Flegel

Manches, was vom Tisch gefegt wird, findet sich unter dem Teppich wieder.
Flegel
RE: Terminus Le Pen. Bitte aussteigen! | 28.10.2020 | 16:58

»UND der "WESTEN" soll sich von dem provozieren lassen? Noe, keine Touris mehr hinschicken, red - Zone covid, geht nichts. Da geht dann die Waehrung richtig in den Keller.«

Der Westen von dem provozieren? Der Westen hat sich mit dem Millionen-Verkauf von Flüchtlingen selbst erpressbar gemacht. Europa macht sich vor dem in die Hosen.

Der Westen steht Erdoğan in seiner Schmutzigkeit nicht nach.

RE: Terminus Le Pen. Bitte aussteigen! | 28.10.2020 | 11:57

1999: Es waren skandalöser Weise der SPD-Mann und Bundeskanzler Gerhard Schröder sowie der grüne Joschka Fischer – von 1998 bis 2005 Bundesminister des Auswärtigen Amtes und Stellvertreter des Bundeskanzlers der Bundesrepublik Deutschland –, die 1999 maßgeblich die deutsche Beteiligung am völkerrechtswidrigen Kosovokrieg betrieben, wodurch erstmals seit dem Zweiten Weltkrieg wieder deutsche Soldaten an einem Krieg beteiligt waren. – OHNE UNO-Mandat!!! Ein Novum, das unrühmlicher nicht sein könnte.

2001: Bundeskanzler Gerhard Schröder bediente sich am 16. November 2001 gar der Vertrauensfrage, damit möglichst alle Abgeordneten der rot-grünen Koalition im Deutschen Bundestag für einen Bundeswehreinsatz in Afghanistan stimmten.

Dass der MIT UNO-Mandat erfolgte, macht ihn nicht legitimer!

„Die heutige Entscheidung über die Bereitstellung von Bundeswehreinsätzen im Kampf gegen den Terrorismus stellt sicher eine Zäsur dar. Erstmals zwingt uns die internationale Situation, zwingt uns die Kriegserklärung durch den Terrorismus dazu, Bundeswehreinheiten für einen Kampfeinsatz außerhalb des NATO-Vertragsgebietes bereitzustellen.“

Ergebnis: Mit Ja haben 336 gestimmt, mit Nein 326, Enthaltungen: keine.

2003: »Schroeder, der Arsch, hatte dann die Beteiligung im März 2002 abgelehnt am Irakkrieg ohne UNO-Mandat teilzunehmen.«

Ja, bravo!!!

"Deutschland wird sich nicht am Krieg gegen den Irak beteiligen", mit dieser Lüge hatte es Bundeskanzler Gerhard Schröder im September 2002 gerade noch einmal geschafft, die Bundestagswahlen zu gewinnen. Seine Anhänger feierten ihn als "Friedenskanzler".

Doch im krassen Gegensatz zur öffentlich verkündeten Kriegsablehnung stand von Anfang an die praktische Unterstützung, die die Bundesregierung den USA und Großbritannien bei der Vorbereitung und der reibungslosen Durchführung des völkerrechtswidrigen Angriffskrieges gegen den Irak gewährte.

Und dass die westliche Wertegemeinschaft seit Gerhard Schröder und Joschka Fischer muslimische Staaten kurz und klein bombt, Massentötungen vornimmt und Millionen muslimischer Menschen aus ihrer Heimat vertreibt, stimmt doch – oder?

Der Westen muss sich nicht wundern, wenn ihm im Gegenzug von Muslimen die Fresse verhauen wird – mehr ist es doch wohl nicht, was der islamische Terrorismus in europäischen Staaten betreibt.

RE: Terminus Le Pen. Bitte aussteigen! | 28.10.2020 | 09:59

»Macron machte sich durch eine mit Unterkieferbetonung vorgetragene Rede gegen den „Separatismus“ der Muslime ein wenig beliebter, sein Innenminister Darmanin, gegen den - nur nebenbei erwähnt - wegen Vergewaltigung ermittelt wird, gab den harten Rechtsaußen, und die wackeren Mediensoldaten standen Gewehr bei Fuß.«

Willen Sie mal einen Witz hören?

Im Streit um Karikaturen des Propheten Mohammed wehrt sich Frankreich gegen wachsende Kritik aus Teilen der muslimischen Welt. „Mit welchem Recht mischen sich ausländische Mächte in unsere inneren Angelegenheiten ein?“, frage Innenminister Gérald Darmanin am 27.10.2020 im Radiosender France Inter. Er nannte in diesem Zusammenhang explizit die Türkei und Pakistan. „Frankreich ist zu einem Ziel geworden, wie viele westliche Demokratien, die die Meinungsfreiheit verfechten (...)“, sagte der Ressortchef.

I.

Was für ein Drecksack: „Mit welchem Recht mischen sich ausländische Mächte in unsere inneren Angelegenheiten ein?“ – Mit welchem Recht tut das Frankreich eigentlich seit ewigen Zeiten, gerne auch mit zerstörerischen Bomben?

II.

Als Bürger der Bundesrepublik Deutschland möchte ich fragen, worin sich eigentlich die Gewalt- und Tötungshandlungen z.B. des IS von denen der „westlichen Wertegemeinschaft“ unterscheiden? Doch allenfalls in ihren Dimensionen – jedenfalls nicht in ihrer Brutalität. Menschen verbrannten und verbrennen auch nach Bombenattacken des Westens bei lebendigem Leibe.

"Mittlerweile zeichnet sich ab, dass der IS aus seinem Kerngebiet in Nahost heraus Aktivitäten in weiteren auswärtigen Gebieten plant oder versucht, sich in die Arbeit von dschihadistischen Gruppen vor Ort einzubringen", erklärte uns BND-Präsident Schindler im Interview mit SPIEGEL TV.

Und der Westen reibt sich die Augen, wundert und empört sich über Terroranschläge auf eigenem Territorium. Seine einzige und immerwährende Strategie heißt Eskalation der Gewaltspirale. Er verfügt ja über die gute verbrecherische Gewalt.

Die ganze Welt hat sich nach den Maßstäben des Wertewestens zu verhalten, jenes Wertewestens, der sich speziell seit Gerhard Schröder und Joschka Fischer muslimische Staaten kurz und klein bombt, Massentötungen vornimmt und Millionen Menschen aus ihrer Heimat vertreibt.

RE: Von Mao zu Goldman Sachs | 28.10.2020 | 09:30

Ein besonders unappetitliches Exemplar:

José Manuel Barroso! Er war von 2002 bis 2004 Regierungschef von Portugal. – Als es darum ging, den völkerrechtswidrigen Angriffskrieg der Coalition Of The Willing von 2003 gegen den Irak zu organisieren, stand der Portugiese in der ersten Reihe neben George W. Bush und Tony Blair. Genau wie die beiden anderen müsste er eigentlich vor das Haager Kriegsverbrechertribunal gestellt werden – stattdessen kürte man ihn für zwei Amtszeiten (2004 bis 2014) zum Präsidenten der Europäischen Kommission.

Über ihn ist auf SPIEGEL ONLINE zu lesen: »Als das Schiff mit 500 Flüchtlingen an Bord kenterte, als immer mehr Leichen aus dem Mittelmeer gezogen wurden, war Europa schockiert. Der Chef der EU-Kommission flog nach Lampedusa, hielt eine Schweigeminute vor den aufgereihten Särgen ab und versprach, so etwas werde sich nicht wiederholen. 'Wir akzeptieren nicht, dass Tausende an Europas Grenzen sterben', sagte José Manuel Barroso. Das war im Jahr 2013, nach der Katastrophe von Lampedusa.« – Dabei trifft ihn durch seine Mittäterschaft beim völkerrechtswidrigen Angriffskrieg gegen den Irak Mitschuld an der Zerstörung des Nahen Osten mit Hunderttausenden Toten und Millionen Flüchtlingen.

José Manuel Barroso wurde inzwischen von der US-amerikanischen Investmentbank Goldman Sachs International als Berater und »Präsident ohne Geschäftsbereich“ angeheuert!

Er werde die Bank bei der Beratung von Kunden unterstützen, die »mit dem herausfordernden und unsicheren wirtschaftlichen Marktumfeld« zurechtkommen müssten, teilten die Co-Chefs von Goldman Sachs International, Michael Sherwood und Richard Gnodde damals mit. "José Manuel bringt eine enorme Erfahrung mit und vor allem ein tiefes Verständnis von Europa.«

RE: Kein Geld für Malocher | 27.10.2020 | 15:54

Ja, sehen Sie, pleifel, da haben wir wohl unterschiedliche Sichtweisen bezüglich der Welt um uns herum und uns selbst.

Ich habe noch während meines Studiums daran geglaubt, ich, wir alle seien aufgerufen, eine entgleiste Welt zu reparieren, um uns dann im Alter zurück zu lehnen und das Ergebnis zufrieden zu genießen, Möglicherweise bin ich aus dieser Gesinnung heraus auch Sozialarbeiter geworden und musste mühselig lernen, dass ich einer Illusion erlagen war. Ich musste lernen, dass Gesellschaft einen dauerhaften, nie endenden interaktionellen und dynamischen Prozess von uns Menschen darstellt, den Menschen aus sich heraus allenfalls mit einer ausreichenden Menge an Atombomben beenden können. – Mit anderen Worten: Einmischung ist gefragt – und zwar immer, und es ist gefragt, darüber nachzudenken, wie man das WIRKUNGSVOLL tun kann.

Von den Machthabern aus Finanzwelt und Politik habe ich gelernt, dass sie dabei rücksichtslos zulangen, selbst noch über das Mittel verkommener Kriege, von den Kirchen, dass sie als Dompteur der Massen Untertanen-Mentalität züchten und von den Massen, dass sie nur zu oft nach Obrigkeit schmachten.

Nee, lieber pleifel: So lange es meine Kräfte zulassen, werde ich mich immer einmischen, und zwar so, dass es die Adressaten auch bemerken.

RE: Kein Geld für Malocher | 27.10.2020 | 12:17

>>Interessanterweise solidarisieren sich außer uns zweien keine weiteren Mitglieder der erlauchten dFC mit den Malochern.<<

Damit wir uns nicht falsch verstehen, liebe Claudia. Diese Bemerkung von mir bezog sich ausschließlich auf die von mir beschriebene aktuelle Situation und in Bezug auf den soeben erst beendeten Tarifkonflikt. Wenn ich es nicht falsch beobachtet hatte, war dieses Blog von mir das einzige zu diesem Thema in der dFC überhaupt. Donald Trump ist offensichtlich viel faszinierender.

Was deinen Einsatz bezüglich „der müden Arbeiterklasse“ angeht, so steht dein Engagement und deine Kompetenz für mich nicht in Frage.

»Dann komme ich wieder um die Ecke mit der, nein, nicht Hypothese, sondern Erfahrung, dass eine Gewerkschaft nicht besser sein kann als ihre Mitglieder.«

Wahrscheinlich bedingt sich das gegenseitig: Eine für „Arbeiterinnen und Arbeiter“ uninteressante Gewerkschaft ist auch nicht sehr anziehend. Weißt du, ich wohne jetzt wieder im Ruhrgebiet, dem ich entstamme.

Hier wurde man „zu meiner Zeit“ nicht nur traditionell getauft, sondern man wurde, wenn man nach der Schule eine betriebliche Ausbildung begann, auch automatisch Gewerkschaftsmitglied, in der man so lange Mitglied blieb, bis der Tod uns schied. Was denkst du, warum ich als 78-jähriger noch immer Gewerkschaftsmitglied bin. – Ganz sicher nicht, weil ich von deren Wirksamkeit überzeugt bin, wohl aber von deren Notwendigkeit.

Bei meiner Verabschiedung von der Kath. Kirche jedenfalls hatte ich nicht so große Skrupel, wie ich jetzt hätte, wenn ich den Austritt aus der Gewerkschaft erwägen wollte

RE: Kein Geld für Malocher | 27.10.2020 | 10:26

Es bleibt alles nur Makulatur – verlassen Sie sich darauf.

Sie wissen, pleifel, ich spekuliere resp. philosophiere nicht gerne darüber, was wäre, wenn, orientiere mich lieber am tatsächlichen Geschehen. Und vor diesem Hintergrund sage ich Ihnen: Auch Corona wird mithelfen, bestehende Machtverhältnisse und -strukturen zu erhalten bzw. zu festigen.

Die "weiße Klasse" sollte nicht übersehen, dass es ihre eigene Standesorganisation war, die mithilfe des Schmusebegriffs „Sozialpartnerschaft“ Arm in Arm mit Gerhard Schröder und Schröder-Nachfolgerin Angela Merkel systematisch und zielstrebig den Niedriglohnsektor durch Umverteilung des nahezu konstanten Arbeitsvolumens auf jetzt rund 45,5 Millionen Arbeitnehmer von ehemals (1960) rund 26 Millionen organisiert und damit gleichzeitig einen Prozess der Entsolidarisierung von Arbeitnehmern, und zwar auch über das Mittel des Imports von Billigstarbeitskräften (Rumänen, Bulgaren z.B.)

Ich schrieb oben bereits: Jeder Fünfte arbeitet für Niedriglohn. Das sind fast 400.000 Niedriglohn-Jobs mehr als vier Jahre zuvor.

Die miesen Arbeitsbedingungen der "weißen Klasse" sind politisch gewollt und mithilfe der Schnulze „Sozialpartnerschaft“ von den Gewerkschaften mit zu verantworten.

Und die „weiße Klasse“ selbst hat nichts anderes anzubieten als Kakophonie.

RE: Kein Geld für Malocher | 26.10.2020 | 21:34

Danke für den Link nach Ver.di. Ich habe den Beitrag soeben in meinen Text eingearbeitet.

RE: Kein Geld für Malocher | 26.10.2020 | 20:06

Ich bin seit 1957 Mitglied in der Einheitsgewerkschaft. Zunächst IG Bergbau & Energie, seit 1972 Mitglied bei Ver.di.

Ansonsten siehe meine Antwort an @ pleifel.

RE: Kein Geld für Malocher | 26.10.2020 | 20:02

Jawohl: "Nichts Neues also."

Und, wissen Sie @ pleifel, das Ärgerliche ist doch, dass die Bundesregierung(en) – auch mithilfe der Gewerkschaften Arbeit immer billiger gemacht, sie fragmentiert und in Minijobs zerlegt hat. Es gab/gibt dafür den kaschierenden Begriff Sozialpartnerschaft, der auch gerne von Gewerkschaften gebraucht wurde/wird, um ihre eigenen Mitglieder zu täuschen. Diese Tarifverhandlungen waren doch wieder einmal Geschacher um Pfennige für Niedriglohner, weil man vom Prinzip des Niedriglohnes nicht lassen will.

Sehen Sie mal, wieviel Geld der Staat anlässlich Corona ohne großes Gejammer locker macht. Es geht um den Erhalt der Nachfrage, wofür nun die Binnen-Nachfrage angekurbelt wird. Danach gilt wieder die Schuldenbremse.