Flegel

Manches, was vom Tisch gefegt wird, findet sich unter dem Teppich wieder.
Flegel
RE: Erdoğan riskiert viel | 12.10.2019 | 21:21

Soeben lese ich folgendes:

Der russische Präsident Wladimir Putin plädiert für den Abzug aller ausländischen Streitkräfte aus Syrien.

Nach seiner Ansicht muss die territoriale Integrität Syriens vollständig wiederhergestellt werden. Zudem sollten sich alle ausländischen Streitkräfte aus dem Land zurückziehen.

»Alle Truppen, die illegal in einem souveränen Staat – in diesem Fall Syrien – eingesetzt werden, müssen gehen", sagte Putin in einem gemeinsamen Interview mit RT Arabic, Sky News Arabia mit Sitz in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) und dem saudischen Sender Al-Arabiya.

Auch Russland werde das Land verlassen, sollte die syrische Regierung beschließen, dass es die Hilfe Moskaus nicht mehr benötigt, so Putin weiter.

»Das gilt für alle. Wenn die neue legitime Regierung Syriens sagt, dass sie keine Notwendigkeit mehr für die militärische Präsenz Russlands sieht, wird dies auch für Russland gelten.«

!!!Der Mann spricht mir sehr aus dem Herzen!!!

RE: Empörung ist ihr Treibstoff | 11.10.2019 | 17:31

»Jede Epoche hatte politische Hausierer, die Aggressionen, Lügen und Empörung nutzten, um die Stimme der Vernunft zu übertönen. Aber das erste Mal seit den 1930er Jahren sind so viele so erfolgreich.«

Was konkret ist denn der Erfolg »seit den 1930er Jahren«, der speziell erst jetzt manifest wird?

Und was eigentlich sollte man mit den Architekten der gegenwärtigen politischen Großwetterlage machen, die uns das schließlich eingebrockt haben. Wissen Sie, was diese Architekten alles an Mitteln eingesetzt haben, wie viele Think Tanks sie unterhalten, wieviel Meinungsmanipulation sie zusammen mit devoten Medien getrieben haben. Schauen Sie beispielsweise mal hier nach:

»27.000 PR-Berater kassieren 4,7 Milliarden Dollar

Das US-Militär hat seine Propagandaabteilung gewaltig ausgebaut. Nichts wird unversucht gelassen, um die öffentliche Meinung zu beeinflussen. Laut AP-Recherchen verfügt das Pentagon über 27.000 Personen, die ausschließlich für die Öffentlichkeitsarbeit (PR, Werbung, Rekrutierung) zuständig sind. Zum Vergleich: Das gesamte US-Außenministerium mit Hillary Clinton an der Spitze beschäftigt rund 30.000 Personen. Die PR-Maschinerie des Militärs kostet die Steuerzahler jährlich 4,7 Milliarden Dollar. Seit 2004 sind die Ausgaben um 63 Prozent gewachsen. Wozu diese Mittel genau eingesetzt werden, bleibt meist geheim.«

Wissen Sie, wie oft der Axel Springer-Verlag die Briefkästen 42 Millionen deutscher Haushalte mit Freiexemplaren seiner BILD-Zeitung zugedröhnt hat, um politische Effekte zu erzielen?

Haben Sie vergessen, mit welch geschniegelter Sprache uns u. a. Herr Obama in seine Kriegen mitgenommen hat, wie Schröder Scharping und Fischer in Zusammenarbeit mit der Presse eine Kriegsatmosphäre gegen Jugoslawien geschaffen haben, wiesehr ihnen der ganze Apparat internationaler Medien zugearbeitet und dem doofen Publikum die Geschichte von den guten Bomben und den bösen Bomben erklärt haben? – Mit verheerenden Konsequenzen für die Menschheit?

Waren deren Kommunikationsformen politisch etwa weniger effektiv als die Twitter-Kommunikation eines Donald Trump, der auf einen Schlag 42 Millionen Follower erreicht?

Haben Sie all die politisch-medialen Hetzkampagnen der Architekten dieser aktuellen Großwetterlage etwa gegen Assad und Putin vergessen oder die gegen Muammar al-Gaddafi und Saddam Hussein, und ihre Ausreden, die zumeist Lügen waren, um souveräne Staaten zu zerstören? – Waren sie nicht hocheffizient in Sachen Verkommenheit?

Meinen Sie wirklich, dass die Twitter-Politik eines Donald Trump mehr Menschenleben kosten kann.

»Donald Trump, Boris Johnson, Narendra Modi, Jair Bolsonaro, Scott Morrison, Rodrigo Duterte, Nicolás Maduro, Viktor Orbán und viele andere – in Deutschland die Vertreter der AfD – haben herausgefunden, dass das digitale Zeitalter reiche Beute bereithält.« -

So, So: Meinen Sie wirklich, deren Vorgänger, die Architekten der aktuellen politischen Großwetterlage, seien weniger erfolgreich gewesen – zieht sie irgendjemand für Hunderttausende Tote und Millionen Flüchtlinge, die sie zu verantworten haben, zur Rechenschaft?

Wozu referierten sie uns im Zusammenhang mit Ihrem Blog »Erkenntnisse aus dem Bereich der Neurowissenschaften und der Psychologie«, die auch schon lange vor Donald Trump und Boris Johnson wirksam waren.

Interessant im Übrigen Ihre spezielle Polemik: »Warum zum Beispiel scheint Boris Johnson nichts so sehr wie einen No-Deal-Brexit zu wollen? Vielleicht, weil das einfach genau die gesellschaftlichen Stress- und Bedrohungsszenarien erzeugt, von denen wiederum indirekt sein Erfolg als Populist abhängt. Wenn wir diesen Kreislauf nicht durchbrechen, wird uns dessen Strudel in einen dunklen Abort ziehen.« -

Dass es vor drei Jahren ein Pro-Brexit-Votum gegeben hat, scheint die Logik Ihrer Argumentation zu stören.

RE: Verrückt sind die, die noch können | 10.10.2019 | 22:04

»Aber es ist nicht von der Hand zu weisen, dass schwer depressive Menschen oftmals zunächst gar nicht analytisch psychotherapiefähig sein können, ja, nicht einmal kognitiv therapeutisch erreicht werden. Eine Zeit lang, kann und muss dann die Therapie eher supportiv und leicht aktivierend sein, aber eben niemals aufdeckend oder umkonditionierend.«

Würden Sie das bitte näher erklären. – Sie wissen, dass ich ein Freund der Lebensleitlinienanalyse bin. Und manchmal ist die Klient/Patient-Beziehung in der Psychoanalyse auch hilfreich.

RE: Erdoğan riskiert viel | 10.10.2019 | 16:36

»Erdoğan riskiert viel« – Sprechen Sie etwa von seinem Präsidentenamt oder gar von seinem Leben? Das wäre doch das einzige Risiko, das der Mann eingeht: Das Risiko tragen die Millionen anderer, verlieren ihr Leben, werden zu Flüchtlingen.

»Für den türkischen Präsidenten, der für seine Risikofreudigkeit bekannt ist, könnte dies das bisher gewagteste seiner Vabanquespiele sein.«

Warum machen Sie so ein Lamento über diesen Schmierfinken. Er bedient seine narzisstischen Großmachts-Fantasien. Sie wissen doch wohl, dass Sie über völkerrechtswidrige Annektions-Aktivitäten auf syrischem Staatsgebiet berichten. Und nicht nur über die der Türkei. Und warum verschweigen Sie uns das?

Es geht hier nicht um Risikofreudigkeit Erdoğans! Es geht um Verkommenheit!

»Was Erdoğan seit Monaten als essenziellen Schritt beschreibt, um die terroristische Bedrohung durch die Kurden zu beseitigen, wurde plötzlich zu einer „Friedensoperation“ umgedeutet, die angeblich in erster Linie auf den Islamischen Staat zielen solle.«

Wir wissen doch: Je pathetischer die Begründung umso verkommener die wirklichen Handlungsabsichten!

Zudem: Die 79 Mitglieder der internationalen Allianz gegen den Islamischen Staat, die Syrien seit September 2014 völkerrechtswidrig bombardieren, haben sich noch im Februar 2019 in einer gemeinsamen Erklärung nach ihrem Treffen in Washington zur endgültigen Eliminierung des Terrornetzwerkes bekannt. „Gemeinsam sind wir fest vereint in unserem Aufschrei über die Gräuel des IS und in unserer Entschlossenheit, diese globale Bedrohung zu eliminieren und ihre falschen und zerstörerischen Ziele hinter uns zu lassen“, heißt es in dem Papier. Auch die deutsche Bundesregierung hat mitgesungen.

Außerdem ist die Türkei seit dem 15. Dezember 2015 im Rahmen der Islamic Military Counter Terrorism Coalition, IMCTC in Sachen "Frieden" völkerrechtswidrig unterwegs.

»Es ist gut möglich, dass Trump Erdoğan grünes Licht gab, um die Aufmerksamkeit von der Prüfung eines Amtsenthebungsverfahrens gegen ihn abzulenken. Wenn dem so gewesen ist, …«

Warum übernehmen Sie diesen Kalauer politischer und medialer Scharfmacher?

Dreimal hat Trump angekündigt, die US-Truppen aus Syrien abzuziehen, dreimal wurden ihm dafür innenpolitisch Steine in den Weg gelegt – von den Demokraten, aber auch vom Pentagon und dem Außenministerium sowie von NATO-Verbündeten. Ein dreiviertel Jahr nach der Ankündigung eines Truppenabzugs aus Syrien machen die USA nun Ernst.

RE: Auch ein Seehofer kann lernen | 10.10.2019 | 10:12

Könnte es sein, dass Herr Seehofer auch langsam erkennt, welch gigantisches Erpressungspotenzial die Flüchtlinge darstellen, daher Angebote macht, um eine „Überflutung“ Deutschlands wie 2015 vorzubeugen.

Es ging ihm doch immer nur darum, Flüchtlinge (syrische zumal) im Sinne der deutschen Wirtschaftsinteressen zu akquirieren und den Rest ansonsten abzuweisen.

Recep Tayyip Erdoğan z. B. macht es vor: Er siedelt demnächst Syrer nach Syrien um, damit die Medien wieder gegen Assad agitieren können, wenn nämlich Baschar al-Assad, der legitime Präsident der rechtmäßigen Regierung der Arabischen Republik Syrien, eigenes, von Fremden annektiertes Staatsgebiet zurückerobern würde.

Frau Merkel in vorderster Front der kriegsgeilen EU-Nationen hat ihm doch zu seinem Erpressungspotenzial verholfen, es gar herbeigebombt, ihm zu Millionen von syrischen Flüchtlingen verholfen, viele von ihnen an Erdoğan verkauft und schließlich mit sechs Milliarden Silberlingen alimentiert.

Und Sie selbst schreiben: »Tatsächlich sind Ende September 3.710 Menschen aus der Türkei in Griechenland angelandet – die meisten innerhalb einer Woche, seit es das Abkommen der EU mit Ankara gibt, vor allem Afghanen. Auf mehr als 46.000 beläuft sich die Gesamtzahl der Ankünfte aus der Türkei in der EU in den ersten neun Monaten 2019, gegenüber dem Vorjahreszeitraum eine Steigerung um 23 Prozent…«

Meinen Sie wirklich, wir unterhalten uns über Seehofers Großherzigkeit? Auch für ihn sind Menschen lediglich politischer Spielball. Und, wie immer, wird scheinheilig verbrämt: „Es ist unglaublich, dass man sich als Bundesinnenminister für die Rettung von Menschen vor dem Ertrinken rechtfertigen muss.“ Sie können sicher sein: Je pathetischer die Begründung umso verkommener die wirklichen Handlungsabsichten! Das erleben wir z. B. immer in Verbindung mit Auslandseinsätzen der Bundeswehr.

Seehofer weiß genau, dass Erdoğan nicht nur keinen Respekt vor syrischem Hoheitsgebiet hat, sondern Seehofer weiß, dass er es auch nicht vor dem Hoheitsgebiet Deutschland hat. Dass er nicht nur über gemeinsame Völkerrechtsverstöße Deutschlands und der Türkei viele Syrer zu Flüchtlingen und Toten bombt, sondern, dass er auch Deutschland mit dem Erpressungspotenzial Flüchtlinge erpressen kann.

Und meinen Sie nicht, es könnte auch für Libyen interessant sein, Deutschland auf diese Weise nicht gerade zu erpressen, aber doch wohl in seinem Sinne gefügig zu machen?

RE: „Wir alle sagen Nein“ | 09.10.2019 | 21:19

Eine Bande von Heuchlern.

...

Kampagnenartig entdecken auf einmal alle ihr Herz für die armen Kurden.

Ist Obama damals nicht von interessierten westlichen Kreisen für zu lasche Kriegsführung (rote Linien) massiv getadelt worden. Trump nun wird Verrat der Kurden vorgeworfen – ob man ihn nun ausdrücklich nennt oder nicht. Seine erkläre Absicht ist Abbau gegenwärtiger US-amerikanischer Kriegsbeteiligungen. Dafür kriegt er jetzt Schelte zu Hauff.

Ein dreiviertel Jahr nach der Ankündigung eines Truppenabzugs aus Syrien machen die USA nun Ernst. Was folgte, war ein gewaltiger Aufschrei in den deutschen Redaktionen. Unisono spricht man dort von einem „Verrat“ und lässt die Genese der aktuellen Situation im Nahen Osten für die Agitation durchgängig manipulatorisch weg.

Ich liefere sie darum nach:

Der seit 2011 tobende Krieg in Syrien hat hunderttausenden Menschen das Leben gekostet und einen wahren Exodus von Flüchtlingen verursacht. Aus geopolitischer Rivalität haben zuerst Katar und später auch Saudi-Arabien, Kuwait und die Vereinigten Arabischen Emirate im Verbund mit Großbritannien, Frankreich und den USA einen der brutalsten Kriege der Neuzeit entfacht, der unter anderem zur Entstehung des sogenannten Islamischen Staates geführt hatte und zu einem Magneten für Dschihadisten jeglicher Couleur wurde. Auch Deutschland und die Türkei hatten einen nicht zu verleugnenden Anteil an der versuchten Zerstörung der arabischen Republik Syrien, bis der Iran und vor drei Jahren auch Russland der syrischen Regierung von Baschar al-Assad zu Hilfe eilten.

Erdoğan macht es doch ganz geschickt: Er siedelt demnächst Syrer nach Syrien um, damit die Medien wieder gegen Assad agitieren können, wenn nämlich Baschar al-Assad, der legitime Präsident der rechtmäßigen Regierung der Arabischen Republik Syrien, eigenes, von Fremden annektiertes Staatsgebiet zurückerobern würde.

Frau Merkel in vorderster Front der kriegsgeilen EU-Nationen hat ihm doch zu seinem Erpressungspotenzial verholfen, es gar herbeigebombt, ihm zu Millionen von syrischen Flüchtlingen verholfen, viele von ihnen an Erdoğan verkauft und schließlich mit sechs Milliarden Silberlingen alimentiert.

Mir reicht außerdem die Unterschrift von Cem Özdemir, Bundestagsabgeordneter, Bündnis 90/DIE GRÜNEN, um dieses Papier nicht zu unterschreiben: „Özdemir: Ich bin kein Radikalpazifist. Ich finde es nach wie vor falsch, dass sich Deutschland bei der Libyen-Intervention enthalten hat und habe dem Militäreinsatz in Afghanistan zugestimmt.“

"Wegschauen dürfen wir nicht. Die Massaker von Srebrenica und Grosny wiederholen sich in Aleppo".

„Baschar al-Assads Armee massakriert die Zivilbevölkerung, erstickt dabei auch den letzten Funken Humanität, den es in einem Krieg geben kann, nämlich das humanitäre Völkerrecht. Und Russland sorgt dafür, dass das Sterben weitergeht. Es ging Wladimir Putin nie darum, den "Islamischen Staat" zu besiegen. Er will einen Massenverbrecher, der eigentlich vor das Weltstrafgericht in Den Haag gehört, an der Macht halten.“

Am 15. Oktober 2016 schrieb ich ihm eine Email. Hier ein Auszug:

Sehr geehrter Herr Özdemir,

ich möchte Sie fragen, wo Sie die letzten 25 Jahre gewesen sind, während die USA, Kanada und die ganz überwiegende Mehrzahl europäischer Nationen das westliche supranationa-le Angriffsbündnis entwickelten.

Seit dem Niedergang der Sowjetunion fällt die „westliche Wertegemeinschaft“, wie Frau Merkel und Herr Gauck gerne pathetisch und kaschierend zu sagen pflegen, zumeist völ-kerrechtswidrig in unterschiedlichen „Coalitions Of The Willing“ in Staaten ein, macht gan-ze Regionen platt, tötet Menschen zu Hunderttausenden, schafft millionenfaches Flücht-lingselend.

Sie erfinden hierfür wohlklingende Termini, augenblicklich nennen sie das “Internationale Allianz gegen den Islamischen Staat”. Dieses Bündnis aus ca. 60 Nationen ist in Syrien völ-kerrechtswidrig unterwegs.

Dem gegenüber ist Baschar al-Assad der legitime Präsident der rechtmäßigen Regierung der Arabischen Republik Syrien. Über sein Schicksal darf daher nach allgemeinem westli-chem Rechts-Verständnis lediglich das syrische Volk entscheiden.

Russland ist die einzige Nation, die für ihre Syrien-Intervention nach internationalem Recht über einen legalen Status verfügt, da es Schutzmacht dieser legalen Regierung Syriens ist. – Und was westliche Politiker und die ihnen ergebenen Medien auch gerne verschweigen, ist die Tatsache, dass die “Internationale Allianz gegen den Islamischen Staat” den vorgeb-lichen syrischen Bürgerkrieg bereits am 5. September 2014 internationalisierte, also längst bevor sich Russland aktiv einmischte.

Anlässlich der namentlichen Abstimmung über die Beteiligung der Bundeswehr mit 1.200 Soldaten an der Anti-IS-Mission in Syrien hatte ich bereits im Dezember letzten Jahres ge-genüber den politischen Parteien und Fraktionen im Deutschen Bundestag meinen Protest dagegen übermittelt.

Was Sie geflissentlich außer Acht lassen, sind Genese und Anamnese dieser vornehmlich von den westlichen Gegenwartspolitikern aktiv hervorgerufenen aktuellen Katastrophe mit dem Namen Aleppo.

Heute frage ich Sie, wann Sie denn endlich Ihren Kriegsverbrecher nach Den Haag über-stellen? Ich gehe davon aus, dass auch Sie der Überzeugung sind, dass der Kosovo-Krieg völkerrechtswidrig war. – Doch, wie sagen Sie?

„Ich bin kein Radikalpazifist. Ich finde es nach wie vor falsch, dass sich Deutschland bei der Libyen-Intervention enthalten hat und habe dem Militäreinsatz in Afghanistan zugestimmt.“

Und auf Ihrer Homepage verwenden Sie ein Foto mit den beiden anderen Kriegsverbre-chern Tony Blair und George W. Bush. Da sind Sie gar nicht pingelig! Ehrlich gesagt, ich fin-de Ihr Auftreten nur peinlich!

Die USA mit ihren devoten Vasallen bauen gegenwärtig mithilfe des Angriffsbündnisses NATO eine osteuropäische Front gegen Russland auf[1]. Das tun sie nicht aus Spaß, sondern kalkulieren durchaus den Ernstfall, der dann wiederum natürlich nicht auf ihrem eigenen Territorium stattfindet.

Unverständlich, dass man Sie als Vorsitzenden der früheren Friedenspartei auf diese Zusammenhänge erst aufmerksam machen muss.

---

Ich finde Cem Özdemir einen der unappetitlichsten Politiker Deutschlands und möchte auf gar keinen Fall gemeinsam mit ihm in einer Liste erscheinen.

Die Politiker des „Parteienkartell aus CDU/CSU, SPD, FDP und GRÜNE“ und mit ihnen der Deutsche Bundestag haben mit ihrer kriegwilligen Politik, die in der Zerschlagung von muslimischen Staaten mehr als deutlich dokumentiert ist, gemeinsam herbeigeführt.

Sie haben bei der Annektion partiellen syrischen Hoheitsgebietes kräftig mitgeholfen, besetzten ihrerseits ganz aktuell im Rahmen einer Koalition der Willigen von nahezu 80 Nationen völkerrechtswidrig syrisches Staatgebiet.

[1] Blog-Beitrag „Flegel“ alias Jürgen Beineke auf „der Freitag“

RE: Wer solche Freunde hat | 09.10.2019 | 20:30

aaO:

02.03.2019

Darf ich an die damalige Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Angela Merkel, erinnern und daran, dass sie 2003 forderte, Deutschland solle sich am amerikanisch-britischen Einmarsch in den Irak beteiligen, damit "Schaden" abgewendet wird. Die Nichtteilnahme, die der damaligen Bundeskanzlers Gerhard Schröder prklamierte, bezeichnete sie am 13. Februar 2003 als "Irrweg" und in einem Gastbeitrag für die Washington Post machte sie aus den Weltkriegswarnungen vor deutschen Alleingängen ein Argument für eine Kriegsteilnahme der Bundeswehr zur "Herstellung von Stabilität und Sicherheit".

Frau Merkel wagte hierfür sogar ein Skandälchen: Dieser Schritt rief einen Eklat hervor, weil in der deutschen Außenpolitik bis dahin die ungeschriebene Regel galt, die Bundesregierung solle von deutschen Politikern im Ausland nicht kritisiert werden.

Für die 2005 neu gewählte Bundeskanzlerin waren auf diese Weise die Vorbedingungen für einen Neuanfang der Beziehungen zur US-Administration unter George W. Bush günstig. Bei ihrem Antrittsbesuch Anfang 2006 in Washington wurden in betont freundlicher Atmosphäre Irans Atomprogramm, die Lage in Afghanistan, im Nahen Osten, Sudan und im Kongo diskutiert.

In einem offenen Brief forderten am 19.07.2016 Peter Gauweiler und Willy Wimmer von Angela Merkel Reue.

Anlass für den offenen Brief war, dass sich Frau Merkel bis dato nicht zum veröffentlichten Chilcot-Bericht äußerte, der den britischen Altpremier Tony Blair hinsichtlich dieses Feldzuges schwer belastet, die damals vorgebrachte Rechtsgrundlage (Resolution 1441 des UN-Sicherheitsrats) als völlig unzureichend ansieht, die Nichtüberprüfung falscher Geheimdienstinformationen kritisiert und feststellt, dass Warnungen vor den mittel- und langfristigen Folgen des Regime Change ignoriert wurden (vgl. Chilcot-Bericht setzt Blair unter Druck und Ließ sich der britische Geheimdienst von Hollywoodfilm inspirieren).

Ergänzung: Chilcot-Bericht zum Irakkrieg: Ein Kriegsverbrechen des britischen und amerikanischen Imperialismus

RE: Wer solche Freunde hat | 09.10.2019 | 19:59

Kampagnenartig entdecken auf einmal alle ihr Herz für die armen Kurden.

Ist Obama damals nicht von interessierten westlichen Kreisen für zu lasche Kriegsführung (rote Linien) massiv getadelt worden. Trump nun wird Verrat der Kurden vorgeworfen – ob man ihn nun ausdrücklich nennt oder nicht. Seine erkläre Absicht ist Abbau gegenwärtiger US-amerikanischer Kriegsbeteiligungen. Dafür kriegt er jetzt Schelte zu Hauff.

Ein dreiviertel Jahr nach der Ankündigung eines Truppenabzugs aus Syrien machen die USA nun Ernst. Was folgte, war ein gewaltiger Aufschrei in den deutschen Redaktionen. Unisono spricht man dort von einem „Verrat“ und lässt die Genese der aktuellen Situation im Nahen Osten für die Agitation durchgängig manipulatorisch weg.

Ich liefere sie darum nach:

Der seit 2011 tobende Krieg in Syrien hat hunderttausenden Menschen das Leben gekostet und einen wahren Exodus von Flüchtlingen verursacht. Aus geopolitischer Rivalität haben zuerst Katar und später auch Saudi-Arabien, Kuwait und die Vereinigten Arabischen Emirate im Verbund mit Großbritannien, Frankreich und den USA einen der brutalsten Kriege der Neuzeit entfacht, der unter anderem zur Entstehung des sogenannten Islamischen Staates geführt hatte und zu einem Magneten für Dschihadisten jeglicher Couleur wurde. Auch Deutschland und die Türkei hatten einen nicht zu verleugnenden Anteil an der versuchten Zerstörung der arabischen Republik Syrien, bis der Iran und vor drei Jahren auch Russland der syrischen Regierung von Baschar al-Assad zu Hilfe eilten.

Erdoğan macht es doch ganz geschickt: Er siedelt demnächst Syrer nach Syrien um, damit die Medien wieder gegen Assad agitieren können, wenn nämlich Baschar al-Assad, der legitime Präsident der rechtmäßigen Regierung der Arabischen Republik Syrien, eigenes, von Fremden annektiertes Staatsgebiet zurückerobern würde.

Frau Merkel in vorderster Front der kriegsgeilen EU-Nationen hat ihm doch zu seinem Erpressungspotenzial verholfen, es gar herbeigebombt, ihm zu Millionen von syrischen Flüchtlingen verholfen, viele von ihnen an Erdoğan verkauft und schließlich mit sechs Milliarden Silberlingen alimentiert.