Nazisympathisant stört Spiel der Nationalelf

Flitzer bei WM-Spiel Ein Zuschauer rannte im Spiel der Deutschen Nationalelf gegen Ghana auf das Spielfeld und zog obenrum blank. Auf seinem Bauch war unter anderem die "SS"-Rune zu sehen.
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Es war die 53. Spielminute, kurz nach dem 1:0-Treffer durch Mario Götze, als das Spiel kurzzeitig unterbrochen werden musste. Der Grund war ein Zuschauer, der es geschafft hat, mitten im WM-Spiel der Deutschen Nationalmannschaft gegen das Team aus Ghana, auf das Spielfeld zu gelangen. Dort zog er dann - zumindest obenrum - blank. Dabei präsentierte er den Zuschauern nicht alleine seinen nakten Bauch: Auf diesem stand zudem noch eine Handynummer - die Vorwahl +48 lässt auf eine polnische schließen - sowie eine E-Mail-Adresse.

Letztere gibt dabei möglicherweise Aufschluss über die Gesinnung des Flitzers. Sie setzt sich nämlich zusammen aus dem Kürzel "HH" (von Neonazis genutzte Abkürzung für "Heil Hitler"), der SS-Rune der Schutzstaffel der NSDAP, sowie "CC", der Abkürzung für "Concentration Camps", zu Deutsch: Konzentrationslager.

Die Ordner unternahmen nichts, sondern ließen den Mann frei auf dem Spielfeld umherlaufen und seine Nachricht präsentieren. Es war deshalb der ghanaische Mittelfeldspieler Sulley Muntari, der die Eigeninitiative ergriff und den Nazisympathisanten vom Feld führte. Der Spielbetrieb wurde daraufhin wieder aufgenommen, quasi direkt im Anschluss erzielte Ghana den Treffer zum 1:1 Zwischenstand. Das Spiel endete 2:2.

Nachtrag: Laut einem Artikel der Rhein-Zeitung (hier nachzulesen), handelt es sich bei dem Flitzer um den selbsternannten polnischen Komiker Ludomir Leszek. Die E-Mail-Adresse beinhaltet zudem nicht die Abkürzung "SS". Die Zeichen, die sich wie die SS-Runen lesen, sollen eine 44 darstellen. Er hat mittlerweile auf seiner Facebook-Seite auch ein Statement zu den Vorwürfen abgegeben:

Bilder des Flitzers sind u.a. bei "Yahoo Sports" zu sehen.

19:56 22.06.2014
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Geschrieben von

FerNiemann

Student (»Gender & Diversity«) an der Hochschule Rhein-Waal | Mitglied der Partei DIE LINKE | Gründer des Flüchtlingsprojektes »MY FIRST STEPS«
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FerNiemann

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