Hartz IV: Die große Medienlüge zur Arbeit!

Mit Arbeit hat man mehr! Die Welt vom Springerverlag und die Augsburger Allgemeine, hetzen gegen Hartz IV - Empfänger - mit der Behauptung "Arbeit lohnt sich nicht". Das ist unverantwortlich!
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Hartz IV: Fakt - Für Alleinerziehende lohnt sich Arbeit immer!

Wieder kommt Geschrei auf, dass sich Arbeit nicht lohnt und Alleinerziehende mit einem Job weniger haben als Hartz IV - dem ist nicht so!

Natürlich ist der gesetzliche Mindestlohn im Verhältnis zu den tatsächlichen Lebenshaltungskosten viel zu gering - dient nur dem Lohndumping und somit der Gewinnmaximierung für die Wirtschaft! Ein höherer Mindestlohn von mind. 12 € würde auch den Staat entlasten, weil nämlich u.a. das Wohngeld zumindest anteilig wegfallen könnte!

Aber: Das Vollzeitarbeit zum gesetzl. Mindestlohn sich im Vergleich zu Hartz IV nicht lohnt, ist schlicht UNSINN!

Mit Verlaub ihr von Welt und - Augsburger Allgemeine eure Schlagzeilen sind (wieder einmal) nicht nur völliger Unsinn, sondern widersprechen auch jeder mathematischen - Logik! https://www.augsburger-allgemeine.de/politik/Viele-Alleinerziehende-haben-selbst-mit-Vollzeit-Job-weniger-als-Hartz-IV-id52875811.html

Mit solchen Fakenews verunsichert ihr die Bevölkerung und hetzt Arbeitsuchende sowie Arbeitnehmer gegeneinander auf! Ist das euer Ziel?...

Das ist Gesellschaftspolitisch völlig unverantwortlich!

Es ist sehr traurig, dass ihr euch an diesem medialen "Schwachsinn" beteiligt und es sei nochmal auf den Artikel von Professor Stefan Sell hingewiesen - der eindrucksvoll diesen Unsinn schon vor einigen Monaten widerlegte!

Professor Stefan Sell: Abstruse Berechnungen

https://aktuelle-sozialpolitik.blogspot.com/2018/03/abstruse-berechnungen.html

Gerade vor dem Hintergrund - die berechtigten Interessen der Betroffenen zu vertreten, sollte eine kritische Recherche eigentlich selbstverständlich sein!

Arbeit lohnt nicht? Völlig falsche Zahlen

https://uebermedien.de/26389/bringt-hartz-iv-mehr-geld-als-arbeit-faz-verbreitet-falsche-zahlen/

Fehleranalyse:

Der gravierende Fehler liegt darin, dass in keiner Weise - die ebenfalls dem Mindestlohn zufließenden (ergänzenden) Sozialleistungen wie ZB:

a) Wohngeld, b) Kindergeld, c) Kindergeldzuschlag, d) Kinderwohngeld,

e) Steuerfreibeträge eingerechnet werden!

Diese zusätzlichen Leistungen erhalten Hartz IV - Empfänger nicht - bzw. werden in vollen Abzug gebracht!

Und - ihr vergesst u.a. ebenfalls, dass in den unterschiedlichen Regionen der Bundesländer auch jeweils unterschiedliche Lebenshaltungskosten sowie Wohngeldtabellen als Berechnungsgrundlage dienen müssen und zudem kommen noch die unterschiedlichsten Steuerklassen - welche sehr individuell aufgrund der tatsächlichen Familiensituation sind - hinzu! Kinderfreibeträge als nur ein Beispiel genannt! Außerdem wird das normale Wohngeld regelmäßig den aktuellen Mietspiegeln angepasst! Das gilt leider nicht für den Rechtskreis im SGB II. Da tricksen die Jobcenter regelmäßig und die Leistungsberechtigten müssen mühsam - immer wieder die vollständigen Mietsätze einklagen!

Und - bei Wohngeldberechtigung (abhängig von der Höhe des Einkommens) sind außerdem weitere Leistungen wie ZB: Bildung und Teilhabe aber auch Stadtpässe und vergünstigte Fahrkosten ect. zu erwarten.

Alles Fakten (zusätzliche Einnahmequellen für alle Arbeitnehmer) - die ihr völlig außen vor lasst! Bitte beteiligt euch nicht an der Verbreitung eines solchen mathematischen Unsinns - denn Tatsache ist und bleibt:

Vollzeitarbeit (leider auch beim zu niedrigen Mindestlohn) lohnt sich immer mehr als Hartz IV - Leistungen!

Es wäre ebenfalls wünschenswert, wenn sich diverse Medien einmal darauf konzentrieren würden, alle betroffenen Bürger darüber aufzuklären - welche zusätzlichen Leistungen zum Mindestlohn - beantragt werden können! Denn, gerade die mangelhafte Aufklärung der Arbeitnehmer forciert die soziale Spaltung im Land. Ein bewusst - gewolltes Defizit, dass im Kontext der Ausgabenseite der Politik, gerne in Kauf genommen wird!

Solange nämlich Arbeitnehmer gegen Arbeitslose aufgehetzt werden können, solange hat die Regierung einen Grund, dass Hartz IV - Sanktionregime aufrechtzuerhalten. Und - solange fragt auch niemand danach, ob es überhaupt genug "ordentlich bezahlte" Arbeit für alle gibt.

Das liebe Politiker und Leser ist nämlich nicht der Fall!

Interne Recherchen haben ergeben, das es gerade mal noch gut 400.000 reguläre Arbeitsplätze für rund 4 Millionen arbeitsuchende Leistungsberechtigte gibt!

Bei einem Verhältnis von 10 Arbeitnehmer zu 1 Arbeitsplatz darf / muss also auch die Legitimation des Sanktionsregime im Hartz IV - System hinterfragt werden - und genau das ist im politischen Tagesgeschäft nicht gewollt!

Fakt ist: Es gibt nicht genug ordentliche bezahlte Arbeitsplätze für alle Arbeitsuchenden!

Fakt ist auch: Es gibt nicht genug Ganztag - Oberschulen, so dass viele Alleinerziehende erst garnicht arbeiten gehen können, weil die Betreuung fehlt!

Mit freundlichen Gruß

Perry Feth von der FHP: Freie Hartz IV Presse

Persönliche Anmerkung: "Wenn in Deutschland das Individuum "Mensch" von den Mitmenschen nur noch über seine potenzielle Wirtschaftsleistung be - und gewertet wird, dann müssen spätestens jetzt - die tatsächlichen Moral - und Wertvorstellungen dieser Gesellschaft - kritisch hinterfragt werden."

15:15 06.12.2018
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Geschrieben von

FHP: Freie Hartz IV Presse

Perry Feth: SGB II - Aktivist u.Publizist: Als Eltern, müssen wir gegen jede Art von Unrecht in der Hartz IV- Gesetzgebung, Widerstand leisten!
FHP: Freie Hartz IV Presse

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