/07/02/3-200-000-000-stunden-1-euro-job/

(ist effizienter.... - also hier nochmal reinkopieren - ca. fünf Leser gibt fünf Sekunden für das anklicken - plus fünf Sekunden für das Öffnen des neuen Fensters - ich brauche für C&P wohl eine Minute oder gar zwei.)

Ok, reicht für Heute - brav schalte ich jetzt wieder den Laptop aus und versuche die guten Menschen soweinig wie möglich zu schädigen, durch meine maßlose Lebensweise.